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II. Kapitel. Die Gründung des Theaterbetriebs b) Praktische Theatergründungen

Full text: Das Theater als Geschäft / Epstein, Max

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ren geeignet gefunden. Er lernte am Deut 
schen Theater, welches B r a h m damals lei 
tete, Dr. Zickel kennen, welcher Regisseur 
war. Zickel wurde für ihn das anregende 
Moment. Zickel war damals auch wirklich 
mit seinem jugendfrischen Idealismus ein 
prachtvoller Kerl. Martin, der nicht viel 
älter war, hatte stets etwas Behäbiges, Ernstes. 
Die beiden sagten sich, dass man Berlin mit 
einigen Werken von Styl bekannt machen 
müsste, für welche Brahm nicht zu haben 
war. So mieteten sie denn von der damaligen 
Direktorin des „Neuen Theaters“, Frau N u - 
scha-Bütze, für einige Nachmittage das 
Neue Theater und erzielten grosse Erfolge. 
Man sah zum ersten Male den „Kammersänger“ 
von Wedekind, und „Gioconda“ von Gabriele 
d’Annunzio, letzteres in einer ausgezeichneten 
Aufführung, mit dem damals noch sehr er 
freulichen Rudolf Christians und der 
prächtigen Rosa B e r t e n s. Diese Erfolge, 
welche sehr ehrlich errungen waren, legten 
Martin den Gedanken nahe, für Stücke 
dieser Art eine dauernde Bühne zu schaffen. 
Er und Zickel hatten durchaus künstleri 
sche Absichten; sie besassen auch einen künst 
lerischen Kredit, aber keinen materiellen. 
Martin suchte sich nunmehr das nötige 
Geld zu verschaffen, und da er von Viktor 
Bausenwein, dem damaligen Direktor 
der „Viktoria-Theater“ getauften kleinen Bühne 
am Alexanderplatz (späteren „Sezessionsbüh-
        
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