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Deutsche Weltausstellung zu Berlin Ist speciell für Deutschland die Veranstaltung einer Weltausstellung geboten?

Full text: Chicago und Berlin / Reusche, Friedrich

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stellung der Products seiner Arbeit und seines Fleißes, alle 
übrigen Völker zu einem Wettkampfe auf den Gebieten der 
Arbeit und Civilisation einzuladen und, in einem großen Völker 
rendezvous, der Welt Gelgenheit zu geben, sich von der Leistungs 
fähigkeit und dem Fortschritt, welcher sich auf allen Gebieten 
des wirthschaftlichen Lebens in Deutschland vollzogen hat, zu 
überzeugen und darzuthun, daß wir nicht nur mit den Waffen, 
sondern auch auf dem Gebiete des Friedens Großes zu leisten 
im Stande sind. Man hat das Gefühl der Nothwendigkeit 
einer solchen Veranstaltung um so mehr, als in dieser Beziehung 
uns alle übrigen bedeutenden Staaten vorangegangen sind und 
durch wiederholte Veranstaltung von Weltausstellungen, in 
welchen dieselben ihre ganze wirthschaftliche Kraft gezeigt, uns 
gewissermaßen herausgefordert haben, dasselbe zu thun. Und 
man muß zugestehen, daß es geradezu als eine Schwäche an 
gesehen werden könnte, wollten wir in dieser Angelegenbeit 
noch länger säumen und dem Auslande gegenüber den Schein 
erwecken, als ob es uns an Muth und innerer Kraft dazu 
gebräche. Man muß zugeben, daß,, wenn es für Deutschland 
nothwendig ist, se eine Weltausstellung abzuhalten, dies zu thun 
thatsächlich die höchste Zeit wäre, da selbst Staaten von weit 
geringerer wirthschaftlicher Kraft und politischer Bedeutung 
solche zu veranstalten gewagt haben. Wir glauben, daß die 
Zeit gekommen ist, Gelegenheit zu nehmen, die hohe Leistungs 
fähigkeit und die Fortschritte unserer Industrie, Gewerbe und 
Kunst, die Blüthe unserer Landwirthschaft und unseres Berg 
baues und vieler anderer Gebiete allen Völkern vor Augen zu 
führen, denselben zu beweisen, daß das deutsche Volk, in Frieden 
arbeitend und in seiner Cntwicklung nicht gestört, mindestens 
dieselben Leistungen hervorzubringen im Stande ist, wie andere 
große Cnlturvölker. Wir glauben, daß wir genügend entwickelt 
sind und Kräfte genug gesammelt haben, unUües wagen zu können.
        
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