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Full text: Nahrungs- und Genussmittel, Fischerei, Schifferei und dazu gehöriger Sport, Fahr-und Reitsport, Radfahrsport, Schiess-und Jagdsport

3G Spezial-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 
dessen unterscheidet man ihn jetzt je nach seinem Fettgehalt als Mager-, 
Halbfett-, oder Fett-Käse und lässt den Fettgehalt auch bestimmend auf den 
Preis einwirken. 
Die Versorgung Berlins mit der leicht verderblichen, einen längeren 
Transport nicht vertragenden Milch erfolgte in früheren Zeiten lediglich aus 
der nächsten Umgebung der Stadt. Erst nach der Einführung der Eisen 
bahnen wurden Bezüge aus entlegneren Gegenden ermöglicht. Nach 
amtlicher Ermittelung kamen Milchsendungen im Jahre 1893 bis aus Ent 
fernungen von 200 km in der Luftlinie nach Berlin. Die Gesammtmenge 
der im Jahre 1893 auf allen Eisenbahnen nach Berlin gebrachten Milch 
betrug 77 517 960 kg oder durchschnittlich täglich 212 378 kg, was auf 
den Kopf der Bevölkerung im Durchschnitt täglich 0,127 kg Bahnmilch 
ergiebt. 
Die auf den Landwegen nach Berlin gebrachte Milch, die sogenannte 
Achsenmilch, hat bisher immer nur schätzungsweise beziffert werden 
können. Eine wirkliche Feststellung der Milchmenge, welche zu Wagen 
nach Berlin gelangt, hat zum ersten Male am 20. April 1894 stattgefunden: 
an diesem Tage betrug die gesammte Achsenmilch 113 972 Ltr. Bei 
Annahme des spezifischen Gewichts der Achsenmilch auf 1,031 sind 
dies 117 505,13 kg und da am 21. April 1894 die Bevölkerung Berlins die 
Zahl von 1 695 078 erreichte, kamen an diesem Tage auf den Kopf der 
Bevölkerung 0,693 kg Achsenmilch. Zu bemerken bleibt hier noch, dass 
die Entfernung, bis zu welcher Milch zu Wagen nach Berlin geschickt wird, 
sich auf 4 Meilen erstreckt. 
Endlich ward auch im Innern Berlins selbst Milch erzeugt. Das Ver 
langen nach ganz frischer, unverfälschter Milch liess die schon früher im 
Innern Berlins vorhanden gewesenen, später daraus verdrängten Kuhställe 
zu Anfang der 60er Jahre wieder aufleben, so dass die Zahl der Kuh 
haltungen von 5 im Jahre 1864 auf 397 im Jahre 1893 mit 5017 Kühen 
gestiegen ist. 
Am 20. April 1894 ergab die von dem Polizei - Präsidium bewirkte 
Aufnahme der in den Kuhhaltungen Berlins erzeugten Milch eine Gesammt 
menge von 56 013 Liter (ungefähr 11 Liter Tagesertrag von einer Kuh), 
oder bei Annahme eines spezifischen Gewichts von 1,0315 im Ganzen 
57 777,41 kg und auf den Kopf der Bevölkerung im Durchschnitt täglich 
0,0341 kg Stadtmilch. 
Es entfällt somit auf den Kopf der Bevölkerung: 
an Bahnmilch täglich 0,1270 kg, 
„ Achsenmilch „ 0,0693 ,, 
„ Stadtmilch ,, 0,0341 ,, 
zusammen 0,2304 kg oder 0,2235 Liter, 
d. h. also zwischen 1 l i und 1 / 5 Liter. Dabei verhält sich die Stadtmilch zur 
Achsenmilch zur Bahnmilch nahezu wie 1:2: 4. 
In den vorstehend bezifferten Milchmengen ist auch diejenige Milch ent 
halten, welche von Berlin aus zur Versorgung der Vororte verwendet oder 
verbuttert, verkäst oder sonstwie dem unmittelbaren Verbrauch entzogen 
wird; nicht darin enthalten ist die in Büchsen oder Flaschen zugefiilirte 
eingedickte oder nicht eingedickte Dauermilch, deren Mengen zwar nicht 
ermittelbar, aber offenkundig nur geringe sind. 
Der Vertrieb der von ausserhalb nach Berlin kommenden Milch erfolgt 
durch einzelne selbständige, dem Handel dienende Landfuhrwerke aus der 
nächsten Umgebung, eine grössere Anzahl von sogenannten Milchpächtern,
        
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