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Full text: Nahrungs- und Genussmittel, Fischerei, Schifferei und dazu gehöriger Sport, Fahr-und Reitsport, Radfahrsport, Schiess-und Jagdsport

28 Spezial-Katalog der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 
von Verlegern und anderen Händlern in sehr grossem Umfange selbst 
ständig betriebenen Flaschenbierhandel — ist mit 100 Millionen Flaschen 
jährlich nicht zu hoch veranschlagt. Im Ganzen wird ungefähr ein Viertel 
alles Berliner Bieres in Form von Flaschenbier genossen. 
Einen ferneren Anhalt für den Umfang der Brauindustrie mag es ge 
währen, dass nach den Rechnungsergebnissen der Brauerei-Berufsgenossen 
schaft in den zur Berufsgenossenschaft gehörigen Berliner Brauereien im 
Ganzen 5250 gegen Betriebsunfälle versicherte Arbeiter im Jahre 1895 
(1891 : 4281 Arbeiter) beschäftigt waren, deren jährlicher Lohnbezug sich 
im Ganzen auf ca. 5 Millionen Mark beziffert. 
Im Einzelnen ist die Entwickelung der Berliner Brauindustrie seit 
1879 in folgender Weise vor sich gegangen: 
Untergährige Brauereien Obergährige Brauereien 
Jahre: 
Anzahl 
Produktion hl 
Anzahl 
Produktion hl 
1879/80 
.... 23 
1 041 858 
34 
819 402 
1880/81 
.... 23 
1 083 357 
34 
708 267 
1881/82 
.... 23 
1 157 816 
35 
785 616 
1882/83 
.... 21 
1 262 402 
35 
714 522 
1883/84 
.... 21 
1 417 605 
34 
723 302 
1884/85 
.... 21 
1 503 060 
38 
709 000 
1885/86 
.... 21 
1 492 487 
39 
805 927 
1886/87 
.... 22 
1 649 540 
43 
905 692 
1887/88 
.... 24 
1 663 415 
45 
931 523 
1888/89 
.... 26 
1 858 530 
45 
1 036 058 
1889/90 
.... 26 
1 891 693 
49 
1 066 378 
1890/91 
.... 27 
1 939 023 
48 
1 060 001 
1891/92 
.... 27 
1 936 987 
49 
927 678 
1892/93 
.... 29 
2 116 979 
47 
998 661 
18'.»3 94 
29 
1 988 179 
54 
1 124 491 
5. Fleischwaaren und Konserven. 
a) Schlächterei und Fleischwacirenfabrikation, Darmindustrie. 
Die Verhältnisse des deutschen Fleischer-Gewerbes sind seit Ende der 
siebziger Jahre, in welchen die Erbauung öffentlicher Schlachthäuser all 
gemeiner zu werden anfing, infolge dieses Umstandes in ganz neue Bahnen 
gelenkt worden. Dies gilt in erster Linie von Berlin. In den Jahren 
1879—1880 wurde der Bau des städtischen Vieh- und Schlachthofes aus 
geführt, dessen Eröffnung am 1. März 1881 erfolgte. Nach einem kurzen 
Kampf mit der Gesellschaft des Aktien-Viehhofs in der Brunnen-Strasse 
wurde der gesammte Schlachtbetrieb in die neue grossartige Anlage verlegt. 
Der kurze Zeit hierauf eingeführte Schlachtzwang bewirkte einen voll 
ständigen Umschwung des Gewerbes. Während 1879 1363 Schlächtereien 
im Betrieb waren, weist das Jahr 1896 2200 Ladenschlächter und 267 
Engros-Schlächtermeister auf, ferner giebt es zur Zeit 80 Lohn- oder 
Stückschlächter, welche für diejenigen Ladenschlächter, welche lebende 
Thiere kaufen, diese schlachten und den Ladenschlächtern ins Haus senden. 
Die Zahl der Hausschlächter sank, da die Sitte des Schlachtens im Privat 
hause nahezu verschwunden ist, von 14 auf 4; die Zahl der Rossschlächter 
stieg von 13 auf 38, woraus sich ergiebt, dass dieses Spezialgewerbe in 
Berlin auch heute noch in vergleichsweise nur winzigem Umfänge betrieben
        
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