Path:

Full text: Nahrungs- und Genussmittel, Fischerei, Schifferei und dazu gehöriger Sport, Fahr-und Reitsport, Radfahrsport, Schiess-und Jagdsport

Gruppe X. Nahrmigs- und Genussmittel 
17 
und etwa auf 8 1 kommt; namentlich der Konsum in feineren Liqueuren 
ist in Berlin nach den Erfahrungen der Produzenten zweifellos im Steigen 
begriffen. 
Die deutsche Branntweinproduktion ist seit 1887 etwa um 25 pGt. 
zurückgegangen; sie betrug im Durchschnitt 1880/81—1886/87: 3 924 236 hl 
reinen Alkohols, im Durchschnitt 1887/88—1893/94: 3 013 989 hl reinen 
Alkohols. 
Die Produktion von Branntwein ist, weil von der Ernte abhängig, 
schwankend; sie beträgt im Durchschnitt für Deutschland, welches nächst 
Russland das meistproduzirende Land ist, etwa 3 000 000 hl. Ungefähr 
40 pCt. des Inlandskonsums bestehen aus ungesüsster und ca. 60 pCt. aus 
gesüsster Waare; zu letzterer ist von jeher nur rektifizirter Spiritus ver 
wandt worden. Die Ausfuhr von deutschem Sprit hat sich in den letzten 
Jahren bis 1895, dem Jahre der um 6 Mark erhöhten Exportprämie, auf 
fallend verringert. Das Produkt dürfte bei Eintritt des angestrebten noch 
höheren Inlandspreises mit der Zeit trotz der erhöhten Exportprämie im Aus 
lande vollends konkurrenzunfähig werden. Zur Einfuhr gelangt bei uns fast 
nur russischer Rohspiritus, und zwar nach Hamburg zur Veredelung und 
Wieder-Ausfuhr. 
Da Trinkbranntwein gegenwärtig in stärkerer Verdünnung als vor 1887 
konsumirt wird, hat der Spiritusverbrauch im Maasse der Verringerung des. 
Alkoholgehalts im Trinkbranntwein abgenommen. 
Durch die neuen Steuergesetze musste die Exportfähigkeit unserer 
Fabrikate abnehmen, weil der Inlandspreis im Verhältniss zum Auslands 
preise gestiegen ist. Ein Bild von dem deutschen Exportverkehr in Brannt 
weinen von 1879 bis 1895 ergeben die folgenden Zahlen: 
Es wurden aus dem freien Verkehr be-w. aus dem Zollgebiet ausgeführt 
an Branntwein aller Art 1879 662 240 Ctr. 
1880 
595 718 hl 
1881 
797 303 hl 
1882 
866 020 hl 
1883 
613 237 „ 
1884 
708 896 , 
1885 
840 115 , 
1886 
715 723 . 
1887 
517 883 „ 
1888 
316 709 „ 
1889 
259 679 . 
1890 
309 320 , 
1891 
176 544 „ 
1892 
110 927 . 
1893 
116 228 , 
1894 
105 168 „ 
Im Spezialhande 
1 (d. h. 
bei der Ausfuhr 
aus dem 
freien Verkehr 
einschlies 
;slich der unter 
Steuerkontrole ausgehenden Waaren) wurden ex- 
portirt: 
1894 
4272 (Doppelcentner) L 
iiqueure 
1895 
5553 
fl fl 
Aus dem Vergleich der Zahlen von 1894 und 1895 ergiebt sich 
wieder eine Steigerung des Exports, welche hoffentlich von Bestand ist. 
Der Export der deutschen Fabrikate geht nach England, Frankreich, 
Spanien, Belgien, Holland, Italien, Oesterreich, Norwegen, Schweden, 
Griechenland, Nord- und Siid-Amerika, Ostindien, Ostasien, Afrika und 
Australien; und zwar werden überwiegend Spezialfabrikate (in Konkurrenz 
gegen die französischen und holländischen Spezialitäten) exportirt. Der 
Hauptort für ganz billige Export-Waare ist immer noch Hamburg geblieben, 
das auf diesem Gebiete durch seine günstigeren Beziehungen für den Handel 
mit Spirituosen im Auslande (Freihafen, keine Binnenfrachten, alte Handels 
stellung) sehr viele Vortheile voraus hat. Berlin nimmt am Export nach 
allen Ländern Theil. Leider wird die freie Entwickelung des deutschen 
Exportgeschäfts auch noch dadurch eingeengt, dass die meisten Staaten 
unsere Waare mit einem hohen Einfuhrzoll belasten. 
vt 2
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.