Publication:
1896
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365322
Path:

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GffirieUe Ansstelluttgs-Nachrrchten.
Ausstellern haben. Für die anzubringenden Vorgelege soll ein
Eisengerüst projectirt werden, für die leichten Einfriedigungen, die
in Schmiedeeisen mit Gasrohr vorgesehen sind, wurden Zeichnungen
angefertigt, um eine möglichst einheitliche Gesammtwirking zu er
zielen. Mit der Einfriedigung sind gleichzeitig die Firmenständer
verbunden, auch die Katalognummern werden gleichmäßig aus
geführt.
Für Unfallverhütung wird aus eigenen: Antriebe das Höchst
in ögliche geschehen, so daß die Vorrichtungen an sich eigentlich
eine Ausstellung bilden werden. Monteure und Arbeiter werden
scharf angehalten, sich größter Vorsicht zu befleißigen. Zur
Durchführung dieser Bestimmungen besteht eine besondere Commission,
in welcher sich auch die Gewerberathe befinden. Alle Arbeiter rc.
sind bei der Berufsgenvssenschaft gegen Unfall versichert.
Wie uns von unterrichteter Seite mitgetheilt wird, ist in diesen
Tagen an der ostafrikanischen Küste die Einschiffung einer
für die Colonial-Ausstellung bestimmten großen Karawane
vor sich gegangen. — Mit der Anwerbung der Leute, unter denen
sich auch eine Massai-Truppe und mehrere Leute des anthropologisch
hochinteressanten Wakonde-Negerstammes befinden, sowie mit der
Errichtung des Dorfes im Treptower Park ist vom Kaiserlichen
Gouverneur Herrn von Wißmann ein Herr August Knochen
hauer, ein Luckenwalder Kind, betraut worden. — Herr Knochen-
bauer ist durch seine interessanten Schilderungen in Jägerkreisen,
besonders aber durch seinen kürzlich stattgehabten „Kampf mit
einem Löwen" bereits weiteren Kreisen bekannt geworden und hatte
vielfach Gelegenheit, von seiner Unerschrockenheit und Kaltblütigkeit
unter afrikanischen Gefahren Zeugniß abzulegen. — Geht die Reise
glatt von statten, so trifft Herr Knochenhaner mit seiner Karawane
am 14. April in Hamburg ein.
Für die Zeit der Gewerbe-Ausstellung werden von der
Direction der Stadt- und Ringbahn, wie schon mehrfach
erwähnt wurde, die größten Vorbereitungen zur Bewältigung des
zu erwartenden Massenverkehrs getroffen. Abgesehen von dein
Umbau der Bahnhöfe Treptow und Stralau-Rummelsburg, be
finden sich zur Zeit 150 Wagen dritter und 50 Wagen zweiter
Klasse im Bau, die spätestens zum 1. Mai in Betrieb gestellt
werden. Diese 200 neuen Wagen bilden zwanzig Züge, die, vereint
mit den schon vorhandenen Betriebsmitteln, den Dreiininuten-
verkehr auf der Stadt- und Ringbahn sichern sollen. Bahnarbeiter
werden für den Innendienst ans den Bahnhöfen ausgebildet, »in
nothigenfalls als Bahnbeamte thätig sein zu können. Mit welchen
Zahlen die Direction der Stadt- und Ringbahn für das kommende
Halbjahr rechnet, geht u. A. daraus hervor, daß in diesem Jahre
5 Millionen Fahrkarten dritter Klasse zu 10 und 20 Pf.
mehr angefertigt werden als im Vorjahre.
Ein eigenartiges Prachtwcrk, dessen Entwürfe und
Zeichnungen uns dieser Tage vorgelegt wurden, wird nach Schluß
der Berliner Gewerbe - Ausstellung 1896 im Verlage von
S. Fischer, Frobenstraße 14, erscheinen. Dieses Werk führt
den Titel „Berlin 1896" und soll eine Erinnerung an die
Ausstellung und ein Specialbild der Berliner Industrie sein.
In Wort und Bild soll dieses Prachtwerk Alles, was die Berliner-
Gewerbe-Ausstellung Großes gebracht hat, für alle Zeiten fixiren;
es soll die hervorragendsten Leistungen aller Gruppen lebendig
erhalten. Die allerersten Kräfte aus den Reihen unserer Künstler
und Schriftsteller, dazu die vornehmsten Vertreter der Technik
haben sich vereinigt, um das Werk nach den Intentionen seines
geistigen Urhebers auszuführen. Es genügt, ans der Zahl der
Künstler einen einzigen herauszuheben — Professor Adolf Menzel.
Und von den Männern der Feder sei heute nur Professor Ludwig
Pietsch genannt, der es übernommen hat, die Geschichte Berlins
in einer fesselnden Skizze zu schildern. Jede Gruppe- wird in
Wort und Bild die berufensten Interpreten finden. Berlin
1896 wird auf der Ausstellung zur Snbscription ansliegen. Es
erscheint in deutscher, französischer und englischer Uebersetzung.
Der geschäftsführende Ausschuß hat nach Einsicht in die Entwürfe
durch ein Schreiben an den Herausgeber anerkannt, daß das
Unternehmen „den Interessen der Aussteller dauernd förderlich zu
werden verspreche". Der Ausschuß hat demzufolge dem Werke
seine Unterstützung zugesichert und ans eine pecnniärc Zuwendung
aus dessen Ertrage verzichtet, da, wie es in dem officiellen
Schreiben wörtlich heißt: „das Unternehmen unsern Ausstellern
noch nach Schluß der Ausstellung zum Nutzen gereichen soll".
e
M-y. Ein reizvolles Bild bietet sich dem Beschauer von
der südlichen Wandelbahn, etwa in der Mitte derselben, nach
dein Haupt-Ausstellungsgebäude zu; die Thürme des Gebäudes
für Unterricht und Wohlfahrt links, ein kleiner, halb in: Gebüsch
versteckter, lauschiger Pavillon rechts und in der Mitte, den Hinter
grund großarüg abschließend, die mächtige Kuppel, die schlanken
Thürme und ein Theil der halbrunden Bogenhalle (Cafe Bauer)
des Haupt-Ausstellungsgebäudes sind von einer ganz eigenartigen
Wirkung.
Bonder Deutschen Stufenbahn-Gesellschaft, Berlin W,
Behrenstr. 54. geht uns in Ergänzung unseres in voriger Nummer
veröffentlichten Artikels folgende Berichtigung zu: „1. Hat unsere
Gesellschaft bis jetzt keinen Entschluß gefaßt über die Dauer der
Fahrt auf der Strecke der Stufenbahn für den Fahrpreis von
10 Pf.; 2. ist es unrichüg, wenn Sie Herrn Thiel, Charlotten
burg, Leibnizstr. 72, als diejenige Adresse aufführen, an welche sich
die Interessenten für den Bau und Betrieb der Stufenbahn zu
wenden haben. Herr Thiel ist der Bevollmächtigte der Patent-
Gesellschaft in Amerika, von welchem der Unternehmer für die
Stufenbahn, Herr Eisenbahnbau - Unternehmer Richard Damm,
Berlin IV., Behrenstr. 54, die Patente für das Deutsche Reich
erworben und sie der von ihm begründeten Deutschen Stufenbahn-
Gesellschaft m. b. H., deren Gesellschafts-Mitglied Herr Thiel ge
worden ist, inferirt hat."
M-y. Gegenwärtig fahren und marschiren täglich Abtheilungen
der Berliner Berufs-Feuerwehr in die Gewerbe-Ausstellung
zum Zwecke der nothwendigen Orientirung und Instruction.
^
kAus d^e/chel
-— — —
Das Kunstgemerbe auf der Ausstellung.
Von Fritz Bley.
Die Ausstellung der Unterrichtsanstalten des Kunst-Gewerbe-
Museums und der Kunstschulen wird, entsprechend der Bedeutung
dieser Anstalten, einen Hauptanziehungspunkt der Berliner Gewerbe
Ausstellung bilden. In knappen Zügen wird dem Besucher die
Organisation und der Lehrgang des Museums möglichst kurz und
klar dargelegt werden. Zn den Schularbeiten werden sich, um
den Einfluß der Unterrichtsanstallen auf die kunstgewerbliche Rich
tnng im heutigen Berlin zu veranschaulichen, namentlich ciselirte
Bronzen gesellen, die, meist im französischen Stil des 18. Jahr
hunderts gehalten, in der Modellirklasse nivdellirt und in der
Eiselirklasse ausgeführt sind. In der Mitte dieser Gesummt Aus
stellung wird in einem besonderen Raume die Ausstattung znr
Ansstellung gelangen, welche das Knnst-Gewerbe-Mnseum für den
Sitzungssaal des Ministeriums im neuen Landtagsgebäude ent
werfen und ausführen läßt. Wie bekannt, ist s. Z. auf Ver
anlassung des Kronprinzen, nachmaligen Kaisers Friedrich, dem
Kunst-Gewerbe-Musenm ein Fonds von 150000 Mk. überwiesen,
um der Leitung Gelegenheit zu bieten, die Fachklassen nnmittelbar
zur Ausführung kunstgewerblicher Arbeiten heranzuziehen. 11. a. sind
aus diesen Mitteln ausgeführt das Tafelsilber für das Handels
Ministerium, eine Schreibtischgarnitur für das Cultusministerium in
vergoldeter Bronze und die Ausstattung des Altars in der Kaiser-
Wilhelm-Gedächtnißkirche mit Bronzen und Mosaik. Letztere wurde
ausgeführt in der Anstalt von Puhl, Wiegmann und Wagner in
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