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Full text: Das Theater als Geschäft / Epstein, Max

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deroben, seihe Zettel und Restaurants und 
liess sich grössere Pränumerandozahlungen 
geben, die man sofort wieder im Betriebe ver 
wandte. Ging das Geschäft, so glich sich die 
Vorleistung wieder aus, ging das Geschäft 
nicht, so ging der Direktor. Jetzt muss der 
Bühnenleiter nicht nur für das Betriebskapi 
tal, sondern auch ausserdem für den Sperr 
fonds, d. h. für eine Summe von 30—50 Tau 
send Mark sorgen, die Jahre hindurch tot lie 
gen bleibt. Um diese Summe aber zu bekom 
men, muss er die wagehalsigsten Geschäfte 
machen; denn das Theater ist auch im ge 
schäftlichen Sinne ein Spiel, das nur reiche 
und arme Menschen schafft. Die Mittelstrasse 
ist meist ungangbar. Wer zu einem Theater 
Geld gibt, will mehr verdienen als wenn er 
Geld auf Hypotheken leiht. Hatte man also 
früher, um sich ein Betriebskapital zu 
schaffen, die Theaterzettel verpachtet, so ver 
pachtet man sie, um sich noch den Sperr 
fonds zu verschaffen, doppelt, dreifach, oder, 
wie es in jüngster Zeit geschehen ist, sie 
benfach. Eine juristische Bedenklichkeit 
liegt nicht vor, denn man kann natürlich den 
verschiedenen Leuten für jedes Bittet 10 Pfen 
nig geben. Aber die Unsolidität wird hier 
durch grossgezogen und der künftige Direktor, 
der es vielleicht gut meint, wird oft zu wenig 
einwandsfreien Transaktionen gedrängt. 
Aus den beiden erörterten Gesichtspunkten 
ergibt sich mit Notwendigkeit die Forderung,
        
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