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Full text: Großstädtisches Wohnungselend / Südekum, Albert

44 Großstadt-Dokumente Bd. 45. Großstüdt. Wohnungselend.

rigen Töchter des £., die Eltern selbst in der Küche. Erst als das 11jährige Kind über Schmerzen im Leibe klagte, schöpften die Eltern Verdacht. Ein Arzt konstatierte, daß die kleine K. mit einer häßlichen Krankheit behaftet war. Es stellte sich heraus, daß der bei K. wohnhafte Angeklagte Wojciechowsky, während der Vater des Mädchens tagsüber auf Arbeit war und die Mutter Auf-wartedienste versah, sich an dem Kinde in schändlicher Weise vergangen hatte. Das Gericht erkannte auf eine Zuchthausstrafe von 1V4 Jahren. — Ganz ähnlich lag ein zweiter Fall eines Attentats auf kleine Kinder, der die 6. Strafkammer des Landgerichts I beschäftigte. Hier war der Arbeiter Emil Eibsohn wegen Verbrechens gegen die §§ 175 und 176, 3 StGV. angeklagt. Auch dieser wohnte als Schlafbursche bei einer aus fünf Köpfen bestehenden Familie im Norden Berlins. Während der Abwesenheit der Eltern verging sich E. nicht nur an den beiden kleinen Knaben seiner Wirtsleute, sondern auch noch an dem 8jährigen Kinde eines anderen Hausbewohners. Das Arteil gegen ihn lautete auf IV2 Jahre Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte zwei Jahre Zuchthaus beantragt. — Wegen Sittlichkeitsverbrechens mutzte sich ferner der Monteur Wilhelm Gautert vor dem Stras-richter verantworten. Dieser wohnte als Aftermieter bei einem Restaurateur B. G. verging sich an der 9jährigen Tochter seines Wirtes. Die Kleine lockte jedoch durch ihr Schreien die Mutter herbei. Gegen G. lautete das Urteil auf 1 Jahr Gefängnis. — Eine erst 14jährige Mutter mutzte als Zeugin in einer anderen Verhandlung erscheinen. In dieser war der Handlungsgehilfe Albert Mertens wegen Sittlichkeitsverbrechens angeklagt. Der
        
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