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Full text: Gestaltung partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Kita, Grundschule und Eltern

GESTALTUNG
PARTNERSCHAFTLICHER
ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN KITA,
GRUNDSCHULE UND ELTERN
AM ÜBERGANG IN DIE GRUNDSCHULE

– EINE HANDREICHUNG –
GS
Grundschulen

Eltern

Kita

und ihre Kinder

Kindertagesstätten

Impressum

Herausgeber:
Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf
Postanschrift: 12591 Berlin
Tel. (030) 90293-0

Redaktion:
Petra Fiebig, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin, Koordinatorin für die Tagesbetreuung von Kindern
Dr. Martina Schröder, Fachbereich Schulpsychologie, SIBUZ Marzahn-Hellersdorf

In Zusammenarbeit mit:
Juan Carlos Ramierez Henao, Leiter KJGD, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf
Andrea Schadow, Kitaleitung, Gemeinnützige Boot GmbH
Anke Ulbricht, Kita-Leitung, Kiek in – Soziale Dienste gGmbH
Gerlinde Voigt, Erzieherin, GS an der Geißenweide
Sylvia Radoi, Lehrerin; GS am Hollerbusch
Vincent Meyer, stellv. Leiter; Kita Raupe Nimmersatt awo pro:mensch gGmbH
Kerstin Kujath, Fachbereich Inklusionspädagogik, SIBUZ Marzahn-Hellersdorf
Weitere Informationen
Die Handreichung als PDF-Dokument
finden Sie auch unter:
www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/
politik-und verwaltung/aemter/
jugendamt/downloads/artikel.237174.php

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Ines Katzenellenbogen, Fachbereich Inklusionspädagogik, SIBUZ Marzahn-Hellersdorf

Gestaltung und Illustration: Connye Wolff (www.connye.com)

INHALT
Einleitung
Bedingungen für einen erfolgreichen Übergang
Fit für die Schule- Einschulungsuntersuchung
Verfahrensweise für Kinder mit besonderen Bedarfen
Vorschulische Sprachstandfeststellung und Sprachförderung
Beispiel zur gelungenen Kooperation
Ein Beispiel zur Zeit-und Maßnahmeplanung im Kalenderjahr

Information

Glossar
Übersicht zu den Verlinkungen

Orientierung

Handlung

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EINLEITUNG
Im Fokus dieser vorliegenden Handreichung steht die Kooperation zwischen den Partnern und Partnerinnen von Kindertagesstätte (Kita) und den Grundschulen (GS) im Bezirk Marzahn-Hellersdorf.
Entsprechend der vorliegenden gesetzlichen Grundlagen SGB VIII § 81; Schulgesetz § 5 (1); Kindertagesförderungsgesetz § 1 (4) ....haben beide Institutionen gleiche Aufträge wahrzunehmen.
Alle rechtlichen Grundlagen haben zum Ziel, den Übergang von der Kita in die GS durch eine am Entwicklungsstand der Kinder orientierte Zusammenarbeit zu gestalten. Zur Verwirklichung der genannten Ziele, sollen Kindertagesstätten und Grundschulen partnerschaftlich zusammenarbeiten, ohne
dass einer von beiden seine Autonomie verliert. Das gemeinsame Handeln von Kita und Grundschule
ist stets darauf gerichtet, kompetent und empathisch den Übergangsprozess zu gestalten und die Eltern mit ihren Kindern bei der Bewältigung des neuen Lebensabschnittes nachhaltig zu unterstützen.
Nur so kann dieser neue und aufregende Lebensabschnitt mit all seinen Veränderungen und Herausforderungen gut bewältigt werden..
Literaturhinweise:
Arbeitsgruppe Kooperation Kita-Grundschule
des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf (Oktober
2005)
Berliner Bildungsprogramm für Kitas und
Kindertagespflege / Hrsg.: Senatsverwaltung
für Bildung und Wissenschaft / Aktualisierung
Neufassung 2014

Die Arbeit mit Eltern zeichnet sich dadurch aus, dass sie mit ihren Kompetenzen wahrgenommen
werden, dass man sich auf Augenhöhe begegnet und alle Beteiligten in die Gestaltungsprozesse von
Kita und GS integriert. Die Zusammenarbeit zwischen Kita, GS und Eltern ist daher eine sehr komplexe
Aufgabe. Elternarbeit umfasst die Information und den Austausch zu Lern- und Entwicklungsprozessen der Kinder, stärkt die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz und beteiligt sie aktiv und fordert ihre
Mitverantwortung in diesem Gestaltungsprozess ein*. Voraussetzung dafür ist nicht nur ein hohes
Maß an fachlich-methodischer Kompetenz der Erzieher_innen und Lehrer_innen, sondern vor allem
eine wertschätzende Kommunikation und Kooperation sowohl innerhalb der Bildungseinrichtungen
Kita und der Grundschulen als auch miteinander und in der Interaktion mit den Eltern.
Kitazeit ist Bildungszeit und Grundschulzeit ist Förderzeit für ein lebenslanges Lernen. Kindertagesstätten und Schulen stehen daher im Fokus, welchen Beitrag sie vor dem Hintergrund der gestiegenen
gesellschaftlichen Anforderungen zur Nutzung und Entwicklung kindlicher Bildungsreserven leisten.

*Martin. R. Textor KindergartenpädagogikOnline Handbuch

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Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und freuen uns auf den weiteren Erfahrungsaustausch!
Ihre Arbeitsgruppe zur Gestaltung des Übergangs zwischen Kita und Grundschule

Erziehungspartnerschaft
und Stärkung
der elterlichen
Kompetenz
Vernetzung und
Kooperation

Kommunikation
auf Augenhöhe

Gestaltung der
Rahmenbedingungen

BEDINGUNGEN FÜR EINEN ERFOLGREICHEN ÜBERGANG
DIE KINDER ERLEBEN DIE SCHULE ALS LERN – UND SPIELORT, AN DEM SIE IHRE SCHON ERWORBENEN FÄHIGKEITEN UND IHR
WISSEN EINBRINGEN DÜRFEN UND AN DEM SIE FREUDIG ERWARTET WERDEN.
Dieser Übergang braucht:
• verbindliche Rahmenbedingungen
• klare Verantwortlichkeiten; eine gemeinsame Zielsetzung mit Werten und Normen; konstante Ansprechpartner
• regelmäßigen Austausch, der evaluiert wird und von einer offenen Kommunikation geprägt ist
• Feedback mit Kolleginnen und Kollegen
• verbindliche Festlegungen von Verfahren zur Gestaltung der Übergänge
• Umsetzung der gesetzlichen und behördlichen Richtlinien und Vorgaben
• Schnittstellen, die beachtet und gegebenenfalls ausgebaut werden
• gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit bzw. Werbung für den / die Kooperationspartner_innen
• weitere Vernetzung im sozialen- kulturellen Umfeld
• Kommunikation auf Augenhöhe und Zusammenarbeit mit Eltern
• Wissenstransfer

Partnerschaft
Literaturhinweise:
AV Hilfeplanung

Perspektiven

Nachhaltigkeit

* siehe Glossar mit Kurzdefinitionen S. 16 – 17

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Erziehungspartnerschaft
und Stärkung
der elterlichen
Kompetenz
Vernetzung und
Kooperation

BEDINGUNGEN FÜR EINEN ERFOLGREICHEN ÜBERGANG
DIE BEDÜRFNISSE UND ENTWICKLUNGSSTÄNDE DER KINDER STEHEN IM MITTELPUNKT
Erziehungspartnerschaft und
• Regelmäßige Gespräche zwischen Eltern und pädagogischem Fachpersonal während
Stärkung der elterlichen Kompetenz
der gesamten Kita-Zeit
• Gesprächsgrundlagen : Sprachlerntagebuch (SpLT), Auswertung der
Sprachstandsfeststellung (QuaSta) , Lerndokumentationen (SplT), Beobachtungen
und Entwicklungsstände der Kinder
• Austausch zwischen den Fachkräften und Eltern zu Formen der Wissensvermittlung
in der Kita, in der Schule und im Elternhaus
Kommunikation auf Augenhöhe

• Ängste und Wünsche der Eltern ernst nehmen und nach Möglichkeit gemeinsame
Lösungswege finden
• gegenseitige Wertschätzung und eine gelebte „Fehlerkultur“ als Voraussetzung für
eine erfolgreiche Zusammenarbeit
• transparenter Wissensaustausch und Evaluation der partnerschaftlichen
Zusammenarbeit
• Akzeptanz der unterschiedlichen pädagogische Ansätze und Lernkonzepte von Kita
und Schule

Vernetzung und Kooperation

• Verschriftlichung von Verfahrensweisen der Zusammenarbeit (z.B.
Kooperationsvertrag, Vereinbarungen, Festlegungen in der Konzeption)
• Verantwortlichkeiten und Ansprechpartner unabhängig von der Form der
Zusammenarbeit festhalten bzw. benennen
• jährliche Evaluation der Zusammenarbeit
• gegenseitige Besuche bei unterschiedlichen Veranstaltungen
• Einbindung von Lehrern auf Elternabenden in Kita
• Zusammenlegung bzw. Nutzung der Ressourcen von Mitarbeitern der
Schule und Kita (z.B. Nutzung von Lernorten in der Kita und Schule)
• gemeinsame Fortbildungen
• Information und Austausch zu gesetzlichen und behördlichen
Richtlinien, Verfahrensweisen und deren Umsetzung
• Offenheit für Innovation und Wandel

Kommunikation
auf Augenhöhe

Gestaltung der
Rahmenbedingungen

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Gestaltung von
Rahmenbedingungen

FIT FÜR DIE SCHULE – EINSCHULUNGSUNTERSUCHUNG (ESU)
• Die ärztliche Einschulungsuntersuchung (ESU) ist gesetzlich vorgeschrieben und erfolgt in Berlin nach einem einheitli-

chen Landesverfahren. Sie wird durch den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (KJGD) durchgeführt.
• Zur Einschätzung des Entwicklungsstandes der schulrelevanten Fertigkeiten wird ein standardisiertes Untersuchungs-

programm durchgeführt. Der Schwerpunkt der schulärztlichen Untersuchung liegt auf einer medizinischen Beurteilung
des Entwicklungsstandes der Körperbewegungen, der Wahrnehmung, der Sprache, des Verhaltens und der geistigen
Entwicklung eines Kindes.
• Die Untersuchung dient der Feststellung von Krankheiten, Behinderungen, Entwicklungsauffälligkeiten und anderen

schulisch relevanten Besonderheiten, die im Rahmen des Schulbesuchs besonders zu berücksichtigen sind. Der Institution Schule werden ggf. Empfehlungen zur besonderen Förderung oder zur Feststellung eines sonderpädagogischen
Förderbedarfs gegeben.
• Das Ergebnis wird mit den Personensorgeberechtigten besprochen.

Voraussetzungen für die Einschulungsuntersuchung:
• Anmeldung bei der für den Wohnort zuständigen Grundschule, auch wenn das Kind eine andere Schule besuchen soll,

wenn das Kind das sechste Lebensjahr vollendet hat oder bis zum folgenden 30. September vollendet (§42 Abs.1 Schulgesetz Berlin).
• Auf Antrag der Erziehungsberechtigten werden Kinder, die in der Zeit vom 1. Oktober des Kalenderjahres bis zum

31. März des folgenden Kalenderjahres das sechste Lebensjahr vollenden, zu Beginn des Schuljahres in die Schule aufgenommen, wenn kein Sprachförderbedarf besteht (§42 Abs.2 Schulgesetz Berlin).

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FIT FÜR DIE SCHULE – EINSCHULUNGSUNTERSUCHUNG (ESU)
• Die Anmeldung der Schulanfänger erfolgt in der Regel zwischen Mitte September bis Mitte Oktober des Jahres vor der

Einschulung. Das Mindestalter der vom Gesundheitsamt zu untersuchenden Kinder beträgt gemäß § 5 (1) GsVO 5 Jahre.

Erforderliche Unterlagen:
• Untersuchungsheft (gelbes Heft), Impfausweis, gegebenenfalls – wenn vorhanden – Brille, Hörgeräte, medizinische und /

oder therapeutische Befunde
• Vom Personensorgeberechtigten ausgefüllter Elternfragebogen, wenn dies nicht bereits bei der Online- Anmeldung erle-

digt wurde.
• Vollmacht ist dann notwendig, wenn das Kind nicht begleitet werden kann oder bei getrennt lebenden Eltern, die beide das

Sorgerecht haben und ein Elternteil bei der Untersuchung nicht anwesend sein kann.

Rückstellung (Befreiung von der Schulbesuchspflicht):
• Zum Thema Rückstellung werden die Eltern bei der ESU beraten. Die Entscheidung zur Rückstellung trifft nur die zuständige

Senatsverwaltung / Schulaufsicht (Schulrätin, der Schulrat).
• Eine wesentliche Voraussetzung ist, dass für die Zeit der Rückstellung ein Kitaplatz zur Verfügung steht. Die Kindertages-

stätten sind verpflichtet bis 30.4. des jeweiligen Kalenderjahres einen Betreuungsplatz vorzuhalten. Die Eltern sind dahingehend zu beraten, die Kindertagesstätten von Anfang an in mögliche Rückstellungspläne einzubeziehen.
• Die Stellungnahme der Kita hat Einfluss auf die Befürwortung, bzw. Ablehnung der Rückstellung.

Die Stellungnahme der Kita sollte bei der Schulanmeldung oder spätestens bei der ESU
abgegeben werden. Bei Befürwortung der Rückstellung durch den KJGD wird ein
ärztliches Gutachten erstellt.

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KINDER MIT BESONDEREN BEDARFEN
Jedes Kind hat das Recht auf eine individuelle Förderung. Es ist zwischen einem pädagogischen, inklusionspädagogischen
Bedarf und sonderpädagogischem Förderbedarf (siehe Glossar) zu unterscheiden. Der Anspruch der Berliner Schule ist es,
jede Schülerin und jeden Schüler individuell zu fördern und stärker die unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse zu berücksichtigen. Für Schülerinnen und Schüler, die besondere Unterstützung brauchen, stehen Stunden für sonderpädagogische Förderung zur Verfügung.
Der pädagogische oder inklusionspädagogische Förderbedarf wird in der Schulanfangsphase auf der Grundlage schulinterner Erhebungsinstrumente ermittelt. Eine für Berlin gültige Vereinheitlichung ist in der Erarbeitungsphase, ebenfalls die
Überarbeitung der Sonderschulverordnung.
Kinder mit einem zu vermutenden sonderpädagogischen Förderbedarf werden in der Kita zumeist schon mit einem Integrationsstatus gefördert
Ein Integrationsstatus in der Kita (ICD-10-Diagnose, ein Schwerbehindertenausweis oder eine Pflegestufe, die §§ 35a SGB
VIII und 53,54 SGB XII) beschreiben nicht automatisch einen sonderpädagogischen Förderbedarf! Die Schulaufsicht trifft die
Entscheidung und übermittelt diese an Eltern und Schule.
Bei Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs in den jeweiligen Förderschwerpunkten Sprache (Ausschlusskriterium
sind kognitive Einschränkungen), Geistige Entwicklung, Körperlich-motorische Entwicklung, Hören, Sehen, Autistische Behinderung können die Eltern sich mit dem Bescheid in einem spezifischen Förderzentrum anmelden. Die Aufnahme ist abhängig
von der vorhandenen Kapazität in Verantwortung des Förderzentrums, der regionalen Schulaufsicht und dem jeweils zuständigen Schulamt.Die integrative / inklusive Beschulung in der zuständigen Grundschule muss in jedem Fall gesichert werden.

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KINDER MIT BESONDEREN BEDARFEN
Wie erfolgt die Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs?
Eltern übermitteln bei Anmeldung in der zuständigen Schule im Einzugsgebiet (!)
• Informationen über I-Status und Schwerpunkte der Förderung in der Kita
• eine vorerst kurze Stellungnahme der Kita mit dem Hinweis auf Prüfung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs oder legen einen fundierten Entwicklungsbericht vor
• aktuelle Befunde und Berichte von Therapeuten / Epikrisen aus Krankenhäusern und sichern Kontaktdaten
(Schweigepflichtentbindungen: Namen, Telefonnummer, Faxnummer der Ärzte / Therapeuten) ab → Kita motiviert die Eltern für diesen Schritt!
• Ein Antrag auf sonderpädagogischen Förderbedarf kann von der Schule und von den Eltern schriftlich gestellt
werden. (Formulare liegen in der Schule vor, sind im Internet unter:
https://www.berlin.de/sen/bildung/schule/foerderung/sonderpaedagogische-foerderung/fachinfo
hier abrufbar).
Die Entscheidung über den Antrag trifft die regionale Schulaufsichtsbehörde.
Bei Einleitung eines sonderpädagogischen Feststellungsverfahrens wird ein Sonderpädagoge / Diagnostiker beauftragt.
Er sichert die Einhaltung der Verfahrensstandards:
• Analyse vorliegender Befunde / Berichte (ggf. zuvor einzuholen)
• Beobachtung des Kindes in seinem gewohnten Umfeld (Kita)
• einzelfallbezogene Testdiagnostik
• Gespräche mit der Kita (Erzieher / Integrationserzieher / ggf. Leitung)
• Gespräche mit den Eltern (Anamnese, Entwicklungsanalyse, Erfassung des Beschulungswunsches, Auswertung der Ergebnisse, Empfehlung für die Schulaufsicht)
Abschluss ist die Erstellung eines sonderpädagogischen Gutachtens (Stellungnahme zu Art, Grad und Umfang der Beeinträchtigung des Kindes, Stärken und / oder ggf. Empfehlung der Rückstellung vom Schulbesuch).
Das Gutachten wird der Leitung des Schulpsychologischen und inklusionspädagogischen Beratungs- und Unterstützungszentrum (SIBUZ) für die Entscheidungsfindung und Bescheiderstellung übergeben.
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VORSCHULISCHE SPRACHSTANDSFESTSTELLUNG UND SPRACHFÖRDERUNG
Rechtliche Grundlagen:
• § 55 Schulgesetz
• Vereinbarung über die Qualitätsentwicklung in Berliner Kindertagesstätten (QVTAG)
• §§ 1 und 5a Kindertagesförderungsgesetz (KitaFöG)
• Verordnung zur Regelung der Sprachstandsfeststellung und vorschulischen Sprachförderung von nicht in öffentlich finanzierten
Tageseinrichtungen der Jugendhilfe oder öffentlich finanzierten agespflegestellen betreuten Kindern (SprachföVO)
• Rahmenvereinbarung zur Durchführung der vorschulischen Sprachförderung für Kinder, die keine Tageseinrichtung der Jugendhilfe
besuchen
Vorschulische Sprachstandsfeststellung und Sprachförderung:
Altersgerecht entwickelte Sprachkompetenzen der Kinder im vorschulischen Bereich ermöglichen einen erfolgreichen Übergang von der
Kindertagesstätte in die Schule. Laut „Berliner Bildungsprogramm für Kitas und Kindertagespflege“ besteht die zentrale Aufgabe darin,
den „sprachlichen Bildungsprozess zu begleiten und herauszufordern

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VORSCHULISCHE SPRACHSTANDSFESTSTELLUNG UND SPRACHFÖRDERUNG

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SPRACHSTANDSFESTSTELLUNG

SPRACHFÖRDERUNG

Für Kinder, die bereits
eine nach § 23 des
Kindertagesförderungsgesetzes öffentlich
finanzierte Tageseinrichtung
der Jugendhilfe oder eine
öffentlich finanzierte
Tagespflegestelle besuchen

„Qualifizierte Statuserhebung
Sprachentwicklung vierjähriger
Kinder“ (QuaSta)
für alle Kinder, die im übernächsten
Schuljahr regelmäßig schulpflichtig
werden
• Zeitpunkt: Frühjahr (bis 31.5.) des
Jahres vor Schuleintritt
• Durchführung in Kitas
• Ausführende: Kita-Erzieher
• Verantwortung: Kita-Träger

alltagsintegriert im Rahmen
des Besuchs der Tageseinrichtung oder der Tagespflegestelle
(§ 5a des Kindertagesförderungsgesetzes).

Für Kinder, die keine
öffentlich finanzierte
Tageseinrichtung der
Jugendhilfe oder eine
öffentlich finanzierte
Tagespflegestelle besuchen

Erhebungsinstrument „Deutsch+4“
für alle Kinder, die im übernächsten
Schuljahr regelmäßig schulpflichtig
werden
• Zeitpunkt:
15. November bis 15. Januar
• Durchführung in mit Schule
kooperierenden Kitas
• Ausführende: Regionales
Sprachberaterteam für
vorschulische Sprachförderung
• Verantwortung: Für Bildung
zuständige Senatsverwaltung

a) auf der Basis des individuellen Rechtsanspruches auf einen
Kita-Platz
alltagsintegriert im Rahmen des Besuchs der
Tageseinrichtung oder der Tagespflegestelle (§ 5a des
Kindertagesförderungsgesetzes)

Sprachlerntagebuch (incl. Lerndokumentation und dessen
Weitergabe an Grundschule)

b) auf der Basis der verpflichtenden Teilnahme an der
vorschulischen Sprachförderung
alltagsintegriert auf der Grundlage des Berliner
Bildungsprogrammes
• Umfang von 5 Stunden täglich, beginnend am 1. Februar des
Kalenderjahres vor Schuleintritt für die Dauer von 18 Monaten
• in mit der Durchführung der Sprachförderung beauftragten
Kitas (Voraussetzung: Beitritt zur Rahmenvereinbarung zur
vorschulischen Sprachförderung durch den Kita-Träger)
• Durchführung im Auftrag der für Bildung zuständigen
Senatsverwaltung

BEISPIEL FÜR GELUNGENE KOOPERATION
Voraussetzungen für eine gelungene Zusammenarbeit:
• Begegnung auf Augenhöhe
• feste Ansprechpartner für die Übergangsgestaltung in Kita und GS
• Gestaltung des Übergangs muss fester Bestandteil der jeweiligen Konzeptionen sein (Kita / GS)
• Planung von zeitlichen Ressourcen für die Gestaltung des Übergangs
• Eltern als Experten ihrer Kinder wahrnehmen
• erfüllbare, realistische Ziele, die an den Gegebenheiten der Einrichtungen angepasst sind
• regelmäßige Evaluation der Schnittstelle

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BEISPIEL ZUR GELUNGENE KOOPERATION
Die inhaltlichen Schwerpunkte der Zusammenarbeit können wie folgt gestaltet werden:
• Kooperationspartner sind die Institutionen „Kita“ und „Grundschule“
• wird als Vertrag bzw. schriftliche Vereinbarung zwischen den Kooperationspartnern getroffen
• der Kooperationsvertrag bzw. schriftliche Vereinbarung werden unbefristet geschlossen
• enthält Ziele und Bedingungen der Zusammenarbeit
• die Kooperationspartner tauschen sich regelmäßig zu Erfahrungen und Projekten aus
• die Zusammenarbeit wird regelmäßig evaluiert

Gestaltung des Übergangs in die Grundschule:
• regelmäßigen Informationsaustausch zu den Lernanfängern sicherstellen
• Absprachen zur Vorbereitung des Schuleintritts (z.B. „Tag der offenen Tür“, Elternabende in der

Schule und Kita)
• gegenseitige Besuche der Kollegen und Kolleginnen zum Kennenlernen der Kinder und der Bedin-

gungen in Kita und GS
• Hilfe beim Mainzer-Einschulungsspiel
• Besuche der Lernanfänger in der GS (2-3 Termine) und Austausch über deren Entwicklungsstand
• Vorbereitung eines individuell förderlichen Lernumfeldes in GS ermöglichen

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VERANSTALTUNGEN

ORT

TERMINE FÜR DAS KALENDERJAHR

VERANTWORTLICHKEITEN

Elternabend

an der Kita

Aug. / Sept.

Kita

Tag der offenen Tür

an der GS

Oktober

GS

Elternseminar

an der GS

Okt. / Nov.

GS / Kita

Adventsbasteln

an der Kita

November

Kita / GS

Vorlesetag

an der Kita

3.Freitag im November

GS

Musical

an der GS

Dezember

GS

Mainzer Einschulungsspiel

an der GS

Februar

GS

Schnupperstunde

an der GS

Mai

GS

Sommerfest

an der Kita

Juni / Juli

Kita

Schulhoffest

an der GS

Juni

GS

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GLOSSAR
1. Förderauftrag der Kita
Die Förderung in Kindertageseinrichtungen soll sich an den
individuellen Bedürfnissen des Kindes einschließlich des
Lebensumfeldes orientieren und ist darauf gerichtet, das
Kind auf das Leben in einer demokratischen Gesellschaft
vorzubereiten. Des Weiteren zielt die Förderung darauf ab,
dem Kind eine eigenständige und selbstbewusste Persönlichkeitsentwicklung zu ermöglichen, die ein Bewusstsein
für Bedürfnisse entwickelt und kulturelle Vielfalt bejaht.
(§ 1, KitaFöG)
2. Integration
Kinder mit Behinderung werden in der Regel gemeinsam
mit anderen Kindern in integrativ arbeitenden Gruppen von
Kita und GS gefördert (§ 6, KitaFöG...).
Hierfür können Personalzuschläge nach § 11 (Stellenanteil
0,25 oder 0,5) gewährt werden. Grundvoraussetzung für einen erweiterten Förderbedarf über den Bildungsauftrag der
Kita hinaus ist eine Zuordnung nach § 53, 54 SGB XII oder
§ 35a SGB VIII.

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3. Berliner Förderplan
Neben dem Berliner Bildungsprogramm versteht sich der
Förderplan als Arbeitsinstrument für die an der Förderung
des Kindes beteiligten Fachkräfte und ist ein Instrument der
pädagogischen Planung und der Qualitätssicherung.
Der Förderplan bildet die verbindliche Grundlage für die
Arbeit von Kindern mit Behinderung oder Kindern, die von
Behinderung bedroht sind.
4. Förderauftrag der Grundschulen
Ziel ist die Heranbildung von Persönlichkeiten, welche fähig sind, Entscheidungen selbständig zu treffen und selbständig weiter zu lernen, um persönliche und berufliche
Entwicklungsaufgaben zu bewältigen. (SchulG §§ 1; 4) Die
Schule ist so zu gestalten, dass das gemeinsame Lernen
der Schülerinnen und Schüler verwirklicht wird, Benachteiligungen ausgeglichen und Chancengleichheit hergestellt
werden.

GLOSSAR
5. Sonderpädagogische Förderung bei Schuleintritt
Sonderpädagogischer Förderbedarf ist der Bedarf einer
Schülerin / eines Schülers bei temporär oder dauerhaft
existierenden einschränkungs-oder behinderungsbedingten Nachteilen, die sich auf den individuellen Lern- und Entwicklungsprozess auswirken. Dieser soll helfen, die Nachteile auszugleichen.
6. Sonderpädagogische Ausstattung
Für sonderpädagogische Unterstützung stehen Stunden für
Förderung zur Verfügung. Der pädagogische oder inklusionspädagogische Förderbedarf in den Bereichen Lernen
und Emotional-soziale Entwicklung wird in der Schulanfangsphase auf der Grundlage schulinterner Erhebungsinstrumente ermittelt. Eine berlineinheitliche Regelung ist in
Arbeit (einschließlich Sonderschulverordnung).

8. Systemischer Ansatz
Ist eine Denkweise und Sicht auf die Realität.
Systemisch orientierte Therapie zielt auf Veränderung ab
und lässt die größtmögliche Verantwortung bei der Familie
9. Aspekte des Datenschutzes
Grundsatz: „Vielleicht gegen den Willen, aber nicht ohne
Wissen. Das ist nicht nur rechtlich gefordert, sondern
auch ein Gebot der Fachkräfte in helfenden Beziehungen“.
(§ 62, Abs. 2,3 SGB VIII)

7. Kollegiale Beratung zu Kindern mit Hilfebedarfen
Kollegiale Beratung ist ein systematisches Beratungsgespräch, in dem Kollegen und Kolleginnen sich nach einer
vorgegebenen Gesprächsstruktur wechselseitig zu komplexen Fragen und Schlüsselthemen in Bezug auf die Entwicklungsbedarfe der Kinder beraten und gemeinsam Lösungen
entwickeln.

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VERLINKUNGEN
Berliner Bildungsprogramm:
www.berlin.de/sen/bildung/schule/bildungswege/fruehkindliche-bildung
Bildungsangebote der Kitas:
www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/verwaltung/jugend/tagesbetreuung.html
Anträge auf einen Kita-Gutschein:
http://service.berlin.de/dienstleistung/324873
Übersicht über die Kitas und der Träger :
www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/politik-und-verwaltung/aemter/jugendamt/betreuung-undbildung/traegersuche = Trägersuche
www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/politik-und-verwaltung/aemter/jugendamt/betreuung-undbildung/kitasuche = Kitasuche nach Regionen
Angebote der Kitas:
www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/politik-und-verwaltung/aemter/jugendamt/betreuung-undbildung → Kita- und Hortbetreuung

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VERLINKUNGEN
Informationen zur Einschulungsuntersuchung:
http://bit.ly/esuinfo = Flyer oder
https://service.berlin.de/dienstleistung/324254
Schulanmeldung:
http://bit.ly/uebergangwohin
Antrag auf Umschulung: http://bit.ly/uebergangumschulung
www.berlin.de/sen/bildung/schule/foerderung/sonderpaedagogische-foerderung/fachinfo

Hinweis:
Im Straßenverzeichnis des Bezirkes finden Sie Informationen,
welches Regionalteam für die Bearbeitung Ihres Falls zuständig ist.
(Link: www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/politik-und-verwaltung/aemter/jugendamt/beratungund-unterstuetzung/artikel.259510.php)

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