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Volume Nr. 10, 4. April 1896

Full text: Officielle Ausstellungs-Nachrichten (Public Domain) Issue1896 (Public Domain)

OfficieUe AussteUungs-Itachrrchten. 
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schiedenen Gründen erst im Spätsommer in Angriff genommen 
werden konnte, ist jetzt der Hauptsache nach beendet. 
4. Bahnhof Rixdorf. 
Der bisherige Bahnhof Nixdorf hatte ebensowenig wie Bahn 
hof Tempelhof einen schienenfreien Zugang zum Bahnsteig. Die 
Herstellung eines solchen war hier mit ungemeinen Schwierigkeiten 
sämmtliche Züge vor, die nach dem Südring (Gleis III) oder 
nach dem Nordring (Gleis IV) abgehen. Das mit den Zügen 
ankommende Publikum verläßt die Bahnsteige ausschließlich durch 
den neuen Tunnel 8, die Fahrkarten-Kontrole besindet sich vor 
dem Eingänge desselben. Das abfahrende Publikum wird nur 
durch Tunnel A zu den Bahnsteigen zugelassen, die Fahrkarten 
verkaufsräume befinden sich au beiden Enden desselben. Ab- 
Abb. 1. Bahnhof Treptow. 
und erheblichen Kosten verknüpft und wurde dadurch erreicht, daß 
die bisher in Straßenhöhe liegende Bahnkrone um rund 3 Meter 
gehoben, die Straße dagegen um etwa 2 Meter gesenkt wurde. 
Tie örtlichen Verhältnisse bedingten es, daß das neue Stations 
gebäude ilnd der neue Bahnsteig ungefähr an derselben Stelle zur 
Ausführung kommen mußten, wo die alten Anlagen sich befunden 
hatten. Es war deshalb erforderlich, die Ausführung in der 
Weise zu bewirken, daß zunächst der neue Güterbahnhof auf der 
Westseite der Bergstraße und gleichzeitig der südliche Theil der 
Bergstraßen-Unterführung zur Ausführung gelangte. Daran schloß 
sich die Anlage eines Hilfspersouenbahnhofs neben dem Güter 
bahnhofe und die Verlegung des Betriebes auf die hochgelcgte 
und Zugang der Reisenden ist also vollständig getrennt, Gegen 
strömung somit vermieden. 
Hand in Hand mit der Erweiterung des Bahnhofs Treptow 
ging die Erweiterung der bestehenden Ucberführungcn der Ring 
bahn über die Treptower Chaussee und die Coepenicker Landstraße. 
Die Ueberführung über die erstgenannte Straße ist behufs Durch 
führung der beiderseitigen Promenadenwege durch zwei seitliche 
gewölbte Durchgänge von je 6 m Breite ergänzt. Die beiden 
Uebcrführungen über die Coepenicker Landstraße sind ganz neu 
hergestellt: Zwei stattliche Bauwerke in Eisenconstruction über 
spannen Fahrbahn und Fußgüngerwege mit einer Gesammtlicht- 
wcite von 19 in. Der bisherige, durch den Ringbahndamm be- 
Abb. 2. Ansicht. 
südliche Bahnhofshälfte. Nunmehr war der Raum für die An 
lage des zukünftigen Personenbahnhofs und die Hebung der Haupt- 
gleise frei. Die Gleishebungen wurden derart beschleunigt, daß 
der Hilfsbahnhof nach einem nur fünfmonatigen Bestände wieder 
außer Betrieb gesetzt und die neuen, inzwischen fertiggestellten An 
lagen in Benutzung genommen werden konnten. 
5. Bahnhof Treptow. 
Der Bahnhof Treptow ist, wie aus Abb. 1 ersichtlich, um 
einen zweiten Bahnsteig bereichert, der vorhandene Tunnel A 
unter dem neuen Bahnsteig hindurch bis zum Ausstellungsparke 
verlängert, ein zweiter Tunnel B, unter beiden Bahnsteigen hin 
durchführend, neu angelegt. Der Betrieb ist in der Weise ge 
plant, daß der gesummte Stadtbahnverkehr auf dem alten, der 
gesummte Ringbahnverkehr dagegen auf dem neuen Bahnsteige 
sich abwickelt. Dementsprechend fahren alle von der Stadtbahn 
kommenden und nach Bahnhof Ausstellung bestimmten Züge 
auf Gleis I an, gehen über die neuerbauten Anschlußgleise 
unter der Ringbahn hindurch nach Bahnhof „Ausstellung". 
Alle" vom Ausstellungsbahnhof und vom Südring kommenden 
Züge, soweit letztere auf die Stadtbahn übergehen (stündlich 
zwei), fahren auf Gleis II. Am neuen Bahnsteig dagegen fahren 
Abb. 3. Grundriß. 
dingte festungsartige Abschluß des Treptower Parks ist durch die 
neu hergestellten klnterführungcu in glücklichster Weise beseitigt. 
6. Bahnhof Charlottenburg. 
Die Durchführung des Dreiminutcnverkehrs auf der Stadt 
bahn machte einen Gleisumbau auf Bahnhof Charlottenburg noth-
	        
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