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XVII.

Full text: Chicago und Berlin / Reusche, Friedrich

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deshalb nicht aus. Es wird neben dem Ausstellungspark, wo die 
Tempel der Arbeit, der Kunst und des Wissens sich erheben, ein 
großer Raum geschaffen werden, wo die heiteren Götter der Freude 
und des Vergnügens ihren Sitz aufschlagen mögen. Die Haupt 
stadt des Deutschen Reiches wird beweisen, daß sie der großen 
Aufgabe, die an sie herantritt, gewachsen ist, und sie wird das 
für das gesammte wirthschaftliche Leben der Kulturwelt epoche 
machende Unternehmen des Reiches in würdigster und großartigster 
Weise zu fördern wissen. 
XVIII. 
Fassen wir nun das bisher in diesen Blättern Gesagte kurz 
zusammen. Wir wollen weder ein Programm der nächsten deutschen 
Weltausstellung noch ein neues System des Ausstellungswesens 
aufstellen. Beide werden sich bei der weiteren Diskussion der Frage 
der deutschen Weltausstellung ganz von selbst regeln. Denn diese 
Frage wird jetzt nicht mehr von der Tagesordnung verschwinden. 
Wir haben uns selbst und der ganzen Kulturwelt gegenüber 
die Pflicht, unsere große Weltausstellung nicht mehr hinauszu 
schieben, sondern sie noch vor dem Ende des Jahrhunders abzu 
halten. 
Der Ort der Weltausstellung ist selbstverständlich Berlin, 
die Reichshauptstadt. Das Unternehmen ist nur als direktes 
Reichsunternehmen denkbar, das Reich muß die nothwendige 
Summe zur Deckung der Kosten bewilligen. Es ist, da eine Summe 
von 100 Millionen Mark zu diesem Zweck in das Budget des 
Reiches sich nicht einfügen läßt, eine Reichs-Prämienanleihe 
aufzunehmen, zu deren Amortisirung der preußische Staat und 
die Stadt Berlin Beitrüge zu leisten haben. Die Leitung der 
Ausstellung und alle die zur Durchführung derselben nothwendigen 
Beamten und Bediensteten werden vom Reich ernannt und be 
finden sich während der Dauer der Vorarbeiten und der Dauer
        
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