Publication:
1896
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365322
Path:

4
Officielle Ansstellnngs-Nachrichten.
Zur Ausführung dieses Beschlusses ersuchen wir die Herren Aussteller und Pächter, au unsere Betriebs-
Jnspection, Central-Verwaltungs-Gebäude in Treptow, Berlin 80. Postamt 33, sobald als möglich Listen nach
folgendem Schema einzureichen:
Nr.
Firma des Ausstellers
und
Namen der Mitinhaber
Name n
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Vertreter
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Ausstellende Firmen mit mehreren Inhabern wollen, sofern von den einzelnen Inhabern außer der ge
meinschaftlichen Ausstellerkarte noch mit 15 Mark zu bezahlende Dauerkarten gewünscht werden, die Anzahl der
beanspruchten Karten unter Nennung des Namens angeben.
Gleichzeitig ist die Anzahl der gegen Entgelt beanspruchten Vertreterkarten mit Namhaftmachung der
Vertreter anzumelden.
Mit diesen Listen bitten wir gleichzeitig die Photographieen der Herren Aussteller und Vertreter ein
senden zu wollen, damit wir mit der Ausfertigung der Karten beginnen können.
Wir bemerken noch, daß für Angestellte zweierlei Monatskarten zur Ausgabe gelangen, die nur zum ein
maligen Eintritt am Tage in die Ausstellung berechtigen und beim Eintritt von der Kontrole gelocht werden müssen:
1. Monatskarten, für den ganzen Tag gütig;
2. Monatskarten, die nur zum Aufenthalt in der Ausstellung für die Zeit von 6—10 Uhr Morgens
berechtigen und für solche Bedienstete ausgegeben werden, die nur mit dem Reinigen der Aus
stellungs-Gegenstände beauftragt sind und nach beendeter Arbeit die Ausstellung zu verlassen haben.
Verloren gegangene Aussteller- und Vertreter-Karten werden nur gegen Zahlung von 15 Mark pro
Karte erneuert.
Wenn ein Aussteller während der Dauer der Ausstellung seinen Vertreter wechseln sollte, so erhält der
neue Vertreter eine Vertreter-Karte nur gegen Rückgabe der bisherigen Vertreter-Karte unentgeltlich.
Sämmtliche Karten gelangen, sofern die Photographieen eingegangen sind, vom 20. April d. I. ab in
unserer Bctriebs-Jnspection in den Stunden von 9 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends zur Ausgabe.
Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896.
Der Arbeits-Ausschusi.
Fritz Kühnemann. Bcrnh. Felisch. L. M. Goldberger.
Der Fahnenschmuck am 1. Mai.
(Abdruck untersagt^
Am Mittwoch Abend hat eine zu diesem Zweck zusammen
berufene Versammlung beschlossen, durch einen öffentlichen Aufruf
dahin zu wirken, daß die Häuser Berlins sich am 1. Mai, dem
Tage der Eröffnung der Gewerbe-Ausstellung, schmücken. (Siehe
den Bericht im „Ausstellungs-Reporter".)
Es ist verwunderlich, daß es erst eines solchen Aufrufs bedarf.
Man sollte meinen, es handle sich um was ganz Selbstverständ
liches. In jeder anderen Weltstadt wenigstens würde es dazu
einer Aufforderung nicht bedurft haben.
Und doch haben die Männer, welche diese Sache in Fluß
gebracht haben, ganz richtig gehandelt. Sie kennen eben ihre
Berliner.
Es ist keine neue Erscheinung, daß man bei uns etwas
zurückhaltend ist iu der äußeren Bekundung der Freude, wenn es
sich um allgemeine Angelegenheiten handelt. Wenn Berlin sich
schmückt und wenn es illumiuirt, so kommt das nicht spontan heraus.
Das allgemeine Empfinden: heute liegt ein besonderer Anlaß vor, der
Stadt ein Festgewand anzuziehen, mag noch so sehr verbreitet sein,
immer wartet man auf eine Anregung von außen, eine Auf
forderung. Die Fälle, in denen ohne vorausgegangene Besprechung
die Stadt sich plötzlich in Fahnenschmuck steckt, sind so selten, wie
die Ereignisse, auf welche diese Jubelbekundungen zurückzuführen
waren, wie die Tage von Weißenburg, Wörth und Sedan.
Vielleicht ist das die kühlere norddeutsche Art, die mehr
innerlich lebt und bei welcher das Empfinden ein nachhaltigeres,
stetigeres, zuverlässigeres ist als bei den südlichen Stämmen,
deren größere Begeisterungsfähigkeit beeinträchtigt wird durch die
Schnelligkeit, mit welcher hochgestimmtes Empfinden wieder in
die Alltagsstimmung übergeht oder gar in ihr Gegentheil umschlügt.
Aber wenn die Bevölkerung Berlins jemals Anlaß gehabt
hat, abseits von den politischen Ereignissen und von Tagen, an
denen es sich mit dem Herrscherhause zu gemeinsamer Feier ver
band, stolz und froh bewegt zu sein, so ist es jetzt.
Ein Riesenwerk geht mit Riesenschritten seiner Vollendung
entgegen.
Die Ausstellung ist nicht mehr eine Angelegenheit einzelner
Berufsklassen oder eines Theiles der Stadt. Sie ist ein Werk
ganz Berlins geworden und, man darf es kühn aussprccheu, wird
sich als von nationaler Bedeutung erweisen. Die Industrie trat
zuerst in die Bresche. Aber es ist schließlich diese Ausstellung
auch zu einem Feste der Architekten und Künstler, der Gebildeten
aller Klaffen geworden. Der Osten und der Westen, der Norden
und der Süden sind gleichmäßig dabei betheiligt. Heute schon,
wo uns noch Wochen von der feierlichen Eröffnung trennen, ver
spürt Berlin schon die Segnungen der Ausstellung. Ein mächtiger
Stadttheil hat sich über alles Erwarten hinaus gehoben, unser
Schmerzenskind, die Verkehrsmittel ganz Berlins, geht einer ver
muthlich anhaltenden Gesundung entgegen. Worauf wir noch ein
Jahrzehnt vergeblich hätten warten können, die Anfänge des
elektrischen Betriebes unserer Straßenbahnen, ist uns nun als
reife Frucht in den Schooß gefallen. Und wir wissen ganz
genau, daß es jetzt ein „Zurück" nicht mehr giebt, obwohl alle
Bewilligungen nur auf ein Jahr gemacht worden sind.
Man braucht kein Prophet zu sein, um zu wissen, daß der
1. Mai dieses Jahres für Berlin einen bedeutsamen Markstein in
seiner Entwickelung bedeuten wird. Diese Ausstellung wird uns
Tausende von Ausländern zuführen, welche, luie alle ihre Vor
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