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Full text: Über die Ergebnisse der Wettbewerbung zum National-Denkmal für Kaiser Wilhelm / Blankenstein, Hermann Wilhelm Albert

NACHTRAG 
Drei Wochen, nachdem ich vorstehenden Vortrag gehalten und 
während ich mit dem Mederschreiben desselben beschäftigt war, brachte 
die „Deutsche Bauzeitung“ in No. 89 eine Mittheilung des, seinerzeit 
beim Bau der National-Galerie unter Strack und Erbkam beschäftigten 
Architekten Merget, worin eine Aeufserung Sr. Majestät des Hochseeligen 
Kaisers Wilhelm enthalten ist, welche für die Frage des Denkmalplatzes 
von höchstem Interesse ist. Diese Mittheilung lautet ihrem Haupttheile 
nach wörtlich: 
Als das Siegesdenkmal vollendet war und die Berliner Stadtbahn 
durch eine Aktiengesellschaft gebaut werden sollte, war der Entwurf zu 
derselben derart ausgearbeitet, dafs die Bahn den kleinen Königsplatz, 
den Bellevuepark und einen grofsen Theil des Thiergartens durchschnitt. 
Der Hochseelige Kaiser war diesem Plane nicht sehr gewogen, und es 
wurde der Hofarchitekt Herr Geh. Ober-Hofbaurath Strack ersucht, die 
Zeichnungen zur Ueberbriickung des kleinen Königsplatzes anzufertigen, 
um die Sache, wenn ich mich so ausdrücken darf, lieblicher und an 
nehmbarer darzustellen. Die Brücke oder besser der Viaduct war hinter 
der ziemlich grofs dargestellten Siegessäule ganz klein und wie im 
Nebel verschwommen gezeichnet, um dieselbe möglichst wenig auffällig 
erscheinen zu lassen. Ein zweites Bild stellte die Brücke selbst dar. 
Die eisernen tlachbogigen Gitterträger derselben waren reich verziert, 
die Pfeiler architektonisch ausgebildet und mit figürlichen Marmorgruppen 
bekrönt. Alles war in der unsrem Strack eigenen feinen Art dargestellt. 
Nachdem die Angelegenheit dem Kaiser zur Entscheidung unterbreitet 
war, erzählte Herr Geh. Ober-Hofbaurath Strack Herrn Baurath Erblcam 
in Gegenwart des Unterzeichneten, dafs S. M. der Kaiser den Entwurf 
nicht genehmigt und dabei etwa Folgendes geäufsert habe:
	        
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