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Full text: Ideen Raum geben / Klinnert, Michael

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

Verstetigung

Aktionsplan 2015 / 2016
für das QM Magdeburger Platz
Michael Klinnert, Jörg Krohmer, Recep Aydinlar

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Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung

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2. Situation QM-Gebiet Magdeburger Platz
2.1. Kurzcharakteristik
2.2. Bisherige Arbeit – Einschätzung
Handlungsfelder, Projekte, Akteure, Netzwerke
2.3. Projekte 1999 bis 2014/2016
2.4. Fördermittel 1999 bis 2014/2016

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3. Aktionsplan
3.1. Einleitung Verstetigungsphase 2014
3.1.1. Erste Ausstiegsorientierung 2013
3.1.2. Ergebnisse Difu-Gutachten 2013
3.1.3. Erstellung Fahrplan für das Auslaufen des QM-Verfahrens
3.1.4. Erstellung und Abstimmung Verstetigungsstrategie
3.1.5. Handlungserfordernisse und Planung von Maßnahmen
3.1.6. Handlungsschwerpunkte und Aufgaben
3.2. Verstetigungsphase 2015 / 2016
3.2.1. Ankerpunkt für den Stadtteil
3.2.2. Ansprechpartner Bezirk
3.2.3. Profilierung Bildungsstandort
3.2.4. Stärkung Gewerbestandort
3.2.5. Partizipation und bürgerschaftliches Engagement
3.2.6. Weitere Themen und Aufgaben
3.2.7. Einbindung Akteure in den Aktionsplan
3.2.8. Zeitschiene Aktionsplan 2015 / 2016

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4. Empfehlung für die Verstetigung
4.1. Betrieb Stadtteil-Anker
soziokulturelles Zentrum Kluckstraße 11
4.2. Starke Selbsthilfestruktur
Partizipation und bürgerschaftliches Engagement
4.3. Vereinbarung mit dem Bezirk Mitte
Stadtteilkoordination das Bindeglied zur Verwaltung
4.4. Öffentlichkeitsarbeit
selbsttragende Stadtteilzeitung und Homepage
4.5. Grafik Stadtteil-Netzwerk

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Anlage 1
Aufstellung Kosten, die mit Beendigung des QM-Verfahrens entstehen werden Seite 27

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Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

1. Einleitung
Nach 15 Jahren Quartiersmanagement – in den ersten Jahren mit Interventions- in den letzten mit
Präventionscharakter, geprägt durch intensive Beteiligung und auffälligem Engagement vieler Akteure Vorort bei
den Maßnahmen und Projekten zur Quartiersentwicklung, weisen nun nahezu stabile Strukturen und die sich
verbessernden Sozialdaten darauf hin, dass das Quartier Magdeburger Platz den Anschluss an die
gesamtstädtische Entwicklung wieder gefunden hat. Aufgabe ist jetzt in der Verstetigungsphase 2015 / 2016 das
QM-Verfahren zum Abschluss zu führen. Der vorliegende Aktionsplan beschreibt den partizipativ gestalteten
Prozess des Übergangs in Regelstrukturen. Die Stadt wächst weiter und weiter geht auch die Entwicklung. Die
Herausforderung besteht darin, das erfolgreiche Model der sozialraumorientierten und integrierten
Stadtteilentwicklung in der Zeit nach Quartiersmanagement und ohne die Förderung durch das Programm
Soziale Stadt fortführen zu können.

2. Situation QM-Gebiet Magdeburger Platz
2.1 Kurzcharakteristik

Das QM-Gebiet wird begrenzt im Westen durch den Lützowplatz, im Norden durch den Landwehrkanal, im Osten
durch die Flottwell- und im Süden durch die Kurfürstenstraße. Es ist 74 ha groß und befindet sich in bezirklicher
Randlage (Bezirk Mitte von Berlin), aber in gesamtstädtischer Zentrallage zwischen City Ost und City West mit
guter Erschließung durch öffentliche Verkehrsmittel. Dauerhaft grundbelastet ist das Gebiet durch die

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Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

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Straßenprostitution rund um die Kurfürstenstraße. Das Gebietsimage wird dadurch in hohem Maße negativ
geprägt.
Das QM-Gebiet Magdeburger Platz liegt in der Bezirksregion 11, Tiergarten Süd, und beinhaltet die
Planungsräume „1103 – Lützowstraße“ westlich der Potsdamer Straße und „1104 – Körnerstraße“ östlich davon.
Im Planungsraum Körnerstraße erfolgen zurzeit Bautätigkeiten in beeindruckender Größenordnung. Die Flottwell/ Dennewitzstraße wird auf einer Länge von mehr als 500 m beidseitig neu bebaut; es entstehen ca. 720 neue
Wohnungen, drei Hotels und Bauten mit Gewerberäumen. In den nächsten Monaten werden rund 1.500
Neubürger ins Gebiet ziehen. Der große Westpark auf dem ehemaligen Gleisdreieck ist bereits Ende Mai 2013
eröffnet worden. Damit verändert sich das gesamte Umfeld der Flottwellstraße aus einer Randlage im Quartier
mit Gewerbegebietscharakter zu einem Wohn-, Arbeits- und Erholungsgebiet in unmittelbarer Nähe des
Potsdamer Platzes.
Die Ausstattung mit sozialer Infrastruktur ist (noch) ausreichend gut: 1 Grundschule, Französisches Gymnasium,
College Voltaire, 2 private Schulen, 4 Kitas, 3 Eigeninitiativ Kitas, 2 private Kitas, 2 Kinder- und
Jugendfreizeiteinrichtungen, Stadtteilbibliothek, Familiengarten Kluckstraße 11 mit Nachbarschaftstreff /
Seniorencafé.
Ein reichhaltiger Gewerbebesatz von circa 890 Betrieben zeichnet das Gebiet aus, mit einer auffälligen
Konzentration von Möbeleinzelhandel sowie der Medien- und Unterhaltungsbranche. Durch den massiven Zuzug
von Galerien in den letzten drei bis vier Jahren, hat sich Tiergarten-Süd über die Bezirksgrenzen hinaus zum
beachteten Medien-, Kunst- und Kulturstandort entwickelt.
Nach dem „Monitoring Soziale Stadt“ von 2011 belegt die Bezirksregion weiterhin einen hohen Rang. Je höher
der Rang, desto höher die soziale Problematik. Dies gilt insbesondere für den Planungsraum Körnerstraße, der
einen sehr niedrigen Entwicklungsindex (Gruppe 4) aufweist und für die hier lebende Bewohnerschaft eine
negative Entwicklungsperspektive benennt.
2013 leben im QM-Gebiet 9.049 Einwohner (45,6% weiblich, 54,4% männlich) – ein Zuwachs bezogen auf 2012
von 3,64%. Das Quartier weist einen überproportionalen Bevölkerungsanteil in der Altersstufe der 1 - 35 Jährigen
auf – 48,61% (Mitte 47,45%, Berlin 39,48%). 59,14% der Bewohner/-innen haben einen Migrationshintergrund.
Auffallend ist, dass 83,5% der unter 18 Jährigen einen Migrationshintergrund haben (Mitte 71,6%, Berlin 43,5%).
Der Ausländeranteil beträgt 33,8% (Mitte 29,06%, Berlin 15,29%). 2.293 (25,34%) Einwohner im QM-Gebiet sind
Deutsche mit Migrationshintergrund.
Mit einem Anteil von 32,5% sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt das Quartier deutlich unter dem
stadtweiten Wert (43,9%). Die Arbeitslosigkeit (ohne Langzeitarbeitslose) liegt weiterhin mit 6,67 % etwas höher
als der Berliner Durchschnitt (5,71%). Es beziehen circa 27 % (Berlin: 13,97 %) Transfereinkommen
(Grundsicherung, Hilfe zum Lebensunterhalt, ALG II inkl. Sozialgeld). Transferleistungsempfänger unter 15
Jahren machen 55,8% aus (Berlin 35,9%). Der Anteil der Senioren (65+) liegt bei 11,32% (Mitte 13,27%, Berlin
19%), von denen ca. 20% Grundsicherung erhalten.

2.2. Bisherige Arbeit – Einschätzung
Das Quartier um den Magdeburger Platz gehört zu den 15 „Gebieten mit besonderem Entwicklungsbedarf“, für
die der Berliner Senat in Abstimmung mit den Bezirken im Jahr 1999 den Einsatz eines Quartiersmanagements
beschlossen hat. Mit dem Ziel der Stabilisierung und der Aufwertung der Gebiete ist das Quartiersmanagement
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Motor, Motivator und Moderator dieses Entwicklungsprozesses unter intensiver Einbeziehung aller relevanten
Akteure – von Bewohner, Institutionen, Vereinen, Gewerbetreibenden vor Ort über bezirkliche Verwaltung, den
Fachämtern bis hin zum Bezirksbürgermeister, sowie der BVV. Verfahren und Projekte zur Stadtteilentwicklung
sind zu initiieren und Akteure zu vernetzen.
Zum Start seiner Arbeit kann das QM-Team des Trägers Stadtteilverein Tiergarten anknüpfen an die zuvor
aufgrund der erfolgreichen Arbeit im Rahmen der Beauftragung zur „Bürgerbeteiligung bei stadtplanerischen
Prozessen“ (Bezirksamt Tiergarten, Stadtplanung) gelegten Strukturen. Entscheidend aber als Arbeitsgrundlage
für das QM-Team sind die in einem Bürgergutachten zusammengefassten Ergebnisse der im Januar 2000
durchgeführten 3 Planungszellen (á 4 Tage) mit 55 per Zufallsverfahren gefundenen Teilnehmern als
„Bürgergutachter“ und eines eintägigen Workshops mit 12 Teilnehmern aus der Gewerbeschaft. Nach den
Diskussionen über Potenziale und Schwächen zu den Themenfeldern Wohnen und Arbeiten, Zusammenleben
und Integration, Öffentliche Sicherheit, Schule, Kinder und Jugendliche, sowie Gewerbe- und
Quartiersentwicklung werden Vorschläge und Konzepte erarbeitet, nach Priorität gewichtet und zur Umsetzung
empfohlen. Für das QM-Team sind die Ideen und Visionen für eine nachhaltige Stärkung des Quartiers
Richtschnur und werden Bestandteil des Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzepts (IHEK). Diese Form
der Beteiligung hat auch aktivierenden Charakter. Noch während der laufenden Arbeit in den Planungszellen
entwickelt sich das Interesse zur Gründung von drei Projektgruppen, die sich speziellen Themen im Quartier
widmen wollen. Das sind eine Arbeitsgemeinschaft der Gewerbetreibenden und AGs der Anwohner-Innen zu den
Themen Wohnumfeld, Grünanlagen und Verkehrsberuhigung.
Aktivierung und Beteiligung der Akteure vor Ort sind eine stetige Kernaufgabe innerhalb des QM-Verfahrens, sei
es bei themen-, anlass- oder projektbezogen Informations-, Erörterungs- oder Workshop-Veranstaltungen. Bei
allen aufgelegten Maßnahmen und Projekten zeigen viele Bewohner-Innen ihr starkes Interesse an der
Verbesserung der Lebensbedingungen in ihrem Stadtteil. Die Einbindung der nichtdeutschen
Bevölkerungsgruppen in den Aktivierungs- und Beteiligungsprozess gelingt über die enge Kooperation mit den im
Gebiet ansässigen Migrantengruppen (Vereine, Initiativen, Einzelpersonen), die sich bereitwillig engagieren und
maßgeblich den Aufbau (in 2000) und Betrieb (bis 2005) eines gemeinsamen Integrationszentrums im Eckladen
der Pohlstraße 74 mitbestimmen. Zwei Vereine – Lyra e.V. (musische und mathematische Früherziehung von
Kindern aus Familien aus den ehemaligen GUS-Staaten) und TISC 99 e.V. (Jugend-Basketballsport, international
aus 60 verschiedenen Herkunftsländern), die sich hier entwickelt haben, bestehen noch heute. Auch der Aufbau
und die Förderung zweier Netzwerke ab 2004 haben Bestand bis zum heutigen Tag – das Mediennetzwerk
„°mStreet“ und der Lokale-BildungsVerbund (Schule, Kitas, Stadtteilbibliothek).
Von Anfang an ist ein kleines Budget von 15.000 € / Jahr vorgesehen, über deren Verwendung die Bürger Vorort
selbst entscheiden. Der Aktionsfonds soll kleine und rasch realisierbare Projekte bis zu 1.500 € ermöglichen.
Bewohner und Initiativen aus dem Gebiet können einen Antrag stellen und über die Vergabe entscheidet ein
Bürgergremium. Die Einbindung der Menschen vor Ort in die Entscheidungsfindung über Maßnahmen und
Projekte ist ein Erfolg und veranlasst den Senat den Quartiersfonds aufzulegen – 1 Mio. DM (ca. 500.000 €) pro
QM-Gebiet (derzeit 17 in Berlin). Eine Bürgerjury prüft, berät, und entscheidet in 2001 und 2002 über von
Bürgern initiierte Projekte, die die Lage vor Ort nachhaltig verbessern sollen. Die Quartiersfondsjury setzt sich
zusammen aus mindestens 51% Bewohner und maximal 49% Vertreter von Initiativen, Institutionen, Vereinen,
Verbänden, Gewerbe, Hauseigentümer. Aktivierung und Beteiligung erlebt damit einen Schub und eine neue
Qualität.
Nachdem das Geld ausgegeben ist, sind sich Senatsverwaltung, Bezirk und QM einig, dass die Bürger mit dem
ihnen anvertrautem Geld außerordentlich verantwortungsvoll umgegangen sind. Daraufhin wird ab 2005 für das
weitere Beteiligungsverfahren in den QM-Gebieten das Bürgergremium Quartiersrat aufgelegt. Er setzt sich
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Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

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genauso zusammen, wie die Bürgerjury, wird aber jeweils für zwei Jahre von den Bürger-Innen vor Ort gewählt.
Der durch die Wahl legitimierte QR hat die wichtige Aufgabe die Handlungsschwerpunkte mit zu bestimmen und
ein Votum über die Mittelverteilung und Projektauswahl abzugeben, welche jedoch einer Bestätigung durch die
bezirkliche Ämterrunde (bzw. entsprechend zuständige Fachämter) bedarf. Der QR Magdeburger Platz ist von
Anfang an überaus selbstständig und engagiert. Er gestaltet und moderiert seine Sitzungen eigenständig, ruft
auch brennende Themen auf die Tagesordnung, gründet bei Bedarf themenbezogene Arbeitsgruppen, initiiert
Informations- und Erörterungsveranstaltungen, verfasst Stellungnahmen zu aktuellen Problemlagen, ist durch
den Sprecher-Innenrat kontinuierlich in der QM-Steuerungsrunde und im BVV-Fachausschuss vertreten. Das
QM-Team hat hier einerseits eine wichtige unterstützende Funktion, andererseits profitiert es in seiner Arbeit von
dem lokalen Sachverstand und kann so die örtliche Bedürfnislage in die Verwaltung kommunizieren.
Auch die Kommunikation in den Stadtteil intensiviert sich. Mitglieder des QR, ob Bewohner oder Netzwerk- bzw.
Interessensgruppenvertreter etc., kommunizieren die Belange der Stadtteilentwicklung in ihren Reihen weiter. Die
vierteljährlich erscheinende Quartierszeitung (ab 1999 „Quartiersblatt“, ab 2010 „mitte(n)dran“) bringt die
entsprechend aufbereiteten Informationen zudem flächendeckend verteilt in alle Haushalte. Ergänzt wird die
Öffentlichkeitsarbeit durch die Internetpräsenz „www.tiergarten-sued.de“ ab 2001.
Das beständige Engagement des QR, die Entwicklung von aktiven und weiterhin agierenden Netzwerken und
deren Vernetzung untereinander, sowie starke Resonanzen aus der Bewohner- und auch Gewerbeschaft zeigen,
dass innerhalb des QM-Verfahrens die Aktivierung und Beteiligung von Akteuren erfolgreich gelungen ist.

2.3. Projekte 1999 bis 2014 / 2016
Neben Verbesserung der Lebensbedingungen im Bereich Wohnen und Wohnumfeld, geht es vor allem auch um
die Erhöhung der Lebenschancen bei Bildung, Arbeit und Integration. Für die Umsetzung der Ziele stehen
erhebliche Mittel aus dem Programm Soziale Stadt für geeignete Projekte zur Verfügung. Mit den
Programmjahren 1999 bis 2014 fließen insgesamt knapp 5,4 Mio. € (incl. Quartiersfonds) in das QM-Gebiet
Magdeburger Platz. Hinzu kommen noch insgesamt 3,1 Mio. € aus den Baufonds der Jahre 2008, 2009 und
2013, sowie für Bauprojekte kombiniert gefördert über beschäftigungswirksame Maßnahmen der Arbeitsagentur
und Programm Stadtweite Maßnahmen von ca. 2,0 Mio. €.
In den ersten QM-Jahren sind es vorwiegend Baumaßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes und der
sozialen Infrastruktur, die umgesetzt werden. Insgesamt aber überwiegen während der gesamten QM-Laufzeit
die Maßnahmen zur Verbesserung bzw. zum Aufbau von soziokulturellen Strukturen.
In folgender Tabelle sind exemplarisch einige, zumeist höher dotierte Maßnahmen und Projekte chronologisch
aufgeführt.
Jahr
1999 / 2000
2001
2000
2000
2000
2000
2001

Projekt / Maßnahme
Ausbau Eckladen Pohlstr. 74 zum Integrationszentrum
Ausstattung Integrationszentrum
Fußballfeld auf der Brache Pohlstr. 8-16
Kleinspielfeld für die offene Jugendarbeit
Umbaumaßnahmen Magdeburger Platz
Stadtweite Maßnahme/Arbeitsfördermaßnahme
Gestaltung Stadtplatz Pohl-/Kluckstraße
Stadtweite Maßnahme/Arbeitsfördermaßnahme
Verkehrsberuhigung westliche Lützowstraße
Stadtweite Maßnahme/Arbeitsfördermaßnahme
Offenes Haus des Lernens / Lernhaus Pohlstr. 60/62

Fördersumme
47.000 €
41.000 €
33.000 €
220.000 €
260.000 €
100.000 €
61.300 €
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Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

2006
2001
2001 / 2002
2000 / 2001
2002
2001 / 2002
2001 / 2002
2001
2001 / 2002
2001 / 2002
2001 – 2003

2002 – 2005
2002
2002
2002 / 2003
2003
2003
2003 – 2005
2003 – 2005
2003 – 2008
2004
2004 – 2008
2004 – 2008
2005
2005 – 2007
2005 – 2007
2006
2006 – 2008
2007 – 2008
2007
2007
2007
2007 – 2008
2008

Verstetigung

Kleinere Umbaumaßnahmen und Ausstattung
Ergänzende Ausstattung Lernhaus
Förderung der Partizipation in den Wohnblöcken Bissingzeile/
Karlsbad/Potsdamer Straße und Pohlstr. 43 bis 59
Verbesserung der Wohnhauseingangsbereiche und der Freifläche
/Spielplatz in dem Wohnblock Bissingzeile/Karlsbad/Potsdamer
U-BahnBögen, Instandsetzung, Grundsanierung und Modernisierung von
13 Viaduktbögen á 80 qm für Künstlerwerkstätten, Jugendtreff,
Jugendausbildungsstätte
Gestaltung Hof/Freifläche der U-BahnBögen über
Stadtweite Maßnahme/Arbeitsfördermaßnahme
Geschäftsstelle für die Durchführung des Quartiersfonds
Quartiersfonds „Eine Million DM für den Kiez“
Verkehrsberuhigung östliche Lützowstraße
Stadtweite Maßnahme/Arbeitsfördermaßnahme
FGÜ, Gehwegvorstreckung + Aufpflasterung vor der Fritzlar-HombergGS, Pohl/Körner, Pohl 11 und Derfflinger/Lützow
Stadtweite Maßnahme/Arbeitsfördermaßnahme
Internetstationen für Tiergarten Süd
Planungs- und Konzeptaufträge
Marketingstrategien, TOPOS Gestaltgutachten Potsdamer Straße,
Visionen zur wirtschaftlichen Entwicklung, Zukunftswerkstatt FritzlarHomber-GS, Konzept interkulturelles Fest
Kleinteilige Maßnahmen zur Stärkung der Potsdamer Straße
Schulgarten Grips-Grundschule
Gestaltung Schulhof Fritzlar-Homberg-Grundschule
Verkehrsberuhigung östliche Kurfürstenstraße
Stadtweite Maßnahme/Arbeitsfördermaßnahme
Mittelstreifen nördliche Potsdamer Straße
Stadtweite Maßnahme/Arbeitsfördermaßnahme
Gestaltung Terrasse an der Potsdamer Straße 63-65
Stadtweite Maßnahme/Arbeitsfördermaßnahme
Kleinere Umbaumaßnahmen in Gebäuden sozialer Infrastruktur und
ergänzende Ausstattung
Weiterbildung und Qualifizierung Jugendarbeit
Kinder- und Jugendintegration, Zielgruppenarbeit Mädchen
Schallschutz-Technische Maßnahmen Mensa der Fritzlar-HombergGrundschule
Lokaler Bildungs Verbund
Familienbüro und niederschwellige Familienhilfe
Städtebauliches Forum Kurfürstenstraße in Kooperation mit TFH
Jobleitstelle
Café Anbau an der Stadtteilbibliothek
Gestaltung Schulhof Grips-Grundschule
Gewerbevernetzung und Leerstandsmanagement
Boulevards der Bänke
Herstellung und Aufstellung von 5 Granitbänken im Quartier
Bewegungsförderung in Schulen
Jugendberatungshaus Compas
Standortführer Kunst und Kultur in Tiergarten Süd
Werkstattangebote für Jugendliche
Streetwork / Sprachmittlerinnen zu
Straßenprostitution Kurfürstenstraße
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Stand 27.05.2015

11.200 €
20.450 €
80.000 €
92.000 €
329.000 €
76.700 €
500.000 €
293.000 €
96.000 €
22.000 €
32.000 €

102.000 €
20.000 €
55.000 €
179.000 €
25.700 €
139.000 €
126.000 €
76.700 €
65.000 €
80.000 €
207.000 €
177.000 €
11.000 €
108.000 €
184.000 €
104.000 €
55.000 €
28.500 €
13.000 €
25.000 €
15.000 €
13.000 €
10.000 €

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

2008 – 2009
2008 – 2009
2008 – 2011
2009
2009
2009 – 2010
2009 -2010
2009 – 2010
2010 – 2011
2010
2010 – 2011
2010 – 2011
2011 – 2012
2011
2011 – 2012
2011 – 2016
2011 – 2015
2012 – 2013
2012 – 2014
2012 / 2013
2014
2013 – 2014
2013 – 2014
2014 – 2018
2014 – 2016
2014 – 2016
2015 – 2016
2016

Verstetigung

Bumerang, Schülerhilfe in der Grips-Grundschule
Aktionsplan Gewerbevernetzung
Aufwertung eines Teilabschnitts der Potsdamer Straße
Fit für’s Leben, Mädchenförderung
Spielplatz Pohlstraße, Ergänzung Spielgeräte
Gestaltung einer Brachfläche zum Kulturraum
Jugendkulturzentrum Pumpe
Elternkreise / Elterncafés
Kleinteilige Begrünungsmaßnahmen im Straßenraum
Familiengarten Kluckstraße 11, Erweiterung und Gestaltung der
Freiflächen, interkulturelle Gärten – Baufonds (QF 4)
Handwerkliche Leistungen durch Jugendliche zur Verschönerung des
Kiezes
Anpassung WC-Anlagen Kluckstr. 11 an die Erfordernisse des
Familiengartens
Schwimmkurse für Kita-Kinder und Wassergymnastik für Senioren

17.000 €
18.000 €
13.400 €
39.000 €
13.000 €
56.000 €
18.000 €
11.000 €
197.000 €
19.200 €
17.500 €
24.000 €

Kinder- und Jugendrat, Aktivierung zur Beteiligung
Lösung von fusionsbedingten Problemen und Defiziten
(Zusammenlegung der beiden Grundschulen)
Ausstattungsergänzung Schulhof der zukünftigen Allegro-GS
Pohlposition, Kunstfest auf der Pohlstraße
Wachsen lassen
Kinderkunstmagistrale
220 plus, Jubiläen an der Potsdamer Straße
Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation des Profils
Allegro-Grundschule
Erstellung Verkehrs- und Gestaltungskonzept Flottwellstraße
Konkretisierung Verkehrs- und Gestaltungskonzept Flottwellstraße
Stärkung Schulprofil Allegro-Grundschule
Reaktivierung Schulgarten Allegro-Grundschule
Sanierung und Erweiterung Kluckstr. 11 – Baufonds und BA Mitte
Ankerpunkt für den Stadtteil, soziokulturelles Zentrum
Ausstattung und Entwicklung ergänzender Angebote
Stadtteilbibliothek Tiergarten Süd
Leitbildentwicklung Potsdamer Straße
Aufbau der zukünftigen Bürgerbeteiligung in Tiergarten Süd
Aufbau von zusätzlichen Angeboten im zukünftigen soziokulturellen
Zentrum Kluckstr. 11

19.400 €
44.800 €
10.000 €
19.000 €
36.000 €
40.500 €
15.400 €
19.000 €
17.000 €
5.000 €
15.000 €
17.000 €
2.799.000 €
321.000 €
29.000 €
24.000 €
28.000 €
8.000 €

Hinzu kommt eine Vielzahl an kleineren Projekten und Maßnahmen, insbesondere ab dem Jahr 2005
mit der Einführung der Quartiersfonds QF II (bis 10.000 €) und QF III (ab 10.000 €). Von 370
Aktionsfonds-Anträgen sind in der Zeit von 1999 bis 2014 insgesamt 285 Anträge bewilligt worden in
einem Gesamtvolumen von 215.000 €.

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Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

2.4. Fördermittel 1999 bis 2014 / 2016
Tabelle Zuweisung Fördermittel aus dem Programm Soziale Stadt nach Programmjahren
Programmjahr
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006

Summe
534.983,00 €
668.048,00 €
840.252,00 €
247.200,00 €
124.000,00 €
507.000,00 €
475.000,00 €
230.000,00 €

2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
Gesamt

197.000,00 €
207.000,00 €
203.000,00 €
170.000,00 €
105.000,00 €
120.000,00 €
105.000,00 €
120.000,00 €
4.853.483,00 €

Grafik Zuweisung Fördermittel aus dem Programm Soziale Stadt nach Programmjahren
900.000,00 €
800.000,00 €
700.000,00 €
600.000,00 €
500.000,00 €
400.000,00 €
300.000,00 €
200.000,00 €
100.000,00 €
- €
1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014

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Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

Tabelle Zuweisung Fördermittel aus dem Programm Soziale Stadt nach Haushaltsjahren
Haushaltsjahr
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007

Summe
41.587,00 €
209.800,00 €
449.204,00 €
462.142,00 €
643.164,00 €
364.477,00 €
375.309,00 €
519.500,00 €
477.300,00 €

2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Gesamt

281.000,00 €
230.000,00 €
201.000,00 €
163.000,00 €
126.000,00 €
115.000,00 €
87.000,00 €
64.000,00 €
44.000,00 €
4.853.483,00 €

Grafik Zuweisung Fördermittel aus dem Programm Soziale Stadt nach Haushaltsjahren
700.000,00 €
600.000,00 €
500.000,00 €
400.000,00 €
300.000,00 €
200.000,00 €
100.000,00 €
- €

10
Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

3. Aktionsplan
Verstetigung ist Bestandteil / Ziel des QM-Verfahrens. Hintergrund ist, dass das Förderprogramm Soziale Stadt
befristet ist und die Notwendigkeit der Fortsetzung der Förderung regelmäßig überprüft werden muss. Nach
langer Programmlaufzeit (seit Juli 1999) steht nun der Verstetigungsprozess für das QM Magdeburger Platz an.
Übergeordnete Ziele dieses Prozesses werden sein: Bisher erreichte Erfolge der Quartiersentwicklung zu
sichern, tragfähige Strukturen für die Zukunft zu etablieren und weiterem Handlungsbedarf zu entsprechen. Der
Übergang in Regelstrukturen (der kommunalen Daseinsvorsorge) wird in einem Aktionsplan beschrieben und
muss partizipativ erarbeitet werden. Zeitpunkt und zentrale Verstetigungsziele werden von der Senatsverwaltung
für Stadtentwicklung und Umwelt vorgegeben.

3.1. Einleitung Verstetigungsphase 2014
Ohne das bis dahin festgelegt ist, wann und wie für das QM Magdeburger Platz das Verfahren ausläuft, hat
schon in 2012 in der Arbeit von QM-Team und QuartiersRat eine Ausstiegsorientierung Gestalt angenommen. Mit
der Perspektive auf Verstetigung verläuft Vorbereitung und Durchführung der folgenden Gebietskonferenz unter
dem Focus – Einstieg in den Ausstieg. Die Ergebnisse gehen in die Fortschreibung des IHEK 2013/2014 ein. Das
Leitbild wird um einen vierten Punkt erweitert – Nachfolgestrukturen aufbauen bzw. stärken. Mit der
Veröffentlichung des Difu Gutachtens Ende 2013 über die Verstetigungsmöglichkeiten von Berliner QM-Gebieten
fällt die Entscheidung, dass QM Magdeburger Platz ein Ausstiegskandidat ist. In 2014 wird, getragen von
Gesprächen, Diskussionen, Strategieworkshop und Quartierskonferenz mit der Aufstellung einer
Verstetigungsstrategie die Verstetigungsphase 2015 / 2016 eingeleitet.

3.1.1. Erste Ausstiegsorientierung 2013
Als ein Instrument zur Weiterentwicklung des Quartiers findet alljährlich eine Stadtteilkonferenz statt. Sie dient
hauptsächlich zur Ermittlung und Festlegung der Förderschwerpunkte für das kommende / laufende Jahr. Hierzu
sind nicht nur die Bürger-Innen und Aktive des Quartiers eingeladen, sondern auch die Fachämter des Bezirks
Mitte und die Senatsverwaltung. Die Stadtteilkonferenz zur Zukunft des Quartiers am 29.Januar 2013 hat zudem
den Schwerpunkt unter dem Gesichtspunkt der Verstetigung festzustellen, welche Strukturen vorhanden sind,
welche davon stark genug sind und welche weiterhin Unterstützung benötigen. In fünf Workshops wird darüber
vertiefend beraten: Bildung/Schule/Jugend, Stadtraum/neue Bewohner, Ankerpunkt für nachbarschaftliche
Aktivitäten, Sicherheit/Prostitution, Stärkung des Kunst- und Kulturstandorts/Standortentwicklung Potsdamer
Straße. Die Ergebnisse werden in den folgenden Sitzungen der QM-Steuerungsrunde und des Quartiersrats
ausgewertet und gehen in die künftigen Handlungsschwerpunkte des IHEK 2013/2014 vom 25.4.2013 ein.
Die Voraussetzungen für einen möglichen Ausstieg sind damit gelegt. Es gibt eine Vorstellung, welche Strukturen
für eine Fortführung der integrativen Stadtteilentwicklung notwendig sind, noch gestärkt werden müssen und
welche noch fehlen. Von zentraler Bedeutung sind dabei: Ein soziokulturelles Zentrum als Ankerpunkt, Lokale
Selbstorganisation und Sozialraumorientierung der bezirklichen Verwaltung.

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Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

3.1.2. Ergebnisse Difu-Gutachten 2013
In 2008 und 2009 sind vier QM-Gebiete in Berlin aus dem Verfahren entlassen worden. Mit der Berliner
Koalitionsvereinbarung von 2011 wird das Ziel verfolgt, die Überführung weiterer QM-Gebiete in Regelstrukturen
bzw. in die Verstetigungsphase zu überprüfen. Hierzu beauftragt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und
Umwelt das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu). Die Ergebnisse des Gutachtens „Verstetigungsmöglichkeiten
Berliner Quartiersmanagementverfahren“ sind im November 2013 veröffentlicht worden.
Gegenstand des Difu-Gutachtens ist – welche QMs der „ersten Stunde“ (ab 1999) überführt werden können. 13
QM-Gebiete sind in die Betrachtung einbezogen. Als Methodik setzt Difu die Analyse statistischer Daten,
Indikatorenauswahl und die Auswertung von leitfadengestützten ExpertInnen-Interviews mit
QuartiersmanagerInnen, Vertretern von Bezirk und SenStadtUm und lokalen Akteuren ein. Das Difu ermittelt
bzgl. Verstetigungsreife, dass bei 5 Gebieten eine solche nicht erkennbar ist, dass bei 3 Gebieten diese
mittelfristig erneut geprüft werden sollte, dass bei 4 Gebieten dies unter bestimmten Bedingungen und bei einem
Gebiet gegeben sei.
Für das QM-Gebiet Magdeburger Platz weisen die Ergebnisse der Analyse von quantitativen und qualitativen
Daten darauf hin, dass ein Verstetigungsprozess vorstellbar ist, wenn bis zum Beginn der Verstetigungsphase
noch einige grundlegende Maßnahmen und Projekte durch- bzw. zu Ende geführt werden.
Als gebietsübergreifende Voraussetzung für eine Verstetigung benennt Difu unter dem Titel „Quartiersstrukturen
müssen stabilisiert sein“ folgende Stichworte: Akteursvernetzung, gutes nachbarschaftliches Zusammenleben,
Engagement der Bevölkerung, attraktives Wohnumfeld, gute Bildungseinrichtungen, funktionierende soziale
Einrichtungen, tragfähige Gewerbestruktur, Finanzierung zu verstetigender Projekte und Strukturen müssen
geklärt sein (inklusive Regelfinanzierung), sozialraumorientierte und fachübergreifende Strukturen in der
Bezirksverwaltung plus Ansprechperson, Kommunikation und Kooperation zwischen Senats-, Bezirks- und
Stadtteilebene sollte stärker institutionalisiert und strukturell verbessert werden, eine Anlaufstelle und ein
„Kümmerer“ sollten beibehalten werden, Handlungsmöglichkeiten von Bewohnern / Akteuren sind aufrecht zu
erhalten.
Neben den allgemeinen Rahmenbedingungen gibt das Difu-Gutachten für das QM Magdeburger Platz folgende
Handlungsempfehlung mit auf den Weg. Die Verstetigungsreife sollte im Dialog zwischen SenStadtUm, Bezirk
Mitte, QM und den lokalen Akteuren erörtert werden (hier gibt es während der Erhebung unterschiedliche
Einschätzungen, Akteure und Bezirksebene sehen keine, Quartiersmanagement und Senatsebene eine bedingte
Verstetigungsreife), Anlaufstelle vor Ort fertigstellen und hier tätige Personen mit „Kümmerer“-Funktion
qualifizieren, Thema Straßenprostitution als übergeordnetes Thema weiter bearbeiten und die
Ausstrahlungseffekte des Zuzugs neuer Bewohner (Flottwell- und Kurfürstenstraße) auf die Quartiersentwicklung
kritisch beobachten.

3.1.3. Erstellung Fahrplan für das Auslaufen des QM-Verfahrens
Als Schlussfolgerung aus dem Difu-Gutachten wird von SenStadtUm festgelegt, dass für das QM Magdeburger
Platz am 1.1.2015 die zweijährige Überleitungsphase beginnt. Das bedeutet für das QM-Team, dass mit Beginn
des Jahres 2014 konkret an der Vorbereitung des Verstetigungsprozesses gearbeitet werden muss. Im Januar
2014 erstellt das Team als Grundlage für die anstehenden Diskussionen und Aufgaben einen Fahrplan für das
Auslaufen des QM-Verfahrens, der am 11.2. dem QR und am 17.2. in der QM-Steuerungsrunde vorgelegt wird.

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Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

Hierin sind beschrieben – kurze Begriffsdefinition von Verstetigung, Elemente von Verstetigungsstrategie,
Prozessablauf, Ressourcenplanung, Aufgaben, Themen und Zeitschiene.
Im ersten Halbjahr ist vorgesehen nach einer Bestandsanalyse Handlungserfordernisse zu beraten, um
notwendige Maßnahmen durch gezielten Projektmitteleinsatz (Soziale Stadt PJ 2014) zu planen. Die Aufgabe
Netzwerk-, Träger- und Projektstrukturen nachhaltig zu stärken, muss zum ausschließlichen Schwerpunkt der
Förderung, dem Einsatz von Fördermitteln für strukturstärkende Maßnahmen führen. Parallel zu den
Vorbereitungen eines Strategieworkshops (zusammen mit dem QR) und einer Gebietskonferenz, wo es auch um
die Abstimmung einer Verstetigungsstrategie gehen wird, führt das QM-Team diesbezüglich Gespräche mit
Akteuren, starken Partnern, Fachämtern, Initiativen, Gewerbe und Institutionen, um gemeinsamen Sachstand zu
erlangen und um den Diskussionsprozess zur Verstetigung in Gang zu setzen. Damit ist die Verstetigungsphase
auf Quartiersebene konkret eingeleitet.

3.1.4. Erstellung und Abstimmung Verstetigungsstrategie
Die Senatsverwaltung gibt folgende zentrale Verstetigungsziele vor – Ankerpunkt für das Quartier,
Ansprechpartner im Bezirk, Verfügungsfonds, sowie Netzwerke und Beteiligung erhalten. Um weitere Grundlagen
für die Verstetigung zu erarbeiten, um eine quartiersbezogene Verstetigungsstrategie aufstellen und um den
künftigen Projektmitteleinsatz abstimmen zu können, treffen sich QR und QM-Team zu einem Strategieworkshop
am 2.4.2014. Auf der Basis der Ergebnisse, dieser vom Büro stadt.mensch.berlin moderierten dreistündigen
Sitzung, erstellt das QM-Team den Entwurf einer Verstetigungsstrategie für das QM Magdeburger Platz. Unter
dem Titel „Gestaltung des Verstetigungsprozesses / Bindung von Fördermittel“ (aus dem Programmjahr 2014)
steht diese Verstetigungsstrategie auf der Stadtteilkonferenz am 7.5.2014 zur Diskussion und wird bestätigt.

QM Magdeburger Platz

Verstetigungsstrategie

1) Ankerpunkt für das Quartier / für den Stadtteil – Kluckstr. 11
 Bauliche Sanierung und Erweiterung
 Kompensationsmaßnahmen während Umbau
 Stabilisierung Netzwerkstrukturen
- infrastrukturelle Unterstützung; Profilbildung / -aufbau; Öffentlichkeitsarbeit
 Soziokulturelles Zentrum – Hausorganisation und -koordination
 Stadtteilkoordination (bürgerschaftlich)
- Aufgabenprofil (z.B. Konfliktmoderation Prostitution, Veränderungsdruck, etc.)
- Trägerschaft
2) Ansprechpartner Bezirk
 Bezirkskoordination
- Strukturen und Erfahrungen sind vorhanden – nutzen!
 Bereitstellung von Finanzmittel
- Stadtteilkoordination (bürgerschaftlich)
- Aktionsfonds
 Unterstützung durch die BVV, Fachausschüsse
3) Profilierung Bildungsstandort
 Öffentlichkeitsarbeit
 Netzwerkarbeit und Aktivierung ehrenamtliches Engagement
 Infrastrukturelle Unterstützung der Einrichtungen
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Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

4) Stärkung Gewerbestandort
 Stärkung Netzwerkstrukturen IG Potsdamer Straße/°mStreet
- Einbindung Hauseigentümer, Hotels, Galerien
 Leitbildentwicklung
- Geschäftsstraßenmanagement, Städtebau, Verkehr
 Aufbau / Einrichtung BID (Business Improvement District)
5) Partizipation und bürgerschaftliches Engagement
 Netzwerke intensivieren
 Förderung der Selbstorganisation
 Definition / Aufbau Bürgerbeteiligung für die Zeit nach QM
 Öffentlichkeitsarbeit
Die Verstetigungsstrategie ist in der weiteren Diskussion verbindliche Grundlage für die Schwerpunktsetzung bei
der Mittelverteilung auf die Haushaltsjahre 2014 bis 2016. Sie ist aber auch insgesamt Richtschnur für alle
beteiligten Akteure mit Ihrem Wirken am Gelingen des Verstetigungsprozesses beizutragen.

3.1.5. Handlungserfordernisse und Planung von Maßnahmen
Die Schwerpunktsetzungen für die Strukturförderung im QM-Gebiet sind formuliert – beginnend in 2013 und
nunmehr aktualisiert und nicht zuletzt durch die Vorträge der Vertreter-Innen der bezirklichen Fachverwaltungen
(Wirtschaft, Jugend, Bildung und Kultur, Sozialraumorientierte Planungskoordination, Gleichstellungsbeauftragte,
Stadtplanung) untermauert. Nach Auswertung der Stadtteilkonferenz beschließt die QM-Steuerungsrunde vom
12.5.2014 sechs Projekte, von den fünf auf den Weg gebracht werden können. Damit ist die letztmalige
Zuweisung von Fördermitteln aus dem Programm Soziale Stadt, Programmjahr 2014 (insgesamt 110.000 €),
vollständig umgesetzt.
1) Ausstattung und Entwicklung ergänzender Angebote für die Stadtteilbibliothek TS
 29.000 € (HJ 2014 – 7.000 €, HJ 2015 – 11.000 €, HJ 2016 – 11.000 €)
 Neuanschaffung von aktueller Literatur und Medien
 Entwicklung von flankierenden Angeboten
2) Wachsen lassen
 21.000 € (HJ 2014 – 7.000 €, HJ 2015 – 7.000 €, HJ 2016 – 7.000 €)
 Fortführung bzw. Weiterentwicklung mit Ausweitung auf alle Altersgruppen – insbesondere
Senioren
3) Aufbau von zusätzlichen Angeboten Kluckstr. 11
 8.000 € (HJ 2016)
 Entwicklung zusätzlicher und weiterführender Angebote, um eine breite Nutzung des
zukünftigen Ankerpunktes Kluckstraße 11 zu gewährleisten
 Infrastrukturelle Unterstützung
4) Leitbildentwicklung Potsdamer Straße
 24.000 € (HJ 2014 – 8.000 €, HJ 2015 – 8.000 €, HJ 2016 – 8.000 €)
 Erarbeitung eines gemeinsamen, strategischen und verbindlichen Leitbilds für den
Wirtschaftstandort Potsdamer Straße
 Langfristig soll nach Möglichkeit Aufbau / Einrichtung eines Geschäftsstraßenmanagements
oder eines BID (Business Improvement District) angestrebt werden

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Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung



Projekt läuft in enger Kooperation der beiden QMs (Schöneberger Norden und Magdeburger
Platz) und der beiden Bezirke (Tempelhof-Schöneberg und Mitte)
5) Aufbau der zukünftigen Bürgerbeteiligung in Tiergarten Süd
 28.000 € (HJ 2015 – 18.000 €, HJ 2016 – 10.000 €)
 basierend auf den Resultaten des in 2014 laufenden Projekts „Dialogplattform Tiergarten Süd“
soll der Entwicklungsprozess zu künftigen Bürgerbeteiligung im Stadtteil weiter moderiert und
verstetigt werden
 Definition / Aufbau Bürgerbeteiligung für die Zeit nach QM

3.1.6. Handlungsschwerpunkte und Aufgaben
Projekt 1 wird an eine Privatperson aus der AG Stadtteilbibliothek, Projekt 2 an den bisherigen Träger und Projekt
3 an eine Privatperson aus dem Kreis der in der Kluckstraße 11 ansässigen Träger vergeben. Für die Projekte 4
und 5 werden über ein Interessensbekundungsverfahren geeignete Träger gefunden. Mit allen Projektnehmern
werden vor Maßnahmenbeginn unter Beteiligung der zuständigen bezirklichen Verwaltung im Rahmen einer
erweiterten QM-Steuerungsrunde konkrete Zielvereinbarungen erarbeitet und vereinbart, die während der
Projektlaufzeit auf Wirkung überprüft und ggfs. zu aktualisieren/ergänzen/korrigieren sind. Projekte 4 und 5
bedürfen allerdings über das normale Maß der Projektbegleitung durch das QM-Team hinaus Koordinations- und
Kooperationsaufwand auch mit anderen Akteuren der Gebietsentwicklung. Sie haben starken
Aktivierungscharakter und in ihrer Ergebnisfindung einen klaren partizipativen Auftrag.
Gemäß Verstetigungsstrategie sind noch weitere Aufgaben im Focus. Bezüglich Ankerpunkt für den Stadtteil
(Kluckstraße 11) steht die bauliche Sanierung und Erweiterung des Haupthauses an. Hierfür stehen insgesamt
3,12 Mio. € zur Verfügung (aus dem Programm Soziale Stadt QF4/Baufonds 2013 – 400 Tsd. €, Baufonds 2014 –
1.537 Tsd. € und Baufonds 2014 Zusatz 862 Tsd. €, sowie 321 Tsd. € bezirkliche Mittel). Die bezirkliche
Immobilie hat einen hohen Sanierungsbedarf, zusätzlicher Raumbedarf (multifunktionale Räume,
Versammlungssaal) erfordert aufgrund des zukünftigen Standortkonzepts eine Erweiterung. Das Konzept für das
zukünftige Soziokulturelle Zentrum, erstellt unter Beteiligung der ansässigen Träger, Bezirksamt Mitte (Jug) und
SenStadtUm (QM Koord), ist nach Kenntnisnahme und Beratung durch den QR vom 5.11.2013 Anfang 2014
abgeschlossen. Die darin entwickelten Angebote für das Soziokulturelle Zentrum Kluckstraße 11 beschreiben
einen Ort für Begegnung, Bildung und Beratung. Das Architektenbüro Alten beginnt nach der Bestandsaufnahme
Ende 2014 mit der Aufstellung des Vorentwurfs.
Die in der 2ten Jahreshälfte 2013 gegründete AG zur Erhaltung der Stadtteilbibliothek erarbeitet nach mehreren
Runden Tischen (TN: Kitas, Schule, BA Mitte / Kult und Weiterbildung, QR-Vertreter, QM, Ehrenamtliche,
Stadtteilverein) ein Konzept zur Weiterführung. In 2014 können die Öffnungszeiten mithilfe von FAV-Mitarbeitern
und Ehrenamtlichen, vom Bibliotheksamt geschult, wieder auf vier Tage erweitert werden. Seit Frühjahr 2015
kann durch die Bewilligung einer zusätzlichen Stelle zur Sicherung der Mindeststandards im Verbund der
Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) wieder an allen Tagen Fachpersonal eingesetzt werden, das durch den
Einbezug von Akteuren vor Ort unterstützt wird. Ein Interessensbekundungsverfahren zur Übertragung von
Aufgaben der Stadtteilbibliothek an Dritte mit der Option einer längerfristigen Überlassung unter Wert und
Nutzung des Standortes als Nachbarschaftszentrum mit integrierter öffentlicher Bibliothek ist beabsichtigt.
Die massive Bebauung in der Flottwellstraße schreitet voran. Nach und nach ziehen neue Bewohner in die
fertiggestellten Häuser des Projekts Metropolis. Einige können zur Mitarbeit in der AG Flottwell (QR-Vertreter,
Anrainer, QM-Team) gewonnen werden. Das von dieser AG initiierte Verkehrs- und Gestaltungskonzept wird von
dem Büro LK Argus erstellt und am 15.1.2014 auf einer öffentlichen Erörterungsveranstaltung von 85
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Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

Teilnehmern rege diskutiert und schließlich angenommen. In der weiteren Bearbeitung sind die Investoren,
Baugruppen, QR-Vertreter und QM mit einbezogen. Die daraufhin erstellte Vorplanung Verkehrsanlage
Flottwellstraße wird am 21.10.2014 auf einer öffentlichen Informationsveranstaltung mit 75 Teilnehmern
vorgestellt und findet breite Akzeptanz.
Aufgrund breiter Ablehnung in der Bevölkerung hat der Investor für das sogenannte Kurfürstenzentrum sein
ursprüngliches Vorhaben (Parkhaus mit mehreren Ebenen für ca. 600 Stellplätze, großflächiger Einzelhandel im
Erdgeschoss) überarbeiten müssen. Im September 2014 stellt er dem BVV-Ausschuss für Stadtentwicklung seine
neue Planung vor. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan II-125-1 VE beinhaltet jetzt eine Tiefgaragenebene
mit 95 Stellplätzen, Einzelhandelsnutzung im Erdgeschoss und in den Obergeschossen (5 plus Staffelgeschoss)
Wohnen (200 Wohnungen). Im Rahmen der erneuten öffentlichen Auslegung wird in einer
Informationsveranstaltung dem Quartier die Absichten vorgestellt. Einen Termin hierfür wird es erst Anfang 2015
geben. Nicht nur die Bebauung der Kurfürsten 41- 44 beschäftigt die AG Kurfürstenstraße (QR-Vertreter,
Anwohner, QM-Team). Weitere Bauabsichten (Wohnbebauung) liegen auf der Schöneberger Seite vor – Froben
Ecke Kurfürsten (ehem. Autohandel) und Else-Lasker-Schüler Ecke Kurfürsten (ehem. Polnische Gesandtschaft).
Letzt genanntes Grundstück ist meistbietend an Diamona + Harnisch verkauft worden. Hier beabsichtigt man
hochpreisige Eigentums-, wie auch Mietwohnungen zu errichten.

3.2. Verstetigungsphase 2015 / 2016
Die Weichen zur Überleitung in Regelstrukturen sind zusammen mit der Aufstellung der Verstetigungsstrategie
und den entsprechend aktuellen Fördermitteleinsatz aus dem Programm Soziale Stadt gelegt. Jetzt kommt es
darauf an mit den bisherigen und neu zu findenden Akteuren im steten Dialog weiter an den daraus
resultierenden Aufgaben und insbesondere an der erfolgreichen Umsetzung der Projekte zu arbeiten. Wichtig ist
dabei eine regelmäßige Erfolgskontrolle, eine Überprüfung auf Wirksamkeit. Gemeinsam muss analysiert,
bewertet und gegebenenfalls nachgesteuert werden.

3.2.1. Ankerpunkt für den Stadtteil
Für die Kluckstraße 11 beginnt in 2015 die entscheidende Phase. Das Architektenbüro Alten stellt am 16. März
die Bauplanung öffentlich vor. Baubeginn kann nach Erstellung der Bauplanungsunterlagen und Ausschreibung
der Bauleistungen frühestens Anfang 2016 erfolgen. Wichtig wird sein, dass die ansässigen Träger (FiPP e.V.,
Kidz e.V., Stadtteilverein Tiergarten e.V.) während der Bauphase uneingeschränkt ihre Projektarbeiten fortsetzen
können. Ob, wann und wohin ggfs. die Bildungsträger Gladt e.V. und Kombi umgesetzt werden müssen, ist
rechtzeitig zu klären. Auch der laufende Betrieb des Familiengartens, der interkulturellen Gärten und des
Bildungsprojekts „wachsen lassen“ sollte nicht behindert werden. Baustelleneinrichtung und Ablauf der
Baumaßnahme müssen entsprechend darauf abgestimmt sein. In seiner Funktion als Ort der Begegnung von
Jungen und Alten, von Menschen aus verschiedenen Bereichen des Stadtteils, aus verschiedenen Schichten und
ethnischen Herkunft darf der Familiengarten während der Baumaßnahme nicht beschnitten werden. Nach der
Mittelzuweisung nach Haushaltsjahren zu schließen, wird der Bau frühestens Ende 2017 bzw. Mitte 2018 fertig
gestellt sein – ein bis eineinhalb Jahre nach Auslaufen des QM-Verfahrens. Dieser Fakt wirft die zu klärende
Frage auf, wie in dieser „Leerlaufzeit“ für eine Anlaufstelle gesorgt werden kann. Geklärt werden muss auch, wie
die notwendige Ausstattung (Stühle, Tische, etc.) der neu geschaffenen Räume finanziert wird – Finanzbedarf ca.
100.000 €.

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Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

Für den Betrieb des Soziokulturellen Zentrums, wird neben Sachmitteln für Öffentlichkeitsarbeit (Website; Layout
& Druck von Flyern, Broschüren und Plakaten) und Bürokosten (ca. 10.000 €/Jahr), eine 3/4-Personalstelle (ca.
30.000 €/Jahr) benötigt mit folgendem Tätigkeitsprofil: Organisation/Koordination von Angeboten,
Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit, Fördermittelakquise und Fundraising, Raumvergabe, Vermietung sowie
Schlüsselvergabe Familiengarten (Freiflächen), Organisation Pflege Freiflächen.
Für die Weiterführung der integrierten Stadtteilentwicklung nach QM steht notwendigerweise die Initiierung einer
bürgerschaftlichen Stadtteilkoordination an. Anlauf- und Wirkungsstätte wird die Kluckstraße 11 sein. Das
konkrete Aufgabenprofil wird erst gegen Ende der Verstetigungsphase komplettiert sein. Hier kann mit einer
vollen Personalstelle (ca. 40.000 €/Jahr) gerechnet werden, zuzüglich Sachmittel (ca. 5.000 €/Jahr) sowie einen
Aktionsfonds (10.000 €/Jahr).
Aufbau des zukünftigen soziokulturellen Zentrums Kluckstraße 11 und Erhalt der angrenzenden
Stadtteilbibliothek müssen zusammen gehen. Wünschenswert ist, wenn der Nachbarschaftstreff zur Sicherung /
Stabilisierung der Stadtteilbibliothek und zur Ausgestaltung des Begleitprogramms, neben der normalen Ausleihe,
in das dortige Cafégebäude umsiedeln könnte. Die rechtlichen Hindernisse sind ausgeräumt und das nun
anstehende Interessensbekundungsverfahren zur Übergabe in freier Trägerschaft sollte darauf ausgerichtet sein,
eine praktikable Lösung zu ermöglichen.

3.2.2. Ansprechpartner Bezirk
Basierend auf der Herangehensweise und den langjährigen Erfahrungen im Rahmen Quartiersmanagement /
Programm Soziale Stadt hat der Bezirk Mitte mit seinem erstellten Handbuch zur Sozialraumorientierung für sein
Handeln einen strukturellen Rahmen geschaffen. Die hierin verankerten Grundsätze einer sozialraumorientierten
und integrierten Stadtteilentwicklung werden für Tiergarten-Süd auch für die Zeit nach der Entlassung aus dem
QM-Verfahren gelten. In der Konsequenz bedeutet dies für die Verwaltung:
 die Interessen, Bedürfnisse und Ressourcen der Menschen im Quartier zu erkennen und bei den
Bedarfsfeststellungen zu berücksichtigen,
 die Menschen bei der Aktivierung ihrer Ressourcen zu unterstützen,
 die Ressourcen des Stadtteils zu nutzen sowie die so erzielten Ergebnisse und Erkenntnisse im
Verwaltungshandeln zu berücksichtigen,
 Planungen, Projekte und Aktivitäten über Aushandlungsprozesse im Dialog zu erarbeiten,
 Verantwortung für ressortübergreifende Abstimmung zu übernehmen.
Der Bezirk Mitte mit seiner Koordinierungsstelle „Lokales Planen und Handeln“ - Organisationseinheit
Sozialraumorientierte Planungskoordination (SPK) - bietet Politik, Verwaltung und Bewohner-Innen die Plattform
für den Austausch zur Gestaltung der Stadtteile. Als zukünftiger Ansprechpartner hat SPK zur Bewahrung der
aufgebauten Strukturen und zur Fortführung der integrierten Stadtteilentwicklung mit seiner Gebietsstrategie
folgende Eckpunkte vorgelegt.
1. Zentraler Ankerpunkt Vorort für die Verstetigung
- Ort für stadtteilbezogene Aktivitäten / soziokulturelles Zentrum, Steuerung der Entwicklung des
Stadtteils nach Auslaufen des QM-Verfahrens
2. Beteiligung und Selbstorganisation / Vereine, Gremien, Netzwerke
- dem Stadtteil eine Stimme geben
3. Stadtteilkümmerer / Stadtteilkoordination
- kontinuierliche und professionelle Koordination, Ansprechpartner für Vereine, Gremien, Netzwerke,
- das „Gegenüber“ für die Verwaltung
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Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

4. Ansprechpartner Bezirk als „Gegenüber“ für die Stadtteilkoordination
5. Ressortübergreifende Zusammenarbeit der Bezirksverwaltung
6. Stadtteilbezogenes Budget / Verfügungs- und Aktionsfonds
- als Anreiz zur Mitwirkung und Beteiligung an Entscheidungsprozessen
- zur Aufrechterhaltung von Beteiligungsstrukturen und Förderung
bürgerschaftliches Engagement
Hinsichtlich der beschriebenen Eckpunkte und deren Umsetzung ergeben sich Handlungserfordernisse auf
Seiten des Bezirksamts und der BVV Mitte. Hierbei ist von besonderer Bedeutung, angesichts der
beklemmenden bezirklichen Haushaltslage eine Herausforderung, die Grundfinanzierung für Betrieb des
soziokulturellen Zentrums und für die Stadtteilkoordination zu sichern, sowie Mittel für stadtteilbezogenes Budget
/ Verfügungs- und Aktionsfonds bereitzustellen.

3.2.3. Profilierung Bildungsstandort
An dem kunst/kulturaffinen Projekt KinderKunstMagistrale (KKM) lässt sich der Vernetzungsgrad der
Bildungseinrichtungen am besten veranschaulichen. Im Rahmen der Projektarbeit kooperieren Künstler-Innen
internationaler Herkunft (überwiegend im Gebiet lebend) mit sämtlichen Bildungseinrichtungen (Schulen, Kitas,
Kinder- und Jugendeinrichtungen, Stadtteilbibliothek, Jugendkulturzentrum PUMPE, etc.), die wiederum
untereinander und bei der Präsentation der Ergebnisse mit ortsansässigen Galerien und Stiftungen. Die KKM
erfährt bis Ende 2015 noch Förderung aus dem Programm Soziale Stadt. Die Verstetigungsnotwendigkeit des
erfolgreichen Projekts führt nicht zur erhofften Regelfinanzierung – diesbezügliche Anmeldung bleibt
unbeantwortet. Die Akteure um die KKM haben 2014 einen Verein gegründet, mittlerweile als gemeinnützig
anerkannt, um den weiteren Bestand / die weitere Arbeit sichern zu können. Mit ihrer zu Jahresanfang 2015
heraus gebrachten Broschüre dokumentieren sie sehr anschaulich ihre Arbeit seit 2007 und werben um
zukünftige Unterstützung und Sponsoring. QR und QM wird sie dabei begleiten und ihnen helfen.
Die Verstetigung des in 2010 gestarteten Projekts „wachsen lassen“ wird wohl in ähnlicher Weise laufen müssen.
Es wird noch bis Ende 2016 gefördert, eine Regelfinanzierung für die Zeit nach QM ist nicht in Sicht. Das
pädagogische Projekt vermittelt Stadtmenschen am Standort Familiengarten, insbesondere Kindern Naturleben
und Umweltwissen. Es sensibilisiert und weckt Interesse für ökologische Fragen und Zusammenhänge von
Mensch-Umwelt-Natur. Naturnahes Gärtnern spricht alle Sinne an und wirkt sich positiv auf seelisches und
körperliches Wohlbefinden aus. Neben ihrer Projektarbeit müssen die mit den Trägern in der Kluckstraße 11, mit
der Allegro Grundschule und mit Kitas gut vernetzten/kooperierenden Akteure von „wachsen lassen“ das Thema
nachhaltige Existenz angehen. QM wird beginnend im April mit den Projektnehmer-Innen diesbezüglich eine
Strategie erarbeiten.
Die Entwicklung der Allegro-Grundschule ist weiterhin ein wichtiges Anliegen, denn eine gute Schulsituation ist
für die gesamte soziale Entwicklung des Stadtteils von Bedeutung. Der Einzugsbereich der teilgebundenen
Ganztagsschule ist sozial extrem heterogen. Der Anteil von Kindern aus Familien mit nichtdeutscher
Muttersprache liegt um die 90%. Allerdings gehören die Kinder unterschiedlichen Nationen an, sodass die
Alltagssprache an der Schule deutsch ist. Das Schulprofil – Lesen und Musik – resultiert aus der Fusion zweier
eigenständiger Grundschulen in 2010. Die Allegro-Grundschule zeichnet sich durch eine Vielzahl von
Kooperationen und Projekten, sowie durch eine sehr engagierten Lehrer-Innen- und Elternschaft aus. Die
Bemühungen liegen schwerpunktmäßig darin, die Attraktivität und Leistungsfähigkeit nach außen durch
Öffentlichkeitsarbeit sichtbar und durch Aktionen und Veranstaltungen erfahrbar zu machen. Dabei erfährt die
Allegro-Grundschule tatkräftige Unterstützung durch die in 2012 gegründete AG „Schule im Quartier“, die aus
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Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

Quartiersratsmitgliedern, QM, interessierten Anwohner und Vertretern aus der IG Potsdamer Straße besteht.
Gemeinsames Ziel ist es, dass auch Kinder aus bildungsnahen und aus deutschsprachigen Familien vermehrt
angemeldet werden und damit die soziale Durchmischung an der Schule weiter positiv beeinflusst wird. Aktuell
besteht wieder einmal durch Maßnahmen zur Sanierung des Bezirkshaushalts allgemeine Verunsicherung, die
die Erreichung des Ziels erschwert. Die beabsichtigte Größenordnung der Raumreduzierung gefährdet a) die
Umsetzung des Schulprogramms und b) die Möglichkeit weitere Schüler aufnehmen zu können. Der Einzug der
Kita Maulwurf aus der Derfflingerstraße in die freigezogenen Räume wird ausdrücklich begrüßt.

3.2.4. Stärkung Gewerbestandort
Die Potsdamer Straße hat eine ganz besondere Funktion für den Stadtraum. Durch den Zuzug vieler
professioneller Galerien und Hotels in den letzten Jahren werden viele Gäste, auch internationale,
Kunstliebhaber, Geschäftsleute und Investoren in das Gebiet angelockt. Durch die immense Wohnbebauung
entlang der Flottwellstraße und weiterer Flächen mit Baupotential verändert sich die Einwohnerstruktur. Ein
Umwandlungsdruck für das Umfeld der Potsdamer kündigt sich an.
Innerhalb des Projektes „Leitbildentwicklung Potsdamer Straße“ des Trägers Urbos soll mit den Akteuren ein
Leitbild entwickelt und umgesetzt werden. Das vorhandene Netzwerk um IG Potsdamer Straße und °mStreet ist
hierbei wichtigster Partner, muss aber um weitere Akteure – Hotels, Immobilieneigentümer und Unternehmen erweitert werden. Phase 1 des im August 2014 gestarteten Projektes ist so gut wie abgeschlossen. Nach
Bestandsaufnahme und Analyse des Ist-Zustandes, Gesprächen mit beiden QMs, Ämtern beider beteiligten
Bezirke, Senatsverwaltung und IHK sowie Interviews mit ausgewählten Gebietsakteuren, findet im Rahmen der
partizipativen Erarbeitung eines Leitbilds für die gewerbliche Entwicklung der Potsdamer die Auftaktveranstaltung
am 17.2.2015 im Forum der Commerzbank AG mit ca. 90 Teilnehmern statt. Gemeinsame Ideen, Wünsche,
Vorstellungen und Überlegungen werden diskutiert. Fortgesetzt wird der Leitbildprozess mit weiteren Workshops
im Laufe des Jahres und der Einrichtung eines Online-Dialogs. Anfang 2016 soll das gemeinsam mit allen
Akteuren erarbeitete Leitbild öffentlich vorgestellt und diskutiert, sowie der Politik übergeben werden.

3.2.5. Partizipation und bürgerschaftliches Engagement
Ein wichtiger Baustein im Handlungsfeld Partizipation und bürgerschaftliches Engagement ist das im Januar
2015 gestartete Projekt „Weiterentwicklung der zukünftigen Bürgerbeteiligung“ des Trägers LPG (Landesweite
Planungsgesellschaft mbH). Im Vordergrund steht die Entwicklung einer tragfähigen Organisations- und
Netzwerkstruktur für ehrenamtliches Engagement innerhalb eines kooperativen und partizipativen Prozesses
gemeinsam mit den im Quartier lebenden und arbeitenden Menschen.
Durch die Initiierung verschiedener Arbeitskreise, die sich mit Themen wie der zukünftigen Organisation
ehrenamtlichen Engagements, der Entwicklung einer Informations- und Austauschkultur durch eine (sich selbst
tragende) Öffentlichkeitsarbeit, der Etablierung eines Ankerpunkts im Quartier, der Vernetzung zwischen Quartier
und Verwaltung sowie der Erarbeitung einer übergeordneten Umsetzungsstrategie beschäftigen, werden die
Akteure sowie Bewohnerinnen und Bewohner aktiv in den Verstetigungsprozess einbezogen. Daneben spielt die
Gewinnung neuer Aktiver für ehrenamtliches Engagement eine wichtige Rolle. Besonders Bevölkerungsgruppen,
die momentan in bestehenden Netzwerken oder Bürgergremien unterrepräsentiert sind, sollen auf Möglichkeiten
zur Partizipation und Teilhabe an der Quartiersentwicklung hingewiesen und zum Mitmachen motiviert werden.
Dabei geht es vorrangig um die Anwohnergruppen der migrantischen Bewohnerinnen und Bewohner,
Jugendliche und ältere Menschen, themenbezogen aktive Bewohnerinnen und Bewohner, die sich z. B. für die
19
Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

Allegro-Schule oder die Bauprojekte an der Kurfürsten- und Flottwellstraße interessieren, sowie um das große
Potenzial der neu in den Kiez ziehenden Menschen. Dazu werden verschiedene Aktionen und Maßnahmen
entwickelt und durchgeführt. Die Ergebnisse der regelmäßig stattfindenden Arbeitskreise werden im Rahmen von
Gebietskonferenzen in der Kiezöffentlichkeit vorgestellt und gemeinsam diskutiert.
Im Ergebnis sollen neue Aktive für ehrenamtliches Engagement gewonnen, eine Informations- und
Austauschkultur im Kiez entwickelt und eine neue Organisations- und Netzwerkstruktur ehrenamtlichen
Engagements aufgebaut werden.

3.2.6. Weitere Themen und Aufgaben
Die Straßenprostitution rund um die Kurfürstenstraße ist eine Grundbelastung für das Gebiet, die auch in der Zeit
nach QM wirken wird. Die Begleiterscheinungen, insbesondere der Prostitutionsvollzug ringsum in den
Wohnstraßen, auf Parkplätzen, in öffentlichen Grünanlagen und auf Privatgelände, stört nicht nur die AnwohnerInnen, sondern auch Gewerbetreibende und Institutionen. Das Maß an Toleranz ist immer dann empfindsam
überschritten, wenn die Zahl an Sexarbeiterinnen* (saisonal) zunimmt und die Kundenanwerbung offensiv /
aggressiv sich auch in die anderen Straßen (Genthiner, Lützow, Potsdamer, etc.) – oft auch vor Sozialen
Einrichtungen (Schulen, Kitas, Krankenhaus, etc.) – ausdehnt. In Konfliktfällen ist das QM-Vorortbüro die
Anlaufstelle für Beschwerden. Das QM-Team kann nur vermitteln, informieren, aufklären und bei entsprechenden
Stellen (Polizei, Frauencafé Olga, andere Einrichtungen Vorort) intervenieren. Wie dies zukünftig bei all den sich
ankündigen Veränderungen – Wohnungsneubauten in der Kurfürstenstraße, Wegfall QM – bewerkstelligt werden
kann / muss, darüber werden die beiden QMs (SchöNo und MaPla) mit dem Frauencafé Olga in unregelmäßigen
Abständen beraten.
Begünstigt wird der Straßenstrich durch die missliche städtebauliche Situation der großen Brachflächen an der
Kurfürsten zwischen Froben und Else-Lasker-Schüler-Straße. Diese Grundstücke sollen nun bebaut werden. In
der Summe werden hier ca. 380 Wohnungen errichtet. Die Bauabsicht „Kurfürstenzentrum“ auf dem MöbelHübner-Parkplatz wird im Rahmen der Auslegung des Bebauungsplans II-125-1 VE auf einer
Informationsveranstaltung am 2.2.2015 mit 170 Teilnehmern öffentliche vorgestellt. In seiner Stellungnahme zum
vorgelegten B-Plan Entwurf begrüßt der Quartiersrat den Wohnungsbau (200 Wohnungen) an dieser Stelle,
verweist aber auf die Notwendigkeit nach erschwinglichen Mietpreisen. Ferner besteht er darauf, dass die
öffentliche Durchwegung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Kluck-/Pohlstraße und Kurfürstenstraße 24
Stunden am Tag gewährleistet sein muss und fordert hinsichtlich neuem Versorgungsbedarf mit Sozialer
Infrastruktur aktuelle Berechnungen. Bei einer eventuell notwendigen Anpassung der Sozialen Infrastruktur
aufgrund Mehrbedarfs an Kita- und Schulplätzen ist der Vorhabenträger zur Kostenbeteiligung zu verpflichten.
Tiergarten-Süd mit seiner gesamtstädtischen Zentrallage wird zunehmend als Wohnstandort nachgefragt. Frisch
fertig gestellt, in Planung oder in Vorbereitung sind insgesamt ca. 1.200 neue Wohnungen. Mit angenommenen
2.700 neuen Bewohner-Innen entspricht der Zuwachs an Bevölkerung nahezu 30%. Zu befürchten ist, dass ein
steigender Aufwertungsdruck auf den Bestand folgen wird. Eine (im Rahmen der Ermittlung von potenziellen
Gebieten für den Erlass einer sozialen Erhaltungsverordnung) aktuelle Untersuchung der vom BA Mitte
beauftragten Fa. LPG stuft das QM-Gebiet mit mittlerem Aufwertungspotenzial und- druck ein. Zunehmende
bauliche Aktivitäten zur Aufwertung des Wohnbestands sind zu erwarten. Mit diversen Dachausbauten im
Altbaubestand allerdings schon seit 2012 sichtbar. Die Angebotsmieten (bei Neuvermietung) im unteren Segment
sind zwischen 2012 und 2013 um knapp 20% gestiegen und liegen mit 6,50 €/m² um 1 bis 1,50 €/m² höher als
der Berliner- bzw. Mitte-Durchschnitt. Trotz sich abzeichnender Verdrängungstendenzen wird das Gebiet nicht
als Verdachts-, sondern als Beobachtungsgebiet bewertet. Das erscheint vielen (z.B. AG Milieuschutz) hier im
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Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

Gebiet zu passiv (wer beobachtet hier mit welcher Reaktionskompetenz?), da aufgrund des langfristigen
Procedere der ggfs. notwendige Erlass einer sozialen Erhaltungsverordnung dann zu spät kommen könnte. Es
darf nicht übersehen werden, dass in dem Bestand, insbesondere im Planungsraum „1104 – Körnerstraße“,
weiterhin ein hoher Bevölkerungsanteil in prekärer Lebenssituation lebt. Ihn ohne ein wirkendes
Regulierungsinstrument an der Hand der Gefahr der Verdrängung auszusetzen, darf nicht Ziel der
Entwicklungsbemühungen sein.

3.2.7. Einbindung Akteure in den Aktionsplan
Die Verstetigungsphase wird in dem Aktionsplan beschrieben. In dem partizipativen Prozess sind nicht nur die
klassischen Steuerungsrunden eingebunden, sondern auch die Akteure aller relevanten Projekte und
Maßnahmen. Das vom QM-Team aufgestellte Grobkonzept wird erstmals in der eigens gegründeten AG
Aktionsplan (QR-Vertreter, QM-Team) am 14.1.2015 und dann auf der QM-Steuerungsrunde vom 19.1.2015
besprochen. Es geht als Basis / Grundlage in die weitere Diskussion ein – am 26.1. QR-Sitzung, am 29.1. in
einer großen Runde mit Vertretern aller Projekte / Maßnahmen, die im weitesten Sinne aktivierenden Charakter
haben, QR-Vertretern, QM-Teams SchöNo und MaPla, IG Potsdamer Straße. Nach entsprechender
Bearbeitungsphase wird im Februar in einem ähnlichen Procedere die vorläufige Endversion vorgestellt. Mitte
März soll die Endfassung stehen und der Senatsverwaltung StadtUm übergeben werden. Nach der Vorlage in
den bezirklichen Fachämtern und der BVV ist spätestens zu Ende Juni diesbezüglich ein Bezirksamtsbeschluss
zu erwarten. Im Juni folgt die erste, im November die zweite Stadtteilkonferenz, im Oktober beginnt die erste
Abgleichphase. Nach der Aktualisierung / Fortschreibung des Aktionsplans wiederholen sich im letzten
Verstetigungsjahr 2016 zu Mai die finale Abgleichphase und anschließend im Juni eine Stadtteilkonferenz.

3.2.8. Zeitschiene Aktionsplan 2015 / 2016
Die aufgeführten Termine betreffen die Aufstellung bzw. Fortschreibung des Aktionsplans, sowie die
wesentlichen Aktionen, Aufgaben, Projekte und Maßnahmen gemäß Verstetigungsstrategie. Terminsetzung wird
prozessbedingt laufend fortgeführt.

Aktion

Termin

Themen / Anlass

AG Aktionsplan

14.1.2015
Oktober 2015
Mai 2016

Abgleich Grobkonzept Aktionsplan
Abgleich Aktionsplan, Fortschreibung
Abgleich Aktionsplan, Fortschreibung

QR-Sitzung

26.1.2015
3.3.2015

Abgleich Grobkonzept Aktionsplan
Aktionsplan vorläufige Endversion –
Bestätigung, Stellungnahme zu B-Plan II125-1 VE – Beschluss, Vorstudie
Milieuschutz im Bezirk Mitte – Beschluss
Themensammlung, Bericht 1.Sitzung
Aktionsfondsjury, Bericht Vorstellung der
Bauplanung Kluck 11, Bericht AG
Milieuschutz, Raumsituation Allegro GS
Hauptthema Tourismus in TS, Beschluss
zum Baufonds-Antrag „Kulturgarten Allegro
GS“, Bericht über Gespräch mit
Schulstadträtin

14.4.2015

5.5.2015

2.6.2015
21
Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

QM-Steuerung

7.7.2015
1.9.2015
6.10.2015
3.11.2015
1.12.2015
19.1.2015
9.2.2015
16.3.2015
20.4.2015
11.5.2015

Verstetigung

Abgleich Grobkonzept Aktionsplan
1.Lesung Aktionsplan
2.Lesung Aktionsplan, Endfassung
Aktionsplan, erste Rückmeldungen aus den
Fachämtern
Aktionsplan, Rückmeldungen aus den
Fachämtern

15.6.2015
Ankerpunkt Kluck 11
Infoveranstaltung „Das soziokulturelle
Zentrum im Aufbau“
Leitbild Potsdamer Straße

20.1.2015
24.2.2015
16.3.2015

Trägertreff
Trägertreff
Öffentliche Vorstellung der Bauplanung

14.4.2015
2.6.2015
monatlich
17.2.2015
12.5.2015

Trägertreff
Trägertreff
Lenkungsrunde mit QM-Teams
öffentliche Auftaktveranstaltung
Workshop I
Multikulturelle Vielfalt, Tourismus, Wohnen
Workshop II
Gestaltung, Kultur/Galerien, Grün
Workshop III
Einzelhandel, gewerbliche Entwicklung,
Verkehr
Lenkungsrunde mit QM-Team

30.6.2015
22.9.2015
Zukünftige Bürgerbeteiligung

Öffentlichkeitsarbeit
www.tiergarten-sued.de
mitte(n)dran Nr. 18

monatlich bzw. alle
zwei Monate
vierteljährlich
Mai bis voraussichtlich
Oktober 2015
ab Juni 2015
ab Nov. 2015
ab Nov. 2015
wöchentlich
Februar 2015

Infoveranstaltung
„Kurfürstenzentrum“
mitte(n)dran Nr. 19

2.2.2015

QM MaPla Sommer-Empfang/Fest
mitte(n)dran Nr. 20
Stadtteilkonferenz

19.6.2015
August 2015
12.9.2015

Mai 2015

Projektflyer
Einbindung vorh. Akteure, Aktivierung neuer
Akteure
AG Leitbild und Umsetzungsstrategie
AG Organisation Ehrenamt
AG Netzwerk und Öffentlichkeitsarbeit
Aktualisierung
Bürgerbeteiligung und QR ab 2015,
Leitbildentwicklung Potsdamer Straße,
Neubauprojekte im Kiez, Raumprobleme in
der Allegro-Grundschule
Erörterung / Öffentliche Auslegung
B-Plan Entwurf II-125-1 VE
Beobachtung des Aufwertungsdruck im
Quartier, Milieuschutz in TS?,
Soziokulturelles Zentrum Kluck 11, das
Kurfürstencenter, Leitbild Potsdamer Straße,
ICD in der Genthiner Straße
„Kiezköpfe“, Projekte, Kontakte, Gespräche

22
Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

Juni 2016
Arbeitsgruppen
AG Schule im Quartier

AG Kurfürstenstraße
AG Milieuschutz

Ansprechpartner Bezirk
BA Mitte SPK, QM MaPla
AK Stadtteilarbeit
Sonstiges
QM MaPla, QM SchöNo,
Notdienst e.V.
BVV Ausschuss Stadtentwicklung
QM Reuterkiez, Sparrplatz,
Wrangelkiez, MaPla
QM Sparrplatz
BA Mitte QM Koord, QM Sparrplatz,
QM MaPla
SenStadtUm
BA Mitte Fachämter
SPD Abteilung TS
Bezirkliche QM Lenkungsrunde
BVV / Ausschuss QM
BA Mitte
AKQ

13.1.2015
11.2.2015
17.3.2015
21.4.2015
26.6.2015
22.1.2015
12.2.2015
11.2.2015
19.3.2015
23.4.2015
4.6.2015

Vorbereitung Infoveranstaltung
Stellungnahme zum B-Plan II-125-1 VE
Verdrängungsdruck im Quartier
Beobachtungsgebiet TS – aber wie?
Web-Karte (Crowd-map),erste Überlegungen

April 2015
19.6.2015

Abgleich Aktionsplan
Verstetigung QM Gebiete

19.02.2015

Erstgespräch bzgl. zukünftiger regelmäßiger
Anwohnersprechstunden im Café Olga
Erhaltungsverordnung, Beobachtung
3. Treffen, Austausch zu Verstetigung
4. Treffen, Austausch zu Verstetigung
Verstetigung im Vergleich – wie verstetigen
andere QMs, Inforeihe
Interne Vorstellung und Erörterung
Aktionspläne Verstetigung
Abgabe Aktionsplan
Abgabe Aktionsplan
Stand Verstetigung / Aktionsplan
Darlegung Aktionsplan/Stand Verstetigung
QR Geschäftsordnung
Stand Verstetigung QM Gebiete
Abgabe Aktionsplan
Bezirksamtsbeschluss Aktionsplan
Stand Verstetigung in den betroffenen
Gebieten

25.2.2015
26.2.2015
11.6.2015
4.3.2015
10.3.2015
23.3.2015
14.4.2015
6.5.2015
7.5.2015
18.3.2015
20.5.2015
28.5.2015
Ende Juni 2015
29.5.215

23
Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

4. Empfehlung für die Verstetigung
Zu Beginn der Verstetigungsphase sind noch nicht alle Voraussetzungen für eine Verstetigung gegeben. Sie sind
im Aktionsplan benannt und müssen in der verbleibenden Zeit erfüllt werden. Insbesondere die Finanzierung von
zu verstetigenden Projekten und Strukturen ist unbedingt und rechtzeitig zu klären. Ein Aktionsplan, der auf
Grund fehlender Finanzmittel nicht auf breite bezirkliche Akzeptanz basiert, wird die benannten Ziele – die
Verstetigung – nicht (fristgerecht) erreichen.
Die Aussicht auf eine bevorstehende entspannte bezirkliche Haushaltslage mit Gestaltungsspielraum verleiht die
Hoffnung und ist als Empfehlung zu verstehen, dass einzuplanende Gelder zur Finanzierung von Betrieb des
Soziokulturellen Zentrums (40.000 €/Jahr) ab 2018 und der Stadtteilkoordination samt Stadtteilbudget (55.000
€/Jahr) ab 2017 tatsächlich eingestellt werden. Von Seiten des Bezirks sind für letzteres bisher 35.000 €/Jahr im
bezirklichen Haushaltsplan angemeldet worden.

4.1. Betrieb Stadtteil-Anker
Ein Betrieb des Stadtteil-Ankers ist frühestens in 2018 möglich, da erst dann die Baumaßnahmen zur
energetischen Sanierung und Erweiterung des Haupthauses der Kluckstraße 11 abgeschlossen sein werden.
Das bisherige QM-Vorort-Büro könnte bis dahin als Anlaufstelle, Versammlungs- bzw. Besprechungsraum für
Kleingruppen von max. 20 Personen und als Arbeitsstätte für die ab 2017 beginnende Stadtteilkoordination
Tiergarten Süd genutzt werden. Hier fallen keine Mietkosten an, jedoch Betriebskosten in Höhe von ca. 390
€/monatlich (4.680 €/Jahr) – vorausgesetzt, es bleibt bei der bis dato geltenden Vereinbarung zwischen dem QMTräger (Stadtteilverein Tiergarten e.V.) und dem Vermieter, der DEGEWO.
Die mit dem Betrieb des Soziokulturelles Zentrums in 2018 zusätzlich anfallenden Personal- und Sachkosten
sollten über den Bezirkshaushalt gedeckt werden. Das für die Immobilie und für den Betrieb als Kinder- und
Jugendfreizeiteinrichtung zuständige Jugendamt kann dies nicht zusichern. Die Kosten sind in der bezirklichen
Finanzplanung bisher nicht eingestellt. Denkbar bzw. notwendig wäre deshalb eine Finanzierung im Rahmen
eines Stadtteilzentrumvertrags mit der Senatsverwaltung für Soziales (über DPW). Das hätte den Vorteil, dass
neben dem Hausmanagement auch das inhaltliche Konzept der Gemeinwesenarbeit „Begegnung, Bildung und
Beratung“ umgesetzt werden könnte. Die Voraussetzung hierfür müsste mit breiter bezirklicher Unterstützung,
der Benennung eines Trägers und gezielten Gesprächen / Verhandlungen mit den Zuständigen bei der
Senatsverwaltung geschaffen werden. Hier sollte Sen StadtUm bzgl. Aufnahme des Soziokulturellen Zentrums in
das IFP STZ direkt Gespräche mit Sen Soz aufnehmen.

4.2. Starke Selbsthilfestruktur
Ausgehend von den jetzigen Netzwerkstrukturen wird gegenwärtig über zwei Projekte – „Aufbau der zukünftigen
Bürgerbeteiligung in Tiergarten Süd“ und „Leitbildentwicklung Potsdamer Straße“ – an der Stärkung und
Ergänzung durch neue Akteure gearbeitet. Bei beiden Projekten werden Arbeitskreise bzw. Workshops,
Maßnahmen und Aktionen zu wichtigen aktuellen und zukunftsweisenden Themen initiiert, die die BewohnerInnen und Akteure aktiv in den Verstetigungsprozess einbinden sollen. Es ist von besonderer Bedeutung über die
Einbindung hinaus, sie auch für ihr Mitwirken im Stadtteil-Netzwerk in der Zeit nach Quartiersmanagement zu
gewinnen. Erfahrungen, Entwicklungsstand und Ergebnisse der beiden Projekte müssen während der
Überleitungsphase regelmäßig mit den gesetzten Zielen und der Verstetigungsstrategie abgeglichen werden.

24
Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

4.3. Vereinbarung mit dem Bezirk Mitte
Der Bezirk Mitte von Berlin hat sich hinsichtlich Fortführung der sozialraumorientierten und integrierten
Stadtteilentwicklung positioniert. Mit der Organisationseinheit Sozialräumliche Planungskoordination (SPK) als
Ansprechpartner für das Stadtteil-Netzwerk Tiergarten Süd, ist eine entsprechende Verwaltungsstruktur
vorhanden. Von hier werden die ressortübergreifende Zusammenarbeit und der notwendige Informationstransfer
organisiert. Für die Aufgabenwahrnehmung muss der Bezirk Ressourcen und Kapazitäten entsprechend
anpassen. Hinsichtlich Etablierung einer Stadtteil-Koordination für Tiergarten Süd sind kaum inhaltliche, aber
finanzielle Hürden zu überwinden.

4.4. Öffentlichkeitsarbeit
Die Stadtteilzeitung „mitte(n)dran“ ist im Gebiet sehr bekannt und ausgesprochen beliebt. Sie wird regelmäßig
nachgefragt und stiftet zur Stadtteilidentität an. Sie informiert Anwohner-Innen, Einrichtungen und Akteure im
Gebiet über aktuelle Themen, gibt Anregungen zur Beteiligung und lädt ein zu allen möglichen Veranstaltungen.
Sie wird auch für die Zeit nach QM eine wichtige Säule der Öffentlichkeitsarbeit sein. Die eigenständige
Fortführung bzw. Herausgabe der „mitte(n)dran“ setzt voraus, dass die momentane Redaktion (Hauptamtliche
Redakteure, Bürger-Innen, QM und QR-Mitglieder) durch eine ausschließlich ehrenamtliche Redaktion ersetzt
bzw. ergänzt wird. Es empfiehlt sich diese ehrenamtliche „Stadtteil-Redaktion“ zur eigenständigen redaktionellen
Arbeit anzuleiten und in den Bereichen Recherche, Texte verfassen, Fotografie, Grafik, Vertrieb und Fundraising
zu qualifizieren. Layout- und Druckkosten müssen zukünftig mit Erlösen aus Sponsoring und Anzeigen gedeckt
werden.
Ergänzt werden kann die Öffentlichkeitsarbeit durch die Fortführung der Stadtteil-Homepage „www.tiergartensued.de“. Gefüllt wird die Website durch Beiträge der Stadtteil-Redaktion und durch Zuarbeiten aus den
Einrichtungen und Institutionen des Gebiets.

4.5. Stadtteil-Netzwerk
Sozialraumorientierte und integrierte Stadtteilentwicklung, getragen durch die Aktivierung und Beteiligung vor Ort,
sowie durch Verwaltung und Politik, bedarf einer gefestigten Netzwerkstruktur mit anerkannten / legitimierten
Gremien.
Eine denkbare Variante für den Stadtteil Tiergarten Süd zeigt folgendes Schaubild:

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Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

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Stand 27.05.2015

Aktionsplan 2015 / 2016 für das QM Magdeburger Platz

Verstetigung

Anlage 1
Aufstellung Kosten, die mit Beendigung des QM-Verfahrens entstehen werden:

Stadtteilkoordination ab 2017
Personalstelle
Sachmittel
Aktionsfonds
Gesamt
zuzüglich
Vorort-Büro

40.000 €/Jahr
5.000 €/Jahr
10.000 €/Jahr
55.000 €/Jahr
5.000 €/Jahr

Das bisherige QM-Vorort-Büro als Anlaufstelle, Versammlungs- bzw. Besprechungsraum für Kleingruppen von
max. 20 Personen und als Arbeitsstätte bis Stadtteil-Anker Kluck 11 bezugsfertig ist (voraussichtlich Mitte 2018).

Betrieb Soziokulturelles Zentrum ab 2018 (Hausmanagement)
Personalstelle (3/4)
30.000 €/Jahr
Sachmittel
10.000 €/Jahr
Gesamt
40.000 €/Jahr
alternativ denkbar:
Finanzierung im Rahmen eines Stadtteilzentrumvertrags (Hausmanagement und inhaltliches Konzept der
Gemeinwesenarbeit „Begegnung, Bildung und Beratung“) mit der Senatsverwaltung für Soziales
Voraussetzung:
Breite bezirkliche Unterstützung, gezielte Gespräche / Verhandlungen mit den Zuständigen, Aufnahme des
Soziokulturellen Zentrums Kluck 11 in das IFP STZ

27
Stand 27.05.2015
        
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