Publication:
1896
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365322
Path:

GfsirirUe AtlslleUuttgs-Uachrfchtett.
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beschäftigt sind. Diese müssen meines Erachtens als int Ge
werbebetriebe beschäftigt gelten und sind an sich versichernngs-
pstichtig, weil das Ausstellen nur int Dienste und zum Zwecke
einer Förderung des Gewerbes geschieht.
Soweit der Aussteller selbst kein Gewerbe betreibt, wird aller
dings auch das von ihm gehaltene Personal nicht bersichernngs-
pflichtig sein. Im Uebrigen dürften die Verhältnisse wie bei den
zu 3 aufgeführten Personen liegen.
Der Vorstand wolle vorstehend behandelte Gesichtspunkte bei
etwa eingehenden Anmeldungen und Unterstützungsgesuchen be
rücksichtigen.
Der Magistrats-Commissar
für die Orts- und Betriebs-Krankenkassen,
gez. Friede!.
An
die Vorstande
der hiesigen Orts-Kranken-Kassen.
Wir machen an dieser Stelle nach besonders auf die Be
kanntmachung des Arbeits - Ausschusses betreffs der
Aussteller- und Vertreter-Karten aufmerksam, die sich an
der Spitze der Nummer befindet. Die Aussteller handeln in
ihrem eigensten Interesse, wenn sie der Betriebs-Juspectivu die
Anmeldelisten möglichst umgehend zugehen lassen, damit sich
die Ausfertigung der Karten nicht verzögert. Die Photographieen
sind in Visitkarten-Format einzureichen und müssen dem
jetzigen Aeußeren des Inhabers entsprechen. Es sind leider
sehr viel Photographieen bis jetzt eingereicht worden, welche
gänzlich „veraltet" sind und aus früheren Lebensjahren der Ein
reicher herrühren. So haben z. B. Aussteller und Vertreter
Photographien „in Uniform" aus ihrer Militairdienstzcit ein
geliefert. Derartige „veraltete" Bilder sind natürlich unver
wendbar, da sie die beabsichtigte Kontrvle illusorisch machen
würden.
V
vr. A. In einer Bürg er Versammlung, welche Mittwoch
Abend um 8'/z Uhr im „Deutschen Hos" in der Lnckauerstraße
stattfand, und in welcher eine große Zahl von Stadtverordneten,
Mitgliedern des Grundbesitzervereins, Ausstellern und Interessenten
erschienen war, theilte der Referent Herr Stadtverordneter
Lüben — nachdem er ans die Bedeutung der mit dem 1. Mai
beginnenden Epoche für ganz Berlin und speciell die Luisenstadt,
den Mittelpunkt des geschäftlichen und industriellen Verkehrs, hin
gewiesen hatte, — den Anwesenden den vom Central - Comitee
der altbewährten Firma „Comitee der Aussteller und Inter
essenten" angeregten Plan mit, Berlin am 1. Mai festlich zu
schmücken, speciell die Zufahrtsstraßen zur Gewerbe-Ausstellung,
die Oranien-, Ritter-, Reichenberger-, Skalitzer-, Gitschiner-,
Wasserthor-, Dresdener-, Köpenickerstraße rc. mit einem ein
heitlich durchzuführenden Schmuck von hohen Masten, an welchen
nach dem Entwürfe eines Architekten Emblemeschiider, Flaggen
und Fahnen angebracht werden, zu versehen; — und zwar werde
für diese Straßenzüge, welche durch ihre. Länge ermüdend und
eintönig wirken, eine den Sommer überdauernde Dccorationsart
gewühlt werden. — Ferner soll auf die gesummte Bürgerschaft
dal>in gelvirkt werden, daß ganz Berlin wenigstens an dem Er
öffnungstage Festschmnck erhalte. Und endlich wolle man ver
suchen, für den I. Mai einen Feiertag für Schulen, Ge
schäfte >c. durchzusetzen. — Zu diesem Behufe ivolle man sich an
den Magistrat wenden, der ohnehin bei seinem letzten Besuch des
Treptower Ansstellnngsplatzes sich in ähnlichem Sinne aus
gesprochen hat, ferner an die Hausherren und Grundbesitzer;
durch die Zeitungen wolle man sich in einein Aufrufe an die
Bürgerschaft wenden, rnn die nöthigen Mittel zu erlangen.
Nach einer lebhaften Debatte, an welcher sich vornehmlich
die Herren Stadtverordneten Licbenvw, Rechtsainvalt David-
sohn, Lennow und Demut betheiligten, lvurde der Vorschlag
einstimmig angenommen, und beschlossen, die Leitung der Agitation
in die Hände des „Comitees der Aussteller und Interessenten"
zu legen, welches bereits durch sein erfolgreiches Eingreifen in
dem Streite „Treptow oder Lietzensee", ferner in der glücklich
gelösten Belenchtungsfrage seine Fähigkeit erprobt habe. Das
Comitee wird durch Cooptativn einflußreicher Persönlichkeiten ver- I
stärkt. Der von Herrn Rechtsanwalt Davidsohn verfaßte Aufruf
lautet:
„Am 1. Mai d. I. erfolgt die Eröffnung der Berliner Gewerbe-
Ausstellung 1890.
Es gilt, diesen Tag, an welchem das große Unternehmen
Berliner Bürgersinnes nnd Berliner Gewerbefleißes in's Leben tritt,
in würdiger Weise zu feiern.
Alle Kreise und Stände unseres Vaterlandes erwarten von dem
Gelingen der Ausstellung einen neuen, gewaltigen Aufschwung des
Handels und des Verkehrs. Nienianden giebt es, der seine vollste
Antheilnahme dem Riesenwerke versagt. Darum inöge ein Jeder
nach seinen Kräften dazu beitragen, den Eröffnungstag zu einem all
gemeinen Feste für ganz Berlin zu gestalten.
In erster Linie handelt es sich darum, durch festlichen Schmuck
der Straßen, Plätze und Gebäude dieser Festesftimniung einen sicht
baren Ausdruck zu geben.
Darum, Einwohner Berlins, ergeht an Euch die Aufforderung,
ain 1. Mai d. I. Eure Häuser und Vorgärten, Eure Läden und
Fenster in angemessener Weise zu schmücken. Nanientlich in den
von entfernteren Theilen der Stadt zur Ausstellung führenden Straßcn-
zügen, schließe Niemand sich von der Betheiligung hieran aus.
An alle Behörden richten wir zugleich die Bitte, die Ausführung
dieses Planes in geeigneter Weise fördern zu helfen.
An alle Vereine ergeht unser Ruf, für Unterstützung unserer
Absichten, namentlich durch Rundschreiben an die Mitglieder und
wiederholten Hinweis in den Bersanimlungen thätig zu sein."
Folgende auf die Ausstellung bezügliche Verkehrsnach
richten sind zu verzeichnen: Wie der Amtsvorsteher von Treptow
durch eine an der Verbindungsbahn aufgestellte Tafel bekannt
giebt, lvird die Sperrung der Treptower Chaussee für Fußgänger
und Wagen bis zum 1. November d. Js. dauern, also noch vier
Wochen nach Schluß der Ausstellung, um den Rücktransport der
Ausstellnngsobjecte und die Abbruchsarbeiten schneller bewerk
stelligen zu können. — Um den elektrischen Betrieb der Linie der
Großen Berliner Pferde - Eisenbahn - Gesellschaft „Zoologischer
Garten—Treptow" auch während der Sperrungen der Belle-
Alliance-Brücke, die sich im Laufe des Jahres aus Anlaß von
Paraden und größeren Truppen-Uebnngen auf deni Tempelhofer
Felde mehrfach zu wiederholen pflegen, wenigstens theilweise auf
recht erhalten zu können, und zwar zwischen Zoologischem Garten
und Jork- und Belle-Alliancestraßen-Ecke, sowie zwischen Hallesches
Thor (Gitschinerstraße—Ausstellungspark) wird die Pferdebahn-
Gesellschaft die erforderlichen Vorkehrungen durch Weichenanlagen
treffen. Zur Vornahme dieser Arbeiten hat die Gesellschaft schon
jetzt die Genehmigung der zuständigen Behörden nachgesucht. —
Die Große Berliner Pferdeeisenbahn-Gesellschaft hat den Fahrpreis
für die Linie Spittelmarkt-Trcptow ans 15 Pfennige herabgesetzt.
— Wie aus Petersburg geschrieben wird, macht sich in Rußland
in gesellschaftlichen wie industriellen Kreisen ein reges Interesse für
die bevorstehende Berliner Gewerbe-Ausstellung bemerkbar. Wesent
lich trägt noch hierzu der Umstand bei, daß das Eisenbahn-Departe
ment zu Petersburg letzthin zahlreiche Maßnahmen zur Förderung
des directen Verkehrs mit Deutschland beschlossen hat. So sollen
vom 1. Mai d. I. ab direkte Eisenbahn Billets zwischen Peters
burg, Moskau, Kiew, Charkow nnd Warschau nnd den Haupt-
stationen Deutschlands, sowie den Badeorten Wiesbaden, Ems,
Karlsbad, Marienbad und Franzensbad eingeführt werden. Auch
beabsichtigt man gegenwärtig in den Kreisen der Petersburger und
Moskauer Kaufleute nnd Industrieller, an das genannte Departe
ment eine Petition zu richten, für die Zeit der Berliner Gewerbe-
Ausstellung Rctonr-Billets nach Berlin zu ermäßigten Preisen
ans den oben bezeichneten russischen Stationen auszugeben, nnd
man zweifelt nicht daran, daß diesem Verlange» stattgegeben lvird.
0. Die Feuerwache ans dem Ansstellungsplatze ist
seit dein ersten Osterfeiertage um einen Oberfeuerwehrmann nnd
sechs Mann verstärkt worden; es sind jetzt insgesammt zwei Ober-
feuerwehrmänner nnd achtzehn Mann nach der Ausstellung Tag
nnd Nacht commandirt. Den Hanptdienst der Mannschaften be
ansprucht zur Zeit das Patronilliren im Gelände; bald hier, bald
da taucht der Lederhelm der Feuerwehrmänner auf. Eine besondere
Aufmerksamkeit l>at Anfang dieser Woche „Kairo" erfordert, welches
infolge der dort vorgenommenen Erdarbeiten eine Zeitlang ohne
Wasser war. Fiir den Ausbruch eines Brandes waren daher
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