Publication:
1896
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365322
Path:

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GfstrieUe AussteUnttgs Nachrichten.
Geheinirath Goldberger verstand cs i» längerer, wirkungsvoller
"Hede die aufgeregten Geijckither der Aussteller zu beruhigen und
ihnen Abhilfe ihrer Beschwerden zuzusichern. Wie der darauf
fvlgende Redner Herr Obcrgärtncr Hampel erklärte, werden drei
Brücken vvn der Ausstellung nach dem Vergnügungspark hinüber
führen, deren größte an Alt-Berlin am 2t. Georgenthvr be-
legene, eine Breite von neun Metern besitzen ivird. Die zweite
Brücke führt vom Thor von Zanzibar an der Colonialabtheilung
nach dem Vergnügungspark hinüber, der dritte Zugang ivird
durch die Stnfcnbahn gebildet. Fünf breite PrvmenadeiNvege
führen vvn allen Theilen der Ausstellung nach den Verbmdungs-
brücken und außerdem wird von der Park-Allee aus ein eigener
Zugang zum Vergnügungpark mit zwei Kassen errichtet werden.
— Dem Wunsche der Vergnügungspark-Aussteller, einen Ver
treter in die Festkommission zu entsenden, wurde bereitwilligst
entsprochen. Damit sind alle Differenzen Dank der Zuvorkommen
heit des Arbeits-Ausschusses ausgeglichen.
? '
Zur Frage der Polizeistunde während der Berliner
Gewerbe-Ausstellung liegt folgende Meldung vor: Der
Vorstand des Vereins der Saalbesitzer vvn Berlin und Umgegend
hatte die Vorstünde der Berliner und benachbarten Gastwirths-
Bercinigungen nach dem Joöl'schen Saale, Andrcasstraße 21, ein
geladen, um nochmals über Mittel und Wege zu berathen, den
Herrn Polizei-Präsidenten von Berlin zur Verlängerung der
Polizeistunde während der Gewerbe-Ausstellung für Gastwirth
schaften bis 12 Uhr (bisher 11 Uhr) und für die Besitzer von
Tanzlokalen bis 4 Uhr Nachts (bisher 2 Uhr) zu bestimmen.
Der Einladung Folge geleistet hatten der Verein der Gastwirthe,
Verein der Berliner Weißbierwirthe, Verein der Berliner Restau
rateure, Gastwirthsverein Wedding, Gastwirthsverein der Schön
hauser Vorstadt, Gastwirthsverein Pankow, Schönhausen, Schön
holz und Gastwirthsverein Friedrichsberg-Lichtenberg. Die Ver
sammlung leitete Herr Schnegelsberg, der Vorsitzende des
Saalbesitzervereins. Nach längerer Debatte, an welcher sich die
sämmtlichen Vertreter der genannten Vereine betheiligten, wurde
folgende Resolution einstimmig angenommen:
„Die heute in Joöl's Festsälen versammelten Vertreter des Vereins
der Saalbesitzer von Berlin und Umgegend und der Berliner und benach
barten Gastwirthe-Vereinigungen bedauern es lebhaft, daß nanientlich das
Königliche Polizei-Präsidium sich der Bitte der Gastwirthe, während der
Berliner Gewerbe-Ausstellung die Polizeistunde zu verlängern, ablehnend
verhält, >md sprechen die zuverfichtliche Erwartung aus, daß das Königliche
Polizei-Präsidium nach nochmaliger Prüfung der Sachlage den Wünschen
der Petenten entsprechen wird. Sie beauftragen den heutigen Vorstand,
sich zunächst mit den Abgeordneten von Berlin in Verbindung zu setzen,
uin inr Abgeordnetenhause die Angelegenheit zur Sprache zu bringen und
überlassen es dem Vorstande, eine größere Versammlung einzuberufen,
sobald die Nothwendigkeit sich hierzu ergeben sollte."
Diese Resolution soll dem Herrn Polizei-Präsidenten durch
den in dieser Sitzung gewühlten Vorstand, Herren Schnegelsberg,
Kuckenburg und Wolter, überreicht werden; auch wurden diese
Herren beauftragt, sich mit den Abgeordneten der Stadt Berlin
sofort in Verbindung zu setzen.
V
Der Gesellschaft „Ideal", Vertrieb combinirter Aüsstellungsbillcts,
ist laut Vertrag mit dem Arbeits-Ausschuß der Berliner Gewerbe-Aus
stellung 1896 der Verkauf combinirter Billets vor und während der Aus
stellung zu ermäßigten Preisen als ausschließliches Recht zuerkannt lvorden.
Die Gesellschaft „Ideal" hat auf Grund dessen ein Coupon-Heft zu
sammengestellt, das zugleich ein iverthvolles Andenken an die Berliner
Gewerbe-Ausstellung 1896 bildet, indem es künstlerisch ausgefiihrte An
sichten der Ausstellung enthält, die, nachdem die Coupons von den ein
zelnen Blättern des Heftes abgetrennt sind, in den Händen der Käufer
verbleiben. Das Coupon-Heft enthält folgende Karten zum freien Eintritt:
I. je einmal zur Haupt-Ausstellung, auch wenn das Entree svMt auf
1 Mk. erhöht ist: 2. je einmal zur Ausstellung „Alt-Berlin", und 3. zu
den Marine-Schauspielen (auch wenn das Entree sonst erhöht wird);
4. je einmal zur Colonial-Ausstellung, (auch wenn das Entree sonst auf
1 Mk. erhöht ist; 8. je einmal zum Theater „Alt-Berlin"; 6. je einmal
zum Theater „Ren-Berlin"; 7. je einmal zum American-Theater;
8. je einmal zur Ausstellung van Hagenbeck; 9. je einmal zu Schippa-
nowsky's Welt-Mufik-Etablissement; 10. je einmal zum Festschiff des Lloyd;
II. je einmal zur Nordpol-Eisbahn; 12. je einmal zum Arabischen
Labyrinth.
Der Gesammtpreis der einzelnen Eintrittskarten beträgt an ge
wöhnlichen Tagen 5,20 Mk., an Tagen mit erhöhtem Entree bis 7 Mk.
Ferner sind in dem Buch folgende Coupons enthalten: 1. eine Anweisung
für das Aquarium, 2. eine Anweisung zum Belle-Alliance-Garten, 3. eine
Anweisung für Hoppegarten-Renncn, 4. eine Anweisung für Karlshorst-
Rennen, 8. eine Anweisung für Westend-Rennen, auf die gegen Vorzeigung
der Preis für die Eintrittsbillets im Aquarium um 30 Pfg., im Belle-
Alliance-Garten um 18 Pfg. und zu den drei genannten Rennplätzen um
je 1 Mk. gegen die gewöhnlichen Eintritts-Kassenpreise cnnäßigt wird.
Diese Coupon-Hefte werden zum Preise von 4 Mark verkauft und
hat Carl Stangen's Reise-Bureau, Berlin W., Mohrenstr. 10, officiobe--
Verkehrs-Bureau der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896, den ausschließ
lichen General-Vertrieb übernonimen.
Die vereinigten Restaurateure des Nordparks traten am
Dienstag zu einer Besprechung zusammen. Zunächst einigten sich
die Herren dal)in, ihr gemeinsames Terrain, ein dem großen
Alpen-Panvrama gegenüber und nahe dein Spree-Ufer belegenes
Rondeau, welches von den Etablissements: Sicchen'S Nürnberger
Bierhaus, Habel's Restaurant, Baumeister's Radeberger Export
bierbrauerei, Waezek'S Cafehaus, Aschinger's Stehbierhallen und
dem von den Direetoren der „Continental Bodega Company"
Rathjens und Wolf erbauten Pavillon für Bodega, Grill room
und American Bar eingefaßt ist, mit dem Namen „Alpenwiese"
zu bezeichnen. Hierauf lvurde die Beleuchtnngssragc erledigt
und schließlich referirtc Herr Direktor Rathjcns über das En
gagement der Musik-Corps, ivelche — auf gemeinsame Kosten der
Besitzer — in dem inmitten des Rondeau's erbauten MusikPavillvn
concertiren werden; es sind dies die Musik-CvrpS des 2. Garde-
Regiments zu Fuß (Herr Kapellmeister Graf), des Garde-Füsilier
Regiments (mit dem Ehrentitel „die Maikäfer", Dirigent Freese),
des Garde - Ulanen - Regiments (unter Reese) und des Regiments
Kaiser Alexander (Dirigent Jänisch).
s
Ir. Das Neue Theater wird voraussichtlich mit Rücksicht
auf die Ausstellung im Sommer seine Pforten nicht schließen
und, wie wir erfahren, Aufführungen vvn Tato Toto veran
stalten, jenem Vaudeville, das an der gleichen Stätte bereits mit
großem Erfolg gegeben wurde. Wie im Vorjahre ivird auch jetzt
Herr Direktor Fereuczy das Künstlerpersonal zusammenstellen,
immerhin erscheint es bemerkenswert!), daß zwei unserer schönsten
Lustspieltheater während eines Theiles der Ausstellung nicht das
auf ihren Bühnen heimische Genre, sondern die Operette cultivixcn
werden; bekanntlich wird auch das Lessing-Theater, das allerdings
im Deutschen Theater zwei Monate hindurch Lustspiele geben
wird, einen Tag nach Eröffnung der Ausstellung, am 2. Mai,
mit den Vorstellungen von Johann Strauß' Operette „Wald
meister" beginnen. Die Waldmeister-Ausführungen werden von
Direktor Fereuczy iuscenirt.
Herr» H. St., Kalkreuthstraße. Ihre Antwort auf den Brief
der Frau Eugenie Schmidt kommt leider zu spät. Vielleicht senden Sie
uns aber gelegentlich etwas Anderes für unsere „Scherz-Ecke". Wir
zahle» selbstverständlich Honorar für solche Beiträge.
Abonnent H. SK., Besselstraße. Die VerloosnugSgegenstände
werden aus den ausgestellten Gegenständen ausgewählt. Auf jede Gruppe
ist eine Anzahl von Verloosungsgegenständen vertheilt. Wenden Sic sich
also au Ihren Herrn Gruppeuvorstehcr. Von diesem erhalten Sie Aus
kunft und Bescheid.
Herrn L. M. Berlin, Adalbcrtstraße. Wir bringen auch Fach
aufsätze, wenn dieselben so interessant und verständlich geschrieben sind,
daß auch der Laie an ihnen Gefallen findet. Alle Beiträge werden an
ständig honorirt. Kommen Sie Dienstag oder Mittwoch Nachmittag
zwischen 5—6 Uhr zur Besprechung nach unserem Bureau.
Ein Kleiner. Nicht übel! Nur ein wenig zu derb. Versuchen
Sie es doch mit etwas „Feinerem". Sie haben entschieden Humor. Sie
könne» sich uns außerdem anvertrauen. Wir thun Ihnen nichts und
verrathen Sie nicht.
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