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Periodical volume Nr. 107, 2. August 1896

Full text: Officielle Ausstellungs-Nachrichten Issue 1896

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Officielle Aussteüungs - Nachrichten. 
eine cementirte breite Fabrstrasse zieht, liegen die verschie 
denen Montirungsgebäude und Werkstätten, in welchen die 
erfinderischen Ideen des Mannes in die Wirklichkeit über 
tragen werden und zum Theil schon übertragen sind. Der 
Kernpunkt, die greifbare Centrale, um welche sich fast alle 
Erfindungen Ganswindt’s gmppiren, ist ein neues Antriebs 
system, das die jedem Fachmann bekannten Nachtheile der 
Kurbel, wie beispielsweise die Ueberwindung der todten 
Punkte, beseitigen soll. Ganswindt ersetzt bei seinen Mo 
toren die Kurbei durch eine Seilzugscheibe. In ein auf der 
Achse festgekeiltes Zahnrad mit abgeschärften Zähnen grei 
fen die auf Federn montirten Stifte eines Mutterrades, sobald 
dieses, sei es mit der Hand oder durch Treibriemen mit dem 
Fuss oder auch durch eine andere mechanische Kraft in Bewe 
gung gesetzt wird. Dieser Motor kommt u. a. bei einer 
Flaschenspülmaschine in Anwendung, welche der Firma Otto 
Vogel in Licenz gegeben ist und welche diese in der Maschi 
nenhalle der Treptower Ausstellung zur Schau gestellt hat. 
Der die Maschine bedienende Arbeiter braucht nur zwei- bis 
dreimal in der Minute zu treten, um ca. 1200 Bürstendrehun 
gen zu erzielen, während bei Kurbelantrieb etwa 110 Tritte 
in der Minute nöthig sind, um 800 Umdrehungen zu er 
reichen. Aehnliche Resultate zeigt der Motor bei der Näh 
maschine, bei einem Fahrrad, namentlich bei dem von der 
Berliner Feuerwehr angekauften Motorlöschwagen und bei 
den Tretmotor-Droschken sowie bei Booten, bei denen spie 
lend die Kraft von 6 Ruderern ersetzt wird. Aber erst bei den 
schmalen, leider dem Kentern leicht ausgesetzten Sportböten 
kann er zur vollen Ausnutzung gelangen. Die Gefahr des 
Kenterns verstand Ganswindt zu beseitigen, indem er in der 
Mitte des Bootes, auf jeder Seite eine über den Bordrand 
hängende Blechtrommel anbrachte, welche leicht um ihre 
Achse rotirt und daher dem Wasser wenig Widerstand bietet. 
Beim Landen des Bootes wird die Trommel in einem Achsen- 
charnier aufgeklappt. Diese Antikenter-Vorrichtung wirkt 
selbst bei schlank gebauten Sportfahrzeugen, wie der Er 
finder jedem Besucher ad oculos demonstrirt, so sicher, dass 
man sich sicher auf den Bootsrand stellen kann- ohne das 
Gleichgewicht wesentlich zu stören. Ganswindt hat seinen 
Motor ferner in den Dienst der Landwirthschaft gestellt und 
ihn auf Anregung eines' Gutsbesitzers zur Triebkraft beim 
Pflügen benutzt. Er zeigt einen sechsschaarigen Pflug, in 
fest verquecktem Boden auf 15 cm Tiefgang eingestellt, den 
ein Mann ohne grosse Anstrengung in Betrieb setzt. Was 
das zu bedeuten hat, kann nur der Landmann beurtheilen, der 
da weiss, dass zu einer solchen Leistung 6 kräftige Ochsen 
als Zugkraft nöthig sind. Und — um das Nützliche auch 
mit dem Angenehmen zu verbinden — wird der Motor auch 
in mechanische Claviere eingebaut. Arme Hörer ! Von nun 
an können unsere Clavierenthusiasten ihr Lieblingsinstru 
ment nicht nur mit den Händen, sondern auch mit den Füssen 
bearbeiten. 
V 
Herr Hoflieferant Peters, der Pächter des Theater- 
Restaurants „Alt-Berlin“ ist durch den Zusammenbruch die 
ser Bühne zwar schwer geschädigt, allein durchaus nicht ge 
willt, sein hiesiges Restaurationsheim zu verlassen. Er ist; 
vielmehr eifrig bemüht, die schönen gastlichen Räume dem 
grösseren Publikum auch ferner zu einem recht angenehmen 
Aufenthalt zu machen und durch, billige und gute Bedienung 
dasselbe in hellen Schaaren in seinem prächtigen kühlen 
Hallensaal und unter seinen schattigen Bäumen zu fesseln. 
Zu diesem Zwecke wird Herr Peters von heute ab das gute 
Bergbrauerei-Bier für 10 Pfennige pro Glas ausschünken und 
seine belegten Brodelten für 20, resp. 10 Pfennige verkaufen, 
um so jeder lebenden und „automatischen“ Concurrenz wirk 
sam zu begegnen. Wir zweifeln nicht, dass er dabei auf 
seine Kosten kommen wird. 
9 
Peuer in der Ausstellung. Gestern Morgen vor 
10 Uhr brannte der Stromzuführungs - Apparat im Stand von 
Reineke, Gruppe VI, Saal 4. Der Brand wurde durch den Auf 
seher gelöscht. 
9 
Auf der Sanitätswache wurden in den letzten 24 Stunden 
19 Patienten behandelt. Ein kleiner Knabe hatte sich durch das 
Herabfallen eines Aufsatzes von einem Automaten eine stark 
blutende Verletzung des Nasenrückens zugezogen. — In den 
letzten 24 Stunden waren in der Unfall-Station 14 Fälle in 
Behandlung. 
Sehenswürdigkeiten Berlins. 
(Weitere Sehenswürdigkeiten werden auf Verlangen in diese Rubrik 
aufgenommen) 
Abgeordneten-Haus, Leipzigerstr. 75. Eintrittskarten parterre, Abds.vorher v. 5 Uhr ab. 
Aquarium, Unter den Linden 68a. 9—7. Wochentags 1 M., Sonntags 50 Pf. 
Kinder die Hälfte. 
Berg- um) Hüttenmuseum, in der Geologischen Landesanstalt, Invalidenstr. 44. 
Ausser Montag und Sonnabend von 12—2 Uhr. 
Berliner Radihaus, (mit Ausnahme Donnerstags und Freitags) II—3 Uhr. 
Beuth-Schinkel-Museum, Charlottenburg in der techn. Hochschule. Montags und 
Donnerstags von 10—12 Uhr. 
Bibliothek der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte im 
Königs Museum für Völkerkunde, Eingang Prinz Albrechtstrasse. Be 
suchszeit von 10—3 Uhr. 
Bibliothek in der König). Bau-Akademie an der Schleusenbrüeke. 9—12 Uhr ausser 
Sonnabend und Sonntag. 
Bibliothek, König!., am Opernplatz. 1—2 Uhr. 
BibliotheK dos Kunstgewe.be-Museums, Prinz Albreehtstv. 7. Besuchszeit V. 10—10 Uhr; 
Bibliothek der polytechn. Gesellschaft, Neue Friedrichstr. 35. 2—3 Uhr. 
Bibliothek der Universität, Dorotheenstr. 9. 9—1 Uhr. 
Botanischer Garten, Potsdamerstr. 75. 8—12, 2—7 Uhr, ausser Sonntags. 
Börse, Burgstrasse und Friedrichstrassen-Ecke. 12-2 Uhr, ausser Sonntag. 
Flora-Etablissement. Palmen- u. Blumengärten in Charlottenburg. Eintritt 1 Mk. 
Friedrichshain, mit dem Denkmal Friedrichs des Grossen. Platz vor dem Lands 
berger Thor, Ruhestätte der im März 1848 Gebliebenen. 
Herrenhaus, Leipzigerstr. 3. Eintrittskarten im Bureau daselbst 
Historisches Museum im Schloss Monbijou (reich au Gegenständen aus der vater 
ländischen Geschichte) 10—3 Uhr. 
Hygienisches Museum, Klosterstr. 35. Sonntags 11—1 Uhr, Dienstags u. Feitags 10—2 Uhr. 
König! Institut für Glasmalerei, Charlottenburg. Berlinerstr. 9 (beim Chausseehaus) 
täglich ausser Sonntags von 9—4 Uhr. 
Königliches Kunstgewerbe-Museum, Prinz Albrechtstr. 7. Wochentags mit Ausnahme 
des Montags v. 10—4 Uhr im Sommer, v. 10—3 Uhr im Winter, Sonntags im 
Sommer von 12—6 Uhr, im Winter je nach der Jahreszeit von 12—3, 12—4, 
12-5 Uhr. 
Kunstgew. Ausstellung der namhaftesten Kuustgewerbe Deutschlands, Lindenstr. 18, 
wochentäglich 10—7. Eintritt frei. 
König! Museum, Gemälde, Sculpturen, Antiquarium, Antike Vasen u. Bronzen, 
Egyptisches Museum, Kupierstichsammlung etc- Wochentags mit Ausnahme 
d. Montags v. 10—4 Uhr im Sommer, v 10—3 Uhr im Winter, Sonntags im 
Sommer v. 12—6 Uhr, im Wint je nach der Jahresz- v. 12—3, 12—4, 12—5 Uhr. 
König! Porzellan-Manufactur, Wegelystrasse, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag u. 
Freitag. Vorm, bis 12 Uhr. 
Kunstausstellung des Vereins Berliner Künstler, Wilhelmstr. 92, täglich von 10—4, 
Sonntags von 11—2 Uhr. 
König! Schloss, Meldung beim Kastellan, 10 bis 1 Uhr. 
König!. Schloss in Charlottenburg. Meldung beim Kastellan- 
Markthallen, besonders: Centralmarkthalle. Neue Friedrichstrasse 24—27. 
Marställe, König!, Breitest!-, 32, 12—2 1 /» Uhr. 
Märkisches Provinzial-Museum der Stadtgemeinde Berlin. Breitest!'. 20 a im Köllnischen 
Ratbhause. Sonntag 11—2 Uhr, Montag und Donnerstag 12—2 Uhr. 
Mausoleum in Charlottenburg. Von 10—6 Uhr. 
Münzkabinet im Museum am Lustgarten. Besuchszeit Wochentags mit Ausnahme 
des Montags v. 10—4 Uhr im Sommer, v. 10—3 Uhr im Winter, Sonntags 
im Sommer von 12—6 Uhr, im Winter je nach der Jahreszeit von 12—3, 
12-4, 12-5 Uhr. 
Museum der landwirtschaftlichen Hochschule und permanente Ausstellung landwirtschaftlicher 
Maschinen, Invalidenstr 42. Besuchszeit an den Wochentagen (mit Ausnahme 
des Mittwochs! in den Vormittagsstunden. 
Museum für Naturkunde, Invalidenstr. 43. Sonnabend und Montag von 11—3 Uhr 
Sonntags im Sommer 12—6 Uhr, im Winter 12—3 Uhr. 
Museum für Völkerkunde und Schliemann-Sammlung, Königgratzerstr. 120 Wochentags 
mit Ausnahme des Montags v. 10—4 Uhr im Sommer, v. 10—3 Uhr im Winter, 
Sonntags im Sommer v. 12—6 Uhr. im Winter je nach der Jahreszeit von 
12-3, 12-4, 12-5 Uhr. 
Museum für deutsche Volkstrachten und Hauserzeugnisse, Klosterstr. 36; täglich ausser 
Mittwoch von 11—2 Uhr. Entree 50 Pfg., Kinder die Halste. 
National-Galerie, neben dem neuen Museum; Wochentags mit Ausnahme des Mon 
tags v. 10—4 Uhr im Sommer, v. l0—3 Uhr im Winter, Sonntags im Sommer 
v. 12—6 Uhr, im Winter je nach der Jahreszeit v. 12—3, 12—4, 12—5 Uhr. 
Palais der Kaiserin Friedrich, gegenüber dem Zeughause. Besichtigung nach Antrage. 
Palais weiland Kaiser Wilhelms I. Besichtigung nach Anfrage. 
Post-Museum. Leipzigerstr. 15. Täglich ausser Mittwoch und Sonnabend von 
11-1 Uhr. 
Rauch-Museum, im Lagerhause, Klosterstr, 76; Sonntags und am letzten Sonnabend 
jeden Monats geschlossen, 
Ravenesche Gemälde-Sammlung, Wallstr- 92. Dienstag und Freitag von 10—2 Uhr. 
Reichstagsgebäude am Königsplatz, von 8 1 /,—9 1 /, Uhr, Sonntags von 2—4 Uhr. 
Sammlungen des König! Zeughauses, täglich von 10—3 Uhr, Sonntags 12—3 Uhr. 
Siegessäule am Königsplatz, vom Geh Oberbaurath Protessor Strack. 
Sternwarte, Lindenstr. 108. Besichtigung nach Meldung beim Director. 
Zoologischer Garten, Wochentags 1 Mk,, Sonntags 50 Pfg. Kinder die Hälfte,
	        
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