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VI. Kapitel. Autoren und Verleger

Full text: Das Theater als Geschäft / Epstein, Max

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läge muss dann zu einer Sezession derjenigen 
Autoren führen, welche grössere Vorschüsse 
oder irgend welche andere Bevorzugung haben 
wollen. Schliesslich aber ist das Verbot 
der Verkoppelung von Stücken zum Teil 
unsachgemäss. Es ist durchaus 
wünschenswert, wenn ein Verleger mit seiner 
Macht es durchsetzt, dass auch einmal ein 
weniger gespieltes Stück oder ein bisher weni 
ger erfolgreicher Autor bei einem Theater zu 
Wort kommt. Es geht nicht an, dass die Di 
rektoren besonders in der Provinz nur die 
Erfolge der Gressstädte herunterspielen. Wenn 
ein wirklich gebildeter Verleger, der es mit 
seinem Berufe und mit der Kunst ernst nimmt, 
einmal ein wertvolles Werk, das aber keine 
Kasse verspricht, bei einem Direktor dadurch 
zur Aufführung bringt, dass er ihm ein Werk 
von sicherem Erfolge zugleich übergibt, so 
kann man den Verleger, der das tut, nur 
loben. 
Ist also im allgemeinen zu sagen, dass die 
Vertriebsstelle nicht zur allein seligmachenden 
Verlagsanstalt gemacht werden darf, so muss 
man doch anerkennen, dass sie gut arbeitet, 
und ihr Bestehen ist wünschenswert. Sie 
darf nur lediglich kein Monopol bekommen. Es 
ist aber für die Autoren günstig, wenn eine 
geschäftliche Vertretung besteht, die gerade 
im Konkurrenzkampf mit Privatverlegern die 
Interessen der Autoren nachdrücklich vertritt. 
Die Vertriebsstelle wird ja selbst einsehen,
        
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