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Full text: Großstädtisches Wohnungselend / Südekum, Albert

60 Großstadt-Dokumente Bd. 45. Großstädt. Wohnungselend.

die Tatsache, daß die heutige Form des Hausbesitzers und

notwendiges ist. Dieses Übels Wurzel liegt in dem privaten Eigentum am Wohnboden. Die Überzeugung von der Notwendigkeit einer Umänderung dieser Verhältnisse hat erst in einer Minderheit unserer Volksgenossen die Bewußtseinsschwelle überschritten. Und diese Minderheit ist in Gemeinde, Staat und Reich politisch ohne entscheidenden Einslutz, in der Gesellschaft alles eher als „tonangebend", in der Wissenschaft nur schwach vertreten, in der Literatur ohne weithin gehörte Anwälte. Es ist uns allen schon geläufig geworden, datz der Staat ein so monopolistisches Unternehmen, wie die Eisenbahnen in seinen Besitz übergeführt hat; datz Städte Gaswerke, Elektrizitätswerke und Straßenbahnen	besitzen;	eine	Verstaatlichung	des

Getreidehandels hat	ebenso	ihre	Freunde, wie	die

Nationalisierung der	Kohlen-,	Erz-	und Salzschätze	der

Erde: aber an eine Vergesellschaftung des Wohnbodens, die wohl zunächst in den Formen einer Kommunali-sierung vor sich gehen müßte, ist	man nur erst	mit

zögernden Vorschlägen herangetreten. Um so nachdrücklicher mutz unser Volk aus die Wichtigkeit dieses Problems hingewiesen werden. Nur eine unablässige, von vielen Seiten in Angriff genommene Belehrung in Sachm einer rationellen (grotz)städtischen Bodenpolitik kann den notwendigen und kaum noch auffchiebbaren gesetzgeberischen Maßnahmen die Wege bahnen. Die Auseinandersetzung, um die es sich dabei handelt, wird wohl ohnehin jahrelang dauern; aber daß sie, weil unvermeid-
        
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