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IV. Kapitel. Das Vereinswesen

Full text: Das Theater als Geschäft / Epstein, Max

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suchen. Es kommt hinzu, dass die Schiller 
theater jetzt auch wiederholt Novitäten ge 
bracht haben. Nun werden Autoren mit Na 
men dem Schillertheater nur ausnahmsweise 
Erstaufführungen überlassen, da die zu er 
zielenden Tantiemen viel zu gering sind. 
Immerhin bewirkt eine schnelle Aufnahme von 
noch nicht ganz abgespielten guten modernen 
Stücken auch hier einen Schaden für die Pri 
vattheater. Diese Privattheater können dann 
die Konkurrenz mit dem Schillertheater nicht 
aushalten. Dieser Umstand wäre vielleicht 
nicht zu bedauern, wenn er nicht die üble 
Folge hätte, dass dann das Experimentieren 
mit neuen Autoren, neuen Schauspielern oder 
sonstigen Neuheiten, das dem Privattheater 
besonders obliegt, lahm gelegt wird. Schliess 
lich geht von den Privatbühnen eine grosse 
Menge von Anregung aus und wo das nicht der 
Fall ist, geht das Theater schon an sich zu 
grunde. Das Schillertheater nun macht die 
sen Bühnen grosse Schwierigkeiten und es 
zeigt sich immer mehr, dass gerade bessere 
Theater mit einem dem Schillertheater ent 
sprechenden Repertoire nicht mehr vorwärts 
kommen. Man hat ja auch versucht, das 
Schillertheater entsprechend als Privattheater 
zu gründen, aber der Versuch des früheren 
Direktors Oskar Wagner im Friedrich- 
Wilhelmstädtischen Schauspielhaus ist nicht 
gelungen. 
Ein Wort noch über die Zustände in der
        
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