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Volume Nr. 9, 28. März 1896

Full text: Officielle Ausstellungs-Nachrichten (Public Domain) Issue1896 (Public Domain)

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(öffmeJIc Ausstellung»-Uachrichtett. 
rvvjjfiolf 
Claus Harms aus Mecklenburg 
in der Ausstellung. 
»Abdruck untersagt.^ 
Herr Jeses! Wier bat ne Drängelie! Claus Harms stün up 
den'n Treptower Bahnhof und pust' und keucht as ne Maschin. 
„Segg mal,-Fritzing", seggt he to den'n jungen Minschen, de neben 
emsteiht, „häbbt ji hier denn gor keenen Klagen (blauen) Mahndag?" 
„Grad as to Hus, Unkel Claus", seggt Fritzing un lacht. „Den'n 
schönen Dag giivivt woll in aller Welt, öwer nu häbben se hier 
man keen Tl'ed dorto." „Dal kann ick mi denken", meent Claus 
Harms, „wenn wi hüt man rinkamen". „Kannst Di up Verlaten, 
Unkel Clans", nickköppt Fritzing und treckt den'n Ollen vörwarts. 
Oewer Unkel Clans »vull sick gor nich tofreden gäben. Gistern 
an Sünndag wier ein dat doch to schön gähn, ach dir lewer Himmel! 
Jrsl hadden se ne halw Stun in den'n Jsenbahntog bradt, denn 
hadden se binah ne Stun' up den'n Bahnhof stahn möst, dörch all 
de Minschen nner gor nich dörchtokamen. Dorvon hadd nn Unkel 
Clans eenen ganz gewaltigen Döst kregen, se wieren denn irst in eene 
Restanratschon gähn und hadden sick dar ne gode Tied verpust. 
As se denn vor de Utstellung ankämen, stünden se atz de Osten vör 
den'n Barg — de Dör wier to. „Jeschlossen, meine Herren, um 
halb fiinfe wird-am Sonntag jeschloffen", hadd de Äirl in de Livree 
seggt. Roth as eu Kräwt (Roth wie ein Krebs» stün Unkel Clans 
dor, öwer dat hülp cnr nix. De Dör blew to, und se möstten 
ivedder awtrecken. Fritzing kreg uc gehürige Gardinenpredigt, öwer 
he hadd dat ook nich müßt, dat de Utstellung an Sünndag all üm 
haliv fief tomakt würd; süs wir se doch alle Dag bet Klock söß apen. 
Hüt ivull sick Unkel Claus nu öwer gor nich nphollen (auf 
halten), he güng stolz as'n Hahn an de Restanratschon vörbie und 
grad np de Utstellung los. 
ClauS Harms wier noch son ollen Mecklenbörger Schult (Schulze), 
de up sinen Hof seet eenen Dag as alle Dag un alle teihn Johr 
eenmal in de Welt könn Nn hadd Fritzing sin Swester Hochtied 
hadd in Berlin, un de jungen Lüd hadden den'n ollen lewen Unkel 
Claus so lang beden, bet he denn toletzt kamen wier. Sin Olsch 
verstünn je ook ganz god dat Regiment to Hus alleen to führen. 
Fritzing, wat sin Neffe wier, de as Zeitungsminsch 'ne Kort hadd, 
füll em nu alle Dag de Utstellung wiesen. Von dese grate Ut 
stellung hadden se sogar np sinem Dörp verteilt. 
Fritzing hadd Recht, hüt kämen se würklich rin, Unkel Clans 
wier en Steen von'n Harten sollen. „Wat is denn dat fürn Un 
geheuer?" fröggt he und bliwwt glieck stahn. „Dat is de Palast 
för de Industrie. Unkel, summ man!" 
Se peddten dörch den'n Sand un güngen rin. Wier dat een 
Gelarm und Geschicke und Gewese! Man kün sien eegen Wurt 
nich verstahn. Hunderte von Minschen wieren bie de Arbeit np de 
Jrd, up de Gerüste, nnnen und haben (oben) und öwerall. „Un dat fall 
bet to'n irsten Mai allens farig, Fritzing?" fröggt Unkel Claus 
und schüdd't mit den'n Kvpp. „Dat ward ook allens farig, Unkel." 
„Junge, Junge, hier sünd's nich fnl." As se wiedergahn Wullen, 
röp Eener von babcn: „Halt, Männeken, hier jiebt's Jips uff'n 
Kopp." „Wahrraftig", seggt Unkel Claus, „de Mann hädd Recht. 
Ick bün all ganz witt (iveiß)." 
„Kumm man, Unkel", meent Fritzing, „ick will Di wat 
Anders wiesen", und se güngen an den'n Diek (Teich) vörbie, bet se an 
een grotes olles Hus känien. „Dil is woll ne Schön, nich, 
Fritzing?" „Nee, Unkel", und Fritzing lacht lud np, „dat fall een 
Theater sin un dat hädd sogor ’n groten Buminsch mast. 
„Dünner Natter, son'n Theater häw ick ook noch nich seihn. 
Ick dacht wahrraftigen Gott, dat wier 'ne Schön för dat 
Veih. — Wat spülen se denn hier för'ne Komeidie?" „O, 
allens Mögliche, Unkel, Du müßt in Sommer mal ivedderkanien, 
denn kannst Du Di dat ankieken." „Dal doo ick ook, min Jung", 
seggt Unkel Claus, „denn kam ick mit de Olsch", und dorbi füllen 
sine Dogen up den'n groten Thorm, de gegenüwer steiht. 
„Wat soll denn dat bedüden?" frögg he sinen Neffen. Fritzing 
wir nu 'n beten verlegen, denn he wüßt dat ook nich recht. 
Oeiver Eener von de Arbeiters, de woll wat von'n Geliehrten in 
sick hadd, könn 'ne ganze Geschicht vertellen. „Det is der soje- 
nannte Bullenthurm", seggt he, „is jemacht nach dem Thurm in 
Eberschwalde. In Müncheberg und Fürschenwalde steht ooch noch son 
Ding. Janz jenarr nachjebildet." „Woto is denn de Thorm", 
frögg Claus Harms. „Für die schweren Jungen", antwurt de 
Armer, „da werden sie rinjesperrt". Und he redt ümmer fixer, 
dat de arme Unkel gor nix mihr verstahn kiinn, öwer Fritzing 
wier glick bie de Hand und müßt den'n Ollen allens ver- 
dütschen. Un as he nu midden in Alt-Berlin vör dat Rath 
hus stün, dor schüdd't he mit den'n Kopp UN meent: „Nee, 
nee, wo geht dat doch fixing mit de Welt! Man füllt gor nich 
glöben. Hier häbben de ollen Berliner mal wohnt? So hädd 
Berlin mal utseihn?" „Ja, Unkel," seggt Fritzing, „so hädd 't 
mal utseihn. Dat is allens genau nahmakt. Se häbben sogor 
nt alle Welt de ollen Steen tosamenköft, und damit häbben's but, 
det ook allens orig stimmen deiht." „Je, nu kiek mal blot an," 
philosophirt de oll Claus Harms, „wat de minschliche Geist doch 
farig bringt! Wenn man rnr so haben up de Pierbahn (Pferde 
bahn) sidden deiht un kntschirt dörch de Straten von Berlin — 
füll man dat »voll för möglich hollen? Dor steiht een Palast näben 
den'n annern, un de Straten sünd so glatt as een Danzböhn. Ja, 
ja, »vat de minschliche Geist nich allens farig bringt!" Jochen. 
B. L. in Breslau sZwingcrstraste). Zur Erleichterung des 
Besuches der Berliner Gewerbe-Ausstellung werden int Bereiche des Eisen- 
bahn-Directtons-Bezirks Breslau, wie nunmehr feststeht, während der Dauer 
der Ausstellung an jedem Mittwoch und Sonnabend zwei Arten Rückfahrt 
karten mit zehntägiger Giltigkeit und Berechtigung zur frachtfreien Mitnahme 
von 25 Kgr. Reisegepäck ausgegeben »verüen: 1. solche, welche den einfachen 
Fahrpreis einer Personenzugfahrkarte der betreffenden Strecke kosten und 
sowohl für die Hinfahrt wie für die Rückfahrt zur Benutzung aller fahrplan 
mäßigen Personenzüge berechtigen; 2. solche, »velche den einfachen Fahrpreis 
einer für alle Züge giltigen Fahrkarte kosten, und auf welche man alle fahr 
planmäßigen Züge, also auch Schnellzüge nach Belieben benutzen darf. 
Von Breslau aus würde die erwähnte Art von Karten 13 Mk. 20 Pf. 
kosten, die zweite 16 Mk. 00 Pf. Bedingung für die Benutzung beider 
Arten von Karton wird es sein, daß die Fahrt vom Ausgangspunkte 
jedenfalls bis nach Berlin durchgeführt wird. Von einzelnen näher an 
Berlin gelegenen Orten aus, »nie Görlitz, Sagau und Sommerfeld, iverden 
während der Dauer der Ausstellung wahrscheinlich noch einzelne Sonder 
züge nach Berlin abgefertigt werden, »velche an demselben Tage »nieder 
nach ihrem Ausgangspunkte zurückkehren und gegen einen ganz besonders 
billigen Fahrpreis einen je eintägigen Besuch der Aufstellung ermöglichen. 
Herrn G. Wirth, Berlin 0. Die Haltestellen der elektrischen 
Eisenbahn von Siemens L Halske sind in der Richtung Berlin—Treptow: 
Vor dem Hause Behrenstratze 2, am Kaiserhof (Mauerstraße 65), Mauer 
straße 68 (Ecke Leipzigerstraße), Ecke Schützen- und Friedrichstraße, Mark 
grafenstraße 79 (Ecke Kochstraße), am Kammergericht (Hollmannstraße), 
Wasserthorstraße 66 (Ecke Prinzenstraße), auf der Wasserthor-Brücke, auf 
dem südlichen Jnselperron der Kottbuser Brücke, vor Grünauerstraße 41, 
auf der Humann - Brücke, Ecke Lohmühlen- und Jordanstraße, Eck- 
Coepenicker Landstraße und Bouchästraße, an der Ringbahn (Coepenickee 
Landstraße), arn Ausstellungseingang IV, am Haupteingang der Ausr 
stellung, am Eingang V der Ausstellung, Ecke Park-Allee und Treptower 
Chaussee. Die Richtung Treptow—Berlin: Ecke Park-Allee und Treptower 
Chaussee, am Ausstellungseingang V, am Haupteingang, am Ausstellungs 
eingang IV, an der Ringbahn (Coepenicker Landstraße), Ecke Coepenicker 
Landstraße und Bouchöstraße, Ecke Lohmühlenweg und Jvrdanstraße, auf 
der Humann-Brücke, vor dem Görlitzer Bahnhof, vor Kottbuser Ufer 46, 
auf der Wafferthor-Brücke, vor Wasserthorstraße 17, vor Markgrafen 
straße 107 (Lindenstraße) und Nr. 19 (Kochstraße), vor Friedrichstraße 50 
(Schützenstraße), vor Leipzigerstraße 19 (Mauerstraße), vor deni „Kaiser 
hof", vor Behrenstraße Nr. 2. 
A. K. Soviel uns bekannt, erleidet das Unternehmen keinen Schaden 
durch jenen Bankrott. 
W. R—r. (Pseudonym G. St.) Die Weltausstellung zu Chicago 
umfaßte ein Gesanuntareal von 2,780,000 Quadratmetern.
	        
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