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Full text: Ein Blick über den Gartenzaun / Miller, Leif (Rights reserved)

Unsere Wissensplatform im Internet: www.giftfreiesgärtnern.de ! Ein Blick über den Gartenzaun Broschüre zum Wettbewerb Workshops Wissenswertes Gewinnergärten Gartenelemente Nützlinge News Schädlinge Material Giftfreies Gärtnern Inhalt Dieses Projekt wurde gefördert von: .................. VORWORT.................................................................... 3 GIFTFREIES GÄRTNERN: NÜTZLINGE ........................... 36 DER WETTBEWERB ..................................................... 5 KATEGORIE GEMEINSCHAFTSGARTEN ....................... 38 KATEGORIE NUTZGARTEN .......................................... 6 1. Platz ..................................................................... 40 1. Platz ...................................................................... 8 Praxistipp Vogelschutz & Totholz ................................. 42 Praxistipp Hochbeet & Bewässerung ............................ 10 2. Platz ..................................................................... 44 2. Platz ..................................................................... 12 Praxistipp Upcycling .................................................. 45 Praxistipp Nutzpflanzenvielfalt ................................... 14 3. Platz ..................................................................... 46 3. Platz ..................................................................... 16 Praxistipp Gärtnern mit Kindern ................................... 47 Praxistipp Permakultur & Mischkultur .......................... 18 GIFTFREIES GÄRTNERN: LEBENDIGE STRUKTUREN ....... 48 GIFTFREIES GÄRTNERN: GESUNDER GARTENBODEN ...... 20 BESONDERE ANERKENNUNGEN ............................... 50 KATEGORIE ZIERGARTEN ........................................... 22 SCHAUGÄRTEN ............................................................ 54 1. Platz ..................................................................... 24 GRÜNE LIGA Berlin ........................................................ 56 Praxistipp Wildpflanzen & Steingarten ........................ 26 2. Platz .................................................................... 28 Praxistipp Insektenschutz & Gartenteich ...................... 30 Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den AutorInnen. 3. Platz ..................................................................... 32 Mit freundlicher Unterstützung von: Praxistipp Pflanzenstärkungsmittel ............................. 34 Ihr Spezialist für Gartenartikel und Gewächshäuser www.beckmann-kg.de Wir danken den Sponsoren (Aries Umweltprodukte, Beckmann, Bingenheimer Saatgut, Katz Biotech AG, Netafim, Neudroff, Ulmer Verlag und Waschbär Umweltversand) und Partnern (Landesverband Berlin der Gartenfreunde e.V. und Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V.). Vorwort Das Who’s Who im quietschfidelen Garten Die schlechte Nachricht zuerst: In Deutschland sinkt die Zahl der Vögel und Insekten Jahr für Jahr. Grund für den traurigen Trend ist, dass es für die Tiere immer schwieriger wird, Nahrung und Unterschlupf in der Landschaft zu finden. Und die gute Nachricht? Jede und jeder kann mithelfen, die biologische Vielfalt zu erhalten. Der eigene Garten wird zum wertvollen Rückzugsraum für heimische Wildpflanzen und Wildtiere! Risiken und Nebenwirkungen In über 20 Millionen deutschen Gärten sprießt und blüht es. Überall widmen sich Menschen hingebungsvoll ihren grünen Oasen: auf dem Land und in der Stadt, im Haus- und Kleingarten, in Gemeinschaftsgärten und auf Schulhöfen. Die meisten von ihnen wollen die Natur genießen und die Umwelt schützen. Doch wenn der Löwenzahn im Rasen wächst oder die Blattlaus an den Rosen saugt, greift die Hälfte der Gärtner_innen immer noch leichtfertig zur Giftspritze. Die vermeintlich harmlosen Mittel haben jedoch einen langen Beipackzettel und treffen nicht nur »Schädlinge«. Dabei können Gemüse, Blumen und Bäume problemlos mit giftfreien Methoden gesund erhalten werden. Wir zeigen, wie »Das Who’s Who im quietschfidelen Garten« aussieht. Wo die wilden Pflanzen wohnen Da es sich meist besser aus der Praxis als aus der Theorie lernt, rücken wir gelebte Vorbilder ins Rampenlicht! Mit dem Wettbewerb ein »Blick über den Gartenzaun« haben wir sie gesucht und gefunden: die schönsten giftfreien Gärten Deutschlands. In dieser Broschüre geben die ausgezeichneten Gärtnerinnen und Gärtner Tipps, wie Sie mit einfachen Mitteln überall naturnahe Paradiese schaffen können. Herzlichst Ihre Karen Thormeyer Geschäftsführerin GRÜNE LIGA Berlin e.V. 9 3 Steinhaufen Kompost Hecke Blumenwiese db an S Steinbeet Teich her träuc Wilds Su mpf Totholz ber eich Stauden Gewächshaus ü Gem se Haus Blumenrasen 4 Ein Blick über den Gartenzaun Gesunde Oasen gesucht! Die GRÜNE LIGA Berlin hat sich 2017 auf die Suche nach den schönsten giftfreien Gärten Deutschlands begeben. Engagierte Gärtner_innen jeglicher Couleur waren dazu aufgerufen, sich in den Kategorien Nutz-, Zier- oder Gemeinschaftsgarten zu bewerben. Sechzig Gärten aus zwölf Bundesländern waren mit dabei und wurden von der Fachjury auf Herz und Nieren geprüft. Obstbäume t ee Der Wettbewerb Der komplette Verzicht auf Pestizide, synthetische Dünger und Torf war die Grundvoraussetzung für die Teilnahme. Beurteilt wurde außerdem, welche ökologischen Methoden die Gärtner_innen stattdessen erfolgreich anwenden: von vorbeugendem Pflanzenschutz durch Mischkultur über Düngung mit eigenem Kompost bis hin zur Förderung von Nützlingen. Die Jury legte besonderen Wert darauf, dass die biologische Vielfalt durch eine naturnahe Gartengestaltung gefördert wird. Ein entscheidendes Kriterium war deshalb, dass überwiegend heimische Wildpflanzen sprießen und vielfältige Strukturen wie Trockenmauer oder Totholzstapel den Garten bereichern. Denn sie schaffen Lebensräume für Nützlinge und Wildtiere. Unser herzlicher Dank gilt den Mitgliedern der Jury: Bettina de la Chevallerie (Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822), Sven Wachtmann (Landesgartenfachberater des Landesverband Berlin der Gartenfreunde), Stefan Strasser (Deutsche Gesellschaft der Staudenfreunde), Henrike Madrenes (Umweltbundesamt) und Anke Küttner (GRÜNE LIGA Berlin) für ihre engagierte und gewissenhafte Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger. Wir danken außerdem allen Teilnehmer_innen, die uns einen Blick über ihren Gartenzaun gewährt haben! 5 Kategorie Nutzgarten Wem nutzt das hier? Die Einstiegsdroge ins giftfreie Gärtnern ist der Nutzgarten. Wer will schon belasteten Salat oder Erdbeeren essen?! Also werden die Pestizide aus dem Garten verbannt. Im ökologischen Garten gilt stattdessen: Die Mischung macht’s. Bunte Beete mit Gemüse, Kräutern und Blumen bringen reiche Ernten, denn die Pflanzen stärken und schützen sich gegenseitig. Ein lebendiger Boden ist die Grundlage für kräftige Pflanzen. Gründüngung, Fruchtfolge und Kompost halten den Boden gesund und munter. Aus den Gartenabfällen entsteht das »schwarze Gold« des Gartens. Die geschlossene Kreislaufwirtschaft schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch Ressourcen. Angehende Kräuterhexen und Alchemisten unter den Gärtner_innen brauen sich ihre eigenen Pflanzenstärkungsmittel aus »Unkräutern«. Mit der Unterstützung von tierischen Helfern werden Schädlinge in Schach gehalten. Die Erdkröte verspeist die Nacktschnecke und die Meisen machen sich über die Raupen her. Damit sich die Nützlinge wohlfühlen, gehören auch in den Nutzgarten Rückzugsorte wie Totholz, Steinhaufen und Insektenhotel. Vielfältige Blüten locken Bestäuber an. So nutzt der Garten Krabbeltier und Mensch gleichermaßen. Unsere Gewinner_innen zeigen Ihnen mit ihren Nutzgärten, wie es ohne Chemie geht! 6 7 1. Platz Bettina Grohnert – Berlin Kleingarten, 400 m2 Die Kleingärtnerin hat 2003 auf zwei Pionierparzellen angefangen. Inzwischen ist die Kleingartenanlage ihr zweites Zuhause geworden. Fast jeden Tag ist sie bei Wind und Wetter draußen, um nach dem Gemüse zu sehen oder einfach die Natur zu genießen. Dabei waren die Ausgangsbedingungen schwierig: Der Boden eignet sich nicht gut für den Anbau von Gemüse. Ihre Lösung sind Hochbeete. Wer sagt, dass Laubenpieper Spießer mit Giftspritze sein müssen? Bettina Grohnert zeigt, dass dieses Klischee überholt ist. Stattdessen gärtnert sie mit viel Experimentierfreude. Ihr Motto lautet: Einfach ausprobieren. Die dabei gewonnenen Erfahrungen teilt sie auf ihrem Blog. WEB LIN K www.oekopieper.de »Ich nehme kein Gift, denn dafür hätte ich sowieso kein Geld. Und auch gar keine Lust!« 8 9 Praxistipp Hochbeet & Bewässerung wässern, statt den Boden jeden Tag nur oberflächlich zu befeuchten. Denn so wird das Wurzelwachstum angeregt und die Pflanzen können sich besser selbst versorgen. Eine Schicht Mulch aus organischen Materialien hilft, die Verdunstung zu verringern und spart zusätzlich Wasser. Gemüse aus dem Hochbeet Gesund durch richtiges Gießen In der Stadt eigenes Gemüse zu ziehen liegt im Trend – ob im Kleingarten, im Gemeinschaftsgarten oder auf dem Schulhof. Doch oft sind die Böden durch die städtische Nutzung belastet oder die Bodenqualität lässt zu wünschen übrig. Eine Alternative ist der Anbau in Hochbeeten. Gegossen wird übrigens der Boden – das heißt, nicht die Pflanzen von oben bis unten mit Wasser überschütten. Nasse Blätter werden schneller mit Pilzkrankheiten infiziert. Das ist auch der Grund, weshalb morgendliches Gießen empfehlenswerter ist als abendliches, denn somit trocknen die Pflanzen schneller ab. Außerdem werden Nacktschnecken gefördert, wenn man abends wässert. Bettina Grohnert schätzt die Vorteile, die ihre Hochbeete bieten: »Jetzt haben wir eine kleine, aber gut gepflegte Stelle zum Gemüse pflanzen. Gleichzeitig ist das Hochbeet eine Kiste zum Verwerten von hölzernen Abfällen wie Baumschnitt. Es hat eine bequeme Arbeitshöhe und liefert gute Ernten.« Eine gute Jahreszeit zum Anlegen des Hochbeetes ist der Herbst, denn unten hinein kommt Holzschnitt. Darauf wird erst kleingehäckseltes Holz, dann Laub und schließlich Pflanzerde und Kompost geschichtet. Da sich die untersten Schichten zersetzen, sackt die Erde im Laufe der Zeit ab und wird dann von oben mit Kompost nachgefüllt. So wird auch die Nährstoffversorgung sichergestellt. Nach ein paar Jahren steht meist die Renovierung des Hochbeetes an, denn Wasser und Witterung greifen das Holz an. Dabei kann die fertig zersetzte Erde entnommen werden und das Hochbeet wird nach dem gleichen Prinzip neu befüllt. Gießregeln Je nach Region und Jahreszeit reicht der natürliche Niederschlag für die Wasserversorgung von Gemüsekulturen manchmal nicht aus. Arten wie Tomaten oder Zucchini wollen zusätzlich gegossen werden. Regenwasser aufzufangen schont Ressourcen und liefert das beste Gießwasser. Es ist effektiver, ein- bis zweimal in der Woche intensiv zu 10 WEB LIN K Weitere Gieß-Tipps unter: www.giftfreiesgärtnern.de/gartenbox/bewaesserung Diese Bewässerung ist ja unterirdisch! Im Gewächshaus oder auf Hochbeeten kann Gießen im Sommer einen nicht unerheblichen Aufwand bedeuten, insbesondere dann, wenn der Garten nicht am Haus liegt. Bettina Grohnert hat deshalb eine alte Kulturtechnik ausprobiert, die zeit- und wassersparend ist: Ollas. Das sind bauchige Gefäße aus unglasiertem Ton. Sie werden neben den Pflanzen in die Erde eingegraben und regelmäßig von oben mit Wasser befüllt. Da Ton durchlässig ist, wird das Wasser langsam an die umliegenden Wurzeln abgegeben. »Man braucht keine teuren Investitionen. Es werden einfach zwei Blumentöpfe mit Bau-Silikon oder anderem geeigneten Klebstoff verklebt. Vorher hat man allerdings eine Scherbe auf das Abzugsloch des unteren Topfes geklebt, sonst ist das Wasser sehr schnell draußen. Die Töpfe kann man an einen Schlauch gereiht an die Regentonne hängen. Zum Abschluss den Schlauch nach oben legen, damit Luft aus dem System entweichen kann und nichts ausläuft. Wie hoch dieses Ende sein muss, hängt vom Standort und vom Wasserspiegel der abgebenden Regentonne ab.« Man kann die Krüge fertig kaufen, aber es geht auch ohne Spezialausstattung. Bettina Grohnert hat das System einfach nachgebaut und erklärt, wie es geht: 11 2. Platz NABU-Garten Dortmund – Nordrhein-Westfalen Kleingarten, 382 m 2 Die Garten-Arbeitsgemeinschaft des NABU hat vor vier Jahren den Lehrgarten in der Kolonie in Dortmund-Nord übernommen. Unter dem Motto »Natur gestalten – Natur erleben« hat sie eine Oase für den Artenschutz geschaffen. Hummeln, Bienen, Vögel und Igel finden hier einen ­Lebensraum. Auf kleinen Musterflächen wurden Kräuterbeete, Teich-­ Oasen, Magerwiesen, Gemüse- und Sommerbeete angelegt, um Interessierten und Gartenfachberater_innen praxisnah zu zeigen, wie ökologisches Kleingärtnern gelingt. Der hauptverantwortlichen Gärtnerin Brigitte Bornmann-­ Lemm liegen der Erhalt der Pflanzenvielfalt und die Verwendung samenfester Gemüsesorten besonders am Herzen. S C H AU G A RT E N S E I T E 5 5 Hier gibt es Saatgut von alten Sorten: • Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V. (VEN e.V.) www.nutzpflanzenvielfalt.de • Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg (VERN e.V.) www.vern.de (siehe Schaugarten Seite 54) WE BLI NK www.nabu-dortmund.de 12 13 Praxistipp Nutzpflanzenvielfalt Ostfriesische Palmen Jahrhunderte lang haben Bäuerinnen und Bauern ihr Saatgut selbst vermehrt und an die nächste Generation weitergegeben. So entstand eine riesige Vielfalt unterschiedlicher lokaler Gemüsesorten, wie die Grünkohlsorte Ostfriesische Palme oder das Teltower Rübchen. Durch die Industrialisierung der Landwirtschaft hat die Nutzpflanzenvielfalt rapide abgenommen. Große Saatgutunternehmen konzentrieren sich heute auf einige wenige Sorten, die hohe Erträge und einheitliche Qualität versprechen. Im eigenen Garten hingegen kann man aus der gesamten Geschmacks-, Farbenund Formenvielfalt schöpfen. Ein Vorteil lokaler Sorten ist, dass sie oft besonders gut an die Klima- und Bodenverhältnisse angepasst sind. Mit geschickter Sortenwahl kann sogar Krankheits- und Schädlingsbefall vorgebeugt werden. Vielfalt erhalten Im NABU-Garten Dortmund gedeihen 300 verschiedene Arten: Von Obstbäumen und Stauden bis hin zu Gemüsesorten wie Haferwurzel und Etagenzwiebel. Der Anbau alter Gemüsesorten und vergessener Nutzpflanzenarten ist nicht nur ein Abenteuer für den Gaumen, sondern trägt auch zu ihrem Erhalt bei. Ihr Saatgut bezieht Gärtnerin Brigitte Bornmann-Lemm deshalb bevorzugt von Vereinen, die sich ganz der Bewahrung der Nutzpflanzenvielfalt verschrieben haben. 14 Von pflanzlichen Austern … Haferwurzel (Tragopogon porrifolius) Synonyme: Weißwurzel, Austernpflanze, Habermark, Purpur-Bocksbart Herkunft: Die Wildform stammt aus der Mittelmeerregion und wurde bereits in der Antike als Gemüse gegessen. Haferwurzel ist seit dem Mittelalter als Kulturpflanze bekannt. Verwendung: Die frischen, jungen Blätter können roh als Salat oder gedünstet als Wildgemüse gegessen werden. Die Pflanzen sind zweijährig. Die Wurzeln werden im ersten Herbst geerntet. Der Geschmack ist nussig-herb, weshalb sie in England als vegetable oyster (pflanzliche Auster) bezeichnet wird. Leichter Frost macht sie etwas süßlicher. Die Haferwurzeln werden roh oder gedünstet, als Püree oder in der Suppe gegessen. Anbau: Die Direktaussaat oder Vorkultur erfolgt von März bis April. Haferwurzeln bevorzugen lockeren, tiefgründigen, sandig-humosen Boden. Es ist wichtig, den Boden zur Hauptwachstumszeit feuchtzuhalten, da sich die Wurzeln sonst stark verzweigen. Die Wurzeln werden bis zu 30 cm lang und 2 bis 4 cm dick und können im ersten Jahr von Ende Oktober bis April geerntet werden. Die Blütenstängel treiben im zweiten Jahr aus. Vermehrung: Die reifen Samen können im Juni oder Juli geerntet werden. Sie sind nur etwa zwei Jahre gut keimfähig. Für den Erhalt des Genpools sollte immer Saatgut von mehreren gesunden Pflanzen gezogen werden. WEBLINK Weitere Pflanzenporträts auf der Seite der Garten-AG: www.nabu-dortmund.de L ite r at u rti p p Andrea Heistinger und Arche Noah: Handbuch Bio-Gemüse – Sortenvielfalt für den eigenen Garten. Ulmer Verlag, 2010. … und lustigem Lauch Etagenzwiebel (Allium x proliferum) Synonyme: Luftzwiebel, Johanniszwiebel, Ägyptische Zwiebel, lebend gebärende Zwiebel, Baumzwiebel Herkunft: Die Etagenzwiebel ist eine uralte Kreuzung aus Speisezwiebel und Winterheckzwiebel. Vermutlich stammt sie aus West- oder Zentralasien. In unseren Breiten wurde sie zur Zeit Napoleons eingeführt. Verwendung: Am Blütenstängel bilden sich anstelle von Blüten neue kleine Zwiebeln, die dort stehen bleiben und wieder austreiben – meist in zwei bis drei Etagen. Die Blätter (Schlotten) sind hohl und etwas aufgebläht und können wie Schnittlauch verwendet werden. Die kleinen scharfen Zwiebeln werden wie normale Küchenzwiebeln verwendet und eignen sich gut als marinierte Zwiebeln (wie Perl- oder Silberzwiebeln) oder zum Einlegen mit Gurken. Anbau und Vermehrung: Die bis zu 80 cm hohe Pflanze bevorzugt nährstoffreiche, leichte bis humose Böden in sonniger Lage. Sie sind mehrjährig und werden ausschließlich vegetativ vermehrt. Man kann die kleinen Brutzwiebeln abnehmen und im August einzeln in den Boden stecken – oder warten, bis die Schlotten gelb werden und die Brutzwiebeln von selbst zu Boden sinken. Es bilden sich auch unterirdisch Nebenzwiebeln, sodass ein teilbarer Horst entsteht. Die Horste sollte man alle drei bis vier Jahre verjüngen. 15 3. Platz Angela Salisch und Birgit Scheuch – Brandenburg Hausgarten, 1390 m 2 Nachdem die beiden in ihr Haus eingezogen waren, zog endlich auch wieder Leben in den vernachlässigten Garten ein. Die alte Obstwiese haben sie mit behutsamer Pflege in Schuss gebracht. Die Wiese wurde abgemagert, weil das die biologische Vielfalt erhöht. Auf den vorher kahlen Beeten sprießen nun Gemüse und Stauden. Durch die vielfältigen Strukturen wie Steinhaufen oder Totholzstapel finden Tiere Unterschlupf. Obstwiese Beim Gemüseanbau lassen sich Angela Salisch und Birgit Scheuch unter anderem von der Permakultur inspirieren. Hier darf sich auch mal ein Radieschen selbst aussäen und wild blühen – zur Freude der Insekten. Sandbienen 16 »Im ersten Jahr krabbelten zu Ostern hunderte von Wildbienen aus dem Boden. Für unsere Sandbienen halten wir seitdem einen Teil der Fläche offen!« Bestäubungszone 17 Wer wächst mit wem? Praxistipp Permakultur & Mischkultur 60 MÄRZ Überall auf der Welt haben Menschen diese natürlichen Zusammenhänge beobachtet und beim Anbau von Kulturpflanzen berücksichtigt. Im Garten von Angela Salisch und Birgit Scheuch hat sich die Mischkultur von Ordensschwester Christa Weinrich bewährt. Die Methode ist besonders einfach: Für ein 120 cm breites Beet wird zunächst eine Hauptkultur gewählt, zu dieser gesellen sich die passenden Nebenkulturen. Im Verlauf des Jahres können auf derselben Fläche nacheinander frühe und späte Kulturen gepflanzt werden. Die beiden Gärtnerinnen freuen sich über gesunde Tomaten, seit sie Petersilie und Calendula als Nachbarn pflanzen. 18 40 20 Breite des Beetes: 120 cm 0 Kohlrabi 40 20 Dill, Radieschen, Salat (gemischt) 60 Buschbohnen SEPTEMBER Rosenkohl 0 20 40 Feldsalat 8 cm Feldsalat 25 cm 40 60 60 MAI 20 Altes Wissen neu entdeckt Dill, Radieschen, Salat (gemischt) 40 Man muss nicht gleich ein komplettes Permakultur-Design entwickeln. Ideen zum Abschauen gibt es viele, zum Beispiel den Waldgarten, der Bäume, Sträucher, Kräuter, Bodendecker und Kletterpflanzen kombiniert. Dadurch kann man auf kleiner Fläche viel ernten. Angela Salisch und Birgit Scheuch haben sich vom Anbau in mehreren Höhenschichten inspirieren lassen. Sie kombinieren Obststräucher mit Unterpflanzungen: Unter den Johannisbeeren wächst Wermut und unter den Brombeeren gedeihen Erdbeeren. Spinat Buschbohnen Pflücksalat 50 cm Spätkohl (Rosenkohl, Rotkohl) Pflücksalat Buschbohnen 60 Hoch hinaus wachsen Durch die gezielte Kombination entwickelt sich Gemüse kräftiger und gesünder, als wenn es unter sich bleibt. Mit Mischkulturen können der Platz und die Nährstoffe im Beet optimal genutzt werden, und ein gutes Mikroklima entsteht. Einige »Helferpflanzen« wirken sogar vorbeugend gegen Schädlinge und Krankheiten. Deshalb gehören in ein buntes Beet auch Kräuter und Blumen. 25 cm 20 Vorbild für die Permakultur ist die Diversität, Stabilität und Widerstandsfähigkeit von natürlichen Ökosystemen. Bei der Auswahl der Pflanzenarten kommt es deshalb nicht nur auf die essbaren Erträge an. Auch andere wichtige Funktionen, die Pflanzen übernehmen – wie das Anlocken von Bestäubern oder die Bereitstellung von Nährstoffen – werden berücksichtigt. Mehrjährige und sich selbst aussäende Arten werden bevorzugt eingesetzt, denn das Ziel ist es, ein sich selbst erhaltendes System aufzubauen. 0 So wie Menschen mehr oder weniger gut miteinander auskommen – so ist es auch bei Pflanzen. Mit Wurzelausscheidungen unter der Erde und durch chemische Botenstoffe in der Luft hemmen oder fördern sie sich gegenseitig im Wachstum. Zwischen ihnen findet eine rege Kommunikation statt, die wir weder sehen noch hören können! 20 Was für eine verlockende Idee: Ein Garten, der selbst gärtnert. Hat man im Permakultur-Garten also nichts mehr zu tun, außer ernten? Ganz so simpel ist es nicht. 40 Gute Stimmung im Beet 60 Selbstgärtnernde Gärten? 10 cm L ite r at u rti p p Kurt Forster: Mein Selbstversorger-Garten am Stadtrand: Permakultur auf kleiner Fläche. 2013, ökobuch Verlag Jutta Langheineken und Christa Weinrich: Schwester Christas Mischkultur – Im Einklang mit der Natur gärtnern. 2016, Ulmer Verlag. 19 Giftfreies Gärtnern: Gesunder Gartenboden Von Regenwurm bis Rädertierchen … dasselbe Gemüse auf demselben Beet? Das laugt den Boden aus und reichert Erreger von Pflanzenkrankheiten an. Davor schützt die Fruchtfolge: Erst planen, dann pflanzen! … in einer Handvoll Boden stecken Milliarden von Lebewesen! Sie zersetzen tote Pflanzen oder Kot von Tieren. Als natürliche Müllabfuhr recyceln sie Nährstoffe und stellen erdig duftenden Humus her. Humus wirkt als Langzeitdünger, sorgt für eine feinkrümelige Bodenstruktur und speichert Wasser. Hilfreiche Mikroorganismen reduzieren sogar Erreger von Pflanzenkrankheiten im Boden. Größere Tiere wie Maulwürfe mischen und belüften alles gründlich. Die Bodenbewohner mögen es übrigens nicht, wenn ihr Zuhause umgegraben wird. Besser ist schonendes Lockern. Grün düngen Luft, Liebe und Kompost Für den schnellen Nährstoffkick im Gemüsebeet eignen sich selbstangesetzte Pflanzenjauchen aus Brennnessel oder Beinwell. Wer ökologische Dünger zukauft, hat die Wahl zwischen Düngern tierischen Ursprungs, wie Hornspäne, oder pflanzlichen Ursprungs, wie Rizinusschrot. Auf dem Lande steht außerdem Mist zu Verfügung. Im Nährstoffkreislauf verwandelt sich also tote organische Masse wieder in die Bausteine des Lebens. Herzstück des Öko-Gartens ist deshalb der Komposthaufen. Die gesammelten und zerkleinerten Gartenund Küchenabfälle werden gut gemischt und mit etwas halbverrottetem Kompost oder Gartenerde versetzt. So können die Bodenlebewesen gleich mit ihrer Arbeit loslegen. Nach 6 bis 12 Monaten ist das schwarze Gold fertig. Man verteilt es – je nach Nährstoffbedarf der Pflanzen – auf den Beeten. Man braucht also keinen Kunstdünger, um die Pflanzen mit den Nährstoffen Stickstoff, Phosphor und Kalium zu versorgen. 20 Alle Jahre wieder Die Gründüngung wird anstelle einer Brache in die Fruchtfolge eingebaut. Pflanzen wie Buchweizen, Senf, Wicke, Phacelia oder Ölrettich werden nach wenigen Wochen abgeschnitten oder gemäht und dann oberflächlich in den Boden eingearbeitet. Die Gründüngung hält den Boden bedeckt und schützt so vor Erosion. Sie durchwurzelt ihn und fördert eine gute Bodenstruktur. Pflanzen aus der Familie der Hülsenfrüchte düngen den Boden zusätzlich, indem sie zusammen mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden. Senf Phacelia WE BLI NK S Mehr zum Kompostieren unter: www.giftfreiesgärtnern.de/wissensplattform/ gartenelemente Mehr zum Düngen unter: www.giftfreiesgärtnern.de/wissensplattform/ wissenwertes Mulchbeet 21 Kategorie Ziergarten Wer ziert sich da? Wer heute über einen Gartenzaun schaut, dem bietet sich oft dieser Anblick: Graue Schotterflächen, kurz geschorener Rasen, ein paar exotische Blumen und dazu eine grüne Wand aus Thuja. Ob Ordnung und Sauberkeit im Garten schön sind, das ist reine Geschmackssache. Ob sie gut für die Natur sind, nicht. Denn was in diesem Bild garantiert fehlt, sind tierische Gartenbesucher wie Rotkehlchen, Mauerbiene und Zauneidechse. Da kommen selbst dem Gartenzwerg die Tränen! Wir sprechen deshalb all denjenigen ein Lob aus, die über ihren Gartenzaun manchmal schräg angeguckt werden, weil es bei ihnen wilder aussieht. Zunächst mag es unordentlich erscheinen, wenn nicht alle »Unkräuter« gejätet werden, das Laub auf den Beeten liegen bleibt und der Gehölzschnitt auf einem Reisighaufen landet. Dabei sind die Naturgärtner_innen gar nicht faul. Sie wissen, dass sich im Laub Nützlinge verstecken, unter dem Reisighaufen der Igel seinen Winterschlaf hält und auf den Brennnesseln Schmetterlingsraupen futtern. Das vermeintliche Chaos hat also System! Der naturnahe Ziergarten spricht alle Sinne an. Er verwöhnt die Nase mit dem Duft von Kräutern, erfreut das Ohr mit dem Konzert der Singvögel und bezaubert das Auge mit einer bunten Blütenpracht. Zu jeder Jahreszeit gibt es etwas Neues zu entdecken. Zieren Sie sich nicht! Kommen Sie mit in die Gärten unserer Gewinner_innen und lassen Sie sich inspirieren! 22 23 1. Platz Birgit Helbig – Bayern Hausgarten, 2.500 m 2 Eine Hofstelle mit altem Baumbestand – mehr war nicht da, als Birgit Helbig mit dem Gärtnern anfing. In über zwanzig Jahren hat sie die einstige Brache in ein blühendes Paradies verwandelt. Besonders wichtig ist ihr die Förderung seltener und heimischer Wildpflanzen. Von denen wachsen geschätzte 300 bis 400 Arten in ihrem Garten. Diese zieht sie teilweise selbst und tauscht sie auch mit anderen. Ob Sumpfzone, Sandbeet, Steingarten, Blumenwiese oder verschiedene Totholzbereiche – hier finden die verschiedensten Tier- und Pflanzenarten ihre bevorzugten Lebensbedingungen. Die große Vielfalt entsteht durch die vielfältigen Strukturen. WEBLINK www.natur-garten-helbig.jimdo.com 24 »Mein Tipp: Nichts rausreißen, das man nicht kennt. Einfach abwarten, wer da zu Besuch kommt. Wenn es etwas Schönes ist, kann man es wachsen lassen und vermehren.« 25 Praxistipp Wildpflanzen & Steingarten Die wunderbare Welt der Wildpflanzen In vielen Gärten ist es zwar grün und bunt, aber es dominieren einige wenige Arten, die es in jedem Gartencenter zu kaufen gibt. Oft handelt es sich um gefüllte Blüten oder exotische Gewächse, die für Wildbienen und Schmetterlinge keinen Nektar oder Pollen liefern. Dabei sind Wildpflanzen überraschend vielgestaltig, bunt und anspruchslos. Und ganz nebenbei sorgen sie für biologische Vielfalt und tragen zum Artenschutz vor der eigenen Haustür bei. Einige Insekten sind so spezialisiert, dass sie ihre Nahrungspflanze direkt im Namen tragen wie die Glänzende Nattern­kopfMauerbiene oder Glockenblumen-Scherenbiene. »Je magerer desto blüh!« Die meisten heimischen Wildpflanzen gedeihen hervorragend an mageren Standorten. Wenig Humus, dafür viel Sonne – das lieben diese Überlebenskünstler. Auf nährstoffreichen Böden werden sie hingegen schnell von Gräsern und Allerweltsarten verdrängt. Magerbeete sind außerdem besonders blütenreich. Die schwierigen Wachstumsbedingungen befeuern die Pflanzen geradezu darin, möglichst viele Blüten und damit viele Samen zu produzieren, um ihr Fortbestehen zu sichern. Beobachten lässt sich dies auch an lebensfeindlichen Orten wie Gleisanlagen oder auf Schuttplätzen, auf denen häufig überraschend schöne Blühpflanzen wachsen. Eine gute 26 Gelegenheit ein paar Samen einzusammeln und im eigenen Beet auszuprobieren! Natürlich gilt: keine Wildpflanzen ausreißen! L I T E RAT URT I PP Sigrid Tinz: Selbst ist die Pflanze, Einfach gärtnern – wie Samen sich verbreiten und den Garten gestalten. 2017, pala verlag Einen mageren Steingarten anlegen Auch wenn es das Gärtnerherz schmerzt: Der humusreiche Oberboden muss weichen (und kann beispielsweise für ein Hügelbeet im Gemüsegarten verwendet werden). Er wird durch mineralisches Substrat wie Sand und Kies ersetzt. Birgit Helbig empfiehlt, Mineralbeton zu verwenden. Dabei handelt es sich um Schotter mit Mullanteil, d.h. es sind auch ganz feine Anteile enthalten, die die Zwischenräume zwischen den Steinchen auffüllen. Dadurch kann sich Feuchtigkeit besser halten und auch aus dem Unterboden nach oben aufsteigen. Ist die raue Umgebung fertig, kann sie besiedelt werden. Die Ansaat erfordert etwas mehr Geduld, ist aber ebenso möglich wie die Bepflanzung. Zur Nährstoffversorgung nur eine sehr dünne Schicht Kompost von ca. 2 cm ausbringen. Aber Vorsicht: die Komposterde muss frei von Beikrautsamen sein. Birgit Helbigs Tipp für zweijährige Arten wie Königskerze, Natternkopf oder Fingerhut ist eine Initialpflanzung: Im ersten Jahr blüht dann die gepflanzte erste Generation und sät sich aus, sodass im zweiten Jahr die nächste Generation blüht. Der Steingarten ist außerdem der ideale Standort für Kräuter wie den Sandthymian. Zwar wachsen sie weniger üppig, entwickeln dafür aber ein besonders intensives Aroma. Saatgut und Pflanzen gibt es bei spezialisierten Gärtnereien oder durch Samentausch mit anderen Naturgartenfreunden. Ein Sandarium anlegen Drei Viertel der heimischen nestbauenden Wildbienenarten nisten im Boden! Für sie und viele andere Insektenarten wie Grabwespen, Ameisenlöwen oder Sandlaufkäfer bietet das Sandarium optimale Lebensbedingungen. Es lässt sich kinderleicht einrichten: Einen vollsonnigen Platz aussuchen und eine mindestens 15 cm tiefe Mulde ausheben. Darauf einen Sandhaufen aufschütten und mit einzelnen Steinen und Ästen strukturieren. Fertig! Sandarium Mauern und Pyramiden Treffen sich ein Käfer und eine Eidechse zum Sonnenbaden – kein Witz! Steinelemente im Garten sind die reinsten Tummelplätze für Nützlinge und Wildtiere aller Art – insbesondere dann, wenn viele Steine zusammenkommen und sich angenehm aufwärmen. Ein weiterer Pluspunkt sind die vielen Spalten und Ritzen zum Verstecken. Vögel nutzen Steinpyramiden gern als Ansitzwarte, von der aus sie ihre Beute erspähen. Trockenmauern strukturieren den Garten – ob als Beetabgrenzung oder um Höhenstufen auszugleichen. Damit sie von trockenheitsliebenden Magerpflanzen besiedelt werden, sollte auch beim Befüllen sehr sparsam mit Gartenerde und Kompost umgegangen werden. Damit die Grabgänge der kleinen Krabbeltiere nicht sofort wieder zusammenstürzen, ist Sand mit mittlerer Körnung in »Sandburg-Qualität« empfehlenswert, d.h. einfach testen, ob er formbar ist. Das Verwehen kann mit einer Abgrenzung aus Steinen verhindert werden. Zu dichter Bewuchs muss entfernt werden. Am Rand können angepasste Arten wie die Sandgrasnelke gedeihen. LITERATURTIPP Markus Gastl: Ideenbuch Nützlingshotel für Igel , Vögel, Käfer & Co. 2015, Ulmer Verlag 27 2. Platz Hausgarten, 2.000 m 2 Rüdiger und Liselotte Weis – Baden-Württemberg Seit Ende der 90er-Jahre hat das Ehepaar seinen großen Hausgarten Stück für Stück in ein Refugium für die Natur verwandelt. Das Besondere sind die vielen Teiche und Feuchtbiotope – insgesamt sind es sechs Stück –, in denen viele Libellenarten, Frösche und Molche vorkommen. Die Fläche wird außerdem durch 40 verschiedene Arten überwiegend heimischer Gehölze wie Bergahorn, Hartriegel und Weißdorn strukturiert. Rüdiger und Liselotte Weis haben sich zu richtigen Naturkundlern entwickelt. Sie kennen die vielen Tierarten in ihrem Garten genau und nehmen auf die einzelnen Bedürfnisse Rücksicht. Auch wenn einige ihr grünes Paradies als unordentlich empfinden, werden die beiden nicht müde, die Idee des naturnahen Gärtnerns zu erklären und zu vermitteln. Distelfalter 28 Zauneidechse »Traue keinem Garten ohne Unkraut.« 29 Weniger ist mehr Praxistipp Insektenschutz & Gartenteich Zu viele Nährstoffe sind der Feind des Gartenteichs. Sie fördern die massenhafte Entwicklung von Algen. Damit es nicht dazu kommt, wird als Substrat Sand und Kies verwendet. Keinesfalls Gartenboden oder Kompost! Der Teich sollte möglichst außerhalb des Kronenbereichs von Bäumen angelegt werden – dann muss man auch weniger Laub abfischen. Wo sind Schmetterlinge und Co.? Viele Gärtnerinnen und Gärtner hatten es bereits im Gefühl: Es sind immer weniger Falter, Käfer und Bienen unterwegs. Inzwischen hat es das Thema Insektensterben auch auf die Titelseiten der Zeitungen geschafft. Ursache für den Rückgang ist wahrscheinlich eine Kombination von mehreren Faktoren: die Intensivierung der Landnutzung, der Einsatz von Pestiziden sowie fehlende Nahrung und Rückzugsräume für Insekten in der Landschaft. Gärten machen nur einen kleinen Teil der Landesfläche aus. Wie sie trotzdem einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten können, zeigt der Hausgarten von Rüdiger und Liselotte Weis. Ein Flieder macht noch keinen Sommer Dass die verschiedensten Insektenarten magisch angezogen werden, liegt nicht an einer Einzelmaßnahme. Vielfältige Strukturen, Wildsträucher, Stauden und Blumenwiesen sind genauso wichtig wie der strickte Verzicht auf Pestizide. Ein Sommerflieder allein reicht nicht, damit Schmetterlinge ein Zuhause finden. Ihre Raupen leben oft auf vermeintlichen Unkräutern. Neben häufigeren Arten, wie dem Distelfalter oder dem Admiral, kommen im Garten von Familie Weis auch seltene Arten wie der Feuerfalter vor. Er liebt es, sich auf Stängeln oder Schilfrohr zu sonnen. Als Raupenfutterpflanze braucht er den Teich-Ampfer, während die erwachsenen Schmetterlinge bevorzugt an Roßminze und Greiskräutern saugen. 30 Große Königslibelle Großer Feuerfalter Wasser marsch! Erst planen, dann graben Bevor man jetzt sofort zur Schippe greift und ein Loch buddelt, wird der passende Standort ausgewählt. Sonnig sollte er sein, aber mit Schatten in den Mittagsstunden. Die Größe des Teiches bestimmt, wie tief gegraben wird. Bei einem naturnahen Teich fällt das Ufer flach ab. In den so entstehenden Sumpf-, Flachwasser- und Tiefwasserzonen fühlen sich unterschiedliche Pflanzen und Tierarten wohl. Teichfrösche Quak, quak. Blubb, blubb. Quakende Besucher, wie Erdkröte, Teich- und Grasfrosch, finden sich von ganz allein ein. Das Entnehmen von Kaulquappen aus der Natur ist übrigens verboten. Wer Fische in seinem Teich möchte, sollte heimische Kleinfische wie Moderlieschen einsetzen. Dafür muss der Teich groß und tief genug sein, damit sie überwintern können. Und Finger weg vom beliebten Goldfisch! Er verspeist einfach alles: Wasserinsekten, Schnecken und Kaulquappen. Weidenjungfer Ein naturnaher Gartenteich bringt eine ganz neue Dimension in den Garten – denn Wasser ist Leben! Hier entwickeln sich Libellen, Molche und Wasserläufer. Außerdem kommen Vögel, Igel und Bienen zum Trinken vorbei. Wasserpflanzen wie Sumpfdotterblume, Schwertlilie und Seerose sind ein wunderschöner Anblick. Und ein Schwimmteich ist eine lebendige Alternative zum chlorstinkenden Swimmingpool! Ringelnatter Ssssssss, piek, aua. Faszinierende Flugkünstler In den Teichen von Familie Weis entwickeln sich viele Libellenarten. Denn den Großteil ihres Lebens verbringen sie unter Wasser. Bis zu fünf Jahre entwickeln sie sich dort, um sich am Ende ihres Lebens in faszinierende Flugkünstler zu verwandeln und auf Hochzeitsflug zu gehen. Besonders wertvolle Lebensräume entstehen in der Kombination mit heimischen Gehölzen im Garten, als Ansitz für frisch geschlüpfte Libellen und als Unterschlupf bei starkem Regen. Die Weidenjungfer legt ihre Eier sogar unter der Rinde von ufernahen Weichgehölzen ab. Das Gleichgewicht im naturnahen Gartenteich verhindert, dass er zur Brutstätte von Mücken wird. Denn die Mückenlarven werden von ihren natürlichen Feinden wie Wasserläufern und Libellenlarven dezimiert. Die erwachsenen Mücken, die dennoch schlüpfen, sind Appetithappen für Fledermäuse und Vögel. 31 3. Platz Doreen Dietze – Berlin Kleingarten, 512 m 2 Doreen Dietze zeigt, wie auch bei vorbildlicher kleingärtnerischer Nutzung ein Natur- und Ziergarten mit vielen heimischen Stauden, blühenden Beeten und Strukturelementen geschaffen werden kann. Nützlinge und Wildtiere tummeln sich in den Wildsträuchern und auf der Blumenwiese. Wie es sich für einen ökologischen Garten gehört, setzt sie ganz auf natürliche Kreisläufe, indem sie die im Garten anfallenden Materialien wiederverwendet. Pinselkäfer »Abgeblühte und abgestorbene Pflanzenteile entferne ich erst nach dem Winter, um so lange wie möglich Futterquellen und Unterkünfte zu ermöglichen. Das Material nutze ich dann als Mulch für die Benjeshecke oder kompostiere es.« 32 33 Praxistipp Pflanzenstärkungsmittel Innere Kraft 34 Verdünnung mit Wasser Verwendung Ackerschachtelhalm Brühe: 100 -150 g frische Sommertriebe oder 15 -20 g getrocknete 1: 5 vorbeugend gegen Pilzkrankheiten Beinwell Jauche: 100 g Blätter und Stiele 1:10 Bodendüngung 1:20 Blattdüngung 1: 10 Bodendüngung 1: 20 Blattdüngung Kaltwasserauszug: 100 g frisches Kraut unverdünnt gegen Blattläuse, 3 Tage hintereinander Brühe oder Jauche: 100 g frisch oder 10 -20 g getrocknet 1:10 Winterspritzung gegen Blut- und Schildläuse Farnkraut Blattlaus ade Brennnesseln wirken gut gegen Blattläuse. Einfach 1 Kilogramm frische, zerkleinerte Triebe für 24 Stunden in 10 Liter Wasser einweichen. Diesen Kaltwasserauszug drei Tage hintereinander unverdünnt auf die Blattlausherde sprühen. Aus dem »Unkraut« lässt sich außerdem ein perfekter Flüssigdünger herstellen: die Brennnesseljauche. Dafür vergären die Pflanzenteile 10 bis 14 Tage mit Wasser in einem nicht-metallischen Gefäß. Einmal täglich wird umgerührt, und wenn es aufhört zu blubbern, ist sie fertig. Besonders nährstoffbedürftige Pflanzen werden mit verdünnter Jauche gegossen. WEBLINK Mehr Rezepte und Anwendungen unter: www.giftfreiesgärtnern.de/wissensplattform/wissenswertes Ackerschachtelhalm Rezeptur je 1 l Wasser Brennnessel Gesunde Pflanzen sind kein Hexenwerk – aber etwas Kräuterkunde hilft. Doreen Dietze setzt auf natürliche Pflanzenstärkungsmittel zur Vorbeugung. Die Zutaten dafür gibt es im naturnahen Garten oft umsonst, in Form von »Unkräutern«. Die Kieselsäure im Ackerschachtelhalm verstärkt die Zellwände der Pflanzen von innen! Das erschwert es Pilzsporen, z.B. von Braunfäule oder Mehltau, in die Blätter einzudringen, und die Pflanzen bleiben gesund. Für eine Brühe werden 150 g frische oder 20 g getrocknete Triebe für 24 Stunden in 1 Liter Wasser eingeweicht und anschließend für ca. 20 min aufgekocht. Nach dem Abseihen wird die Brühe im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt und regelmäßig auf die gefährdeten Pflanzen gespritzt. Pflanze L ite r at u rti p p Otto Schmid und Silvia Heggeler: Biologischer Pflanzenschutz im Garten. 2012, Ulmer Verlag Jauche: 100 g frisches Kraut gegen Kali-Mangel gegen Blattläuse, Schnecken unverdünnt Pilzkrankheiten, Rost Kapuzinerkresse Tee: 150 – 200 g Kraut und Blüten unverdünnt Blut-, Schildlausherde einpinseln Knoblauch/ Zwiebel Tee: 10 g gehackte Zehen unverdünnt vorbeugend gegen Pilzkrankheiten, Milben Meerrettich Tee: 25 – 30 g frische Blätter und Wurzeln, 24 h ziehen unverdünnt vorbeugend gegen Monilia Kaltwasserauszug: 100 g unverdünnt Saatbeize gegen Pilzkrankheiten Tee: 30 g getrocknetes Kraut unverdünnt Obstbaumschädlinge 1:3 gegen Blattläuse, Milben, Kohlweißlinge, Insekten Brühe: 30 g frisches, blühendes Kraut unverdünnt gegen Blattläuse, Milben Tomate Kaltwasserauszug : 1 Hand voll zerstampfte Blätter, 2 h ziehen unverdünnt gegen Kohlweißling Wermut Tee: 30 g frische blühende Triebspitzen oder 2 Esslöffel getrocknete, 1 h ziehen unverdünnt oder 1:2 gegen Brombeer-, Erdbeermilbe Brühe: Zutaten wie Tee unverdünnt gegen Möhrenfliege, Kohlweißling, Apfelwickler Rainfarn Zubereitungsformen • Kaltwasserauszug: zerkleinerte Pflanzenteile 24 Stunden (bis 3 Tage) in Wasser einweichen, sieben • Brühe: wie Kaltwasserauszug, dann aufkochen und 15 – 30 min sieden, sieben • Tee: zerkleinerte Pflanzenteile mit heißem Wasser aufbrühen, abkühlen lassen, sieben • Jauche: zerkleinerte Pflanzenteile, mit Wasser in einem Gefäß (kein Metall) mindestens 10 Tage gären lassen, täglich umrühren, bis es aufhört zu schäumen, gegen Gerüche kann Steinmehl eingestreut werden 35 Giftfreies Gärtnern: Nützlinge Wildbienen Was wuselt denn da im Garten herum? Erdkröte Im quietschfidelen Garten leben die unterschiedlichsten Nützlinge, von Insekten über Vögel bis hin zu Säugetieren. Wer sie fördert, kann sich zurücklehnen, denn die tierischen Helfer halten Schädlinge in Schach. Gute Neuigkeiten: Zu den Leibspeisen der Erdkröte zählen Nacktschnecken und Kartoffelkäferlarven. Die erwachsenen Tiere leben nicht im Teich, sondern halten sich tagsüber in feuchten, dunklen Verstecken im Garten auf. Pestizide wie Schneckenkorn sind eine lebensbedrohliche Gefahr für die nützlichen Amphibien. Fledermäuse In der Dämmerung und bei Nacht gehen sie auf die Jagd nach Faltern wie Apfelwickler oder Kohleule. Und sie vertilgen unseren wahren Erzfeind: die Stechmücke. Tagsüber verstecken sie sich in Nischen und Spalten von Bäumen oder Scheunen. Da sie immer seltener Unterschlupf finden, helfen ihnen Fledermausquartiere zum Aufhängen. Ein Zuhause für Majas wilde Schwestern: WEBLINK Mehr über die wichtigsten Nützlinge im Garten: www.giftfreiesgärtnern.de/wissensplattform/nuetzlinge Wildbienen sind wichtige Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen. Unersetzliche Futterquellen sind heimische Sträucher und Blumen wie Weide, Schlehe, Glockenblume oder Storchschnabel. Die meisten Arten leben solitär: Jedes Weibchen kümmert sich allein darum, Brutzellen für ihren Nachwuchs anzulegen. Viele Wildbienen graben ihre Nester in den Erdboden. Sie brauchen offene, sandige Stellen. Mit einem Insektenhotel kann man etwa einem Viertel der Arten eine Kinderstube anbieten. Perfekt! WEB LIN K Mehr über Wildbienen und ihren Schutz unter: www.wildbienen.info Die Löcher und hohlen Stängel wurden sofort von Wildbienen besiedelt. Das sieht man an den zuzementierten Eingängen. Wichtig: Die Löcher haben glatte Öffnungen, einen Durchmesser von 2 bis 9 mm und sind hinten geschlossen. Verbesserungswürdig... Hier fühlen sich offenbar nur Spinnen wohl. Die wenigen Bohrlöcher sind uneben und gesplittert, weshalb sie für Wildbienen unbrauchbar sind. Äste und Tannenzapfen wirft man lieber in eine »wilde Ecke« im Garten. Dort fühlen sich dann Insekten aller Art wohl. Marienkäfer Ein einziger Siebenpunkt kann im Verlauf seines Lebens bis zu 5.000 Blattläuse verspeisen! Die grau-blauen Larven haben sogar keine Ähnlichkeit mit ihren schwarz-roten Eltern – sind aber sehr gefräßig. Wer alle Blattläuse im Frühjahr restlos bekämpft, entzieht den Marienkäfern im Garten die Lebensgrundlage. Etwas Geduld zahlt sich aus. 36 Ackerhummeln Erdkröte Breitflügelflederm aus Rotpelzige Sandbiene rlarve fe Marienkä 37 Kategorie Gemeinschaftsgarten Wo wächst es gemeinsam? Viele von uns wünschen sich einen Garten. Doch nicht alle haben den Platz, die Zeit oder das Geld für einen eigenen. Seit einigen Jahren sprießen Gärten auch auf Brachen, Hinterhöfen, Schulhöfen oder Dächern. Hier wird meist gemeinschaftlich gegärtnert. Jeder, der die Stadt ein bisschen bunter machen will, ist willkommen. Die Mischung macht’s. Gemeinschaftsgärten bringen Menschen unterschiedlichster Couleur zusammen. Man tauscht sich aus und lernt von- und miteinander. Kinder erfahren, wie Gemüse wächst und wo die Spatzen brüten. Die alten Hasen zeigen den Grünschnäbeln, wie man ein Hochbeet baut oder Kartoffeln im Sack zieht. Natürlich giftfrei! Genauso unterschiedlich wie die Gärtnerinnen und Gärtner sind ihre Ideen für den gemeinschaftlichen Garten: Umweltbildung, Integration, Veranstaltungen, Kunst unter freiem Himmel, Spielplatz, Selbstversorgung, Vogelschutz oder einfach eine gute Nachbarschaft. Mit ihren grünen Oasen verbessern sie so das Stadtklima in vielerlei Hinsicht. Unsere ausgezeichneten Gemeinschaftsgärten sind echt engagiert für Mensch und Natur. 38 39 1. Platz Stadtgarten Connewitz, Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. – Sachsen Urbaner Garten, 4.300 m 2 Der Ökolöwe hat das verwilderte ehemalige Schulgartengelände in einen städtischen Ruhepol verwandelt. Vieles gibt es hier zu entdecken: regionale standortgerechte Pflanzen, Vögel und Insekten sowie eine Ausstellung verschiedener Nistkästen. Der Stadtgarten ist seit langem ein gefragter Ort für Umweltbildung in Leipzig. Dabei ist es aber nicht geblieben: Zusammen mit Menschen aus der Nachbarschaft und aus aller Welt wurden Gemeinschaftsgartenflächen eingerichtet. Hier wird nicht nur gegärtnert, sondern auch die Ernte geteilt und gefeiert. S C H AU G A RT E N S E I T E 5 5 »Es ist ein Garten, der alle Generationen anspricht und in dem wir zusammen glücklich sind!« 40 41 Praxistipp Vogelschutz & Totholz Amsel, Drossel, Fink und Star … alle Vögel sind schon da? Wenn die Insekten sterben, finden auch Vögel immer weniger Nahrung. So gehen selbst häufige Kulturfolger wie Sperlinge zurück. Sowohl auf dem Land als auch in der Stadt verschwinden Lebensräume und Nistmöglichkeiten. Raupen, Käfer, Beeren, Samen – im naturnahen Garten finden Vögel reichlich Futter. Wildsträucher, Kletterpflanzen und Gestrüpp bieten ihnen Unterschlupf. Zum Trinken und Baden dient eine Vogeltränke oder ein Gartenteich. Mit passenden Nistkästen kann man Singvögel zusätzlich unterstützen. Wie das geht, zeigt der Stadtgarten Connewitz in seiner Nistkastenausstellung. Hier erfährt man, wie man die Kästen richtig baut, anbringt und pflegt. VOGELART EINFLUGLOCH Weidenmeise, Tannenmeise, Haubenmeise, Blaumeise, Sumpfmeise 26 – 28 mm Kohlmeise, Kleiber 32 mm Spatz, Trauerschnäpper 35 mm Star 45 mm Gartenrotschwanz Hochoval: 48 x 32 mm Hausrotschwanz, Stelze, Grauschnäpper, Rotkehlchen halboffener Kasten (Halbhöhle) 42 Von wegen tot! Hecken und Haufen In Gärten fällt immer wieder Gehölzschnitt an, der zu naturnahen Gartenstrukturen verbaut werden kann. Eine einfache Variante ist der Reisighaufen. Für die Stabilität kommen unten dickere Stämme und Äste hinein. Obendrauf werden feinere Äste aufgehäuft, bis ein kompakter Haufen entstanden ist. Für eine Totholzhecke werden Äste und Reisig zwischen zwei parallelen Reihen von Pfählen aufgeschichtet. Im Stadtgarten Connewitz dient sie als Wegbegrenzung. von Hirschkäferlarven. Auch Nashornkäfer lieben Hackschnitzel. Die Larven entwickeln sich mehrere Jahre im Untergrund und profitieren von der Wärme, die bei der Verrottung des Holzes entsteht. Hackschnitzel sind günstig, der Regen kann ungehindert versickern und das Laufgefühl ist angenehm. Das hat auch den Stadtgarten Connewitz überzeugt. Europäischer Hirschkäfer Holzschnitzelweg WEBLINK Weitere Tipps zur Verwendung von Totholz unter: www.giftfreiesgärtnern.de/gartenbox/gartenelemente Abgestorbene Bäume und Äste sind kein Abfall, sondern Biotope. Eine Vielzahl seltener Pilze und Insekten ist an ihrer Zersetzung beteiligt. Ob liegend oder stehend, ob von Laub- oder Nadelbaum, jedes Totholz hat seine eigene spezialisierte Flora und Fauna. Gleichzeitig ist es Lebensraum für viele Nützlinge. Käferwege anlegen Ökologisch besonders wertvoll sind abgestorbene Stämme und Baumstümpfe, denn sie sind seltenes Gut. Aus den meisten Parks und Gärten und sogar aus Wäldern werden sie entfernt. Höhlenbrütenden Vögeln und Fledermäusen bieten sie Unterschlupf. Wildbienen nutzen sie zum Nisten. Also warum nicht den abgestorbenen Obstbaum im Garten stehenlassen – sofern er kein Sicherheitsrisiko darstellt? Hackschnitzel für Hirschkäfer Der ökologische Wert von Hackschnitzelwegen wurde zufällig in London entdeckt. Provisorisch wurde gehäckseltes Holz als Wegbelag in einem Park verwendet. Nach einigen Jahren traf man völlig überraschend auf eine große Zahl In dem Gemeinschaftsgarten wird nun ein Pfad 40 cm tief ausgehoben. Die Füllung besteht aus einer 10 cm hohen Schicht Kies zur Entwässerung und 30 cm Hackschnitzel. Diese stammen von Laubbäumen wie Buche und Eiche. Um den Zersetzungsprozess zu verlangsamen, verschalen die Gärtner_innen den Pfad links und rechts zusätzlich mit Hartholzbrettern. Die einzig notwendige Pflegemaßnahme ist das einmal jährliche Nachfüllen von Hackschnitzeln. In vereinfachter Form kann man einen Käferweg oder einen kleinen Käferkeller auch ausschließlich mit Hackschnitzeln anlegen. WEBLINK Weitere Tipps zu Hackschnitzelwegen unter: www.naturgartenfreude.de 43 2. Platz UnserGarten Bruck, Kulturpunkt Bruck – Bayern Praxistipp Upcycling Aufwerten von Ausgemustertem Wo die einen Müll sehen, erkennen die anderen wertvolle Rohstoffe. UnserGarten Bruck zeigt, wie facettenreich Upcycling aussehen kann. Aus den verschiedensten gespendeten Materialien sind Hochbeete entstanden. Bühnenböden, Tischtennisplatten und sogar alte Türen wurden umfunktioniert. Die Menschen bringen sich mit ihrem Wissen ein, lernen voneinander und gestalten ein Stück öffentlichen Raum umweltfreundlich und phantasievoll nach ihren Ideen. Kunst im Garten Urbaner Garten, 2.500 m 2 Das junge Gartenprojekt hat innerhalb kürzester Zeit aus einer Fläche der Stadt Erlangen einen beliebten sozialen Treffpunkt gemacht. Gegärtnert – besser gesagt »gegartelt« wie es in Bayern richtig heißt – wird auf Gemeinschaftsflächen und auf interkulturellen Pachtbeeten. Die eigene Ernte wird in der Wilden Küche vom Einmachtrüppchen verarbeitet und im Gartenlädla angeboten. Ein Imker hat ein Zuhause für seine Bienenvölker gefunden und gibt Kurse. Weil der Garten direkt am Kulturpunkt Bruck liegt, werden künstlerische Aspekte selbstverständlich mit eingebracht. So eröffnen sich ungewöhnliche Perspektiven auf Alltägliches. Das fahruntaugliche Rad wird zu einer Rankhilfe und die Schaufensterpuppe beginnt ihr neues Leben als Vogelscheuche im Gemüsebeet. Besucher_innen und Gärtner_innen kommen darüber oft ins Gespräch, denn ständig gibt es etwas neues Altes zu entdecken. »Vielfalt statt Einfalt – das ist unser Credo, nicht nur beim Anbau von Gemüse und Pflanzen, sondern auch im Tun und im Umgang mit den unterschiedlichsten Menschen.« S C H AU G A RT E N S E I T E 5 5 44 45 3. Platz Evangelische Schule Berlin-Mitte ESBM – Berlin Praxistipp Gärtnern mit Kindern Feldforschung Was machen eigentlich die Regenwürmer unter der Erde? Um das herauszufinden, haben die kleinen Forscher_innen der Evangelischen Schule Regenwurm-Beobachtungsstationen gebaut: Ein großes Einweckglas wird mit Gartenerde gefüllt. Auf die Oberfläche kommen trockene Blätter und Gräser. Jetzt können die Kinder den Regenwürmern beim Graben zuschauen. Da die Würmer kein Licht vertragen, wird anschließend um das Glas eine Pappe gelegt. Leben in der Bude Schulgarten, 650 m² Im Herzen Berlins, zwischen den S-Bahn-Stationen Alexanderplatz und Hackescher Markt, liegt der Schulgarten der Evangelischen Schule Berlin-Mitte. Engagierte Eltern haben die Fläche in den letzten Jahren urbar gemacht. Jetzt gärtnern verschiedene Altersstufen gemeinsam mit Eltern und Erzieher_innen. Richtig professionell wird Gemüse angebaut – mit Kompost, Fruchtfolge und Brennnesseljauche. Wenn man selbst sät, gießt, erntet und zubereitet, dann schmeckt das Grünzeug gleich doppelt so gut! Im Schulgarten haben die Grundschulkinder viel Raum für Naturerlebnisse und zum kreativen Mitgestalten ihrer Umwelt. Ihre Erfolge können nicht nur bei Schulfesten, sondern auch auf dem eigenen Blog im Internet bewundert werden: W EBL IN K esbm-schulgarten.tumblr.com 46 Gemeinsam haben die Eltern einen Weidendom aus den langen biegsamen Ruten der Korbweide errichtet. Ein toller Ort zum Toben und Verstecken! Der Clou ist, dass die Weidenstecken leben und weiter wachsen. Und so haben sie es gemacht: In einem Kreis mit einem Durchmesser von 2,60 m wurde rundherum ein 40 cm tiefer Pflanzgraben ausgehoben. Die etwa 3 m langen Stecken der Korbweide wurden angespitzt und dann schräg in den Graben eingesetzt. So konnten sie mithilfe der Rautentechnik verflochten werden. Damit die Stecken in dem trockenen, sandigen Stadtboden auch gut anwachsen, wurde gleich noch ein Perlschlauch mit in den Graben gelegt. Das macht die Bewässerung kinderleicht. »Wir freuen uns über Regenwürmer.« 47 Giftfreies Gärtnern: Lebendige Strukturen Nicht nur ein Sichtschutz: die Hecke Auch wenn der Name anderes vermuten lässt – viel Leben steckt in einer Hecke aus Lebensbäumen, auch Thuja genannt, nicht. Die exotischen Ziersträucher sind für Wildtiere als Nahrungsquelle nutzlos. Anders die heimischen Wildgehölze: Sie sind nicht nur vielfältig und schön, sondern bieten zudem Blätter, Blüten und Früchte. Eingriffeliger Weißdorn, Berberitze und Holunder locken im Herbst und Winter mit ihren Früchten dutzende Vogelarten in den Garten. Auch Insekten profitieren: Die Raupen des Zitronenfalters entwickeln sich beispielsweise nur auf den Blättern von Kreuzdorn und Faulbaum. Wildrosen sind beliebt bei Bienen, und ihre dornigen Äste sind geschützte Nistplätze für Amsel und Zaunkönig. Nützlinge wie Igel, Erdkröte und Laufkäfer ziehen sich tagsüber in dem Gestrüpp unter der Hecke zurück. Laub, Äste und »Unkraut« bilden hier das ideale Versteck. 48 Vertikal gärtnern: die Fassadenbegrünung Ob Efeu, Wilder Wein oder Geißblatt – Kletterpflanzen schaffen ein angenehmes Klima, indem sie Hitze und Kälte regulieren und die Luft filtern. Auf intaktem Putz richten sie übrigens keinen Schaden an, sondern schützen das Mauerwerk vor der Witterung. Die Fassadenbegrünung ist nicht nur ein herrlicher Anblick, sie schafft auch Lebensraum für Vögel. An den Blüten tummeln sich Schwebfliegen und Bienen. Für Geduldige: die Blumenwiese Eine mehrjährige Blumenwiese ist pflegeleicht, anspruchslos und biologisch wertvoll. Sie wird weder gedüngt noch gewässert und nur zweimal im Jahr gemäht. Die Mischung aus Gräsern und Wiesenblumen wie Schafgarbe und Schlüsselblume braucht einige Zeit, um zu einem Gleichgewicht zu finden. Da der normale Gartenboden für artenreiche Wiesen zu nährstoffreich ist, wird bei der Neuanlage ein Teil des Oberbodens entfernt und Sand beigemischt. Für die verschiedenen Regionen in Deutschland gibt es Saatmischungen mit typischen Arten. Soll die Fläche weiterhin zum Betreten und Spielen geeignet sein? Dann ist der Blumenrasen ein bunter Kompromiss. Der Rasen wird einfach nicht mehr gedüngt und nur noch vier bis acht Mal im Jahr mit hohem Bodenabstand gemäht. »Blühende Unkräuter« wie Gänseblümchen kommen von alleine. Zusätzlich werden niedrig wachsende Arten wie Veronika und Veilchen eingesät. Für Ungeduldige: die einjährige Bienenweide Mit bunten Feld- und Wildblumen kann man innerhalb kürzester Zeit eine wertvolle Nektar- und Pollenquelle für Bienen, Hummeln, Florfliegen und viele weitere Nützlinge schaffen. Auf Beeten und sogar in Kübeln und Kästen werden die Mischungen mit Arten wie Klatschmohn, Kornblume, Lein, und Kornrade gesät. WEBLINK Empfehlungen zur Auswahl von Sträuchern, Kletterpflanzen und Wiesenblumen finden Sie unter: www.giftfreiesgärtnern.de/wissensplattform/ gartenelemente L ite r at u rti p p Heike Boomgaarden, Bärbel Oftring und Werner Ollig: Natur sucht Garten – 35 Ideen für nachhaltiges Gärtnern. 2011, Ulmer Verlag 49 Besondere Anerkennungen Vom Großstadtdschungel bis zum Auenland – unter den außergewöhnlichsten Einreichungen würdigte die Jury nachahmenswerte Beispiele! 50 Besondere Anerkennung für langjährige Verdienste um das ökologische Gärtnern Besondere Anerkennung für die Schaffung eines Landschafts­ gartens auf renaturierten Flächen Klostergarten Abtei Fulda Der bunte Nutzgarten des Klosters wird bereits seit 1945 natürlich bewirtschaftet – damals initiiert von Schwester Laurentia. Die Ordensschwestern sind damit Wegbereiterinnen des biologischen Gartenbaus. Welches Kraut vertreibt welche Schädlinge? Wie kombiniere ich Pflanzen am besten? Antworten darauf findet man in den beliebten Ratgebern von Ordensschwester Christa Weinrich. Ariane und Mario Hofmann, Hortus Terrigenus Die Hofmanns haben auf drei Hektar Land in privater Initiative einen Landschaftsgarten angelegt. Der Hortus Terrigenus fügt sich ein in den Naturpark Nuthe-Nieplitz. Hier finden Flora und Fauna Zuflucht in den Überresten eines alten Auwaldes, auf Magerrasen, Feuchtwiesen und in heimischen Hecken. Eine Streuobstwiese mit historischen Obstsorten und ein blühender Insektengarten sind entstanden. S C H AU G A RT E N S e i te 5 5 S c h au g a rt e n S e i t e 5 4 51 Besondere Anerkennung für Gärtnern auf kleinstem Raum Waltraud Gessler Der kleinste Garten im Wettbewerb hat einiges zu bieten. Auf nur 50 m² hat Waltraud Gessler einen schnuckligen Bauerngarten mit Wiesenmargeriten, Stauden, Kirschbaum und Tomaten angelegt. Die Nachbarn bevorzugen einen Streifen Rasen als verlängertes Wohnzimmer hinterm Haus. Doch das wäre ihr viel zu unkreativ. Der Garten ist ihr Entspannungs- und Versuchsprojekt. Besondere Anerkennung für die Verbindung von Gesundheit und Garten LVR–Klinikum Düsseldorf Lebendiges Grün steigert das Wohlbefinden und beschleunigt die Genesung! Die weitläufige Gartenanlage mit ihren vielfältigen Biotopen wird von den Patient_innen, Besucher_innen und Mitarbeiter_innen geschätzt. Sogar ein Imker hat hier einen Platz für seine Bienen gefunden. VHS-Biogarten Moers In dem Gemeinschaftsgarten der Volkshochschule kommen Menschen zusammen, um ökologisches Gärtnern zu erproben und sich auszutauschen. Zukunftsweisend ist die Integration von Menschen, die sich im Anfangsstadium der Vergesslichkeit bewegen. Birgit Schattling Platz ist in der kleinsten Hütte! Das trifft auf den »Garten« von Birgit Schattling im wahrsten Sinne des Wortes zu. Neun Quadratmeter verteilt auf zwei Balkone hat sie in einen grünen Dschungel verwandelt, der von Insekten, Vögeln und sogar Eichhörnchen besucht wird. Von A wie Apfelbaum bis Z wie Zucchini, baut sie jedes erdenkliche Obst und Gemüse an. Ihre Erfahrungen teilt sie auf ihrem Blog: bio-balkon.de Besondere Anerkennung für die Ausbildung von Multiplikatoren Garten- & Informationszentrum, Bezirksverband der Gartenfreunde Pankow e.V. Mit einem eigenen Zentrum zeigen die Pankower Gartenfreunde allen Interessierten ganz praktisch, wie ökologisches und naturnahes Gärtnern funktioniert. Die ausgebildeten Fachberater_innen tragen ihr Wissen dann in die Kleingartenkolonien. S c h au g a rt e n S e i t e 5 4 52 53 Schaugärten 1 Interkultureller Garten Rostock auf dem HWBR-Gelände Erich-Schlesinger-Str. 21A 18059 Rostock garten@oekohaus-rostock.de www.interkultureller-garten-rostock.de Öffnungszeiten: ganzjährig sonntags von 14 – 16 Uhr 3 Schau- und Lehrgarten Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e.V. Burgstr. 20, 16278 Greiffenberg Telefon: 033334 70232 vern_ev@freenet.de, www.vern.de Öffnungszeiten: ganzjährig Mo – Fr von 8 – 16 Uhr, von Mai – September zusätzlich samstags von 10 – 16 Uhr 5 NABU-Naturgarten Pankow Parzelle 357 neben der KGA »Am Anger«, Uhlandstr. / Ecke Dehmelstr., 13156 Berlin Telefon: 0179 4036930 (Karla Paliege) kpaliege@nabu-berlin.de www.berlin.nabu.de Öffnungszeiten: jeden Montag um 17 Uhr (wenn es hell ist) und einmal monatlich samstags um 10 Uhr 8 NABU-Garten Dortmund Parzelle 85 Gartenverein Dortmund-Nord e.V. Eberstr. 46, 44145 Dortmund Telefon: 01573628 7972 (Brigitte Bornmann-Lemm) naturgarten@nabu-dortmund.de www.nabu-dortmund.de Öffnungszeiten: März – Oktober samstags 7 Landschaftsgarten Hortus Terrigenus Kleinbeuthener Dorfstr. 20 14959 Trebbin OT Kleinbeuten Telefon: 0160 7180255 (Ariane und Mario Hofmann) naturschutz-kleinbeuthen@ gmx-topmail.de www.facebook.com/Terrigenus/ Öffnungszeiten: Besichtigungen und Führungen auf Anfrage 1 9 Stadtgarten Connewitz Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. Kohrener Str./ Ecke Burgstädter Str. 04277 Leipzig Telefon: 0341 3065114 stadtgarten@oekoloewe.de www.oekoloewe.de/stadtgarten.html Öffnungszeiten: April – September von Dienstag – Freitag von 10 – 18 Uhr; im Oktober von Dienstag – Freitag von 10 – 17 Uhr; gemeinsames Gärtnern von April – Oktober donnerstags ab 18 Uhr und einmal monatlich samstags 11 Heilkräutergarten Nützelbachaue im Naherholungsgebiet Nützelbachaue 97447 Gerolzhofen Telefon: 09382 31106 (Rita Popp) heilkraeuter-gerolzhofen@gmx.de Öffnungszeiten: durchgängig öffentlich zugängig; Führungen auf Anfrage 10 Klostergarten Abtei Fulda Benediktinerinnenabtei zur Hl. Maria Nonnengasse 16, 36037 Fulda Telefon: 0661 9024531 (Gartensprechstunde Sr. Christa Weinrich: Mo und Mi, 13 – 14 Uhr) garten@abtei-fulda.de www.abtei-fulda.de/gartenbau Öffnungszeiten: Mai – September, Sa von 14 – 16 Uhr; regelmäßige Führungen 12 UnserGarten Bruck Kulturpunkt Bruck Fröbelstr. 6, 91058 Erlangen Telefon: 09131 303664 kulturpunkt@stadt.erlangen.de www.kulturpunkt-bruck.de/unsergarten/ Öffnungszeiten: durchgängig öffentlich zugängig; gemeinsames Gärtnern von März – Ende Oktober Do von 16 – 19 Uhr 13 Schaugarten Seeshaupt Bahnhofstr. 40, 82402 Seeshaupt Telefon: 08801 592 info@schaugarten-seeshaupt.de www.schaugarten-seeshaupt.de Öffnungszeiten: von April bis zum ersten Schnee öffentlich zugänglich; gemeinsames Gärtnern von April – Ende Oktober jeden 2. Samstag im Monat 3 4 2 6 5 7 8 9 2 Therapiegarten – Grüne Stunde e.V. Grabenweg 6 30900 Wedemark Telefon: 05130 379532 info@bischofs.com www.verein.gruene-stunde.com/ therapiegarten.html Öffnungszeiten: April – Anfang Oktober jeden 1. und 3. Samstag von 14:30 – 16:30 Uhr mit thematischem Programm 4 Garten- und Informations- zentrum Pankow Bezirksverband der Gartenfreunde Pankow e.V. Quickborner Str. 12, 13158 Berlin Telefon: 030 91200920 info@gartenfreunde-pankow.de www.gartenfreunde-pankow.de Öffnungszeiten: täglich; regelmäßige Arbeitseinsätze von April – Oktober 6 Tomate sucht Gießkanne – GRÜNE LIGA Berlin e.V. Teilstück Georgen-Parochial-Friedhof I Eingang gegenüber Heinrich-Roller-Str. 19, 10405 Berlin Telefon: 030 4433910 berlin@grueneliga-berlin.de www.grueneliga-berlin.de Öffnungszeiten: gemeinsames Gärtnern von März – Ende Oktober, montags 16 – 18 Uhr; Führungen auf Anfrage 10 11 12 WEBLINK Mehr Informationen und Bilder zu den Schaugärten unter: www.giftfreiesgärtnern.de/anregungen/schaugaerten/ 13 54 55 ! h c s n e M , s a w n u t ir W Wir sind ein Berliner Umweltverband: UM WE LTF EST IVA L Wir haben die Zukunft im Blick, locken die Menschen raus ins Grüne, feiern Feste, DER RABE RALF setzen uns für unseren Kiez ein, fordern Transparenz bei politischen Entscheidungen GIFTF REIES GÄRT NERN ein und machen die Stadt zu unserem Garten. Wir vernetzen, initiieren, informieren, organisieren, beraten, qualifizieren und BERATUNG ZUR STADTBEG RÜNU NG unterstützen! NETZWERK 21KO NGRE SS Impressum Herausgeber: GRÜNE LIGA Berlin e.V. Prenzlauer Allee 8 10405 Berlin Telefon: 0 30/ 44 33 91-0 info@grueneliga-berlin.de www.grueneliga-berlin.de V.i.S.d.P.: Leif Miller Redaktion: Sarah Buron & Anke Küttner Lektorat: Patrick Spät IGA-CA MP US ÖKOM AR KT AM KO LLW ITZ PL ATZ INTER NATIO NAL URBA N FARM ING CONF EREN CE GLO BA L CLA SSROO M www.grueneliga-berlin.de 56 UMW ELTBI LDUN G Gestaltung: Dorothea Hein www.cubusberlin.com Druckerei: Die Umweltdruckerei klimaneutral natureOffice.com | DE-275-638094 gedruckt Kontakt: www.giftfreiesgärtnern.de giftfreiesgaertnern@grueneliga-berlin.de 1. Auflage: März 2018 Bildnachweise: Cover: Blumenmuster: © lilalove - Fotolia.com Marienkäfer: © Alekss - Fotolia.com Blumenwiese Cover: Fotolia.com: © Gisela, © unpict, © Joachim Opelka, © Björn Wylezich, © Reiner, © Joachim Opelka, © drubig-photo, © Schmutzler-Schaub S 1: Maulwurf © juefraphoto - Fotolia.com S 2: Birgit Helbig, 1. Platz Ziergarten S 3: Salamander © Vitalii Hulai - Fotolia.com S 4: © Miguel Garcia Saaved - Fotolia.com S 7: m.r. Antje Thiel & Axel Weinert, Teilnehmer; o. Brigitte Bornmann-Lemm, 2. Platz Nutzgarten S 15: o.r. H. Zell, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons S 20: o. Compostador, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons; m. SuSanA Secretariat, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons S 21: o. H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons; u. Gabriele Berchter-Bohl, Teilnehmerin S 22: Susanne Fünfstück, Teilnehmerin S 23: o. & m. Sabine Baumann, Teilnehmerin; u. Sabine Ditterich, Teilnehmerin S 27: Rüsselkäfer © guy - Fotolia.com S 30: o.r. Christian Fischer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons S 31:Fledermaus © Bernd Wolter - Fotolia.com S 34: u.l. MPF, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons S 36: o.l. Markus Nolf, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons; o.r. H. Krisp, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons; u. © Pflanzenschutzamt Berlin S 37: o.l. Alain Hamm, Teilnehmer; o.r. Antje Thiel & Axel Weinert, Teilnehmer; u.l. ©entomart; u.r. Panoramedia, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons S 38: Waldbachschule, Teilnehmer S 39: o. & u.l. UnserGarten Bruck, 2. Platz Gemeinschaftsgarten; u.r. Interkultureller Garten Rostock, Teilnehmer S 42: o.r. Fabian Döpping & Ulrike Wenige, Teilnehmer S 43: m. Ben Sale, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons; r. Dein Freund der Baum, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons S 48: o.r. Abtei Fulda, Teilnehmer; u.r. Rüdiger und Lieselotte Weis, 2. Ziergarten S 49: u.l. Birgit Helbig, 1. Platz Ziergarten; u.m. Waldbachschule, Teilnehmer; u.r. Heide & Jörg Winterfeldt, Teilnehmer S 53: Buchbaumzündler © unpict - Fotolia.com S 56: Igel © voren1 - Fotolia.com Verwendete Lizenzen: CC BY 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/ CC BY-SA 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0 CC BY 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by/3.0 CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0
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