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Full text: Großstädtisches Wohnungselend / Südekum, Albert

Großstadt-Dokumente Bd. 45. Eroszstädt. Wohnungselend. 13

zu verstehen und zu erklären. Menschenwürde und die Kraft zur Hoffnung gehen in den muffigen und stickigen, überfüllten, licht- und lustlosen, lärmenden Wohnungen oft zugrunde. Und damit seelische Kräfte des Volkes, deren Wert sich in Zahlen überhaupt nicht ausdrücken läßt. . .

Es ist abgemacht, daß keine langen Zahlenreihen und keine wuchtigen Tabellen auf den folgenden Blättern ausmarschieren sollen. Aber das Wenige, was ich aus amtlichen Veröffentlichungen zusammentrage, empfehle ich darum besonderer Beachtung; ich rufe die Phantasie des Lesers zu Hilfe, damit sie immer ihm das Leben hinter den toten Zahlen ausmale.

Es wäre ein Irrtum, sollte jemand annehmen, er erführe hier über die Wohnungsverhültnisse der Großstadtbevölkerung im ganzen nichts anderes, als was in anderen Büchern bereits gesagt worden ist. Seit vielen Jahren habe ich die Wohnungsverhältnisse der Minderbemittelten zum Gegenstände besonderer Studien gemacht und viele Proletarierbehausungen in vielen deutschen und auch ausländischen Orten besucht und untersucht. In Sachen der Wohnungsfrage tut's das Buchstudium allein nicht, die Anschauung mutz belebend hinzutreten; hinwiederum über der Einzelheit, und mag es die eindrucksvollste sein, darf man auch die großen, durch die Statistik offenbarten Zusammenhänge nicht vergessen.

Ich habe, wie gesagt, viele Proletarierwohnungen gesehen, besucht und untersucht; so wie ich sie fand, schildere ich sie. Aber ich habe nicht etwa aus Allerschlimmstes und deshalb wenig Beweisendes Iagd gemacht. Das
        
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