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V. Kapitel. Theaterdirektoren

Full text: Das Theater als Geschäft / Epstein, Max

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Schwierigkeiten gelitten haben. Diese Schwie 
rigkeiten müssen bei Direktoren, die an den 
auszuführenden Stücken selbst arbeiten, auch 
auf das Repertoire ungünstig einwirken. 
Schönfeld ist über diese Tätigkeit auch 
erheblich nervös geworden, und der stattliche 
Jean Kren, der gern den Grandseigneur 
spielt, hat auch schon die Zeichen der Jugend 
mehr und mehr abgestreift. 
Max M o n t i, der Direktor des Theaters 
des Westens und z. Z. auch des Neuen Thea 
ters, ist einer von den Leuten, die, wie viele 
seiner Künstler, durch „die Lustige Witwe“ 
gross geworden sind. Die grossen Summen, 
die er verdient hat, wollen nicht beweisen, 
dass er seine Kollegen, die noch keine Million 
besitzen, an Fähigkeit überragt. Im Uebrigen 
ist er ein fleissiger und bei seiner Wohlhaben 
heit bescheidener Mann. In der Leitung des 
Theaters ist er ziemlich zurückhaltend. Er 
wird von seiner Frau Rosa unterstützt, ausser 
dem direkt oder indirekt durch seinen Socius 
S 1 i w i n s k i. Monti hat viele Jahre in Ham 
burg das „Neue Operettentheater“ geleitet 
und erst in allerletzter Zeit einigen Erfolg 
gehabt. Er hatte das Glück, vor einigen Jah 
ren die „Lustige Witwe“ zu bekommen und 
verdiente damit in Hamburg schon grosse Sum 
men. S 1 i w i n s k i, der diese Operette 
stärker verwerten wollte und mit der Ham 
burger Aufführung zufrieden war, bot Monti 
an, in Berlin zu gastieren. Monti wurde erst
        
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