Publication:
1896
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365322
Path:

(Offmdlc AnsfteUirngs -Uachvichten.
Unter Hinweis hieraus ist der Arbeits-Ansschnß der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 bei dem
Ehrenpräsidenten, bei Sr. Excellenz dem Staatsminister und Minister für Handel nnd Gewerbe, Herrn Frhrn.
von Berlepsch, mit der Bitte vorstellig geworden, zu befürworten, daß eine Anzahl bronzener, silberner lind
goldener Medaillen für die hervorragendsten Leistungen von Staatswegen bestimmt lverde.
Desgleichen ist der Arbeits-Ansschnß bei Sr. Excellenz dem Staatsminister, Minister für Land
wirthschaft, Domänen und Forsten, Herrn Freiherrn von Hammerstein-Loxten, mit der Bitte vorstellig
geworden, verfügen zu wollen, daß eine Anzahl silberner nnd bronzener Medaillen für landwirthschaftliche
Maschinen und für die hervorragendsten Leistungen im Gartenbau von Staatsivegen bestimmt werde.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntniß, daß von Sonnabend, 28. März, ab der Zutritt
zu dem Ausstellungsgelände nicht mehr gestattet ist und daß die grünen und rothen Eintrittskarten, gleichgiltig,
von wem sie ausgestellt sind, außer Kraft treten. Bon dieser Berordnnng, die im Interesse der Ausstellung
erforderlich wird, werden nicht betroffen:
1. Die Aussteller, Pächter, Bauunternehmer und alle bei diesen angestellten und bedieusteten Personen.
Während die fiir letztere ausgestellten Arbeitskarten Giltigkeit behalten, haben Aussteller, Pächter
und Unternehmer ihre rothen Karten in unserer Platzinspection, Ccntral-Berwaltungsgebände, Erdgeschoß
links, mit einem Stempel versehen zu lassen, welcher den unbedingten Eintritt gewährleistet, oder daselbst
neue Karte» abzufordern.
2. Die Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses, des Gesammt-Borstandes, der Gruppen-Vorstände
und aller Commissionen, deren rothe Karten ebenfalls mit einem Stempel zu versehen sind.
3. Tie Vertreter der Presse, auf Grund der für sie von dem Arbeits-Ansschnß, der Geschäftsstelle, dem
Officiellen Internationalen Preß-Bnrean oder dem Propaganda-Bureau ausgestellten Eintrittskarten.
Bei allen zu 1. bezeichneten Karten verliert die Bezeichnung „mit Begleitung" Giltigkeit.
Berliner Gewerbe - Ausstellung 1896.
Der Arbeits-Ausschuß.
Fritz Kühnemann. Beruh. Fetisch. L. M. Gvldberger.
Das Central-Verwaltungsgebäude der
berliner Gewerbe - Ausltellnug.
Das Aeußere. ^Abdruck untersagt.]
Die Nothwendigkeit, den Verkehr auf der Treptower Chaussee
möglichst lange unbehindert zu lassen, führte vor Kurzem erst zur
Inangriffnahme des Verwaltungsgebäudes, das zugleich deu
Hauptcingang der ganzen Ausstellung von der Stadt her zu
bilden bestimmt ist. Bor einigen Wochen erst sah man thnrm-
hohe Gerüste sich hier aus der Erde erheben, nnd heute schon
steht ein reizvoller burgartiger Bau vor uns da, der seiner Be
stimmung bereits übergeben werden konnte.
Die Grundanlage ist so gedacht, daß vier Flügel mit Dienst-
und Kafsen-Räumen, sowie mit den Sitzungszimmern des Arbeits
ausschusses um einen von offenen Galerien umgebenen'Juneuhof
gelegt und dabei die kurzen Seiten der Gruppe als Portal
bauten ausgebildet worden sind. Die der Stadt zugewandte
Hauptfront öffnet sich in einer breiten, gewölbten Einfahrt, über
welcher in flotter Erfindung eine hohe, von Thürmchen flankirte
Giebelwand aufragt. Die schlanken Pfeiler des Giebels sind
über die obersten Felder hinaus geführt und durch zierliche Spitzen
fiaienartig bekrönt worden. In dem unteren Mittelfelde sieht man
prächtige Wappenthicre auf einem von Arabesken durchsetzten Grunde,
nnd in den kleineren Flächen werden die Gewerke mit ihren Ab
zeichen erscheinen; auch die Blend-Ackaden darüber erhalten eine
farbige Darstellung, während die obersten Bogen offen bleiben
und dadurch den eleganten, luftigen Eindruck des Ganzen wesent
lich erhöhen. Für all diesen Schmuck, sowie für die farbige Be
handlung der großen Flächen hat Maler Seliger einen geist
vollen Entwurf aufgestellt.
Neben dem Giebel selbst setzen sich zwei achteckige Thürmchen
nur gefälliger Haube auf den trotzigen Unterbau auf, dem ganzen
Bilde eine gewisse Kraft und Fülle verleihend. Unter der glän
zenden Haube zieht sich ein amnuthiger Fries hin; das Pfosten
werk und die Brüstung sind mit plastischen Ornamenten ausge
führt, und Alles geht glücklich zusammen zu einer ansprechenden,
harmonischen Wirkung. —
Zn einer breiteren Entwickelung des Bildes tragen dann die
malerischen Treppenhäuser bei, die als ein dankbares Motiv an
die Front des Portals herangerückt sind. Eine lanbenartig ge
öffnete Vorhalle führt zu dem stattlichen Aufgang, dessen an
steigende Linie auch im Aeußeren wirksam zum Ausdruck kommt.
Tie Brüstungsflächen sind mit allerlei Laub gefüllt und die wuch
tigen Pfeiler des Frontaufbans mit decorativem Beiwerk äußerst
gefällig belebt. An den Langseiten des imposanten Portalbanes,
die 'auf beiden Seiten der Chaussee zahlreiche Kassenschalter auf
nehmen, hat man ein sehr hübsches Schmuckmittel der mittel
alterlichen Architektur, das freie Vortreten des Ziegeldachs durch
die breitgeöffneten Flachbögen der Längsgiebel, effectvoll durch
geführt. So bietet sich eine leichte und gefällige, die Front
überragende Bekrönung der Langseiten, deren breite, decorativ
umrahmte Lichtöffnungen des Erdgeschosses im Oberstock durch
gekuppelte Fenster ihre Fortsetzung finden. Die Nordseite
der interessanten Anlage hat wieder eine durchaus eigenartige
Ausbildung aus dem Organismus des Innern heraus erhalten,
wobei zwei gewölbte Durchfahrtsportale mit einem von Consolen
getragenen Balcon darüber, den Mittelbau dominirend, hervor
treten. Bon dieser Seite her gestaltet sich das Bild um so reicher,
als auch hier die schlanken Giebelpfeiler der Front hoch hinüber
ragen, nnd der hübsche Umriß der Vorderfront mit der malerischen
Bildung der Dächer hier mit zur Geltung kommt.
Aus den breit geöffneten Portalbogen, die ebenfalls künst
lerisch in den Flüchen behandelt sind, gelangt man nun durch ein
sänlengetragenes Kreuzgewölbe in den von allen Seiten geschlossenen
Jnnenhof, der in der Ruhe und Kraft seiner Formen, zusammen
mit dem offenen, zierlichen Umgang, höchst anziehend und sym
pathisch wirkt.
Die Umrahmungen der unteren Fenster begnügen sich hier
mit einem einfachen, stabartigen Bandwerk, wie es bei
den Schloßbauten des 15. und 16. Jahrhunderts auftritt;
zwischen ihnen setzen an den Waudpfeilern reich profilirte Krag
steine an, zwischen denen flache Bogen sich einspannen. Auf
ihnen ruhen die feingeschnittenen Säulchen der oberen Galerie,
die den ganzen Hos umzieht und wie bei den alten Patrizier-
häusern die hier hinaus liegenden Räume miteinander verbindet.
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