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Full text: Chicago und Berlin / Reusche, Friedrich

Meinung durch solche bildliche Darstellungen und durch Erläute 
rungen eine Lanze zu brechen. 
Wir möchten deßhalb den geehrten Leser ausdrücklich bitten, 
die nachfolgenden Zeilen nur als dasjenige zu betrachten, was 
sie sein sollen, nämlich als einen Beitrag zu der Beurtheilung 
bezüglich der Wahl desjenigen Platzes, wohin die fünftige' Welt 
ausstellung in Berlin am besten und zweckentsprechendsten kommen soll. 
Nunmehr wenden >vir uns zu dem im vorhergehefteten 
Situationsplane bezeichneten Terrain und besprechen zuerst seine 
Lage, seine Entfernung von, und seine Verbindungswege 
mit den Centren des Berliner Lebens. Sodann werden wir 
seine eigene Beschaffenheit, betreffend Bebauungsfähigkeit, 
und seine natürlichen Vorzüge, wie Wald und Wasser zu 
erläutern haben. 
Zuvörderst ist zu constatiren, daß das hier bezeichnete Terrain, 
wenn man von dem Tempelhofer Felde und etwa dem Thier 
garten absieht, das einzige ist, welches gänzlich im Weichbilde 
von Berlin liegt und demzufolge einzig und allein das Recht giebt, 
die künftige Weltausstellung als eine Weltausstellung in Berlin und 
nicht etwa in Treptow, Schmargendorf ec. ec. zu bezeichnen. — 
Man könnte uns einwerfen, daß bis zum Zeitpunkte der Er 
öffnung der Weltausstellung jene Vororte in Berlin incorporirt 
sein werden, aber Niemand wird behaupten könneit, daß sich die 
jetzigen Vororte bis zu jenem Zeitpunkte schon so sehr den Berliner 
Verhältnissen accvmodirt haben werden, daß der Fremde ihren 
Charakter als Vorort übersehen könnte. Wenn man bedenkt, 
daß Paris, London und auch Chicago den größten Werth von 
jeher darauf gelegt haben, daß die Ausstellungen innerhalb der 
Stadt erbaut wurden, so wird man zugeben, daß auch Berlin 
sich von diesem obersten Grundsätze ungestraft nicht allzuweit ent 
fernen kann. 
Daß aber der Thiergarten und das Tempelhofer Feld nicht 
für die Zwecke der Weltausstellung werden hergegeben werden, 
ist wohl als feststehend zu betrachten. Nebrigens eignen sich
        
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