Path:
Volume Nr. 30, 17. Mai 1896

Full text: Officielle Ausstellungs-Nachrichten (Public Domain) Issue1896 (Public Domain)

12 
GfstrieUe AussteUnttgs Nachrichten. 
Geheinirath Goldberger verstand cs i» längerer, wirkungsvoller 
"Hede die aufgeregten Geijckither der Aussteller zu beruhigen und 
ihnen Abhilfe ihrer Beschwerden zuzusichern. Wie der darauf 
fvlgende Redner Herr Obcrgärtncr Hampel erklärte, werden drei 
Brücken vvn der Ausstellung nach dem Vergnügungspark hinüber 
führen, deren größte an Alt-Berlin am 2t. Georgenthvr be- 
legene, eine Breite von neun Metern besitzen ivird. Die zweite 
Brücke führt vom Thor von Zanzibar an der Colonialabtheilung 
nach dem Vergnügungspark hinüber, der dritte Zugang ivird 
durch die Stnfcnbahn gebildet. Fünf breite PrvmenadeiNvege 
führen vvn allen Theilen der Ausstellung nach den Verbmdungs- 
brücken und außerdem wird von der Park-Allee aus ein eigener 
Zugang zum Vergnügungpark mit zwei Kassen errichtet werden. 
— Dem Wunsche der Vergnügungspark-Aussteller, einen Ver 
treter in die Festkommission zu entsenden, wurde bereitwilligst 
entsprochen. Damit sind alle Differenzen Dank der Zuvorkommen 
heit des Arbeits-Ausschusses ausgeglichen. 
? ' 
Zur Frage der Polizeistunde während der Berliner 
Gewerbe-Ausstellung liegt folgende Meldung vor: Der 
Vorstand des Vereins der Saalbesitzer vvn Berlin und Umgegend 
hatte die Vorstünde der Berliner und benachbarten Gastwirths- 
Bercinigungen nach dem Joöl'schen Saale, Andrcasstraße 21, ein 
geladen, um nochmals über Mittel und Wege zu berathen, den 
Herrn Polizei-Präsidenten von Berlin zur Verlängerung der 
Polizeistunde während der Gewerbe-Ausstellung für Gastwirth 
schaften bis 12 Uhr (bisher 11 Uhr) und für die Besitzer von 
Tanzlokalen bis 4 Uhr Nachts (bisher 2 Uhr) zu bestimmen. 
Der Einladung Folge geleistet hatten der Verein der Gastwirthe, 
Verein der Berliner Weißbierwirthe, Verein der Berliner Restau 
rateure, Gastwirthsverein Wedding, Gastwirthsverein der Schön 
hauser Vorstadt, Gastwirthsverein Pankow, Schönhausen, Schön 
holz und Gastwirthsverein Friedrichsberg-Lichtenberg. Die Ver 
sammlung leitete Herr Schnegelsberg, der Vorsitzende des 
Saalbesitzervereins. Nach längerer Debatte, an welcher sich die 
sämmtlichen Vertreter der genannten Vereine betheiligten, wurde 
folgende Resolution einstimmig angenommen: 
„Die heute in Joöl's Festsälen versammelten Vertreter des Vereins 
der Saalbesitzer von Berlin und Umgegend und der Berliner und benach 
barten Gastwirthe-Vereinigungen bedauern es lebhaft, daß nanientlich das 
Königliche Polizei-Präsidium sich der Bitte der Gastwirthe, während der 
Berliner Gewerbe-Ausstellung die Polizeistunde zu verlängern, ablehnend 
verhält, >md sprechen die zuverfichtliche Erwartung aus, daß das Königliche 
Polizei-Präsidium nach nochmaliger Prüfung der Sachlage den Wünschen 
der Petenten entsprechen wird. Sie beauftragen den heutigen Vorstand, 
sich zunächst mit den Abgeordneten von Berlin in Verbindung zu setzen, 
uin inr Abgeordnetenhause die Angelegenheit zur Sprache zu bringen und 
überlassen es dem Vorstande, eine größere Versammlung einzuberufen, 
sobald die Nothwendigkeit sich hierzu ergeben sollte." 
Diese Resolution soll dem Herrn Polizei-Präsidenten durch 
den in dieser Sitzung gewühlten Vorstand, Herren Schnegelsberg, 
Kuckenburg und Wolter, überreicht werden; auch wurden diese 
Herren beauftragt, sich mit den Abgeordneten der Stadt Berlin 
sofort in Verbindung zu setzen. 
V 
Der Gesellschaft „Ideal", Vertrieb combinirter Aüsstellungsbillcts, 
ist laut Vertrag mit dem Arbeits-Ausschuß der Berliner Gewerbe-Aus 
stellung 1896 der Verkauf combinirter Billets vor und während der Aus 
stellung zu ermäßigten Preisen als ausschließliches Recht zuerkannt lvorden. 
Die Gesellschaft „Ideal" hat auf Grund dessen ein Coupon-Heft zu 
sammengestellt, das zugleich ein iverthvolles Andenken an die Berliner 
Gewerbe-Ausstellung 1896 bildet, indem es künstlerisch ausgefiihrte An 
sichten der Ausstellung enthält, die, nachdem die Coupons von den ein 
zelnen Blättern des Heftes abgetrennt sind, in den Händen der Käufer 
verbleiben. Das Coupon-Heft enthält folgende Karten zum freien Eintritt: 
I. je einmal zur Haupt-Ausstellung, auch wenn das Entree svMt auf 
1 Mk. erhöht ist: 2. je einmal zur Ausstellung „Alt-Berlin", und 3. zu 
den Marine-Schauspielen (auch wenn das Entree sonst erhöht wird); 
4. je einmal zur Colonial-Ausstellung, (auch wenn das Entree sonst auf 
1 Mk. erhöht ist; 8. je einmal zum Theater „Alt-Berlin"; 6. je einmal 
zum Theater „Ren-Berlin"; 7. je einmal zum American-Theater; 
8. je einmal zur Ausstellung van Hagenbeck; 9. je einmal zu Schippa- 
nowsky's Welt-Mufik-Etablissement; 10. je einmal zum Festschiff des Lloyd; 
II. je einmal zur Nordpol-Eisbahn; 12. je einmal zum Arabischen 
Labyrinth. 
Der Gesammtpreis der einzelnen Eintrittskarten beträgt an ge 
wöhnlichen Tagen 5,20 Mk., an Tagen mit erhöhtem Entree bis 7 Mk. 
Ferner sind in dem Buch folgende Coupons enthalten: 1. eine Anweisung 
für das Aquarium, 2. eine Anweisung zum Belle-Alliance-Garten, 3. eine 
Anweisung für Hoppegarten-Renncn, 4. eine Anweisung für Karlshorst- 
Rennen, 8. eine Anweisung für Westend-Rennen, auf die gegen Vorzeigung 
der Preis für die Eintrittsbillets im Aquarium um 30 Pfg., im Belle- 
Alliance-Garten um 18 Pfg. und zu den drei genannten Rennplätzen um 
je 1 Mk. gegen die gewöhnlichen Eintritts-Kassenpreise cnnäßigt wird. 
Diese Coupon-Hefte werden zum Preise von 4 Mark verkauft und 
hat Carl Stangen's Reise-Bureau, Berlin W., Mohrenstr. 10, officiobe-- 
Verkehrs-Bureau der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896, den ausschließ 
lichen General-Vertrieb übernonimen. 
Die vereinigten Restaurateure des Nordparks traten am 
Dienstag zu einer Besprechung zusammen. Zunächst einigten sich 
die Herren dal)in, ihr gemeinsames Terrain, ein dem großen 
Alpen-Panvrama gegenüber und nahe dein Spree-Ufer belegenes 
Rondeau, welches von den Etablissements: Sicchen'S Nürnberger 
Bierhaus, Habel's Restaurant, Baumeister's Radeberger Export 
bierbrauerei, Waezek'S Cafehaus, Aschinger's Stehbierhallen und 
dem von den Direetoren der „Continental Bodega Company" 
Rathjens und Wolf erbauten Pavillon für Bodega, Grill room 
und American Bar eingefaßt ist, mit dem Namen „Alpenwiese" 
zu bezeichnen. Hierauf lvurde die Beleuchtnngssragc erledigt 
und schließlich referirtc Herr Direktor Rathjcns über das En 
gagement der Musik-Corps, ivelche — auf gemeinsame Kosten der 
Besitzer — in dem inmitten des Rondeau's erbauten MusikPavillvn 
concertiren werden; es sind dies die Musik-CvrpS des 2. Garde- 
Regiments zu Fuß (Herr Kapellmeister Graf), des Garde-Füsilier 
Regiments (mit dem Ehrentitel „die Maikäfer", Dirigent Freese), 
des Garde - Ulanen - Regiments (unter Reese) und des Regiments 
Kaiser Alexander (Dirigent Jänisch). 
s 
Ir. Das Neue Theater wird voraussichtlich mit Rücksicht 
auf die Ausstellung im Sommer seine Pforten nicht schließen 
und, wie wir erfahren, Aufführungen vvn Tato Toto veran 
stalten, jenem Vaudeville, das an der gleichen Stätte bereits mit 
großem Erfolg gegeben wurde. Wie im Vorjahre ivird auch jetzt 
Herr Direktor Fereuczy das Künstlerpersonal zusammenstellen, 
immerhin erscheint es bemerkenswert!), daß zwei unserer schönsten 
Lustspieltheater während eines Theiles der Ausstellung nicht das 
auf ihren Bühnen heimische Genre, sondern die Operette cultivixcn 
werden; bekanntlich wird auch das Lessing-Theater, das allerdings 
im Deutschen Theater zwei Monate hindurch Lustspiele geben 
wird, einen Tag nach Eröffnung der Ausstellung, am 2. Mai, 
mit den Vorstellungen von Johann Strauß' Operette „Wald 
meister" beginnen. Die Waldmeister-Ausführungen werden von 
Direktor Fereuczy iuscenirt. 
Herr» H. St., Kalkreuthstraße. Ihre Antwort auf den Brief 
der Frau Eugenie Schmidt kommt leider zu spät. Vielleicht senden Sie 
uns aber gelegentlich etwas Anderes für unsere „Scherz-Ecke". Wir 
zahle» selbstverständlich Honorar für solche Beiträge. 
Abonnent H. SK., Besselstraße. Die VerloosnugSgegenstände 
werden aus den ausgestellten Gegenständen ausgewählt. Auf jede Gruppe 
ist eine Anzahl von Verloosungsgegenständen vertheilt. Wenden Sic sich 
also au Ihren Herrn Gruppeuvorstehcr. Von diesem erhalten Sie Aus 
kunft und Bescheid. 
Herrn L. M. Berlin, Adalbcrtstraße. Wir bringen auch Fach 
aufsätze, wenn dieselben so interessant und verständlich geschrieben sind, 
daß auch der Laie an ihnen Gefallen findet. Alle Beiträge werden an 
ständig honorirt. Kommen Sie Dienstag oder Mittwoch Nachmittag 
zwischen 5—6 Uhr zur Besprechung nach unserem Bureau. 
Ein Kleiner. Nicht übel! Nur ein wenig zu derb. Versuchen 
Sie es doch mit etwas „Feinerem". Sie haben entschieden Humor. Sie 
könne» sich uns außerdem anvertrauen. Wir thun Ihnen nichts und 
verrathen Sie nicht.
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.