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VIII. Kapitel. Theater und Presse

Full text: Das Theater als Geschäft / Epstein, Max

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VIII. Kapitel 
Theater und Presse 
M it schwerem Herzen ging ich an die Nie 
derschrift dieses Kapitels. Praktische 
Freunde hatten mir geraten, in keinem Falle 
etwas gegen oder über die Presse zu bringen. 
Sie hatten mir nicht nur den Misserfolg die 
ses Buches, sondern auch eine dauernde 
Schwierigkeit in allen Angelegenheiten, die 
mit der Presse Zusammenhängen, prophezeit. 
Ich fürchte diese Kassandrarufe nicht, denn 
die Dinge, welche hier gesagt werden, sind 
für das Theatergeschäft und damit auch für 
das Theater von so grosser Wichtigkeit, dass 
sie ein ehrlicher Mann nicht unterdrücken 
darf. Die Missstände, welche die jetzige 
Form der Berichterstattung über die Theater 
mit sich bringt, sind so gross, und auf der an 
deren Seite so leicht zu beseitigen, dass es 
ein Verbrechen an der Kunst und an den 
Künstlern wäre, wenn man sie nicht offen 
sagte. Ich habe sogar das Vertrauen, dass un 
sere gute Presse, unsere anständigen 
Zeitungen, gegen eine solche offene Ausspra 
che nichts einwenden und dem was vorgebracht 
wird, beipflichten werden. Ich erwähne hier 
die anständige Presse. Selbstverständlich 
scheidet für meine Betrachtungen jedes Blatt 
niederer Gesinnung, jedes Revolverblatt ohne 
weiteres aus. Die Unzuträglichkeiten, die sich
        
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