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VIII.

Full text: Chicago und Berlin / Reusche, Friedrich

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theile und Nutzen bringen, eine Weltausstellung die produktive Ge- 
sammtthätigkeit des Volkes befruchtet. 
Und deshalb, weil sie dem befruchtenden Regen gleicht, dessen 
Nutzen erst langsam zu Tage tritt, muß die Last, die sie auferlegt, 
vom Staate, vom Reich getragen werden. Wir gehen allerdings 
dabei auch von dem Gedanken aus, daß Preußen und die Stadt 
Berlin ebenfalls berufen sind, an den Kosten Theil zu nehmen. 
Das kann aber nur in der Weise geschehen, daß sie in festzu 
stellenden Theilbeträgen sich an der Amortisirung der voin Reich 
aufzunehmenden Anleihe betheiligen. 
Wir halten es, um auf die Ziffern einzugehen, für noth 
wendig, daß eine Reichs-Prämienanleihe zur Deckung der Kosten 
der Berliner Weltausstellung in Höhe von 100 Millionen emittirt 
wird. Zn Anbetracht des Zweckes und des zu erhoffenden Vor 
theils für das produktive Gesainmtschaffen des Volkes könnte eine 
kürzere Amortisirungssrist festgesetzt werden, als es sonst bei 
Prämienanleihen üblich ist. Zur Amortisirung hätten das Reich 
die Hälfte, der Staat Preußen ein Viertheil, die Stadt 
Berlin ebenfalls ein Vier theil beizutragen. Zunächst aber 
würden diesem Weltausstellungsfonds alle Einnahinen der Welt 
ausstellung zufließen. Daß der volle Kostenbetrag nicht durch 
die Einnahmen gedeckt werden wird, ist selbstverständlich. Wir 
halten dies auch gar nicht für nothwendig. Nach unserer Ansicht 
ist der ungedeckt bleibende Kostenbetrag kein Defizit, sondern 
eine produktive Ausgabe, eine Subvention, welche das Reich seiner 
gesammten Industrie, dem gesammtcn Gewerbe und dem Handel 
zu Theil werden läßt. Nach dem Reichsgesetz von: 8. Zuni 1871 
können Znhaberpapiere mit Prämien nur zum Zweck der Anleihe 
eines Bundesstaates oder des Reiches ausgegeben werden. Mithin 
ist, wenn die erste deutsche Weltausstellung ihren Zweck erfüllen, 
wenn der Erfolg derselben gesichert werden soll, die Aufbringung 
der Kosten nur auf bent Wege einer Reichs-Prämienanleihe mög-
        
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