Path:

Full text: Chicago und Berlin / Reusche, Friedrich

8 
letzten Jahren nicht in jene Gegend geführt haben. Daß schließlich 
in der Müllerstraße die ganz vereinzelt stehenden Häuschen aus 
Berlins Vergangenheit sofort fallen und Wohnpalästen Platz 
machen würden, sowie jenes Terrain für die Weltausstellung 
gewählt ist, gilt für jeden Kenner der einschlägigen Verhältnisse 
als selbstverständlich. 
So also ist in Wahrheit die andere Zufahrtsstraße beschaffen 
und wir sind uns bewußt, in Obigem nicht zu viel gesagt zu 
haben. 
Die Breite dieses ganzen Straßenzuges bürgt auch dafür, 
daß der riesige Verkehr, welcher sich naturgemäß nach und von 
einer Weltausstellung entwickelt, nicht allzusehr gehemmt ist, wo 
bei mit in Rechnung gezogen werden muß. daß zu dem von uns 
vorgeschlagenen Terrain außer jener geraden Zufahrtsstraße vom 
Süden und Südwesten, noch ebenso bequeme Zufahrtsstraßen vom 
Westen und Nordwesten, vom Nordosten und Osten bestehend 
Ueberallhin liegt das Terrain frei und erreichbar und wir werden 
später unten bei der Berechnung der Entfernungen sehen, daß 
von überall her, mit Ausschluß vielleicht des äußersten Südens 
das Terrain ganz gut zu Fuß zu erreichen ist, ohne gerade über 
menschliche Anstrengungen von den Besuchern zu verlangen. 
Wie stark aber dieser Umstand für das Glücken und die 
Rentabilität einer Weltausstellung mitspricht, brauchen wir kaum 
noch auseinander zu setzen, nachdem dieser Punkt fast in allen 
bisher erschienenen Schriften und Artikeln auf das Wärmste betont 
worden ist. Wir möchten noch hinzufügen, daß für Berliner 
Verhältnisse die Möglichkeit, die Ausstellung zu.Fuß zu er 
reichen und zu Fuß verlassen zu können ein besonders schwer 
wiegender Factor genannt werden muß. Es wird das Gros der 
Weltausstellungsbesucher bedeutend verstärken, wenn ein Familien 
vater neben dem Eintrittsgelde nicht auch noch das theure Fahr 
geld für sich und seine Familie aufzubringen hat. Vor allen: 
aber ist dadurch die Gefahr beseitigt, daß etwa die vorhandenen 
Communikationsmittel nicht ausreichen könnten, den Ausstellungs 
platz rechtzeitig zu füllen, und noch mehr, rechtzeitig entleeren zu 
können.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.