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II. Kapitel. Die Gründung des Theaterbetriebs b) Praktische Theatergründungen

Full text: Das Theater als Geschäft / Epstein, Max

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brettl suchte, das Theater auf kurze Zeit 
mietete. Martin hielt nicht viel von der Sache 
und Dr. Zickel kam sogar noch vor der Vor 
stellung zu mir, nachdem er die Generalprobe 
gesehen hatte, und sagte, es würde einen un 
geheuren Theaterskandal geben. Er selbst 
hatte den Einakter „Episode“ von Schnitzler 
einstudiert. Der Abend brachte einen der 
grössten Erfolge, den Berlin bisher gesehen 
hat. Es gab fast monatelang Häuser, die schon 
im Vorverkauf ausverkauft waren. Der Ver 
trag mit Martin wurde immer wieder verlän 
gert. Martin bekam dadurch Geld und Kre 
dit und benutzte dies um die Sezessionsbühne 
wieder an seinen Vorgänger, den ehrlichen 
fleissigen, aber nicht geschäftsklugen Operret- 
tentenor Viktor Bausenwein abzugeben 
und selbst Sozius der Frau Dr. Beermann 
im Neuen Theater zu werden. Er hatte hier 
sofort einen Erfolg zu verzeichnen, da das 
nicht gutgehende Theater durch das Vers- 
lustspiel von Robert Misch: „Das ewig 
Männliche“ volle Kassen machte. Später führte 
er das Theater als erster Direktor mit Herrn 
Pütz. Hier wollten die Geschäfte nicht mehr 
gehen. Pütz verlor sein Geld, Martin 
brachte seine Mitglieder, besonders Marie 
G 1 ü m e r , die er inzwischen geheiratet 
hatte, in materielle Sicherheit und gab das 
Theater eines Tages ohne Wissen von Pütz 
an Max Reinhardt ab. Die Abgabe ist 
später Gegenstand eines sehr ernsten Pro-
        
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