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II. Kapitel. Die Gründung des Theaterbetriebs b) Praktische Theatergründungen

Full text: Das Theater als Geschäft / Epstein, Max

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ne“) das Theater sehr billig bekommen hatte, so 
konnte er mit 70 000 Mark auskommen. Da 
er keine eigenen Mittel besass, so wandte er 
sich an die naturgemässen Interessenten. Es 
ist schliesslich gleich, ob man sein Geld von 
Verlegern, Kostümfabrikanten, Autoren oder 
Schauspielern nimmt. Alle diese Geldent 
nahmen schaffen Abhängigkeiten, die sich mit 
einem einwandfreien Geschäft und Kunstbe 
trieb nicht vertragen. Es kommt nur darauf 
an, dass man sich solche Abhängigkeit nicht 
von Leuten verschafft, die ein ständiges künst 
lerisches Hindernis sind. L’Arronge 
hatte das Deutsche Theater ursprünglich auch 
nur mit Schauspielern als Societären gegrün 
det und in derselben Weise ist das Deutsche 
Schauspielhaus in Hamburg zustande gekom 
men. Man muss allerdings sagen, dass die 
Societäre Martins künstlerisch für ihn 
nichts bedeutet haben. Da war ein Fräulein 
U11 m a n n aus Wien mit 20 000 Mark 
Beteiligung, welche ihr ein Onkel aus Brünn 
gegeben hatte, nicht ganz unbegabt, jedenfalls 
aber jetzt besser aufgehoben als Gattin eines 
vermögenden Arztes in Brünn. Da war 
ferner ein Fräulein (richtiger Frau) Gertrud 
Berry, damals noch Back-Berry ge 
nannt, eine Dame, welche sich mit 20 000 Mark 
beteiligte und in der Eröffnungsvorstellung 
„Die Komödie der Liebe“ von Ibsen eine 
grosse Rolle erhielt. Sie ging später an ver 
schiedene andere Theater und beschäftigt sich
        
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