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Periodical volume Nr. 96, 22. Juli 1896 Prospect der Mecklenburg-Strelitzschen Hypothekenbank zu Neustrelitz und Berlin betreffend Ausgabe von 6 Millionen Mark Actien

Full text: Officielle Ausstellungs-Nachrichten Issue 1896

Officielle Ausstellungs - Nachrichten. 
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Alle auf die 4°/o Pfandbriefe der Serien I und II sowie auf die 
3*/«% Pfandbriefe der Serien I und II der Mecklenburg-Strelitzschen 
.Hypothekenbank bezüglichen Publikationen erfolgen: 
in dem Deutschen Reichs- und Preuss. Staatsanzeiger, 
„ der Neustrelitzer Zeitung, 
„ der Berliner Börsen-Zeitung, 
„ dem Berliner Börsen-Courier und 
„ der Rostocker Zeitung. 
Berlin, im Juli 1896. 
Mecklenburg-Strelitzsche Hypothekenbank. 
Auf Grund des vorstehenden Prospectes sind 
die 4% Pfandbriefe Serie I und II der Mecklenburg-Strclitz- 
schen Hypothekenbank bis 
zu einem Betrage von 20 Millionen Mark für beide Serien zu 
sammen, 
sowie die 3 l / 2 % Pfandbriefe Serie I und II der Mecklenburg- 
Strelitzsehen Hypothekenbank 
ebenfalls bis zu einem Betrage von 20 Millionen Mark für beide 
Serien zusammen, 
zum Handel und zur Notiz an der Berliner Börse zugelassen und werden 
von uns an derselben in den Verkehr gebracht. 
Berlin, im Juli 1896. 
Pommersche Hypotheken-Actien-Bank. 
PBOSPECT 
der 
[@@Menburg-Strelitzsehen Hypothekenbank 
zu Neustrelitz und Berlin 
betreffend Ausgabe von G Millionen Mark Actien« 
Unter der Firma: 
„Mecklenburg - Streiitzsciie Hypothekenbank“ 
ist auf Grund des am 21. April 1896 verlautbarten Statuts durch Aller 
höchste Concessions-Urkunde vom 14. März 1896 eine Seitens Sr. Königl. 
Hoheit des Grossherzogs von Mecklenburg -Strelitz landesherrlich ge 
nehmigte Actien-Geselischaft mit dem Sitze in Neustrelitz und einer 
Zweigniederlassung in Berlin begründet worden. 
Die Bank hat das Recht, auch in anderen Städten des Deutschen 
Reichs Zweiganstalten und Agenturen zu errichten. 
Die Firma ist zufolge Verfügung vom 27. April 1896 am 
28. April 1896 in Fol. CCXXVI des Handels-Registers des Grossherzog 
lichen Amtsgerichts zu Neustrelitz, die Zweigniederlassung in Berlin 
zufolge Verfügung vom 6. Mai 1896 am 7. Mai 1896 unter No. 16204 des 
Gesellschafts-Registers in das Handels-Register des Königlichen Amts 
gerichts I zu Berlin eingetragen. 
Zweck der Gesellschaft ist die Vermittelung und Erleichterung des 
Capital- und Credit-Verkehrs; ihre Dauer ist nicht beschränkt. 
Ihr Wirkungskreis berechtigt dieselbe zu folgenden Geschäften: 
1. Besitzern von YAegeuseSinUeii. Baustellen, fer 
tigen und im Bau begriffenen Gebäuden hypo 
thekarische oder Gr n nd sehn Id- Barlehne zu ge 
währen, deren Rückzahlung in tin getrennter 
Summe, in Raten oder in Annuitäten bedungen 
werden kann; 
2. Hypotheken oder Grundschuldforderungen zu erwerben; 
3. an Provinzen, Kreise, 8tädte, Landes-Meliorations-Gesellschaften 
und öffentliche Corporationen aller Art mit Genehmigung ihrer 
Aufsichtsbehörden innerhalb des Deutschen Reiches auch ohne 
hypothekarische Sicherheit Dariebne zu gewähren, soweit die 
selben zu deren Aufnahme durch das Gesetz oder gesetzmässig 
erwirkte Bewilligung berechtigt sind, beziehentlich die Schulden 
derartiger Verbände und Corporationen abzulösen; 
4. auf Grund der unter No. 1 bis 3 erwähnten Geschäfte und bis 
zum Belaufe der Summen, welche die Gesellschaft aus diesen 
Geschäften zu fordern hat, Pfandbriefe resp. Communal-Obli- 
gationen auszugeben, welche im Wege der Ausloosung, der 
Kündigung resp. des Ankaufs wieder einzulösen sind; 
5. die von ihr ausgegebenen Pfandbriefe und Obligationen anzu 
kaufen und Vorschüsse auf dieselben zu gewähren. 
Die Gesellschaft ist ferner berechtigt: 
6. zur Diseontirung inländischer und ausländischer Wechsel, welche 
mindestens mit zwei anerkannt guten Unterschriften versehen 
sein müssen; 
7. zur Beleihung von Hypotheken, Grumlschnhl- 
fbritcriingen,Wechseln und Werthpapieren, sowie 
von solchen Waaren, welche dem Verderb nicht 
unterworfen sind; 
8. zur Eröffnung lautender Rechnungen (Conto- 
Correut) und zur Annahme von verzinslichen 
und unverzinslichen Depositen: die verzinslichen 
Depositenscheine dürfen indessen nur mit einer 
mindestens viertägigen Kündigungsfrist aus 
gestellt werden; 
9. zur Aufbewahrung von Geld, Werth papieren und 
Werthgegenständen, sowie zur EfTectuirung von 
Baiikgesehätfen aller Art: 
10. zum Ein- und Verkauf von edlen Metallen in gemünztem und 
ungernünztern Zustande und von soliden Werthpapieren für 
eigene Rechnung. 
Die Bücher der Gesellschaft werden am 31. December jeden Jahres 
abgeschlossen, zum ersten Male am 31. December 1896. 
Das Grundcapital der Gesellschaft beträgt 6 Millionen Mark und 
ist in 6000 Stück auf Inhaber lautende, voll eingezahlte Actien ä 1000 M. 
eingetheilt, welche die No. 1—6000 incl. tragen und mit dem Facsimile 
der Unterschrift des Vorsitzenden des Aufsichsrathes, sowie demjenigen 
zweier Vorstandsmitglieder ‘versehen sind. 
Die Einzahlung ist mit einem Aufgeld von 50 Mk. auf jede Actie 
erfolgt, woraus dem Reservefonds 300000 Mk. baar zugeflossen sind. 
Der gesummte Gründungsaufwand der Gesellschaft ist von den 
Gründern derselben persönlich zur Bezahlung aus eigenen Mitteln über 
nommen, so dass der Gesellschaft ein Gründungsaufwand überhaupt nicht 
erwächst. 
In der Generalversammlung gewährt jede Actie eine Stimme. 
Die Einladung zur General-Versammlung muss mindestens vier 
Wochen vor dem für die Versammlung bestimmten Tage unter Angabe der 
Tagesordnung durch eine öffentliche Bekanntmachung erfolgen. 
Stimmberechtigt in den General-Versammlungen sind nur die In 
haber der Actien, welche den Besitz derselben in den Büchern der Bank 
haben eintragen lassen. Auch ist zu dem Ende erforderlich, dass die Ein 
tragung vor dem Datum der öffentlichen Einberufung der General-Ver 
sammlung stattgefunden habe. Die vorbezeichnete Einschreibung erfolgt 
auf schriftliche Anmeldung bei dem Vorstande, entweder gegen Vorzei 
gung der Actien oder eines dem Vorstande als genügend erscheinenden 
Zeugnisses über den Besitz derselben. 
Ueber die erfolgte Einschreibung ertheilt der Vorstand auf Ver 
langen eine Bescheinigung. Die eingeschriebenen Actien-Inhaber haben 
ausserdem innerhalb der letzten drei Tage vor der General-Versammlung 
den Nachweis über die Fortdauer ihres Actienbesitzes entweder durch 
Vorzeigung der Actien oder einer genügenden Bescheinigung bei dem 
Vorstande oder den von demselben dazu delegirten Beamten zu führen. 
Im Falle einer Bevollmächtigung muss in derselben Frist die Vollmacht 
eingereicht werden. 
Der sich aus der Bilanz nach Abzug der sämmtlichen Passiva ein 
schliesslich des Grundcapitals und der Verwaltungskosten sowie der 
nothwendigen Abschreibungen ergebende Reingewinn wird auf folgende 
Weise verwendet: 
a) der Reservefonds erhält von dem jährlichen Reingewinn den 
zwanzigsten Theil so lange, wie der Fonds den zehnten Theil des 
Grundcapitals nicht überschreitet; 
b) der Aufsichtsrath erhält zehn Procent desjenigen Betrages des 
jährlichen Reingewinnes, welcher vier Procent des Grundcapitals 
übersteigt; 
c) der Vorstand erhält gleichfalls zehn Procent desjenigen Be 
trages des jährlichen Reingewinnes, welcher vier Procent des 
Grundcapitals übersteigt, und zwar nach Massgabe seiner Ver 
träge, eventuell nach Bestimmung des Aufsichtsrathes; 
d) fünf Procent desjenigen Betrages des jährlichen Reingewinnes, 
welcher vier Procent des eingezahlten Grandcapitals übersteigt, 
sind von der Bank nach Bestimmung der Grossherzoglichen Lan 
desregierung für gemeinnützige Zwecke zu verwenden; 
e) der gesainmte übrige Reingewinn wird nach Verfügung der Gene 
ral-Versammlung verwendet. 
Die Jahresdividende wird vom achten Tage nach ihrer Festsetzung 
an bei den GeNcllKcliaftskasscn in Neustrelitz und Berlin und 
den vom Aufsichtsrathe festgesetzten Stellen gegen Einlieferung der Divi 
dendenscheine ausbezahlt. 
Die Bank ist berechtigt, auf Grund der von ihr erworbenen hypo 
thekarischen und Gmndschuldforderungen und bis zur Höhe der 
selben unkündbare, auf den Inhaber lautende Pfandbriefe auszugeben, 
deren Gesammtsumme vorläufig den fünf zehnfachen Betrag des einge 
zahlten Grundcapitals nicht übersteigen darf. 
Der Aufsichtsrath soll indess berechtigt sein, durch einen Beschluss, 
falls derselbe von der Grossherzoglich Mecklenburg-Strelitzschen Regie 
rung gebilligt wird, diese Summe bis auf den zwanzigfachen Betrag des 
eingezahlten Grundcapitals zu erhöhen. 
Nach Absatz 2 des vom Aufsichtsrath aufgestellten, von der Gross 
herzoglich Mecklenburg-Strelitzschen Staatsregierung genehmigten Regu 
lativs, über die Beleihungs- und Werth-Ermittclungs-Grundsätze dürfen 
Baustellen bis zur ersten Hälfte, besonders gut gelegene Objecte in 
grösseren Städten oder Vororten bis zu c /io des Werthes belieben werden. 
Der jeweilige Bestand an Hypotheken und Grundsclmlden auf 
Bauplätze darf das 2 , / 2 fache des eingezahlten Actiencapitals, z. Z. also die 
Summe von 15 Millionen Mark nicht übersteigen. 
Von Ablauf des dritten Geschäftsjahres ab darf der jeweilige Bestand 
an Hypotheken- und Gnindschulden auf Bauplätze bis zu */.; des Gesammt- 
Bcstandes der Hypotheken oder Gnindschulden betragen. 
Bezüglich der Fundirung und Sicherstellung dieser Pfandbriefe 
wird auf den gleichzeitig veröffentlichten Pfandbrief-Prospect der Mecklen 
burg-Strelitzsehen Hypothekenbank verwiesen. 
Die Festsetzung der Beleihungs- und Wertherraittelungs-Grundsätzc 
im Einzelnen geschieht durch ein Regulativ, welches der Aufsichtsrath 
aufstellt. 
Dieses Regulativ bedarf der Genehmigung der Grossherzoglich 
Mecklenburgischen Landesregierung, ebenso ist jede Abänderung desselben 
ohne Genehmigung der Landesregierung ungiltig. 
Dieses Regulativ bestimmt unter Anderem Folgendes: 
(Fortsetzung umseitig.)
	        
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