Publication:
1896
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365322
Path:

Officielle A
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J^iirts) und boxt benachbarten, fränkischen Fabrikorten, sowie in
^Württemberg. Von 3040 Ausstellern entfielen ans Preußen
1932, ans die süddeutschen ZollvercinSstaatcn 392 (Bayern 209,
Württemberg 109, Baden 14), auf die Zollvercinsstaatcn von
/Mitteldeutschland 467 (Königreich Sachsen und thüringische
Staaten 256), ans die norddeutschen Staaten 174,. auf Oester
reich 73. Die Oberfläche der Ausstellungsräume betrug 6534 gm,
dicFlächcnausdehnung 1922 gm. Das Gcsammtgcwicht der ausgestell-
; ten Gegenstände berechnete man auf 7800 Ccntncr, den Gcsammt-
\ werth auf eine Million Thaler. Der Katalog, der auf 19 Bogen
anschwoll, wurde in vier Auflagen von zusammen 24 300 Exem
plaren gedruckt. Die erste Auslage war 6000 Exemplare stark
und in wenigen Tagen vergriffen. Der Eintrittspreis betrug
5 Sgr. Die Gesammtzahl der einmaligen Besuche der Gewcrbc-
Mstcilung stellte sich aus 260 000.
Zum ersten Male wurde damals in Verbindung mit einer
Berliner Gewerbe-Ausstellung eine Vcrloosnng von Gegen
ständen von einem aus Mitgliedern der polytechnischen Gesell
schaft gebildeten Verein veranstaltet. Abgesetzt wurden 80 000
Loose zu einem Thaler; aus dein Erlöse wurden 61 200 Thaler
an 632 Aussteller für 18532 zu Gewinnen bestimmte Gcwcrbs-
Erzcngnisse und 14 000 Thaler für 61400 Erinnerungsmedaillen
verausgabt.
Die Gesammt-Einuähmc der Gcwcrbc-Ausstcllmig in bcn
zehn Wochen vom 15. Anglist bis zum 24. Oktober ergab
40486 Thlr,, die Ausgabe betrug 50 541 Thlr., der Fehlbetrag
von 10 055 Thlrn. ivurdc aus Staatsmitteln gedeckt.
Die Revolutionsstürme von 1848 hatten das Gewcrbewesen mit
harten Schlägen getroffen. Ihm neue Anregung, neuen Auf-
schwnng zu geben, war u. A. die Polytechnische Gesellschaft tu
Berlin mit besten Kräften bemüht, als sie im Jahre 1849 eine
letzte Berliner Gewerbe-Ausstellung vorbereitete, die den
k ' wen Gewerbetreibenden Gelegenheit gab, ihre Erzeugnisse zur
Ancrkennimg zu bringen. Sie fand vom 15. August bis
znm 15. Oktober im Kroll'schcn Etablissement statt, und an ihr
nahmen als Vertreter von 307 verschiedenen Jndustriczlvcigcn
855 Firmen Theil. Die Ausstellung ivar von gutein Erfolge ge
krönt, namentlich, wurde der Hauptzweck, den Gewerbetreibenden,
durch die politischen Verhältnisse und die dadurch veranlaßte
lcschäftsstillc schwer geschädigt worden waren, wiederum zu
lhöhter Thätigkeit anzuregen, erreicht.
Wälzungen, die die Berliner Industrie in deii letzten Jahren er
fahren hatte, ein wahres und schönes Bild darbot.
An der Ausstellung nahmen Theil 1799 Aussteller: für
die Conscclion, die am stürlstcn vertreten war, 450, für die
MaschiucU-Jndustric 246, die Metallindustrie 149, die graphischen
Künste 135, das Bau- und Jngcnieurwesen 126, die Industrie
der Nahrnngs- und Gcnußmittel 109, die Holzindustrie 103,
die Industrie der wissenschaftlichen Instrumente 96. die Kurz-
nnd Galantcricwaaren 83, die chemische Industrie 62 Aussteller.
Geöffnet war die Ausstellung vom 1. Mai bis zum 30. Sep
tember. Das materielle Ergebniß war glänzend. Aus dem
Reingewinn von 500 000 Mark wurde eine Stiftung gebildet,
deren Zweck ist, die gedeihliche Fortentwickelung und den Auf
schwung der Berliner Industrie zu fördern und zur Wahrung
und Hebung ihres Rufes beizutragen.
. Dem Arbeits-Ausschuß ist am 5: d. M. folgendes Schreiben
zugegangen: „Ihre Majestät die Kaiserin und Königin
haben für die Gruppen III für gesundheitlich beste Wohnung und
deren Einrichtung, XI. chirurgische Instrumente und Krankeiihaus-
Einrichtnngcn, XIII. für Krankenwagen, Transportwagcn k.,
XVIII. Wohlfahrts - Einrichtungen der Berliner Gewerbe - Aus
stellung 1896 vier goldene und 20 silberne Portrait-
medaillen als Ehrenpreise zu bewilligen geruht, wovon ich
Euer Hochwohlgeborcn in Kenntniß zu setzen mich beehre. Ueber
die für die Verthcilung dieser Medaillen eventuell zu ernennende!:
und dein Preisrichter-Collegium beizuordnenden besonderen Preis
richter bleibt Weiteres noch vorbehalten.
B. von dem Knesebeck, Königl. Kanuncrherr."
Die Herstellung des Verwaltungsgebäudes, welches
gleichzeitig das Hauptportal der Ausstellung in Treptow bildet,
wird so gefördert, daß voraussichtlich schon am I. März der
Arbeitsausschuß seine gcsammten Bureaux nach Treptow ver
legen kann.
^ ' Seit den.Tagen von 1849 durchlebte Deutschland das inhalts
reichste Menschcnaltcr, das seiner Geschichte beschiedcn gewesen ist.
Auch aus gewerblichem Gebiete, eine Zeit der Erhebung, des un
geahnten Umschwungs und erhöhter Leistungsfähigkeit, die sich
allerdings nicht in Weltausstellungen zur Schau trug, um so
größere Bedeutung aber den auf das eigene Land beschränkten
Jiidnstric-Ausstellungc» zumaß. Die Bedenken, die gegen Veran
staltung von Ausstellungen namentlich im Hinblick auf die allgc-
meiuc Nothlagc der siebziger Jahre vorhanden waren, wurden
»dadurch überwunden, daß man sich sagte, gerade der schwere, ans
B t>a Industrie lastende Druck würde weichen, tvcnn man dem
Publikum ein Gcsammtbild der Leistungsfähigkeit der Berliner
Industrie vor Augen führte, sein Interesse würde wachgerufen und
die Kauflust für die kleinen Gewerbe angeregt.
Ans privater Initiative hervorgegangen, von Staat und der
Stadt unterstützt, wurde die Berliner Gewerbe-Ausstellung
am 1. Mai 18 79 ans dem fiscalischen Platz am Lehrter Bahn
hof eröffnet, ans einen Raum von 60000 gm, wovon 24000 gm
unter Dach lvare». Unter ddn Wirkungen des bekannten
Rculcauxbriefes stehend, hatte nian dem großen Unternehmen kein
günstiges Horoskop gestellt. Um so größer war die Ucbcr-
Mßhung, als die Ausstellung einen außerordentlich günstigen
^csammteindruck machte und von den Wandlungen und lim-
In der Berliner Gew erbe-Ausstellung 1896 wird auch
die Bienenzucht einen Platz finden. Der bekannte Bicncnwirth
H. Gühlcr in Trcptolv richtet innerhalb des Vergnügungsparkes
einen Biencngartcn ein, worin mehrere Bienenvölker zur Aus
stellung komme», deren munteres Treiben durch die Besucher
mit Ruhe und ohne jede Gefahr beobachtet lverdcn kann,
weil die Besucher in geschlossenen Räumen hinter großen
Glasfenstcrn stehen. Hiermit verbunden wird eine Collectiv-
Ansstcllnng bicucnwirthschaftlicher Requisiten und Produkte
sein. — Außerdem bringt Gühlcr aber in Gruppe X (LcbenS-
nnd Gcnußmittel) noch Honig zur Ausstellung, der von seinen
Bienen im Ausstellung Spark selbst gesammelt lvnrde.
x?
Das Ausstellungsjahr bietet einer stattlichen Anzahl von
Congrcssen und Versammlungen größerer Verbände und
Vereine willkomincue Gelegenheit, ihre diesjährigen Ta
gungen in Berlin abzuhalten. Wissenschaftliche, künst
lerische und technische Verbände, industrielle und gewerbliche
Vereine, unter ihnen solche mit einer Bkitgliederzahl von Tausenden
aus allen Theilen Deutschlands, rüsten sich, in diesem Sommer in
Berlin zu tagen und so ihren Mitgliedern neben der Arbeit auch den
Genuß des Besuches der Ausstellung und der übrigen festlichen Ver
anstaltungen zu Theil werden zu lassen. Die Liste der Vereine
und Verbände — gar nicht eingerechnet die ständig hier zu
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