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I. Kapitel. Theatergründungen 1. Unbegründete Gründungen

Full text: Das Theater als Geschäft / Epstein, Max

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zukommen. Er hatte schon ein vollständiges 
Bauprojekt des Baumeisters Walter Hent- 
s c h e 1. Diesen und mich nötigte er, auf dem 
Polizeipräsidium die Genehmigungsfähigkeit 
des Projektes festzustellen. Als dies geschehen 
war, wünschten wir die 100.000 Mark zu sehen; 
es stellte sich aber heraus, dass der Betrag 
von einer Brauerei gegeben werden sollte, der 
die Lieferung von Bier versprochen war. Als 
diese zunächst etwas von der Gründung sehen 
wollte, ging er zu den Zeitungen und liess dort 
die Nachricht verbreiten, dass ich mit ihm ein 
Variete gründen wollte. Die meisten Zeitungen 
waren so vorsichtig, die Nachricht nicht auf 
zunehmen. — Es laufen in Berlin etwa zwanzig 
Personen umher, welche nichts weiter im Kopf 
haben als Theatergründungen. Es ist oft nicht 
nur lächerlich, sondern fast traurig, wie wenig 
Geist sie dabei entwickeln. Der eine glaubt, 
das Neue darin gefunden zu haben, dass die 
Herren im Smoking erscheinen, oder dass die 
Vorstellungen um 9 Uhr beginnen. Einige 
sehen das Heil im Einakter-Theater trotz 
aller Misserfolge, welche die Direktoren mit 
Einakter-Abenden haben. Auch in die Provinz 
dringen die Gründer jetzt vor. In München 
müssen noch drei neue Theater erstehen, da 
von zwei Opernhäuser; auch Hamburg ist ein 
begehrter Platz. Auf das tatsächliche Bedürf 
nis wird keine Rücksicht genommen. Als Herr 
Wilhelm Bendiner gegenüber seinem 
Neuen Operettentheater noch das Deutsche
        
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