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XV.

Full text: Chicago und Berlin / Reusche, Friedrich

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werthvolle Ergänzungen für Studien, Mittel für den unnrittelbaren 
Verkehr des Großproduzenten mit den ausländischen und über 
seeischen Käufern. 
Wir wollen also zur Zeit des Weltausstellungsjahres ganz 
Deutschland zu einem Ausstellungsterritorium inachen, deffen 
Mittelpunkt Berlin ist. Dieser Vorschlag hat im ersten Augen 
blick etwas Seltsames, wir möchten sagen Ungeheuerliches, er 
wird sehr Vielen als undurchführbar, anderen als eine Schädigung 
der Ausstellung in Berlin erscheinen. Beide Einwände ver 
schwinden, wenn wir der Sache näher treten. 
Diese deutschen Spezialausstellungen dürfen nur bei solchen 
Erzeugnissen veranstaltet werden, welche in einem Punkte in 
Deutschland bereits ihren anerkannten Mittelpunkt besitzen. Das 
gilt vom Marinewesen, welches in Hamburg, dem Buchhandel, der 
in Leipzig, der Kunst, die in München, dem Wein, der iin Rhein 
gau resp. Mainz konzentrirt ist. Eine derartige Ausstellung der 
Spielwaaren-Industrie würde auch in Nürnberg am Platze sein. 
Die Textil-Industrie, Leinen-, Baumwoll- und Wollweberei, die 
Eisenindustrie, wie überhaupt die überwiegend meisten Industrie 
zweige besitzen mehrere Mittelpunkte, für sie können also deutsche 
Spezialausstellungen nicht veranstaltet werden. 
Wir haben nun oben bereits bemerkt, daß wir eine Zu- 
lassungsjurp eingerichtet wissen wollen, welche streng über die Zu 
lassung oder Nichtzulassung der Ausstellungsgegenstände zu ent 
scheiden haben wird. Die für Berlin zurückgewiesenen Gegen 
stände, soweit sie für eine Spezialausstellung annehmbar sind, 
werden letzterer überwiesen, ferner werden für die Spezialaus 
stellungen besondere Anmeldungen angenommen, und diese Aus 
stellungsgegenstände genießen genau dieselben Erleichterungen, wie 
die nach Berlin zugelassenen. Zn den Spezialausstellungen wäre 
somit ein Raum geschaffen für die Marktwaare, hier könnten 
Verkäufe abgeschlossen werden, jener Lagerverkehr könnte sich hier
        
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