Path:
IX. Kapitel. Etat und Bilanzen

Full text: Das Theater als Geschäft / Epstein, Max

182 
tatsächlich ganz grosse Gewinne erzielt haben, 
haben an falscher Geschäftshandhabung ge 
litten oder leiden noch heute daran. Wieso 
das Lustspielhaus trotz seiner grossen Erfolge 
so häufig Schwierigkeiten finanzieller Art 
hatte und hat, möchte ich nicht darstellen, da 
hierzu all zu viel persönliche Momente vor 
zutragen wären. Einen Fehler des Unterneh 
mens darf man offen aussprechen; er bestand 
darin, dass nach den ersten drei Jahren alle 
Gewinne als Dividende verteilt wurden, ohne 
Rücklagen für schlechtere Zeiten zu machen. 
Ein weiterer Fehler ergab sich daraus, dass 
Dr. Martin Zickel zu viel Anteile an sich 
brachte und zu wenig Rückhalt in anderen 
Gesellschaftern hatte. Unverdient war der 
Zusammenbruch von Karl Heinz Martin mit 
seinem Komödienhaus in Frankfurt a. M. Die 
Gründe für dieses Unglück sind ja in den Zei 
tungen ausführlich erörtert worden. Mar- 
t i n war einer der besten von den Provinz- 
Direktoren. 
Es sei zum Schluss dieses Abschnittes ein 
Auszug aus der Verlustliste für das Deutsche 
Reich gegeben, wie sie der Theateralma- 
nach für das Jahr 1910 aufstellt. 
Januar: 
Im Berliner Hebbeltheater 
bricht die Direktion Dr. Robert unter 
Zahlungsschwierigkeiten zusammen. Die Mit 
glieder spielen zunächst auf Teilung weiter. 
In Nordhausen erfolgt der Zusammen-
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.