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Full text: Kurzbericht zur Inspektion der Kurt-Schwitters-Schule (03K01) (Rights reserved)

Kurzbericht zur Inspektion der Kurt-Schwitters-Schule (03K01) 1. Voraussetzungen und Bedingungen Die Kurt-Schwitters-Schule wurde 1991 als Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe gegründet. Seit der Schulstrukturreform im Schuljahr 2011/2012 ist sie eine integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe. Sie besteht aus drei Schulgebäuden zwischen der Greifswalder Straße und der Bötzowstraße im Stadtteil Prenzlauer Berg. Die zwei von der Greifswalderstraße her erreichbaren Häuser wurden in den vergangenen Jahren saniert. Während dieser Zeit war ein Teil der Schülerschaft ausgelagert. Zum dritten Gebäude gelangt man über öffentliches Straßenland durch eine Wohnbebauung. Aufgrund dieser Situation ist der Stundenplan so gestaltet, dass die Schülerinnen und Schüler möglichst wenig die Häuser während des Unterrichts wechseln müssen. Seit fünf Jahren steigt die Schülerzahl, gleichzeitig sinkt die Zahl der Elternhäuser, die von Lernmittelzuzahlungen befreit sind. Der Anteil gymnasialempfohlener Schülerinnen und Schüler nimmt zu, ebenso die Zahl derer mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf. Einen Zug führt die Schule seit 2006 als „Staatliche Europaschule Berlin“ (SESB)1 mit der Partnersprache Portugiesisch. Ohne den SESB-Zweig liegt der Anteil an Jugendlichen nichtdeutscher Herkunftssprache unter 10 %. Die Kurt-Schwitters-Schule ist weiterführende Schule für viele Kinder, die Montessori-Klassen besucht haben. Die Vorerfahrung dieser Kinder berücksichtigt sie, indem sie das selbstständige Arbeiten durch die besondere Organisationsform Freiarbeit fördert. An jedem Schulstandort arbeitet eine Sekretärin, auch die Schulleitung hat ihre Büroräume dementsprechend aufgeteilt. 2. Stärken und Entwicklungsbedarf Stärken der Schule • • • • • Profilbildung in den Bereichen: Freiarbeit als integraler Bestandteil des Unterrichtskonzepts Zweisprachigkeit durch SESB-Klassen Klare und effektive Organisationsstruktur sowie flexibles Unterrichtszeitmodell engagiert und strukturiert handelnde Schulleiterin positives Schul- und Arbeitsklima engagiertes Kollegium, das die Zusammenarbeit an den Entwicklungszielen der Schule ausrichtet Entwicklungsbedarf der Schule • • • Einsatz vielfältiger Methoden und Medien Individualisierung des Lernens sowohl im Fachunterricht als auch in der Freiarbeit Sprachbildung als durchgängiges Prinzip 1 SESB ist die Abkürzung für Staatliche Europaschule Berlin, an der der Unterricht in Deutsch und in einer europäischen „Partnersprache“ erteilt wird. Seite 1/10 Kurzbericht zur Inspektion der Kurt-Schwitters-Schule (03K01) 3. Erläuterungen Das Kollegium der Kurt-Schwitters-Schule hat mit Unterstützung einer Schulentwicklungsberaterin vor einigen Jahren begonnen, neue Ideen zur Unterrichtsgestaltung zu entwickeln. Viele Schülerinnen und Schüler aus Montessori-Grundschulen wechselten auf die Kurt-SchwittersSchule. In einem von Studientagen und Fortbildungen flankierten Prozess entstand das Konzept der Freiarbeit. Viele Fächer geben einen entsprechenden Anteil von Stunden in diese Form des Lernens, in der, von den Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern begleitet, mit Wochenplänen gearbeitet wird. Die Lernenden entscheiden selbst, was sie wann in welcher Zeit machen. Sie wählen selbst, ob und mit wem sie zusammenarbeiten möchten und dürfen den Computerraum aufsuchen, z. B. um für eine Aufgabe etwas zu recherchieren. Die in Blöcken geplanten Freiarbeitszeiten liegen für die Jahrgänge parallel, so dass auch Lehrkräfte von anderen Klassen aufgesucht und befragt werden können. Der Unterricht lässt nicht nur ein hohes Maß an selbstständigen Entscheidungen zu, sondern bietet durch die häufige Doppelbesetzung auch die Möglichkeit intensiver Beratung und Betreuung einzelner Schülerinnen und Schüler. Die geleistete Arbeit wird von jedem Jugendlichen selbstverantwortlich im sogenannten Logbuch festgehalten und von der Lehrkraft abgezeichnet. Darüber hinaus bietet das Logbuch Raum für die Formulierung von selbstgesteckten Zielen und für Kommentare. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern haben es gemeinsam entwickelt und überarbeitet. Es vermittelt auch den Erziehungsberechtigten einen Überblick über die Lernfortschritte ihres Kindes und dient als Grundlage für Gespräche zwischen Eltern und Lehrkräften. Eingeführt ist das Logbuch inzwischen für die Jahrgänge 7 bis 11. Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf erhalten Entlastung durch abgeänderte Arbeitsbögen mit einem veränderten Anforderungsniveau. Das gemeinsame Lernen Jugendlicher mit unterschiedlichem kulturellem und sozialem Hintergrund bereichert den Schulalltag und fördert die Akzeptanz von Vielfalt. Veranstaltungen und Projekte werden oft in Zusammenarbeit mit der portugiesischen Botschaft durchgeführt. Die Evaluation der Lernausgangslage und von Vergleichsarbeiten in diesen Klassen sind Vorhaben für die nächsten zwei Schuljahre. Als laufendes Entwicklungsziel gilt die stärkere Integration des SESB-Zugs in den schulischen Alltag, z. B. durch zweisprachige Beschilderung im Schulhaus und besondere Angebote, die allen Schülerinnen und Schülern der Schule offenstehen. Die gesamte Schule ist von einer inklusiven Haltung geprägt. Sie ist nicht nur auf Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf beschränkt, die von den Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen bereits in der Grundschule besucht und in der Kurt-Schwitters-Schule in Schwerpunktklassen eingeschult werden, sondern darin eingeschlossen ist ebenfalls die Akzeptanz verschiedener Sprachen und unterschiedlicher Kulturen. Vielfalt ist an der Schule gewollt und wird als bereichernd angesehen. Der Umgang miteinander ist freundlich, in den Fluren und auf den Schulhöfen herrscht eine ruhige Atmosphäre, was teilweise auch auf die Organisationsstruktur mit unterschiedlichen Anfangs- und Endzeiten der Unterrichtsblöcke zurückzuführen ist. Die Jugendlichen gehen gerne in die Schule, die Erziehungsberechtigten sind sowohl mit dem Angebot der Schule als auch mit dem Umgang und friedlichen Miteinander sehr zufrieden. Allgemein verbindliche Schulregeln gibt es nicht. Das führt zu unterschiedlichen Reaktionen der Lehrkräfte z. B. hinsichtlich Unterrichtsstörungen oder Zuspätkommen. Wenn nötig, stellen die einzelnen Klassen Regeln für den internen Umgang miteinander auf. Die meisten Schülerinnen und Schüler verhalten sich dem Leitbild entsprechend verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll. Einen großen Anteil an dem guten Schulklima haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des sozialpädagogischen Bereichs. Der Seite 2/10 Kurzbericht zur Inspektion der Kurt-Schwitters-Schule (03K01) freie Träger Karuna2 fördert die Festigung demokratischer Strukturen, indem er die Durchführung von Klassenrats- und GSV-Sitzungen begleitet. Er ist verantwortlich für das SuchtPräventionskonzept und hat einen Studientag zu diesem Thema mit dem gesamten Kollegium vorbereitet und durchgeführt. Mit einem breit gefächerten Angebot an Modulen und einer konkreten Zeit-MaßnahmenPlanung bietet die Kurt-Schwitters-Schule ihren Schülerinnen und Schülern in allen Klassen der Jahrgangsstufen 7 bis 10 und in der gymnasialen Oberstufe eine gezielte Unterstützung bei der Studien- und Berufswahl an. Diese ist auf die einzelnen Jahrgänge abgestimmt und beinhaltet u.a. die Arbeit mit dem Berufswahlpass sowie die Durchführung von Berufsorientierungstagen für die Jahrgänge 8, 9 und 10 und Betriebspraktika in den Klassen 9 und 10. Kooperationen mit Partnerbetrieben und Ausbildungseinrichtungen, wie z. B. der Qualifizierungsgesellschaft für Energie-und Umwelttechnik oder Kiezküchen GmbH, weiterführenden Schulen und dem universitären Bereich ergänzen das Angebot. Mit der Arbeitsagentur besteht eine enge Zusammenarbeit, die auch durch ein kontinuierliches Beratungsangebot realisiert wird. Das überarbeitete Schulprogramm von 2015 enthält auf 12 Seiten Aussagen zum Leitbild und zu den Rahmenbedingungen und stellt das Ergebnis der Arbeit der letzten Jahre dar. Es beinhaltet eine Bestandsanalyse und beschreibt die Entwicklungsvorhaben in den Bereichen Unterrichtsentwicklung, Organisationsentwicklung, Personalentwicklung sowie Erziehung und Schulleben und zeigt die geplanten Evaluationen auf. Es führt „ein besonderes Angebot im Bereich Bildende Kunst“ an und bei den Entwicklungsvorhaben wird die Ausweitung der Freiarbeit im Wahlpflichtunterricht u. a. im Bereich Kunst erwähnt. Die Schülerinnen und Schüler stellen regelmäßig ihre Arbeiten in Einrichtungen im Umfeld der Schule aus. Seit vielen Jahren vermarktet die Schülerfirma „Schwitters Art“ die Kunstprodukte aus dem Unterricht. Künstlerische Projekte finden zum Teil fächerverbindend z. B. mit Deutsch statt. Neben den Werkstätten im eigenen Haus nutzen die Schülerinnen und Schüler Angebote bei Karuna oder im Schülerclub Königsstadt, einem Jugend- und Freizeitheim, mit dem eine enge Zusammenarbeit besteht. Als erläuternde und vertiefende Anhänge sind dem Schulprogramm außerdem verschiedene Konzepte und so genannte Transparenzpapiere angefügt, wie z. B. das Differenzierungs- und das Ganztagskonzept oder das Konzept zum Dualen Lernen. Alle sind auf der Homepage der Kurt-Schwitters-Schule einzusehen. Die veränderten Unterrichts- und Pausenzeiten sowie die Teamstrukturen sind inzwischen fest im Alltag der Schule verankert. Dies trifft auch auf die aufeinander abgestimmten Bereiche Regelunterricht und Freiarbeit zu. Dabei berücksichtigt die Stundenplanung durch flexible Unterrichtszeiten einerseits die durch die drei Häuser gegebenen äußeren Zwänge und ermöglicht andererseits die notwendigen Erholungszeiten. Beispielsweise sichern unterschiedliche Anfangs- und Endzeiten der Unterrichtsblöcke in einem Abstand von jeweils 15 Minuten den reibungslosen Unterrichtsbetrieb an diesem Standort mit drei verschiedenen weit voneinander entfernten Schulgebäuden. Die Kurt-Schwitters-Schule ist auf Grund ihres Selbstverständnisses stets in Bewegung. Die Sammlung und Diskussion von Ideen zur Schulentwicklung finden in zwei Arbeitsgruppen statt, bevor sie eventuell zur weiteren Abstimmung in die Gremien getragen werden: Die erweiterte Schulleitung tagt vierzehntägig und besteht neben der Schulleitung aus den Jahrgangsleitungen und einer Sozialpädagogin; ein ständiger Ausschuss aus Schulleitung, Fachbereichsleitungen und ebenfalls einer Sozialpädagogin trifft sich alle sechs Wochen. Mit diesen Gruppen schafft die Schulleiterin eine Struktur zur Qualitätsentwicklung, aus der sie Informationen über die Arbeit der Fachbereiche, Jahrgänge und Klassen bezieht. Für konkrete Arbeitsaufträge wie 2 KARUNA e. V. (1990 gegründet) ist ein staatlich anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Er hilft Kindern, Jugendlichen und Familien in schwierigen Lebenssituationen, ein würdevolles, gesundes und unabhängiges Leben zu führen. Seite 3/10 Kurzbericht zur Inspektion der Kurt-Schwitters-Schule (03K01) z. B. die Weiterentwicklung des Logbuchs oder die Evaluation des gegenwärtigen Ganztagskonzepts werden temporäre Arbeitsgruppen gebildet, in die ein großer Teil des Kollegiums eingebunden ist. Der Unterricht in der Oberstufe ist durch eine intensive Nutzung der zur Verfügung stehenden Lernzeit, eine gute Arbeitsatmosphäre und ein hohes Maß an selbstständigem Lernen gekennzeichnet. In Gruppenarbeit werden gemeinsam Präsentationen erarbeitet oder Debatten vorbereitet, die hinsichtlich Durchführung und Argumentation von den Schülerinnen und Schülern bewertet werden. Die Arbeitsabläufe im Unterricht legen sie oft selbst fest. Die Auseinandersetzung mit verschiedenen Ansichten und das Bilden der eigenen begründeten Meinung ist zwar auch im Unterricht der Sekundarstufe I zu sehen, doch findet hier eine viel stärkere Führung durch die Lehrkräfte statt. Der Unterricht ist oft sehr kleinschrittig strukturiert und bietet den Lernenden wenig differenzierende Aufgabenstellungen an. Vielfach beginnt er mit der Erläuterung der Aufgaben und mündet dann in die Bearbeitung von für alle gleiche Arbeitsbögen. Die Möglichkeiten, unterschiedliche Lernwege zu beschreiten, indem sowohl die Lehrkräfte als auch die Schülerinnen und Schüler auf ein großes Repertoire an Methoden und Arbeitsmaterialien zurückgreifen, werden wenig genutzt. Ein ähnliches Bild zeigt sich im Unterricht der SESB-Klassen, allerdings ist hier die Lenkung von Lernprozessen durch die Lehrkräfte ausgeprägter als in den Regelzügen. Vorwiegend wird das selbstständige Lernen in der Sekundarstufe I in die Freiarbeit delegiert. Die Schülerinnen und Schüler lernen in diesen Freiarbeitszeiten, ihren Lernprozess eigenständig zu organisieren, indem sie fachspezifische Wochenpläne bearbeiten. Hierbei nutzen die Lehrkräfte noch nicht so häufig offene Aufgabenformate, die es den Schülerinnen und Schülern auch ermöglichen, eigene Lösungswege zu finden. Ein einheitliches auf Absprachen basierendes Vorgehen der Lehrkräfte hinsichtlich der Sprachförderung in allen Fächern ist nicht festzustellen. Die Sprachbildung, wie sie im neuen Rahmenlehrplan als Querschnittsthema aller Fächer konzipiert ist, war bisher an der Kurt-Schwitters-Schule nicht Gegenstand der Diskussion. Die Förderung von Sprache war eher auf die Fremdsprachenaneignung ausgelegt, die durch Fahrten ins Ausland unterstützt wurde. Textentlastung erfuhren vornehmlich Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Doppelsteckung3 der Lehrkräfte im Unterricht wird nicht immer effizient genutzt. Eine besondere Förderung beispielsweise von leistungsstärkeren Schülerinnen und Schülern durch gezielte Absprachen erfolgt nicht. Auch die Chance, die Doppelsteckung zur konkreten Unterrichtsentwicklung im Sinne einer kollegialen Hospitation4 zu etablieren und auf der Grundlage klarer Beobachtungsabsprachen das Lehr- oder Lernverhalten zu evaluieren, bleibt weitgehend ungenutzt. Die Ausstattung der Klassenräume wie der gesamten Schule erschwert allerdings den Einsatz vielfältiger, auch digitaler Medien. Der Einsatz dieser Medien ist an der Schule selten. Alle Lehrkräfte haben zwar an einer Einführung zur Nutzung des Smartboards im Unterricht teilgenommen, doch nur sechs Räume sind mit dieser Technik ausgerüstet. Auch die vorhandenen 20 Laptops werden von den Lehrkräften wenig genutzt. Manchmal arbeiten die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe ihrer eigenen Smartphones. Die Arbeit der Schulleiterin genießt bei allen am Schulleben Beteiligten große Zustimmung. Sie wird als sehr engagiert, kommunikativ und einsatzfreudig beschrieben. Sie nutzt kein eigenes Büro, sondern nur ein kleines Sprechzimmer. Ansonsten hält sie sich im Sekretariat auf und ist viel in den drei Häusern unterwegs. Dadurch wird sie als stets präsent wahrgenommen. Sie ist, den jeweiligen Umständen angemessen, jederzeit ansprechbar und nimmt sich Zeit für Gesprä3 4 Zwei Lehrkräfte sind gleichzeitig für die Lerngruppe eingeplant. Ein Instrument der Unterrichtsentwicklung, bei welchem sich zwei Lehrkräfte mit vorher abgestimmten Beobachtungsschwerpunkten gegenseitig im Unterricht besuchen. Seite 4/10 Kurzbericht zur Inspektion der Kurt-Schwitters-Schule (03K01) che. Die für die Schulentwicklung notwendigen Strukturen, z. B. die Jahrgangsteams, werden von ihr unterstützt. Ideen zur Qualitätsverbesserung aus dem Kollegium sowie der Eltern- und Schülerschaft greift sie auf. So kamen erste Anregungen zur Freiarbeit oder auch zur SESB Portugiesisch-Deutsch von den Eltern. Die konkrete Erarbeitung von unterrichtlichen Entwicklungsvorhaben delegiert sie auf die Fachbereichs- und Stufenebene. Diese sieht sie, den gesellschaftlichen Entwicklungen entsprechend, stets im Wandel und in Bewegung. Die Protokolle der Gremiensitzungen stehen in Kurzform auf der Homepage, so dass Interessierten ein hohes Maß an Einblick in die schulische Arbeit gewährt wird. Transparenz und Teilhabemöglichkeiten sind ihr besonders wichtig. Die Zusammenarbeit mit dem stellvertretenden Schulleiter sowie den Stufenleiterinnen ist sehr gut und vertrauensvoll. Allen wird eine hohe Autonomie in der täglichen Arbeit zugestanden. Als eine große Aufgabe der kommenden Jahre in der Personalentwicklung sieht die Schulleiterin die Bewältigung des anstehenden Generationswechsels in der Schule. Das Kollegium der Kurt-Schwitters-Schule ist insgesamt offen für neue Entwicklungen. Die Jahrgangsteams haben feste Zeiten für den internen Austausch. Diese Teamtreffen sind Plattform für Gespräche über den Lernfortschritt und das Sozialverhalten einzelner Schülerinnen oder Schüler, für die weitere Planung der Freiarbeit oder für Absprachen zu Projekten. Auch das Logbuch wird thematisiert und weiterentwickelt. Der Austausch in den Jahrgangsteams wird zunehmend in den Fachbereichen aufgegriffen, so dass allmählich eine didaktischmethodische Verzahnung der Fächer voranschreitet. Die Lehrkräfte der SESB-Klassen sind dabei im Unterschied zum Zeitpunkt der ersten Inspektion nun in die Struktur der Jahrgangsteams einbezogen. Dieses trifft auch auf die Angebote des dualen Lernens zu, an denen die portugiesisch-deutschen Klassen genauso teilnehmen wie die Regelklassen. Die Oberstufe hat eine neue Struktur ihrer Konferenzen beschlossen. Nach einem gemeinsamen Beginn gehen die Lehrkräfte in die Arbeit der jeweiligen Jahrgangsteams und treffen sich abschließend zum gemeinsamen Austausch der Jahrgänge 11 bis 13, so dass auch hier Informationsfluss und Transparenz sichergestellt sind. Die Freiarbeit als Möglichkeit, an der Pädagogik Montessoris orientiert zu arbeiten, bleibt ein Schwerpunkt der Unterrichtsentwicklung. Das gesamte Kollegium hat hierzu in den letzten Jahren gemeinsam Fortbildungen absolviert, einige Lehrkräfte nehmen zurzeit an einem 18-monatigen Diplomkurs zur Montessoripädagogik teil. Seite 5/10 Kurzbericht zur Inspektion der Kurt-Schwitters-Schule (03K01) 4. Qualitätsprofil 5 Qualitätsbereich 1: Ergebnisse der Schule 1.1 Schulleistungsdaten und Schullaufbahn 1.3 Schulzufriedenheit und Schulimage Qualitätsbereich 2: Unterricht/Lehr- und Lernprozesse 2.1 Schulinternes Curriculum und Abstimmung des Lehr- und Lernangebots 2.2 Unterrichtsgestaltung/Lehrerhandeln im Unterricht 2.3 Systematische Unterstützung, Förderung und Beratung C D Bewertung A B C D Unterrichtsprofil A B C D Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und der Eltern Bewertung Qualitätsbereich 4: Schulmanagement A 4.1 Schulleitungshandeln und Schulgemeinschaft 4.2 Schulleitungshandeln und Qualitätsmanagement Qualitätsbereich 5: Professionalisierung und Personalmanagement 5.1 Personalentwicklung und Personaleinsatz 5.2 Arbeits- und Kommunikationskultur im Kollegium Qualitätsbereich 6: Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung 6.1 Evaluation schulischer Entwicklungsvorhaben 6.2 Fortschreibung des Schulprogramms E.2 Ganztagsangebot E.3 Duales Lernen E.7 Staatliche Europaschule Berlin B C D Bewertung A B C D Bewertung A B C D Bewertung Ergänzende Qualitätsmerkmale 5 B Bewertung Qualitätsbereich 3: Schulkultur 3.1 Bewertung A A B C Das Qualitätsprofil beinhaltet verpflichtende Qualitätsmerkmale (blau unterlegt) und Wahlmodule. Hinter diesem Qualitätsprofil verbergen sich ca. 200 Indikatoren. Die Schule erhält im ausführlichen Bericht eine detaillierte Rückmeldung dieser Ergebnisse im Bewertungsbogen. Nähere Informationen zu den Instrumenten und den Verfahren der Berliner Schulinspektion finden Sie in unserem Handbuch im Internet unter www.berlin.de/sen/bildung/schulqualitaet/schulinspektion Seite 6/10 D Kurzbericht zur Inspektion der Kurt-Schwitters-Schule (03K01) 5. Unterrichtsprofil Bewertung Unterrichtsbedingungen A B C D vergleichend 2.2.1 Lehr- und Lernzeit b 2.2.2 Lern- und Arbeitsbedingungen b 2.2.3 Strukturierung und transparente Zielausrichtung b 2.2.4 Kooperation des pädagogischen Personals c 2.2.5 Verhalten im Unterricht b 2.2.6 Pädagogisches Klima im Unterricht b 2.2.7 Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft b Unterrichtsprozess A B C D vergleichend 2.2.8 Förderung von Selbstvertrauen und Selbsteinschätzung c 2.2.9 Fachimmanentes, fachübergreifendes und fächerverbindendes Lernen b 2.2.10 Methoden- und Medienwahl b 2.2.11 Sprach- und Kommunikationsförderung c Individualisierung von Lernprozessen 2.2.12 Innere Differenzierung c 2.2.13 Selbstständiges Lernen b 2.2.14 Kooperatives Lernen c 2.2.15 Problemorientiertes Lernen c 6 Normative Bewertung Vergleichende Bewertung A (stark ausgeprägt) Norm: 80 % und mehr der Bewertungen des Qualitätskriteriums sind positiv (bei mind. 40 % „++“). a (vergleichsweise stark) Der Mittelwert der Schule liegt oberhalb der durch die Standardabweichung vorgegebenen Obergrenze B (eher stark ausgeprägt) Norm: Zwischen 60 % und 80 % der Bewertungen des Qualitätskriteriums sind positiv. C (eher schwach ausgeprägt) Norm: Zwischen 40 % und 60 % der Bewertungen des Qualitätskriteriums sind positiv. D (schwach ausgeprägt) Norm: Weniger als 40 % der Bewertungen des Qualitätskriteriums sind positiv. 6 b (vergleichsweise eher stark) Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner Mittelwert und der Obergrenze. c (vergleichsweise eher schwach) Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner Mittelwert und der durch die Standardabweichung vorgegebenen Untergrenze. d (vergleichsweise schwach) Der Mittelwert liegt unterhalb der Untergrenze. Die aktuellen Unterrichtsbeobachtungen werden mit dem Mittelwert von ca. 30.000 Unterrichtsbeobachtungen der ersten Inspektionsrunde verglichen und auf der folgenden Seite grafisch dargestellt. Seite 7/10 Kurzbericht zur Inspektion der Kurt-Schwitters-Schule (03K01) 6. Auswertung der Unterrichtsbesuche (grafische Darstellung der normativen Bewertung) 100% A/ B80% B 60% C 40% D 20% D 0% 2.2.1 2.2.2 2.2.3 2.2.4 2.2.5 2.2.6 2.2.7 ++ 2.2.8 + - 2.2.9 2.2.10 2.2.11 2.2.12 2.2.13 2.2.14 2.2.15 2.2.14 2.2.15 -- 7. Auswertung der Unterrichtsbesuche (grafische Darstellung der vergleichenden Bewertung Schule - Berlin) 4,00 3,50 3,00 2,50 2,00 1,50 1,00 2.2.1 2.2.2 2.2.3 2.2.4 Berlin MW 2.2.5 2.2.6 2.2.7 2.2.8 Berlin untere Grenze Seite 8/10 2.2.9 2.2.10 Berlin obere Grenze 2.2.11 2.2.12 2.2.13 03K01 MW Kurzbericht zur Inspektion der Kurt-Schwitters-Schule (03K01) 8. Standortbeschreibung Die Kurt-Schwitters-Schule wurde 1991 als Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe gegründet. Sie liegt zentral in dem an den Volkspark Friedrichshain angrenzenden sogenannten Bötzowkiez im Stadtteil Prenzlauer Berg. Das Schulgelände zwischen Greifswalder Straße und Bötzowstraße gliedert sich in zwei voneinander getrennte Bereiche mit insgesamt drei Gebäuden, die als Häuser 1 bis 3 bezeichnet werden. Es besteht die Möglichkeit, über einen kurzen Weg, der über eine ruhige Erschließungsstraße für ein öffentliches Wohngebiet führt, zwischen den Standorten zu wechseln. Sogenannte „Wohngebietsaufsichten“ durch Lehrkräfte sichern diesen Weg in den Hofpausen zusätzlich ab. Alle Gebäude der Kurt-Schwitters-Schule stehen unter Denkmalschutz. Sie sind barrierefrei mit Fahrstühlen ausgestattet. Der Haupteingang der Schule befindet sich in Haus 2 in der Bötzowstraße 11. Für das große um einen Innenhof herum angelegte ursprüngliche Königstädtische Lyzeum, das 1914 fertiggestellt wurde, steht im Gegensatz zu den sanierten Gebäuden Haus 1 und 3 eine umfassende Sanierung im Sinne der geltenden Brandschutzbestimmungen noch aus. In Haus 2 werden die Jahrgänge 8 und 10 unterrichtet. Die Klassenräume erreicht man durch ein in der Hofeinfahrt liegendes zentrales Treppenhaus bzw. weitere vom Innenhof erreichbare Aufgänge. Zum Verwaltungsbereich der Kurt-Schwitters-Schule gelangt man direkt von der Bötzowstraße über eine kleine Treppe, die zu einem durch Kunstobjekte ansprechend gestalteten kleinen Eingangsbereich in den Räumen eines ehemaligen Lehrerwohnhauses führt. Hier sind das Sekretariat der Schule, das Schulleitungsbüro sowie weitere Verwaltungsräume untergebracht. Im Kellergeschoss des Gebäudes, aber mit großen bodentiefen Fenstern zum Hof ausgestattet, befinden sich eine Holz- sowie eine Metallwerkstatt, ein Raum für Video- und Fotokunst, eine Keramikwerkstatt und die Lehrküche. Im Erdgeschoss wird dieser Bereich durch einen für den WAT-Unterricht genutzten Nähmaschinenraum ergänzt. Auch ein weiterer Raum für den Kunstunterricht sowie der Informatikraum, in dem auch der Schulserver untergebracht ist, liegen im Erdgeschoss. Der Schule stehen insgesamt zwei PC-Räume zur Verfügung. Der zweite befindet sich in dem ebenfalls großen Schulgebäude Haus 1. In Haus 2 ist ein Anschluss an das Internet noch nicht gegeben. Im ersten Stock des Hauses 2 befinden sich weitere Räume für Kunstunterricht und für den allgemeinen Fachunterricht. Auch der große Essensraum mit angrenzender Küche, das Lehrerzimmer sowie ein Teamraum liegen hier. Im Stockwerk darüber stehen den Schülerinnen und Schülern in einem geräumigen Freizeitbereich ein Billiardzimmer, ein Tischtennisraum, ein Leseraum sowie weitere kleine Projekträume für die Pausenzeiten zur Verfügung. Im dritten Stock findet man schließlich die Fachräume für den naturwissenschaftlichen Unterricht, zwei Physik-, zwei Chemie- und einen Biologiefachräume, einen Raum für das Fach Darstellendes Spiel sowie die kleine mit einer mobilen Bühne ausgestattete Aula. In diesem Haus wie auch in Haus 1 gibt es nur drei Räume, in denen Smartboards installiert sind. Sie können nach Anmeldung genutzt werden. Für die vier Jahrgangsteams existieren Teamräume, in denen den Klassenleitungen jeweils ein Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Trotz des augenfällig notwendigen Renovierungsbedarfes in diesem Gebäude gelingt es der Schule durch Ausstellung von Schülerarbeiten und Gestaltung der Flure und Wände etwas Atmosphäre zu schaffen. In den Unterrichtsräumen hingegen werden wenige Unterrichtsergebnisse ausgestellt. Der Großteil der Räume ist mit Regalen ausgestattet, in denen die Schülerinnen und Schüler ihre Ablagen für die Materialien der Freiarbeitszeiten sowie einen Grundbedarf an Nachschlagewerken für die Phasen der selbstständigen Arbeit finden. Die beiden Gebäude des Standortes an der Greifswalder Straße sind in den letzten Jahren schrittweise umfassend saniert worden. Die Fassade zur Greifswalder Straße des Hauses 3, ist Seite 9/10 Kurzbericht zur Inspektion der Kurt-Schwitters-Schule (03K01) durch im ersten Stock ansetzende auffällig massive Säulen geprägt. Im unteren Bereich der historischen Fassade ist noch eine ältere farbige Gestaltung zu sehen, die aber mit Graffitis beschmiert ist. Der Dachausbau im Zuge der Sanierung wurde genutzt, um zwei große atelierartige Räume für den Kunstunterricht der Oberstufe unterzubringen. Dieses Haus wird aufgrund der ansonsten geringen Raumgrößen vorwiegend für den Unterricht in der gymnasialen Oberstufe genutzt. Hier befindet sich auch das Büro der beiden pädagogischen Koordinatorinnen. Im Erdgeschoss dieses Gebäudes ist die größere der beiden der Schule zur Verfügung stehenden Sporthallen integriert. Mit einer kleinen Galerie versehen und direkt angrenzenden Umkleiden ist sie funktional, aber dennoch recht beengt. Die am Standort Bötzowstraße gelegene Turnhalle ist noch etwas kleiner und deren Umkleide- und Sanitärbereich liegt im Keller. Ergänzt wird der Sportbereich auf der Außenanlage hinter Haus 2 lediglich durch einen kleinen mit Fußballtoren und Basketballkörben ausgestatteten Platz für Ballspiele, eine Sprunggrube und eine Laufbahn mit Kunststoffbelag von 75 Metern Länge. Für Konditions- und Lauftraining wird mitunter der nahe gelegene Park genutzt, aber insgesamt sind die Möglichkeiten der Schule für den Sportunterricht der 942 Schülerinnen und Schüler sehr begrenzt. Ein geplanter Hallenneubau neben der Ruine der alten Bötzowbrauerei ist zurzeit nicht realisierbar. Über einen bspw. mit kleinen Bodentrampolinen gestalteten Hof, auf dem in einem Pavillon der Schulclub untergebracht ist, gelangt man zu Haus 1. Dieser Hofbereich sowie der Innenhof am Standort Bötzowstraße wurden im Rahmen eines 2010 durchgeführten Wettbewerbs zur Hofgestaltung durch die S.T.E.R.N. GmbH7, bei dem auch Schülerwünsche berücksichtigt wurden, angelegt. Der Innenhof am Standort Bötzowstraße ist mit Sitzgelegenheiten, einem Holzpavillon und einer kleinen Holzbühne ausgestattet. Zudem gibt es hinter dem langgestreckten Haus 1 einen weiteren kleinen Hofbereich, der als Lesehof bezeichnet wird. Mobile wetterfeste Sessel dienen hier zum Lesen und Entspannen in ruhiger Atmosphäre. Alles ist auch nach nunmehr drei Jahren Nutzung in sehr gutem Zustand. Das langgestreckte Haus 1, das durch die große Hofeinfahrt in Haus 3 von der Greifswalder Straße aus zu erreichen ist, beherbergt neben den Unterrichtsräumen für die Jahrgangsstufen 7 und 9 jeweils zwei Fachräume für Biologie, Physik und Chemie sowie dazu gehörige Vorbereitungsräume und einen Musikraum mit angrenzendem Keyboardraum, der allerdings mangels einer Trennwand nicht separat genutzt werden kann. Die Verteilung der Fachräume sowie die zweite Essensausgabe im Keller reduzieren häufiges Wechseln zwischen den Gebäuden sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Lehrkräfte. Außerdem befinden sich im Untergeschoss ein schallgedämmter Raum für Bandproben, bspw. für die Jugendarbeit des Bando e.V.8 und ein kleiner Freizeitbereich, die Lounge genannt. In der 3. Etage liegt die große Aula der Schule, die mit einer flexiblen Bühne ausgestattet ist. In Haus 1 hat der stellvertretende Schulleiter sein Büro neben einem Sekretariat, dem Büro für den sozialpädagogischen Bereich und einem Lehrerzimmer. 7 8 S.T.E.R.N. GmbH: Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung Bando ist eine Berliner Percussion-Band, die auf Metallfässern spielt und mit den Schülerinnen und Schülern der Kurt-Schwitters-Schule und der Jugendeinrichtung Königstadt als e.V. Jugendarbeit leistet. Seite 10/10
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