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Full text: Großstädtisches Wohnungselend / Südekum, Albert

Großstadt-Dokumente Bd. 45. Großstadt. Wohnungselend. 65

gemeiner Aufstieg fände sein jähes Ende an dem Mangel zureichender Wohnungen. Mit dem vorhandenen Quantum von Wohnräumen kann das Bedürfnis der großstädtischen Bevölkerung an genügend großen, genügend gelüfteten und besonnten, bescheidenen Ansprüchen der Sittlichkeit, der Gesundheitspflege und des Komforts entsprechenden Hausungen nicht befriedigt werden.

Der alte Revolutionär Peter Kropotkin versucht in seinem Buche „La Conquete du Paln1* * (Die Eroberung des Brotes) zu schildern, wie sich wohl das Proletariat, einmal zur Macht gelaugt, in den eroberten Städten, z. V. in Paris, einrichten werde. Er meint, was die Wohnungsftage anlangt, es Komme nur darauf an, die Idee der Expropriation der Häuser populär zu machen; die Enteignung selbst und die daraus naturgemäß folgende allgemeine Verbesserung der Wohnungsverhältnisse würden keine „unübersteigbaren Hindernisse" bilden; man brauche eigentlich nur die in überfüllten Löchern Hausenden aus die leerstehenden Wohnungen zu verteilen und den behaglich, ja verschwenderisch wohnenden Reichen von ihren Gemächern den Überfluß zur Unterbringung Notleidender abzunehmen — dann sei diese Frage erledigt. Der prächtige alte Enthusiast, der, ein Mathematiker von Bedeutung, aus so vielen anderen Gebieten des Lebens und des Wissens das vorhandene Zahlenmaterial so sorgsam zu prüfen uud so genau zu werten gewußt hat, ließ hier seinen Wünschen ein allzu freies Spiel.

Nehmen wir einmal zur Nachprüfung die Berliner

* Paris, P. V. Stock, Gditeur.

Großstadt-Dokumente Bd. 45.

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