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Full text: Das Theater als Geschäft / Epstein, Max

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dem Unternehmen nötigen Mittel nicht nachzu 
weisen vermag, oder wenn die Behörde au! 
Grund von Tatsachen die Ueberzeugung ge 
winnt, dass er die zu dem beabsichtigten Ge 
werbebetriebe erforderliche Zuverlässigkeit 
insbesondere in sittlicher, artistischer und 
finanzieller Hinsicht nicht besitzt. Aus dieser 
Bestimmung folgt die allgemein bekannte Tat 
sache, dass zum Betriebe eines Theaters eine 
Konzession nötig ist. Das Theater ist eben 
nicht nur eine moralische Anstalt, sondern, 
wie das Gesetz etwas frostig sagt: ein Ge 
werbebetrieb. Das Gesetz scheint überhaupt 
für die ideale Aufgabe des Theaters wenig 
Verständnis zu haben (so wenig wie manche 
Theaterdirektoren); denn es spricht an zwei 
Stellen von der Notwendigkeit einer guten 
finanziellen Grundlage und erwähnt das Künst 
lerische nur so nebenbei mit andern schönen 
Begriffen zusammen, als ob die Kunst ein 
Zweig wäre, der aus der starken Wurzel wirt 
schaftlicher Solidität entspriessen kann. Die 
Diener des Gesetzes suchen seinen Worten, 
manchmal sogar auch seinem Sinn gerecht zu 
werden. Die Theaterkonzession wird in 
Preussen vom Bezirksausschuss und in Berlin 
vom Polizei-Präsidium erteilt. Jeder, der ein 
Konzessionsverfahren einmal praktisch erlebt 
hat, weiss, welche Schwierigkeiten zu über 
winden sind, bis die ersehnte Urkunde ein 
geht und er weiss auch, was für ein Vermögen 
in so einer Urkunde steckt. Es gab in B e r -
        
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