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Nahrungs- und Genussmittel, Fischerei, Schifferei und dazu gehöriger Sport, Fahr-und Reitsport, Radfahrsport, Schiess-und Jagdsport Gruppe XXI. Fahr- und Reitsport. - Wassersport. - Radfahrsport. - Schiess- und Jagdsport

Full text: Nahrungs- und Genussmittel, Fischerei, Schifferei und dazu gehöriger Sport, Fahr-und Reitsport, Radfahrsport, Schiess-und Jagdsport

Gruppe XXI. Sport 
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Wurf gelungen, wenn er den kapitalen Hirsch mit sicherem Blattschuss 
gefällt hat, dann darf der gerechte Jäger mit freudigem Stolz seinen Hut 
mit dem frischen, grünen Bruch schmücken und die schön gebräunten 
Haken sowie das breit ausgelegte Geweih mit den vielen, gut gereckten 
Enden als Trophäen bewahren. 
Derart ist der Jagdbetrieb, wie er dem deutschen Waidmann zum 
Ruhme gereicht, so dass dieser unter allen Jägern der Welt anerkannter- 
massen den ersten Platz behauptet, eine Thatsache, die — wie leicht 
festzustellen ist — von keiner der zahlreichen Sportzeitschriften fremder 
Nationen jemals angefocbten worden ist. Das aber ist um so charakte 
ristischer, als alle übrigen deutschen Sportbestrebungen — vielleicht mit 
alleiniger Ausnahme des deutschen Turnens — wie sie sich in den letzten 
Jahren bei uns eingebürgert und Heimathsrecht erlangt haben, von der 
ausländischen Fachpresse mit einer gewissen Art von Mitleid, verbunden 
mit dem Tröste der Anerkennung für „recht nette Leistungen“, behandelt 
werden. An den deutschen Jagdsport indess hat sich diese Art der Kritik 
noch nicht herangewagt, denn er steht zu fest und unverrückbar da, 
ebenso wie der hirschgerechte deutsche Waidmann sich vor dem Jäger 
anderer Nationen durch seine gediegene Kenntniss von Wald und Wild 
und durch seine Liebe zu beiden auszeichnet. 
Ohne Selbstüberhebung dürfen wir daher den unbestrittenen Vorrang 
in dem edelsten Sport, den die Welt aufzuweisen hat, für unser deutsches 
Vaterland in Anspruch nehmen. Denn dass das Waidwerk der edelste 
Sport ist, wer möchte es im Ernste bezweifeln? Kommen doch seine 
Jünger tagtäglich in die engste Berührung mit der uralten und doch ewig 
jungen, der strengen und wieder so lieblichen, stets aber grossen und ge 
waltigen Lehrmeisterin Natur, welcher sie die vielfältigen Kenntnisse ab 
gelauscht haben, deren sie zur Ausübung ihres vielseitigen und abwechselungs 
reichen Sportes bedürfen. Wie abwechselungsreich, vielseitig und lehrreich 
aber der Jagdsport ist, das kann nur der deutsche Waidmann beurtheilen, 
und der Laie würde nur einen sehr unvollkommenen Begriff davon er 
halten, wenn wir versuchen wollten, ihm zu erzählen vom Abschuss und 
Fang des Raubzeuges im Winter beim nächtlichen Anstand oder am Luder 
platz, vom Enteneinfall, von der Balz der Auer- und Birkhähne, vom 
Schnepfenstrich, vom Graben der Füchse u. dergl. im Frühjahr, ferner im 
Sommer vom Blatten der Rehböcke, von der Piirsch und dem Anstand 
auf Rehbock und Hirsch in der Feistzeit, dann von der Niederjagd auf 
Hühner, Fasanen, Hasen u. a. m., sowie von der Jagd mit dem Uhu, 
schliesslich von dem Inbegriff aller Jagdfreude für den hirschgerechten 
Jäger, von dem Schuss auf den gewaltig röhrenden, majestätischen Brunst 
hirsch und, last not least, von der Jagd auf Wildsauen im Spätherbst und 
zu Wintersanfang. Rechnet man noch hinzu, dass der deutsche Waid 
mann sich keine Jagd ohne einen guten Hund denken kann, dass ihm 
daher die Zucht und das Abführen der Vorsteh- und Gebrauchshunde, das 
Schliefen der Teckel und Terrier u. a. m. als unbedingt zum Jagdsport 
gehörig und als ebenso wichtig wie interessant erscheinen, so dürfen wir 
wohl die sehr unvollständige Aufzählung der hauptsächlichen jagdsportlichen 
Ereignisse mit einem kurzen Hinweis auf die bereits erwähnte winterliche 
Wildfütterung abschliessen. 
Und wie wundervoll, wie grossartig ist der Schauplatz, auf welchem 
sich unser deutscher Jagdsport bethätigt, ist es doch der frische, grüne 
Wald mit seinen „heiligen Hallen“, Gottes freie, herrliche Natur mit ihren 
immer wechselnden Szenerien von Busch, Feld, Wiese, Hain, Fluss und
        
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