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XVI.

Full text: Chicago und Berlin / Reusche, Friedrich

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steiler nach Hause bringt, die ihn entschädigen sollen für die ge 
brachten Opfer. Man kann es gewiß den prämiirten Ausstellern 
nicht verargen, wenn sie von den ihnen verliehenen Medaillen für 
Reklamezwecke ausgiebigsten Gebrauch machen, wenn sie ihre Brief 
köpfe, ihre Rechnungen damit schmücken. Aber damit werden diese 
Ausstellungsmedaillen vielfach entwerthet. Die Medaille der Wiener 
Weltausstellung für Verdienste um den betreffenden Industriezweig 
steht neben der Medaille der Lokalausstellung in Polkwitz oder 
Schöppenstedt. Auf dem Briefköpfe sehen beide gleich gut aus, 
und das Publikum gewöhnt sich daran, beide für gleichwerthig zu 
halten. Eine wesentliche Reform läßt sich da sehr schwer treffen. 
Aber zunächst ist durch unsern bereits oben skizzirten Vorschlag, 
die Zulassung zur Ausstellung von dem Beschluß einer Zu 
lassungs-Jury abhängig zu machen, bereits der Weg zur Reform 
gezeigt. Die Zulassung zur Ausstellung soll an sich eine Aus 
zeichnung sein. Die subtilen Unterscheidungen, welche man in 
London, Paris, Wien machte, große und kleine Medaillen, Fort 
schritts- und Verdienstmedaillen, sie könnten für die Folge wohl 
aufhören und man könnte sich begnügen, nur eine Medaille als 
Auszeichnung zu verleihen. Dem Ehrgeiz und dem wirklich hervor 
ragenden Verdienst könnte aber durch die Bewilligung, diese Medaille 
zu tragen. Genüge geleistet werden. Die Prämiirung wird erst 
kurz vor Schluß der Ausstellung bekannt gegeben. Gleichzeitig 
aber tritt die Weltausstellungskommission in Verbindung mit einem 
von und aus der Jury zu wählenden Ausschuß zusammen, um 
über den Ankauf prämiirter Objekte zu beschließen. Wir betrachten 
den Ankauf des Objektes durch die Weltausstellungskommission 
resp. durch das Reich als die höchste Auszeichnung; denn 
selbstverständlich sollen nur solche Ausstellungsgegenstände angekauft 
werden, welche innerhalb des betreffenden Industriezweiges als 
epochemachend, als bahnbrechend, als wirkliche Fortschritte, Neu 
heiten re. gelten können. Diese Gegenstände gehen in das Eigen
        
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