Publication:
1896
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365322
Path:

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(öffmeJIc Ausstellung»-Uachrichtett.
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Claus Harms aus Mecklenburg
in der Ausstellung.
»Abdruck untersagt.^
Herr Jeses! Wier bat ne Drängelie! Claus Harms stün up
den'n Treptower Bahnhof und pust' und keucht as ne Maschin.
„Segg mal,-Fritzing", seggt he to den'n jungen Minschen, de neben
emsteiht, „häbbt ji hier denn gor keenen Klagen (blauen) Mahndag?"
„Grad as to Hus, Unkel Claus", seggt Fritzing un lacht. „Den'n
schönen Dag giivivt woll in aller Welt, öwer nu häbben se hier
man keen Tl'ed dorto." „Dal kann ick mi denken", meent Claus
Harms, „wenn wi hüt man rinkamen". „Kannst Di up Verlaten,
Unkel Clans", nickköppt Fritzing und treckt den'n Ollen vörwarts.
Oewer Unkel Clans »vull sick gor nich tofreden gäben. Gistern
an Sünndag wier ein dat doch to schön gähn, ach dir lewer Himmel!
Jrsl hadden se ne halw Stun in den'n Jsenbahntog bradt, denn
hadden se binah ne Stun' up den'n Bahnhof stahn möst, dörch all
de Minschen nner gor nich dörchtokamen. Dorvon hadd nn Unkel
Clans eenen ganz gewaltigen Döst kregen, se wieren denn irst in eene
Restanratschon gähn und hadden sick dar ne gode Tied verpust.
As se denn vor de Utstellung ankämen, stünden se atz de Osten vör
den'n Barg — de Dör wier to. „Jeschlossen, meine Herren, um
halb fiinfe wird-am Sonntag jeschloffen", hadd de Äirl in de Livree
seggt. Roth as eu Kräwt (Roth wie ein Krebs» stün Unkel Clans
dor, öwer dat hülp cnr nix. De Dör blew to, und se möstten
ivedder awtrecken. Fritzing kreg uc gehürige Gardinenpredigt, öwer
he hadd dat ook nich müßt, dat de Utstellung an Sünndag all üm
haliv fief tomakt würd; süs wir se doch alle Dag bet Klock söß apen.
Hüt ivull sick Unkel Claus nu öwer gor nich nphollen (auf
halten), he güng stolz as'n Hahn an de Restanratschon vörbie und
grad np de Utstellung los.
ClauS Harms wier noch son ollen Mecklenbörger Schult (Schulze),
de up sinen Hof seet eenen Dag as alle Dag un alle teihn Johr
eenmal in de Welt könn Nn hadd Fritzing sin Swester Hochtied
hadd in Berlin, un de jungen Lüd hadden den'n ollen lewen Unkel
Claus so lang beden, bet he denn toletzt kamen wier. Sin Olsch
verstünn je ook ganz god dat Regiment to Hus alleen to führen.
Fritzing, wat sin Neffe wier, de as Zeitungsminsch 'ne Kort hadd,
füll em nu alle Dag de Utstellung wiesen. Von dese grate Ut
stellung hadden se sogar np sinem Dörp verteilt.
Fritzing hadd Recht, hüt kämen se würklich rin, Unkel Clans
wier en Steen von'n Harten sollen. „Wat is denn dat fürn Un
geheuer?" fröggt he und bliwwt glieck stahn. „Dat is de Palast
för de Industrie. Unkel, summ man!"
Se peddten dörch den'n Sand un güngen rin. Wier dat een
Gelarm und Geschicke und Gewese! Man kün sien eegen Wurt
nich verstahn. Hunderte von Minschen wieren bie de Arbeit np de
Jrd, up de Gerüste, nnnen und haben (oben) und öwerall. „Un dat fall
bet to'n irsten Mai allens farig, Fritzing?" fröggt Unkel Claus
und schüdd't mit den'n Kvpp. „Dat ward ook allens farig, Unkel."
„Junge, Junge, hier sünd's nich fnl." As se wiedergahn Wullen,
röp Eener von babcn: „Halt, Männeken, hier jiebt's Jips uff'n
Kopp." „Wahrraftig", seggt Unkel Claus, „de Mann hädd Recht.
Ick bün all ganz witt (iveiß)."
„Kumm man, Unkel", meent Fritzing, „ick will Di wat
Anders wiesen", und se güngen an den'n Diek (Teich) vörbie, bet se an
een grotes olles Hus känien. „Dil is woll ne Schön, nich,
Fritzing?" „Nee, Unkel", und Fritzing lacht lud np, „dat fall een
Theater sin un dat hädd sogor ’n groten Buminsch mast.
„Dünner Natter, son'n Theater häw ick ook noch nich seihn.
Ick dacht wahrraftigen Gott, dat wier 'ne Schön för dat
Veih. — Wat spülen se denn hier för'ne Komeidie?" „O,
allens Mögliche, Unkel, Du müßt in Sommer mal ivedderkanien,
denn kannst Du Di dat ankieken." „Dal doo ick ook, min Jung",
seggt Unkel Claus, „denn kam ick mit de Olsch", und dorbi füllen
sine Dogen up den'n groten Thorm, de gegenüwer steiht.
„Wat soll denn dat bedüden?" frögg he sinen Neffen. Fritzing
wir nu 'n beten verlegen, denn he wüßt dat ook nich recht.
Oeiver Eener von de Arbeiters, de woll wat von'n Geliehrten in
sick hadd, könn 'ne ganze Geschicht vertellen. „Det is der soje-
nannte Bullenthurm", seggt he, „is jemacht nach dem Thurm in
Eberschwalde. In Müncheberg und Fürschenwalde steht ooch noch son
Ding. Janz jenarr nachjebildet." „Woto is denn de Thorm",
frögg Claus Harms. „Für die schweren Jungen", antwurt de
Armer, „da werden sie rinjesperrt". Und he redt ümmer fixer,
dat de arme Unkel gor nix mihr verstahn kiinn, öwer Fritzing
wier glick bie de Hand und müßt den'n Ollen allens ver-
dütschen. Un as he nu midden in Alt-Berlin vör dat Rath
hus stün, dor schüdd't he mit den'n Kopp UN meent: „Nee,
nee, wo geht dat doch fixing mit de Welt! Man füllt gor nich
glöben. Hier häbben de ollen Berliner mal wohnt? So hädd
Berlin mal utseihn?" „Ja, Unkel," seggt Fritzing, „so hädd 't
mal utseihn. Dat is allens genau nahmakt. Se häbben sogor
nt alle Welt de ollen Steen tosamenköft, und damit häbben's but,
det ook allens orig stimmen deiht." „Je, nu kiek mal blot an,"
philosophirt de oll Claus Harms, „wat de minschliche Geist doch
farig bringt! Wenn man rnr so haben up de Pierbahn (Pferde
bahn) sidden deiht un kntschirt dörch de Straten von Berlin —
füll man dat »voll för möglich hollen? Dor steiht een Palast näben
den'n annern, un de Straten sünd so glatt as een Danzböhn. Ja,
ja, »vat de minschliche Geist nich allens farig bringt!" Jochen.
B. L. in Breslau sZwingcrstraste). Zur Erleichterung des
Besuches der Berliner Gewerbe-Ausstellung werden int Bereiche des Eisen-
bahn-Directtons-Bezirks Breslau, wie nunmehr feststeht, während der Dauer
der Ausstellung an jedem Mittwoch und Sonnabend zwei Arten Rückfahrt
karten mit zehntägiger Giltigkeit und Berechtigung zur frachtfreien Mitnahme
von 25 Kgr. Reisegepäck ausgegeben »verüen: 1. solche, welche den einfachen
Fahrpreis einer Personenzugfahrkarte der betreffenden Strecke kosten und
sowohl für die Hinfahrt wie für die Rückfahrt zur Benutzung aller fahrplan
mäßigen Personenzüge berechtigen; 2. solche, »velche den einfachen Fahrpreis
einer für alle Züge giltigen Fahrkarte kosten, und auf welche man alle fahr
planmäßigen Züge, also auch Schnellzüge nach Belieben benutzen darf.
Von Breslau aus würde die erwähnte Art von Karten 13 Mk. 20 Pf.
kosten, die zweite 16 Mk. 00 Pf. Bedingung für die Benutzung beider
Arten von Karton wird es sein, daß die Fahrt vom Ausgangspunkte
jedenfalls bis nach Berlin durchgeführt wird. Von einzelnen näher an
Berlin gelegenen Orten aus, »nie Görlitz, Sagau und Sommerfeld, iverden
während der Dauer der Ausstellung wahrscheinlich noch einzelne Sonder
züge nach Berlin abgefertigt werden, »velche an demselben Tage »nieder
nach ihrem Ausgangspunkte zurückkehren und gegen einen ganz besonders
billigen Fahrpreis einen je eintägigen Besuch der Aufstellung ermöglichen.
Herrn G. Wirth, Berlin 0. Die Haltestellen der elektrischen
Eisenbahn von Siemens L Halske sind in der Richtung Berlin—Treptow:
Vor dem Hause Behrenstratze 2, am Kaiserhof (Mauerstraße 65), Mauer
straße 68 (Ecke Leipzigerstraße), Ecke Schützen- und Friedrichstraße, Mark
grafenstraße 79 (Ecke Kochstraße), am Kammergericht (Hollmannstraße),
Wasserthorstraße 66 (Ecke Prinzenstraße), auf der Wasserthor-Brücke, auf
dem südlichen Jnselperron der Kottbuser Brücke, vor Grünauerstraße 41,
auf der Humann - Brücke, Ecke Lohmühlen- und Jordanstraße, Eck-
Coepenicker Landstraße und Bouchästraße, an der Ringbahn (Coepenickee
Landstraße), arn Ausstellungseingang IV, am Haupteingang der Ausr
stellung, am Eingang V der Ausstellung, Ecke Park-Allee und Treptower
Chaussee. Die Richtung Treptow—Berlin: Ecke Park-Allee und Treptower
Chaussee, am Ausstellungseingang V, am Haupteingang, am Ausstellungs
eingang IV, an der Ringbahn (Coepenicker Landstraße), Ecke Coepenicker
Landstraße und Bouchöstraße, Ecke Lohmühlenweg und Jvrdanstraße, auf
der Humann-Brücke, vor dem Görlitzer Bahnhof, vor Kottbuser Ufer 46,
auf der Wafferthor-Brücke, vor Wasserthorstraße 17, vor Markgrafen
straße 107 (Lindenstraße) und Nr. 19 (Kochstraße), vor Friedrichstraße 50
(Schützenstraße), vor Leipzigerstraße 19 (Mauerstraße), vor deni „Kaiser
hof", vor Behrenstraße Nr. 2.
A. K. Soviel uns bekannt, erleidet das Unternehmen keinen Schaden
durch jenen Bankrott.
W. R—r. (Pseudonym G. St.) Die Weltausstellung zu Chicago
umfaßte ein Gesanuntareal von 2,780,000 Quadratmetern.
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