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VI. Kapitel. Autoren und Verleger

Full text: Das Theater als Geschäft / Epstein, Max

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worden. 
Will man zu der ganzen Verlagsfrage Stel 
lung nehmen, so muss man bei nüchterner Be 
urteilung unbedingt sagen, dass der Verband 
der Dramatiker in seinen Absichten weit 
über das richtige Ziel hinausschiesst. Männer, 
wie S 1 i w i n s k i unterdrückt man durch 
keine Eingaben und durch keine polizeilichen 
Verfügungen. Ihre Macht beruht auf ihrer 
starken Persönlichkeit und so weiss sich auch 
Sliwinski da durchzusetzen, wo man durch 
erdachte Massregeln die Wege verstopfen zu 
können glaubt. Sliwinski’s Geschäft 
ist durch die mitgeteilte Verfügung des Han 
delsministers nicht um eine Mark kleiner ge 
worden. Er ist von keiner Theaterbeteiligung 
zurückgetreten, im Gegenteil, er hat seinen 
Wirkungskreis in Berlin auf das „Neue Thea 
ter“ ausgedehnt. Es ist einfach nichts ge 
gen ihn erreicht worden. Meiner Meinung nach 
ist auch nichts gegen ihn zu erreichen. Wenn 
er aber einmal vom Schauplatz zurücktritt, so 
wird er keinen haben, der ihn ersetzt und'sein 
ganzes Geschäft wird in kurzer Zeit seine Be 
deutung verlieren. Das ist die Kehrseite sei 
ner ganzen Arbeitsart. Mit dem genossen 
schaftlichen Prinzip allein ist aber garnichts 
anzufangen. Wenn es jedem Dramatiker ge 
stattet ist, sein Werk der Vertriebsstelle zu 
übergeben, so muss diese naturgemäss in 
kurzer Zeit mit Werken überschwemmt wer 
den. Es ist ganz ausgeschlossen, dass es
        
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