Publication:
Berlin: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2018
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365602
Path:
Projekte zur Prävention
islamistischer Radikalisierung
im Bundesprogramm „Demokratie leben!“

Inhalt

4	Grußwort der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend Dr. Franziska Giffey
6

Einleitung

10	Pädagogische Ansätze in der Prävention von islamistischer
Radikalisierung
Projekte zur Prävention islamistischer Radikalisierung im Bundesprogramm „Demokratie leben!“
Strukturentwicklung zum bundeszentralen Träger
14 P
 olitische Bildungsarbeit zu religiöser Vielfalt und
Radikalisierungsprävention
Ufuq e. V.
16 P
 rävention islamistischer bzw. religiös begründeter
Radikalisierung
Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus e. V.
Modellprojekte
18 180 Grad Wende „R“
Jugendbildungs- und Sozialwerk Goethe e. V.
20 Akteure der Jugendbildung stärken – Jugendliche vor
Radikalisierung schützen
Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus – KIgA e. V.
22 BAHIRA Beratungsstelle
Violence Prevention Network e. V.

24 Diagnostisch-Therapeutisches Netzwerk Extremismus (DNE)
ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH
26 EXTREM Demokratisch – Muslimische Jugendarbeit stärken
	
Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie
(RAA) e. V.
28	
Jugendschutz.net – Jugendpolitisches Kompetenzzentrum
für den Schutz junger User im Netz
LPR-Trägergesellschaft für jugendschutz.net gGmbH
30 Kick-off
Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e. V.
32 Präventionsnetzwerk gegen religiös begründeten Extremismus
Türkische Gemeinde in Deutschland e. V.
Strukturbildende Maßnahme auf Landesebene
34 Plan P – Jugend stark machen gegen salafistische Radikalisierung
	
Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz – Landesstelle NRW
Weiterführende Informationen
38 Bundesprogramm „Demokratie leben!“
 iste der von „Demokratie leben!“ geförderten Projekte zur
L
Prävention islamistischer Radikalisierung
40 Strukturförderung zum Bundeszentralen Träger
40 Prävention islamistischer Radikalisierung
Modellprojekte zur Radikalisierungsprävention im Themenfeld
43	
„Islamistische Orientierungen und Handlungen“
55 Vielfalt-Mediathek
56 Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“

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Grußwort der Bundesministerin
für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend Dr. Franziska Giffey

Eine Spruchweisheit der Mandinka aus Afrika
sagt: „Viele kleine Leute in vielen kleinen
Orten, die viele kleine Dinge tun, können das
Gesicht der Welt verändern.“ Ein gutes und
solidarisches Zusammenleben von Menschen
unterschiedlicher Herkunft, Kultur und
Überzeugung braucht viele Menschen, die im
Alltag rücksichtsvoll handeln – und dabei
auf der gemeinsamen Wertegrundlage eines
guten Zusammenlebens bestehen: Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit. Diese gemeinsamen Werte werden
immer wieder angegriffen. Menschen- und Demokratiefeindlichkeit
trägt verschiedene Gesichter: Rechtsextremismus, Rassismus, islamistischer Extremismus, Antisemitismus, Homo- und Transfeindlichkeit,
Anti­ziganismus oder auch linke Militanz.
Die Basis für ein friedliches Zusammenleben bildet das Deutsche Grundgesetz. Die Menschen in Deutschland, die sich für unsere wehrhafte
Demokratie, für gelebte Vielfalt und den Zusammenhalt in unserer
Gesellschaft einsetzen, brauchen Rückhalt und Unterstützung. Das
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt das zivilgesellschaftliche Engagement für die Demokratie
und gegen jede Form von Extremismus mit dem Bundesprogramm
„Demokratie leben!“. Damit fördern wir Projekte, mit denen Organisationen, Initiativen, Vereine, Bürgerinnen und Bürger selbst
aktiv werden. Besonders wichtig ist es mir, Kinder und Jugendliche
anzusprechen und ihnen Möglichkeiten der Mitgestaltung zu geben.

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Zum Programm „Demokratie leben!“ gehören Projekte auf kommunaler, regionaler und überregionaler Ebene, für eine lebendige Demokratie und damit präventiv gegen Extremismus.
Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist die gemeinsame Aufgabe von Staat und Zivilgesellschaft, jeder Demokratie- und Menschenfeindlichkeit entschieden und geschlossen entgegenzutreten. Überall
in Deutschland, in konkreten Projekten vor Ort. Demokratie bleibt
lebendig und wird lebendiger, wenn jede und jeder Einzelne sie aktiv
mitgestaltet. Deswegen rufe ich alle auf: Leben Sie Demokratie im Alltag! Mischen Sie sich ein, bekennen Sie Farbe, beginnen sie mit kleinen
Schritten und machen Sie sich für eine vielfältige und respektvolle
Gesellschaft stark!
Mit freundlichen Grüßen

Dr. Franziska Giffey
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

6

Einleitung

Zahlreiche Initiativen, Vereine und engagierte Bürgerinnen und Bürger
in ganz Deutschland setzen sich tagtäglich für ein vielfältiges, gewaltfreies und respektvolles Miteinander ein. Bei dieser wichtigen Arbeit
unterstützt sie seit 2015 das Bundesprogramm „Demokratie leben!“
des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Ziel ist es, vor allem junge Menschen gegen menschen- und demokratiefeindliche Einstellungen stark zu machen.
Das Programm setzt dabei auf verschiedenen Ebenen an: Es werden
deutschlandweit aktuell mehr als 600 Projekte sowohl mit kommunaler als auch mit regionaler und überregionaler Wirkung gefördert.
Einer der thematischen Schwerpunkte von „Demokratie leben!“ liegt
in der Prävention von politisch oder religiös begründeten Radikalisierungsprozessen beziehungsweise in der Deradikalisierung
betroffener Personen. Neben der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Linker Militanz kommt hierbei dem Phänomen
der islamistischen Radikalisierung besondere Bedeutung zu.
So entwickeln zahlreiche Modellprojekte pädagogische Angebote zur
Auseinandersetzung mit religiös begründeter Demokratiefeindlichkeit. Sie stärken und empowern junge Muslime bzw. Musliminnen,
erschließen Zugänge zu Jugendlichen mit Affinitäten zu islamistischen
Ideologien und sensibilisieren Multiplikatorinnen bzw. Multiplikatoren der Jugendhilfe für den Umgang mit radikalisierungsgefährdeten
Personen. Eine besondere Herausforderung ihrer Arbeit ist es, das
Verhältnis zwischen legitimer Religionsausübung und ideologischer
Instrumentalisierung des Islam auszuloten.

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Nachhaltige Strukturen

Demokratie leben!
Kommunen

Länder

Bund

Partnerschaften
für Demokratie

LandesDemokratiezentren

Strukturentwicklung
zum bundeszentralen
Träger

Modellprojekte in den Themenfeldern

Ausgewählte Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit
und Demokratiestärkung im ländlichen Raum

Radikalisierungsprävention
Engagement und Vielfalt in der Arbeits- und Unternehmenswelt
Demokratieförderung im Bildungsbereich
Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft
Stärkung des Engagements im Netz – gegen Hass im Netz
Prävention und Deradikalisierung in Strafvollzug
und Bewährungshilfe

Forschung, Öffentlichkeitsarbeit, Begleitprojekte, Bundesamt für
Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, Programmvernetzung
und wissenschaftliche Begleitung

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Eine Reihe weiterer, thematisch dem Bereich der Prävention von islamistischer Radikalisierung zuzurechnender Modellprojekte setzt
sich speziell mit Radikalisierungsprozessen im Internet bzw. der Prävention und Deradikalierung in Strafvollzug und Bewährungshilfe
auseinander und erprobt hier innovative Handlungsansätze.
Auch in den anderen Programmbereichen von „Demokratie leben!“
spielt die Prävention von religiös begründeter Radikalisierung eine
wichtige Rolle:
Die lokalen „Partnerschaften für Demokratie“ entwickeln im kommunalen Rahmen Handlungskonzepte der Stärkung von Demokratie und Vielfalt und führen vor Ort entsprechende Maßnahmen
durch. Für viele dieser Partnerschaften stellt die Prävention von
islamistischer Radikalisierung einen der Arbeitsschwerpunkte dar.
Die auf Ebene der Länder angesiedelten Demokratiezentren haben
unter anderem die Aufgabe, die im jeweiligen Bundesland durchgeführten Maßnahmen zur Prävention von islamistischer Radikalisierung zu planen, zu unterstützen und zu koordinieren. In einigen
Ländern werden zudem spezielle Beratungsangebote im Hinblick
auf demokratiefeindliche islamistische Phänomene erprobt. Dies
umfasst insbesondere die Bereiche der Mobilen Beratung sowie der
Distanzierungs- und Ausstiegsberatung.
Länder, die einen besonderen Handlungsbedarf in Bezug auf islamistische Phänomene sehen, erhalten zusätzlich eine Förderung für strukturbildende Modellvorhaben. Hier werden Maßnahmen entwickelt, die
die Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe befähigen, mit dieser Herausforderung umzugehen. Ein Beispiel für ein derartiges strukturbildendes Modellvorhaben findet sich auf Seite 34.
Des Weiteren werden wichtige nicht staatliche Organisationen, die in
den Bereichen Demokratieförderung und Radikalisierungsprävention

9

deutschlandweit tätig sind, durch das Bundesprogramm bei der Professionalisierung und Verstetigung ihrer Arbeit unterstützt.
Diese Broschüre gibt einen Einblick in die Arbeit einiger Projekte, die
ihren Tätigkeitsschwerpunkt auf die Prävention von islamistischer
Radikalisierung legen. Dabei bildet sie nur einen Zwischenstand der
bisherigen Arbeit ab, denn die Projekte befinden sich mitten in der
Erprobung ihrer neuen Ansätze.
Über die in dieser Broschüre aufgeführten Projekte hinaus gibt es eine
Vielzahl weiterer Projekte, welche sich im Sinne eines phänomenübergreifenden Ansatzes auch mit religiös begründeter Radikalisierung
auseinandersetzen und die Wechselwirkung unterschiedlicher demokratie- und menschenfeindlicher Phänomene in den Blick nehmen.

10

Pädagogische Ansätze in der
Prävention von islamistischer
Radikalisierung

Joachim Langner, Deutsches Jugendinstitut
Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ werden verschiedene Angebote gefördert, deren Ziel die Entwicklung und
Erprobung von Ansätzen der Prävention von islamistischer Radikalisierung ist. Die Projekte sind dabei sehr vielfältig und arbeiten mit
unterschiedlichen Zielgruppen und pädagogischen Ansätzen.
Entsprechend der Leitlinie des Programmbereichs fokussiert sich diese
Arbeit auf die Auseinandersetzung mit „demokratie- und rechtsstaatsfeindlichen ‚islamistischen Orientierungen und Handlungen‘“ und
„gewaltförmigen islamistischen Phänomenen bzw. Instrumentalisierungen ‚des‘ Islam“. Es geht hier um die Hinwendung zu Ideologien
und Gruppen, die sowohl islamistisch oder salafistisch als auch demokratiefeindlich oder gewaltorientiert sind. In der Fachdebatte ist hier
inzwischen auch der Begriff „religiös begründeter Extremismus“ gängig.
Der größte Teil der Projekte wendet sich an Jugendliche und junge
Erwachsene. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Personen, die
mehr oder weniger konkret als gefährdet gelten, demokratiefeindliche
islamistische Gruppen und Ideologien attraktiv zu finden. Sie zielen
darauf ab, junge Menschen gegen demokratiefeindlich-islamistische
Gruppen und Ideologien zu stärken. Ein Teil der Projekte arbeitet mit
jungen Menschen, bei denen sich Anzeichen für eine islamistische
Radikalisierung zeigen. Sie versuchen diese zu unterstützen, sich
von demokratiefeindlich-islamistischen Gruppen oder ideologischen
Erklärungsmustern zu lösen.

11

Die Projekte verfolgen dabei unterschiedliche Strategien und vielfältige
pädagogische Vorgehensweisen. Darunter findet sich politische Bildungsarbeit, die z. B. die Grundlagen für ein gelingendes Gemeinwesen
vermitteln soll. Daneben gibt es pädagogische Bildungsarbeit, die sich
bspw. mit extremistischen Positionen auf Grundlage ihrer religiösen
Bezugspunkte auseinandersetzt. Wesentlich sind außerdem Reflexionsangebote, in denen bspw. Herausforderungen im Aufwachsen in der
Migrationsgesellschaft zur Sprache kommen können wie etwa Identität,
Zugehörigkeit und Ausgrenzungserfahrungen. Einige Projekte unterstützen junge Menschen außerdem in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe.
Neben Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind pädagogische
Fachkräfte eine wichtige Zielgruppe vieler Projekte. Hier sollen
z. B. Lehrkräfte oder Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen befähigt
werden, kompetent mit demokratie-feindlichen islamistischen
Einstellungen und Handlungen in ihrem alltäglichen Arbeitszusammenhang umgehen zu können.
Abgesehen von den Projekten, die vor allem mit Jugendlichen und
jungen Erwachsenen oder pädagogischen Fachkräften arbeiten,
gibt es vereinzelt auch Angebote, die sich an andere Zielgruppen wenden. Unter den geförderten Projekten finden sich zum Beispiel auch
solche, die sich an Eltern wenden oder Schnittstellen zu anderen Systemen wie der Psychotherapie oder der Psychosozialen Beratung stärken.
Die pädagogische Praxis in dem Themenfeld hat sich vor allem im
Laufe des vergangenen Jahrzehnts entwickelt. Entsprechend konnten
inzwischen verschiedene Erfahrungen in der Arbeit gemacht werden.
Insgesamt handelt es sich dabei aber immer noch um ein Arbeitsfeld,
in dem Vorgehensweisen und Ansätze in ihren speziellen Kontexten
erst erarbeitet und erprobt werden müssen. Entsprechend können die
hier vorgestellten Projekte wertvolle Beiträge zur fachlichen Weiterentwicklung in der pädagogischen Auseinandersetzung mit islamistischer Radikalisierung leisten.

Projekte zur Prävention
islamistischer Radikalisierung
im Bundesprogramm
„Demokratie leben!“

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Strukturentwicklung zum
bundeszentralen Träger

Politische Bildungsarbeit zu religiöser Vielfalt und
Radikalisierungsprävention

Ufuq e. V.
www.ufuq.de
E-Mail: info@ufuq.de
Tel.: 030/98341051
Wirkungsort: bundesweites Angebot

Ziel der Arbeit von ufuq.de (arabisch für: Horizont) ist die Entwicklung
von Angeboten zur Prävention von demokratiefeindlichen und antipluralistischen Einstellungen unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen – vor allem solchen, die religiös begründet werden. Um Expertise
und Erfahrungen aus seiner Präventionsarbeit weiterzutragen, führt
ufuq.de deutschlandweit Schulungen für Träger im Bildungsbereich
(„Train the Trainer“) durch und bietet Beratungen für Verwaltungen,
Verbände und politische Gremien an. Auf der Website von ufuq.de
finden pädagogische Fachkräfte zudem umfangreiche Hintergrundinformationen, Literaturempfehlungen sowie Hinweise und Materialien
für ihre Praxis. Im Mittelpunkt dieser Angebote steht die Stärkung der
Handlungskompetenzen von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren –
insbesondere im Umgang mit den verschiedenen Formen muslimischer Religiosität bei jungen Menschen.

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Bildnachweis: Ufuq e. V.

Außerdem bietet ufuq.de in Kooperation mit lokalen Partnern an
mehreren Standorten bundesweit Workshops für Jugendliche an
(„Wie wollen wir leben?“) und entwickelt didaktische und methodische Materialien, die andere Träger und Projekte in ihrer eigenen
Arbeit einsetzen können.
Die Angebote von ufuq.de sollen das Demokratieverständnis von
Jugendlichen fördern und sie für einfache Welt- und Feindbilder
sensibilisieren. Dabei werden auch Fragen zu Religion und Religiosität, Zugehörigkeit und Diskriminierung aufgegriffen. Den Jugendlichen werden Deutungsangebote für gesellschaftliche, religiöse
und politische Fragen vermittelt und Alternativen zu den Antworten aufgezeigt, die der Salafismus und andere radikale Ideologien
vermeintlich geben.

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Prävention islamistischer bzw. religiös begründeter
Radikalisierung

Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus e. V.
www.bag-relex.de
E-Mail: info@bag-relex.de
Tel.: 030/92126289
Wirkungsort: bundesweites Angebot

Angesichts des wachsenden Bedarfs an Angeboten der Prävention und
Deradikalisierung schlossen sich im November 2016 25 Nichtregierungsorganisationen und Vereine aus ganz Deutschland, die auf diesen
Gebieten aktiv sind, zur Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus (BAG RelEx) zusammen.
Da die Präventionsarbeit im Themenfeld religiös begründeter Extremismus – gerade im Vergleich mit der Rechtsextremismusprävention – in vielen Bereichen noch am Anfang steht, soll die BAG RelEx
ins­besondere den fachlichen Austausch der Mitgliedsorganisationen
untereinander und mit weiteren wissenschaftlichen Akteurinnen
und Akteuren vorantreiben. Ziel ist die inhaltliche und methodische
Weiterentwicklung der Arbeit und die Verständigung auf Standards
und Qualitätskriterien der Präventions- und Deradikalisierungsarbeit.
Hierzu finden regelmäßig Netzwerktreffen sowie Fachtage statt. Vergangene (interne) Fachtage thematisierten beispielsweise die Auseinandersetzung mit der Frage wie Präventionsarbeit online und in den
sozialen Medien gelingen kann oder den fachlichen Austausch über
geschlechterspezifische Radikalisierungsprozesse. In Arbeitsgruppen
werden einzelne Themen des Arbeitsfeldes vertiefend und spezialisiert
behandelt. Die BAG RelEx leistet so wichtige Beiträge zur Weiterent-

17

Bildnachweis: Evgeny Starkov/Shutterstock.com

wicklung bestehender pädagogischer Ansätze und bietet konkrete
Hilfestellungen für Träger, die in der Präventionsarbeit aktiv werden.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft versteht sich gleichzeitig als Interessenvertretung ihrer Mitglieder und als Ansprechpartnerin für
politische Entscheidungsträgerinnen und -träger. Sie fördert die Sichtbarkeit der Arbeit der zivilgesellschaftlichen Organisationen in politischen und fachwissenschaftlichen Diskussionen, sie informiert die
fachferne Öffentlichkeit und schafft ein gesellschaftliches Bewusstsein
für die Notwendigkeit von Präventions- und Deradikalisierungsarbeit.

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Modellprojekte

180 Grad Wende „R“

Jugendbildungs- und Sozialwerk Goethe e. V.
www.180gradwende.de
E-Mail: info@180gradwende.de
Tel.: 0221/16832209
Wirkungsort: Köln, Bonn, Leverkusen, Bergisch Gladbach

Das Modellprojekt etabliert lokale Netzwerke aus Multiplikatorinnen
und Multiplikatoren, Coaches sowie Mentorinnen und Mentoren.
Sie bilden gemeinsam ein Helfernetzwerk und erfahren so frühzeitig
von jungen Menschen in ihrer Umgebung, die Schwierigkeiten im
Leben haben, oder sich im Radikalisierungsprozess befinden.
Dabei bieten sie der Zielgruppe Jugendlicher einen Gegenentwurf zu
falschen Vorbildern und treten den Ursachen von Radikalisierung,
Kriminalität und sozialer Isolierung bereits im Frühstadium entgegen.
Gerade Menschen, die Hilfsangebote von Behörden und Beratungsstellen nicht kennen oder in Anspruch nehmen, will „180 Grad Wende
R“ so erreichen. Das Projekt betreibt auf diese Weise Präventionsarbeit an Schulen, Vereinen und im städtischen Sozialraum. Es arbeitet
eng mit unterschiedlichen Partnern auf kommunaler Ebene zusammen und hat über sein Netzwerk einen besonderen Zugang zur
Zielgruppe, die vorrangig aus sozial benachteiligten Jugendlichen aus
oftmals bildungsfernen Familien besteht. Viele dieser Jugendlichen
haben zudem Diskriminierung erfahren.

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Bildnachweis: GaudiLab/Shutterstock.com

Im Vordergrund steht ein Peer-Ansatz: Die Multiplikatorinnen und
Multiplikatoren sind im Projekt geschulte Jugendliche und junge
Erwachsene, die hilfesuchenden oder radikalisierungsgefährdeten
Gleichaltrigen beratend zur Seite stehen und professionelle Hilfsangebote vermitteln. In einer für sie konzipierten Ausbildung bieten
verschiedene Projektpartner, beispielsweise auch die Polizei, Trainings
zu Zivilcourage, Demokratie, Coolness und Drogenprävention an.
Ergänzt wird dieser Peer-Ansatz durch Coaches, die als positive Rollenvorbilder dienen und mit institutionellen Stellen vernetzt sind.
Außerdem werden Mentorinnen und Mentoren eingesetzt, die durch
ihren persönlichen oder beruflichen Hintergrund adäquat Beratung
und Hilfe in bestimmten Fällen anbieten.
Die Erfahrungen aus dem Modellprojekt werden seit 2018 im Rahmen
eines Erfahrungstransfers und der Qualifizierung von zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren auf andere Kommunen übertragen.

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Akteure der Jugendbildung stärken –
Jugendliche vor Radikalisierung schützen

Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus – KIgA e. V.
www.kiga-berlin.org/index.php?page=weitere-projekte
E-Mail: mail@kiga-berlin.org
Tel.: 030/23588230
Wirkungsort: Berlin

In Berlin leben Menschen verschiedenster Religionen und Weltanschauungen miteinander. Viele der Bewohnerinnen und Bewohner
finden dies bereichernd, jedoch birgt das Miteinander auch Konfliktpotenzial. Hier setzt das Modellprojekt an und begleitet lokale Akteurinnen und Akteure bei der Entwicklung einer Präventionsstrategie,
um demokratiefeindlichen und islamistischen Radikalisierungsprozessen entgegenzuwirken. Eingebunden werden hierbei insbesondere Schulen und Jugendeinrichtungen vor Ort sowie Agierende aus
den im Kiez ansässigen Familien und der Nachbarschaft. Langfristig
soll so der soziale Zusammenhalt vor Ort verbessert werden.
Das Modellprojekt arbeitet auf drei Feldern, die miteinander verknüpft
sind: Es regt zum einen sozialräumliche Beteiligungsprozesse an, die
die Bewohnerinnen und Bewohner gegen Diskriminierung und Stigmatisierung stärken. Vielfalt soll als ermächtigende Ressource genutzt
werden, um Ausgrenzungsmechanismen, Gewalt und Radikalisierung
entgegenzuwirken. Die angestoßenen Dialogprozesse stärken das
konstruktive Miteinander und fördern eine Kultur nachbarschaftlicher
Rücksichtnahme und gegenseitiger Wertschätzung.
Zweiter Projektbaustein ist die Entwicklung Peer-basierter Bildungsangebote für Jugendliche und junge Erwachsene. In diesen Formaten

21

steht die kritische Auseinandersetzung mit Themen wie gesellschaftliche Vielfalt und demokratische Teilhabe, Islam und Islamfeindlichkeit, religiös-extremistische Propaganda und Antisemitismus im
Mittelpunkt. Die im Projekt ausgebildeten Peers werden in der Sozialraumarbeit eingesetzt.
Drittens werden im Modellprojekt Fort- bzw. Weiterbildungsangebote für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren entwickelt, die
diesen Wissen und Kompetenzen zur Islamismusprävention vermitteln und sie mit geeigneten Ansätzen der politischen Bildung vertraut machen sollen.
Die gesammelten Erfahrungen und erfolgreich erprobten Ansätze in
allen drei Bereichen werden zum Ende der Projektlaufzeit in einer
Abschusspublikation dokumentiert.

Bildnachweis: Kreuzber Initiative gegen Islamismus – KIgA e. V.

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BAHIRA Beratungsstelle

Violence Prevention Network e. V.
www.bahira-beratungsstelle.de
E-Mail: bahira@violence-prevention-network.de
Tel.: 030/92358724
Wirkungsort: Berlin

In vielen Moscheegemeinden herrscht große Unsicherheit über den
Umgang mit möglicherweise radikalisierten Personen im Umfeld der
Gemeinden. Zur Stärkung muslimischer Communities im Umgang mit
diesen Personen wurde die Beratungsstelle BAHIRA etabliert. Standort
des Modellprojekts ist die Şehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln.
Durch die Etablierung einer Beratungsstelle an der Moschee soll Ratsuchenden ein niedrigschwelliger Zugang ermöglicht werden. Zugleich
wird ein wichtiges Signal ausgesendet: Die muslimischen Organisationen sind nicht nur gewillt, sich dem Thema zu stellen, sie werden
zudem fachkundig in die Lage versetzt, sich mit der Prävention islamistischer Orientierungen und Handlungen auseinanderzusetzen.
Die Beratungsstelle sensibilisiert und qualifiziert Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der
Moschee. Darüber hinaus führt sie mit Gemeindemitgliedern thematische Veranstaltungen durch. Sie moderiert außerdem Diskussionsprozesse innerhalb der Moscheegemeinde mit extremistisch gefährdeten
Personen. Mit diesem Ansatz gibt das Projekt einen Anstoß dazu, die
innermuslimische Thematisierung von Radikalisierungsphänomenen
voranzubringen.

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Bildnachweis: Violence Prevention Network e. V.

BAHIRA arbeitet aber auch direkt mit radikalisierten bzw. radikalisierungsgefährdeten Personen und deren Angehörigen. Das Beratungskonzept sieht eine andauernde Betreuung vor und unterliegt der
Annahme, dass Menschen die Kompetenzen, die eine Distanzierung
von menschenverachtenden Ideologien ermöglichen, nur durch
langfristige Beziehungsarbeit erlernen. Dies geschieht in einer wertschätzenden Atmosphäre und mit einer die Ideologie hinterfragenden Methode. Angewandt werden flexible Module der Biografiearbeit,
der politischen Bildung und der Anti-Gewaltarbeit.
Die Moschee ist in Berlin gut vernetzt und die im Rahmen des Projekts
durchgeführten Maßnahmen richten sich auch an Mitglieder anderer
islamischer Gemeinden. So wird sichergestellt, dass die Ergebnisse und
Erfahrungen der Beratungsstelle BAHIRA über den Modellprojekstandort hinaus in die muslimische Community wirken und die Anzahl der
Personen mit Kenntnissen und Kompetenzen in der Radikalisierungsprävention stetig steigt.

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Diagnostisch-Therapeutisches Netzwerk
Extremismus (DNE)

ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH
www.dne-deutschland.de
E-Mail: kontakt@dne-deutschland.de
Tel.: 030/42018690
Wirkungsort: bundesweites Angebot

Radikalisierungsprozesse betreffen nicht nur den sich radikalisierenden
Menschen selbst, sondern wirken sich auch auf dessen familiäres
und weiteres soziales Umfeld aus. Das Modellprojekt „Diagnostischtherapeutisches Netzwerk Extremismus“ (DNE) reagiert auf den psychologischen Betreuungsbedarf dieser Betroffenen. Ziel seiner Arbeit ist
es, Ansätze zum Umgang mit den psychosozialen Prozessen im Kontext
von Radikalisierung und Deradikalisierung zu entwickeln.
Das DNE besteht aus einer Fachstelle mit Sitz in Berlin, die mit lokalen
Netzwerkpartnern in verschiedenen Städten und Regionen sach- und
fallbezogen zusammenarbeitet. In der Zusammenarbeit zwischen diesen Partnern werden die Möglichkeiten der Psychologie und ihrer
Teilgebiete, der Psychotherapie, Sozialpsychiatrie und psychosozialen
Kriminologie für die Praxis der Deradikalisierung erschlossen. Das
Modellprojekt betritt hierbei Neuland, denn bislang liegt die Auseinandersetzung mit Radikalisierung und extremistischen Einstellungen
vor allem in der Domäne der Sicherheitsbehörden, der politischen
Bildung und der sozialen Jugendarbeit.

25

Bildnachweis: Photographee.eu/Shutterstock.com

Das DNE unterstützt die Aussteigerinitiative „EXIT Deutschland“ und
die Beratungsstelle „HAYAT“ und organisiert Maßnahmen der Krisenintervention. Das Modellprojekt fördert zudem den Fachaustausch
zwischen Vertreterinnen und Vertretern psychosozialer Berufsgruppen
und vermittelt Personen mit Therapiewunsch an Ärztinnen und Ärzt,
Psychologinnen und Psychologen bzw. an Psychotherapeutinnen und
-therapeuten weiter.
Die im Modellprojekt gesammelten Erkenntnisse werden wissenschaftlich aufbereitet und im Rahmen und Publikationen und
Fachveranstaltungen weitergegeben.

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EXTREM Demokratisch –
Muslimische Jugendarbeit stärken

Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration
und Demokratie (RAA) e. V.
www.jugendarbeit-staerken.de
E-Mail: kontakt@jugendarbeit-staerken.de
Tel.: 030/24045130
Wirkungsort: Berlin und Heilbronn

Das Modellprojekt richtet sich an junge Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die in der muslimischen Jugendarbeit aktiv sind. Das Projekt zielt darauf, die muslimische Jugendarbeit zu professionalisieren
und mit weiteren Organisationen der Jugendarbeit zu vernetzen. Die
Teilnehmenden erhalten Impulse für die Gestaltung der Jugendarbeit.
Gemeinsam mit den jungen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
werden pädagogische Ansätze und Methoden entwickelt und erprobt,
die Kinder und Jugendliche gegen eine Übernahme extremistischer,
religiös begründeter und demokratiefeindlicher Ideologien stärken.
In regelmäßigen Workshops setzen sich die teilnehmenden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren – unterstützt von externen Expertinnen und Experten – mit dem Phänomen des religiös begründeten
Extremismus auseinander und entwickeln Handlungsstrategien
und Gegenargumentationen. Diese Ansätze sind angepasst an die
Lebenswelt muslimisch-geprägter Milieus und die Bedürfnisse von
jungen Menschen, für die der muslimische Glaube einen integralen
Bestandteil ihrer Identität bildet.

27

Wichtigste Kooperationspartner des Projekts sind muslimische Jugendvereine und -gruppen sowie Moscheen an den Durchführungsorten
Berlin und Heilbronn. Auf Fachtagungen, in Dokumentationen und bei
Fachgesprächen werden die Ergebnisse des Projektes präsentiert. Der
Trägerverein des Modellprojekts ist zudem Gründungsmitglied der
Arbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus (siehe Seite 16)
und macht die in der Projektarbeit gewonnenen Erkenntnisse unter
anderem auch über dieses Forum der Fachwelt und der Öffentlichkeit
zugänglich.

Bildnachweis: Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) e. V.

28

Jugendschutz.net – Jugendpolitisches
Kompetenzzentrum für den Schutz junger User im Netz

LPR-Trägergesellschaft für jugendschutz.net gGmbH
www.jugendschutz.net
E-Mail: buero@jugendschutz.net
Tel.: 06131/328520
Wirkungsort: bundesweites Angebot

Islamistische Angebote im Internet und insbesondere in den sozialen
Medien sind oftmals jugendaffin gestaltet und richten sich vorrangig
an eine junge Zielgruppe. Mit jugendschutz.net existiert bereits seit
Jahren ein gemeinsames Kompetenzzentrum von Bund und Ländern
zum Schutz von Kindern- und Jugendlichen vor gefährdenden Inhalten im Internet.
Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ wird jugendschutz.net dabei unterstützt, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie
Islamistinnen und Islamisten sowie Rechtsextreme das Internet nutzen, um junge Menschen für demokratiefeindliche Ideen zu begeistern.
Die Arbeit soll dazu beitragen, Jugendliche und Erwachsene im Hinblick auf die Thematik zu sensibilisieren und zur Zivilcourage und
Übernahme von Verantwortung in den sozialen Medien zu ermutigen.
jugendschutz.net beobachtet kontinuierlich rechtsextreme und islamistische Angebote im Netz. Durch dieses Monitoring können Entwicklungen und Trends schnell erkannt und gezielte Gegenstrategien
entwickelt werden.
Stößt jugendschnutz.net auf problematische Inhalte, bleibt es jedoch
nicht beim Monitoring. Plattformbetreiberinnen und -betreiber wer-

29

Bildnachweis: LPR-Trägergesellschaft für jugendschutz.net gGmbH

den auf Gesetzesverstöße aufmerksam gemacht und zur Löschung
aufgefordert, gegebenenfalls wird sogar die rechtliche Ahndung der
Verstöße in die Wege geleitet. Zudem betreibt jugendschutz.net eine
Beschwerdestelle (www.jugendschutz.net/hotline), unter der Userinnen und User unzulässige Angebote im Netz melden können.
jugendschutz.net veröffentlicht regelmäßig Themenpapiere und
Berichte zu aktuellen Erkenntnissen und Entwicklungen. Zusätzlich
werden Erkenntnisse im Rahmen von Fachveranstaltungen und
Konferenzen mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Wissenschaft
sowie staatlichen, zivilgesellschaftlichen Stellen reflektiert. Im nationalen und internationalen Austausch soll ein umfassendes Konzept
gegen Hass im Netz entwickelt werden.

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Kick-off

Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein e. V.
www.tgsh.de/index.php?page=projects&lang=de&id=0000000051
E-Mail: kick-off@tgsh.de
Tel.: 0431/12811382
Wirkungsort: Schleswig-Holstein

Eine Inhaftierung kann die ideologische Radikalisierung des oder der
Betroffenen in Gang setzen oder verstärken. Dies gilt insbesondere für
junge Inhaftierte. Das in Zusammenarbeit mit dem schleswig-holsteinischen Justizministerium durchgeführte Modellprojekt „Kick-off“
setzt hier an und erprobt Ansätze zur Präventionsarbeit in Justizvollzugsanstalten, im Jugendvollzug und in Stellen der Bewährungshilfe.
Das breit angelegte Projekt richtet sich an mehrere Zielgruppen: Es
stärkt inhaftierte junge Menschen gegen extremistisches Gedankengut, festigt Justizbedienstete in ihrer Handlungssicherheit und begleitet Distanzierungsprozesse bei radikalisierten Personen. Anders
als bei bisher bestehenden Einzelmaßnahmen im Justizkontext erfolgt
in diesem Modellprojekt eine effektive Koordinierung aller präventiven Angebote. Durch den regelmäßigen Austausch der beteiligten
Akteurinnen und Akteure und die gemeinsame Reflexion findet eine
stetige Weiterentwicklung aller Maßnahmen statt.
Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein, deren Arbeit sich in
diesem Kontext vor allem auf religiös begründete Radikalisierungsprozesse konzentriert, führt das Projekt gemeinsam mit dem Träger
Kieler Antigewalt- und Sozialtraining durch.

31

Bildnachweis: spixel/Shutterstock.com

Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit des Projekts ist demokratiepädagogischer Unterricht im Jugendvollzug. Er dient vor allem der
Prävention und soll die Inhaftierten gegen extremistisches Gedankengut jeglicher Couleur stärken. Zu den weiteren Angeboten des Projekts
zählen professionell angeleitete Diskussionen in theologischen
Gesprächsgruppen, die Inhaftierten muslimischen Glaubens sowie
allen anderen Inhaftierten offenstehen, die sich für den Islam interessieren. In diesen gemischten Gruppen werden verschiedene gesellschaftliche und theologische Themen kontrovers behandelt, sodass
die Teilnehmenden ihre eigenen Ansichten kritisch reflektieren
können. Des Weiteren wird Einzelbetreuung für radikalisierte Personen angeboten.
In einem anderen Projektbaustein erhalten Justizbedienstete Fortbildungen, in denen ihre interkulturellen Kompetenzen gestärkt werden
und in denen sie für Radikalisierungsprozesse sensibilisiert werden.
Das Ziel ist, sie dazu zu befähigen, entsprechende Anzeichen zu erkennen und durch ihr Handeln die Umkehrung von Radikalisierungsprozessen zu unterstützen.

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Präventionsnetzwerk gegen religiös begründeten
Extremismus

Türkische Gemeinde in Deutschland e. V.
www.praeventionsnetzwerk.org
E-Mail: info@praeventionsnetzwerk.org
Tel.: 030/23635100
Wirkungsort: bundesweites Angebot
Das Präventionsnetzwerk verfolgt das Ziel, islamische Dachverbände
und andere Organisationen darin zu bestärken, eigene Projekte
im Bereich der jugendbezogenen pädagogischen Prävention gegen
religiös begründeten Extremismus zu entwickeln und nachhaltig
umzusetzen.
Konkret geht es darum,
ll die Potentiale von islamischen Organisationen in der Präventionsarbeit sichtbar und wirksam zu machen,
ll innerhalb der Verbandsstrukturen Multiplikatoren zu professionalisieren und zu fachlich fundierten Präventionsbeauftragten
weiterzubilden,
ll Kooperationen mit etablierten zivilgesellschaftlichen Trägern
auszuweiten,
ll die Perspektivenvielfalt in der Präventionslandschaft zu erhöhen.
Die teilnehmenden Verbände arbeiten eigenständig und selbstverantwortlich. Gleichzeitig werden regelmäßige Netzwerktreffen durchgeführt, auf denen u. a. der fachliche Austausch stattfindet, verbandsübergreifende Positionierungen im Themenfeld erarbeitet und die
Vernetzung mit etablierten Trägern aus der Präventionsarbeit angeregt
werden. Hierbei geht es auch um die Einbeziehung von Erkenntnissen
aus der Wissenschaft sowie um die Vermittlung von praxisrelevanten
pädagogischen Methoden.

33

Bildnachweis: Türkische Gemeinde
in Deutschland e. V.

In der ersten Phase des Projektes wurden verbandsspezifische Präventionskonzepte entwickelt und die strukturellen Voraussetzungen für
deren Umsetzung geschaffen. Leitendes Prinzip war hier der partizipative Ansatz des Entwicklungsprozesses, der sich sowohl auf inhaltlicher
als auch auf methodischer Ebene durchzog.
Mittlerweile befindet sich die Mehrzahl der am Präventionsnetzwerk
beteiligten Verbände in der Projektumsetzungsphase. Zur Unterstützung
der Qualitätssicherung wird eine methodische wie inhaltliche Begleitung der verbandlichen Präventionsprojekte durch die Netzwerkkoordinatoren angeboten.
Das Netzwerk wird von der Türkischen Gemeinde in Deutschland in
Kooperation mit Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. koordiniert.
Derzeit sind folgende Verbände am Präventionsnetzwerk beteiligt:
ll
ll
ll
ll

Ahmadiyya Muslim Jama‘at KdöR
Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands e.V .
Bündnis Marokkanische Gemeinde e. V. (LV-NRW)
Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V .

ll Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V.
ll Türkische Gemeinde in Deutschland e. V.

34

Strukturbildende Maßnahme
auf Landesebene

Plan P – Jugend stark machen gegen
salafistische Radikalisierung

Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz – Landesstelle NRW
www.ajs.nrw.de/idz-sekten-psychokulte/plan-p
E-Mail: info@mail.ajs.nrw.de
Tel.: 0221/9213920
Wirkungsort: Nordrhein-Westfalen

Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ fördert das Land Nordrhein-Westfalen beim flächendeckenden Aufbau von Angeboten
zur Prävention religiöser Radikalisierung in Schulen, Jugendämtern
und weiteren Institutionen des Kinder- und Jugendschutzes.
Leitziel des Projektes ist der Aufbau eines landesweiten Kompetenzund Beratungsnetzwerks im Rahmen der Regelstrukturen des
erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes. Konkret sollen in allen
Kommunen und Jugendamtsbezirken des Landes Fachkräfte zu
zentralen Ansprechpersonen weitergebildet werden, die in Fragen
der Prävention salafistischer Radikalisierung vor Ort kompetent
beraten, schulen und gegebenenfalls weitervermitteln können.
Der gesellschaftliche Kontext zunehmender Islamfeindlichkeit wird
hierbei immer mitgedacht und reflektiert. Denn wo Musliminnen
und Muslime pauschal verurteilt, herabgewürdigt und diskriminiert
werden, finden radikale Gruppen den besten Nährboden, indem sie

35

Bildnachweis: DGLimages/Shutterstock.com

Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrungen aufgreifen und
instrumentalisieren.
Kern des Projektes ist ein Qualifizierungsmodul in Form einer sechstägigen Weiterbildung. In den drei Modulen „Erkennen“, „Verstehen“
und „Handeln“ werden die Teilnehmenden schrittweise an das Phänomen salafistischer Jugendsubkultur herangeführt. Ihnen wird das
notwendige Wissen vermittelt, den daraus erwachsenden Herausforderungen in der Jugendarbeit zu begegnen. Im Anschluss an die Weiterbildungen bietet das Projektteam konkrete Unterstützung beim Aufbau lokaler Netzwerke und der Implementierung präventiver
Angebote vor Ort. Die Teilnehmenden werden darüber hinaus zu halbjährlichen Netzwerktreffen eingeladen, die Möglichkeit zum kollegialen Austausch bieten und die behandelten Themen vertiefen.

Weiterführende
Informationen

38

Bundesprogramm
„Demokratie leben!“

Neben den in dieser Broschüre vorgestellten Projekten aus dem
Bereich der Prävention von islamistischer Radikalisierung fördert das
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit
„Demokratie leben!“ auch viele Projekte, die sich mit anderen demokratiefeindlichen Phänomenen befassen. Darunter gehören zum
Beispiel Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Islam- bzw.
Muslimfeindlichkeit, Antiziganismus, Homosexuellen- und Transfeindlichkeit oder linke Militanz. Die Internetseite www.demokratieleben.de gibt einen Überblick zum gesamten Bundesprogramm. Hier
finden sich Informationen zu allen Programmbereichen sowie eine
Projektlandkarte, auf der die aktuell mehr als 600 geförderten Projekte in ganz Deutschland mit weiterführenden Informationen aufgeführt sind.
Die Internetseite beinhaltet außerdem einen umfassenden Veranstaltungskalender, der die im Rahmen des Programms durchgeführten
Tagungen, Konferenzen, Workshops und Aktionstage auflistet.
Zusätzlich besteht dort die Möglichkeit, den Newsletter des Bundesprogramms zu abonnieren.

39

Liste der von „Demokratie leben!“
geförderten Projekte zur Prävention
rechtsextremer Radikalisierung
sowie weitere Anlaufstellen
(August 2018)

Auf den folgenden Seiten sind alle Projekte aufgelistet, die im Bundesprogramm als Modellprojekte zur Radikalisierungsprävention im
Themenfeld „Islamistische Orientierungen und Handlungen“ gefördert werden, oder die eine Förderung zur Strukturentwicklung zum
bundeszentralen Träger erhalten und hierbei einen Schwerpunkt auf
den Phänomenbereich islamistische Radikalisierung legen. Darüber
hinaus gibt es viele weitere Projekte, die sich auch mit islamistischen
Einstellungen auseinandersetzen, da die Schwerpunktsetzung vieler
Projekte im Bundesprogramm phänomenübergreifend ist.

40

Strukturförderung zum
Bundeszentralen Träger

Prävention islamistischer Radikalisierung
Wichtige nicht staatliche Organisationen, die in der Arbeit gegen
Rechts­extremismus und Menschenfeindlichkeit und für Demokratie
und Vielfalt bundesweit tätig sind, werden durch das Bundesprogramm bei ihrer Professionalisierung und der Verstetigung ihrer
Arbeit unterstützt.

Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus
(BAG RelEx)
Luisenstr. 41
10117 Berlin
Tel.: 030 92126289
info@bag-relex.de
www.bag-relex.de
Rechtsextremismusprävention und menschenrechtsorientierte
Jugend(Kultur)arbeit
Cultures Interactive Verein zur Interkulturellen Bildung und
Gewaltprävention e. V.
Mainzer Str. 11
12053 Berlin
Tel.: 030 60401950
info@cultures-interactive.de
www.cultures-interactive.de

41

Primäre Prävention durch Stärkung demokratischer Kompetenzen
Dialog macht Schule gGmbH
Prinzenallee 22
13359 Berlin
Tel.: 030 65775617
info@dialogmachtschule.de
www.dialogmachtschule.de
Diversitätsorientierte Organisationsentwicklung
Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und
Demokratie (RAA) e. V.
Boyenstraße 41
10115 Berlin
Tel.: 030 24045100
info@raa-berlin.de
www.raa-berlin.de
Politische Bildungsarbeit zu religiöser Vielfalt und
Radikalisierungsprävention
Ufuq e. V.
Boppstr. 7, Haus A
10967 Berlin
Tel.: 030 98341051
info@ufuq.de
www.ufuq.de
Deradikalisierung im Strafvollzug
Violence Prevention Network e. V.
Alt-Moabit 73
10555 Berlin
Tel.: 030 91795464
post@violence-prevention-network.de
www.violence-prevention-network.de

42

Ausstiegsberatung
ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH
Ebertystraße 46
10249 Berlin
Tel.: 030 42018690
info@zentrum-demokratische-kultur.de
www.zentrum-demokratische-kultur.de

43

Modellprojekte zur Radikalisierungsprävention
im Themenfeld „Islamistische Orientierungen und
Handlungen“

#selam
IFAK e. V. – Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe –
Migrationsarbeit
Engelsburger Str. 168
44793 Bochum
Tel.: 0234 32589903
selam@ifak-bochum.de
www.ifak-bochum.de/selam
180 Grad Wende „R“
Jugendbildungs- und Sozialwerk Goethe e. V.
Buchforststr. 113
51103 Köln
Tel.: 0221 16832209
info@180gradwende.de
www.180gradwende.de
180 Grad Wende Keepers Q(ualifizierungsprojekt) Basis
Jugendbildungs- und Sozialwerk Goethe e. V.
Buchforststr. 113
51103 Köln
Tel.: 0221 16832209
info@180gradwende.de
www.180gradwende.de

44

Akteure der Jugendbildung stärken –
Jugendliche vor Radikalisierung schützen
Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus - KIgA e. V.
Oranienstraße 34
10967 Berlin
Tel.: 030 23588230
mail@kiga-berlin.org
www.kiga-berlin.org/index.php?page=weitere-projekte&hl=de_DE
AL WASAT – Die Mitte
Islamisches Wissenschafts- und Bildungsinstitut e. V.
Stader Str. 2–4
21075 Hamburg
Tel.: 040 32089812
info@alwasat-hamburg.de
www.alwasat-hamburg.de
Alternativen aufzeigen! Videos zu Islam, Islamfeindlichkeit und
Islamismus für Internet und Unterricht
Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg
Alexanderstr. 1
20099 Hamburg
Tel.: 040 428757086
denizuenlue@aol.com
www.haw-hamburg.de/fakultaeten-und-departments/ws/forschung/
alternativen-aufzeigen.html

45

BAHIRA Beratungsstelle
Violence Prevention Network e. V.
Şehitlik Moschee
Columbiadamm 128
10965 Berlin
Tel.: 030 92 35 87 24
bahira@violence-prevention-network.de
www.bahira-beratungsstelle.de
Berliner (Berufs-) Schulen für weltanschauliche und religiöse Vielfalt
DEVI e. V. – Verein für Demokratie und Vielfalt in Schule
und beruflicher Bildung
Ramlerstr. 27
13355 Berlin
Tel.: 030 475 956 41
kontakt@devi.berlin
www.demokratieundvielfalt.de
Deradikalisierung im Sozialraum
Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation e. V.
An der Alster 40
20099 Hamburg
Tel.: 040 28006852
info@ikm-hamburg.de
www.ikm-hamburg.de
Diagnostisch-Therapeutisches Netzwerk Extremismus (DNE)
ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH
Ebertystraße 46
10249 Berlin
Tel.: 030 42018690
info@zentrum-demokratische-kultur.de
www.zentrum-demokratische-kultur.de/initiativen/?c=dne

46

Die Freiheit, die ich meine
Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e. V.
Am Festungsgraben 1
10117 Berlin
Tel.: 030 30308080
kontakt@gesichtzeigen.de
www.gesichtzeigen.de/angebote/die-freiheit-die-ich-meine
Die Zukunft miteinander gestalten: Hessische Muslime für Demokratie
und Vielfalt! Prävention. Partizipation. Teilhabe.
Goethe-Universität Frankfurt am Main Institut für Studien
der Kultur und Religion des Islam
Senckenberganlage 31
60325 Frankfurt a.M.
Tel.: 069 798 32752
schindler-wirth@em.uni-frankfurt.de
www.uni-frankfurt.de
Dortmunder Durchblick – Gemeinsam gegen Radikalisierung
Multikulturelles Forum e. V.
Friedensplatz 7
44135 Dortmund
Tel.: 0231 288 607 34
info@multikulti-forum.de
www.multikulti-forum.de/soziales/dortmunder-durchblick/
Empowerment auf Augenhöhe – gegen Islamistische Orientierungen (GIO)
Ipso – international psychosocial organisation gGmbH
Fuggerstr. 6
10777 Berlin
Tel.: 030 2194583
info@ipsocontext.org
www.ipsocontext.org

47

EXTREM Demokratisch – Muslimische Jugendarbeit stärken
Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und
Demokratie (RAA) e. V.
Boyenstr. 41
10115 Berlin
Tel.: 030 24045130
kontakt@jugendarbeit-staerken.de
www.jugendarbeit-staerken.de
Extremismus – nicht mit UNS
SV Genc Osman Duisburg e. V.
Steiger Str. 30
47166 Duisburg
Tel.: 0163 2890332
svgencosman@arcor.de
www.svgencosman.de/projekt-exremismus-nicht-mit-uns
Extremismusprävention durch professionelle Jugendarbeit
in Moscheegemeinden
KUBI Verein für Bildung und Kultur e. V.
Hanauer Landstr. 182
60314 Frankfurt a.M.
Tel.: 069 94592084
mail@kubi.info
www.kubi.info
Facetten des Glaubens
ESTAruppin e. V.
Rudolf-Breitscheid-Str. 38
16816 Neuruppin
Tel.: 03391 7759911
buero@estaruppin.de
www.estaruppin.de/migration/facetten-des-glaubens.html

48

Frauen stärken Demokratie
Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e. V.
In der Stehle 26
53547 Kasbach-Ohlenberg
Tel.: 02644 602424
modellprojekt@utamara.org
www.utamara.org/index.php/de/projekte/195-utamara-startetneues-projekt
H.A.F.E.Z. („Du bist deine eigene Grenze,
erhebe dich darüber!“)
Evangelische Jugendhilfe Osnabrück gGmbH
(Bereich ökumenische Jugendhilfe)
Marktring 15
49191 Belm
Tel.: 05406 8159444
modellprojekt-hafez@sr4-os.de
www.diakonie-os.de/angebote/kinder-und-jugend/­hilfen-zurerziehung/oekumenische-jugendhilfen/modellprojekt-hafez.html
Heroes® Elternarbeit (Parents-Projekt)
Strohhalm e. V.
Luckauer Straße 2
10969 Berlin
Tel.: 030 6141829
info@heroes-net.de
www.heroes-net.de/parents.html

49

INSIDE OUT – Fach- und Beratungsstelle Extremismus
Stuttgarter Jugendhaus gGmbH
Kegelenstr. 21
70372 Stuttgart
Tel.: 0711 237280
geschaeftsstelle@jugendhaus.de
www.insideoutnow.de
Integration auf Augenhöhe – Wertediskurs von Geflüchteten
für Geflüchtete
Brandenburgisches Institut für Gesellschaft und Sicherheit gGmbH
Dianastr. 46
14482 Potsdam
Tel.: 0331 7044060
info@bigs-potsdam.org
www.bigs-potsdam.org
Interkulturelle Übergangsräume – Erweiterung von Kommunikationsmöglichkeiten in konfliktträchtigen Gruppen
Institut für Kulturanalyse e. V.
Wintersteinstr. 16
10587 Berlin
Tel.: 030 3217496
info@kulturanalyse.org
www.kulturanalyse.org

50

„JamiL“ Jugendarbeit in muslimischen und interkulturellen
Lebenswelten
Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit (VAJA e. V.)
Hinter der Mauer 9
28195 Bremen
Tel.: 0421 76266
jamil@vaja-bremen.de
www.vaja-bremen.de/teams/jamil/
JUMED – Junge Muslime engagiert für Demokratie
Mannheimer Institut für Integration und interreligiöse Arbeit e. V.
U5, 22
Tel.: 0621 16635853
68161 Mannheim
info@mannheimer-institut.de
www.mannheimer-institut.de/jumed
JUSA – Jugend Sozial Und Aktiv
Erziehung und Bildung ohne Grenzen Ruhr e. V.
Steeler Str. 39
45127 Essen
Tel.: 0201 94616567
info@ebg-ev.de
http://jusa.ebg-ev.de
Kamil – Kulturübergreifend, antirassistisch und Mitten Im Leben
Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland e. V.
Böckmannstrasse 18
20099 Hamburg
Tel.: 040 245629
f.yildiz@big-nord.de
www.big-nord.de

51

Kultur als Veränderungspotential im Justizvollzug
Förderverein JVA Holzstraße e. V.
Holzstrasse 29
65197 Wiesbaden
Tel.: 0611 561827
theater@foerderverein-jva-holzstrasse.de
www.foerderverein-jva-holzstrasse.de/index.html
MANAR – Aus Tradition tolerant
Bündnis Marokkanische Gemeinde Landesverband
Nordrhein-Westfalen
Nussbaumer Str. 39d
50823 Köln
Tel.: 0221 54856120
bmg_nrw@yahoo.de
Ma’an – Miteinander
Otto Benecke Stiftung e. V.
Kennedyallee 105–107
53175 Bonn
Tel.: 0228 8163329
post@obs-ev.de
www.obs-ev.de/gesellschaftliches-miteinander/maan-miteinander
On/Off Prevent – Radikalisierungsprävention
im On- und Offline-Sektor
Violence Prevention Network e. V.
Alt-Moabit 73
10555 Berlin
Tel.: 030 91705464
verwaltung@violence-prevention-network.de
www.violence-prevention-network.de/de/ansaetze/
radikalisierungspraevention-online

52

Pro Islam – Gegen Radikalisierung und Extremismus. – AL-E‘TIDAL
SCHURA – Islamische Religionsgemeinschaft Bremen e. V.
Goosestr. 25
28237 Bremen
Tel.: 0421 1676536
info@schurabremen.de
www.schurabremen.de
Präventionsnetzwerk gegen religiös begründeten Extremismus
Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD)
Obentrautstr. 72
10963 Berlin
Tel.: 030 23635100
info@praeventionsnetzwerk.org
www.praeventionsnetzwerk.org
Radikal nett und engagiert!!!
MINA – Muslimisches Frauenbildungszentrum e. V.
Postfach 10 09 03
47009 Duisburg
Tel.: 0203 60699645
info@mina-duisburg.de
www.mina-duisburg.de
Respekt und Teilhabe: Prävention mit der Safer Space Strategie
Zentralrat der Muslime in Deutschland e. V.
Sachsenring 20
50667 Köln
Tel.: 0221 1394450
sekretariat@zentralrat.de
www.saferspaces.de

53

Spiel dich frei! – Innovative Radikalisierungsprävention
durch Theater, Musik und Sport
streetfootballworld gGmbH
Waldenserstr. 2–4
10551 Berlin
Tel.: 030 39807233
soendgen@streetfootballworld.org
www.streetfootballworld.org
Think Social Now 2.0 – Verantwortung übernehmen
im Internet
Bündnis der Islamischen Gemeinden in
Norddeutschland e. V.
Böckmannstr. 40
20099 Hamburg
Tel.: 040 245629
info@thinksocialnow.de
www.thinksocialnow.de
Vom IHR zum WIR – Zugehörigkeit, berufliche Perspektiven
und demokratische Teilhabe
DeutschPlus e. V. – Initiative für eine plurale Republik
Postfach 040127
10061 Berlin
info@deutsch-plus.de
www.deutsch-plus.de/projekte/vom-ihr-zum-wir

54

WERTE-WERKSTATT
Casablanca – Gemeinnützige Gesellschaft für
innovative Jugendhilfe und Soziale Dienst mbH
Pistoriusstr. 108 A
13086 Berlin
Tel.: 030 4977800
info@g-casablanca.de
www.g-casablanca.de/taetigkeitsfelder/sprachfoerderungund-interkulturelle-angebote/modellprojekt-zurradikalisierungspraevention-werte-werkstatt
Wir stark im Netz – Youth for democratic society
IFAK e. V. – Verein für multikulturelle Kinder - und Jugendhilfe –
Migrationsarbeit
Engelsburger Str. 168
44793 Bochum
Tel.: 0234 67221
ifak@ifak-bochum.de
www.ifak-bochum.de
Zukunft bilden!
Rat muslimischer Studierender & Akademiker e. V. (RAMSA)
Venloer Str. 227
50823 Köln
Tel.: 0221 16903932
pk@ramsa-deutschland.org
www.ramsa-deutschland.org/zukunft-bilden/projekt-zukunft-bilden

55

Vielfalt-Mediathek

Im Rahmen der Projekte im Bundesprogramm „Demokratie leben!“
sowie in den Vorgängerprogrammen wurde eine Vielzahl von Materialien erstellt: Bücher, Broschüren, Arbeitshilfen, Filme, aber auch Webportale, Kalender, Spiele und Musik. Für andere Projektträger, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Interessierte sind das Wissen
und die Kompetenzen, die in den einzelnen Projekten erworben worden sind, eine unschätzbare Hilfe für die (Fort-) Entwicklung wirksamer Strategien gegen Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
Um die Projektmaterialien einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und die Nachhaltigkeit der Projekte zu sichern,
recherchiert und archiviert die Vielfalt-Mediathek des Informationsund Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e. V. (IDA) seit
2006 Materialien aus den jeweils aktuellen Bundesprogrammen und
stellt diese unter www.vielfalt-mediathek.de zur Verfügung.

56

Bundesprogramm
„Zusammenhalt durch Teilhabe“

Das Programm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ des Bundesminis­
teriums des Innern, für Bau und Heimat fördert Projekte für
demokratische Teilhabe und gegen Extremismus in ländlichen oder
strukturschwachen Regionen.
Zusammenhalt durch Teilhabe unterstützt gezielt Vereine und Initiativen, die regional verankert sind. Bestehende Strukturen sollen auf- und
ausgebaut werden, Verbände können auch nach ihren Projekten darauf
zurückgreifen. Sie können eigene Beraterinnen und Berater gegen
Extremismus ausbilden und zukunftsträchtige Methoden entwickeln,
mehr Menschen für ein Ehrenamt zu begeistern.

Schwerpunkt
Förderung von Projekten für demokratische Teilhabe
und gegen Extremismus
Verantwortlich
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Kontakt
Bundeszentrale für politische Bildung
Regiestelle „Zusammenhalt durch Teilhabe“
Friedrichstraße 50
10117 Berlin
Tel.: 030 254504-441
www.zusammenhalt-durch-teilhabe.de

57

58

Diese Broschüre ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung;
sie wird kostenlos abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt.

Herausgeber:
Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend
Referat Öffentlichkeitsarbeit
11018 Berlin
www.bmfsfj.de
Bezugsstelle:
Publikationsversand der Bundesregierung
Postfach 48 10 09
18132 Rostock
Tel.: 030 182722721
Fax: 030 18102722721
Gebärdentelefon: gebaerdentelefon@sip.bundesregierung.de
E-Mail: publikationen@bundesregierung.de
www.bmfsfj.de
Für weitere Fragen nutzen Sie unser
Servicetelefon: 030 20179130
Montag–Donnerstag 9–18 Uhr
Fax: 030 18555-4400
E-Mail: info@bmfsfjservice.bund.de
Einheitliche Behördennummer: 115*
Artikelnummer: 5BR339
Stand: Oktober 2018, 1. Auflage
Bildnachweis Titel: GaudiLab/Shutterstock.com
Bildnachweis Frau Dr. Giffey: Bundesregierung / Jesco Denzel
Gestaltung: neues handeln AG
Druck: Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG
*	Für allgemeine Fragen an alle Ämter und Behörden steht Ihnen auch die einheitliche Behördenrufnummer 115 zur Verfügung.
In den teilnehmenden Regionen erreichen Sie die 115 von Montag bis Freitag zwischen 8.00 und 18.00 Uhr. Die 115 ist sowohl aus
dem Festnetz als auch aus vielen Mobilfunknetzen zum Ortstarif und damit kostenlos über Flatrates erreichbar. Gehörlose
haben die Möglichkeit, über die SIP-Adresse 115@gebaerdentelefon.d115.de Informationen zu erhalten. Ob in Ihrer Region die 115
erreichbar ist und weitere Informationen zur einheitlichen Behördenrufnummer finden Sie unter http://www.d115.de
                            
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