Path:
Freistaat Bayern

Full text: Handbuch des Kunstmarktes

Nürnberg 
BAYERN 
Nürnberg 
122 
MUSEEN 
liehen und kunstgewerblichen Arbeiten ver 
schiedener Länder und Zeitabschnitte zählt 
9472 Gegenstände. Die Anordnung der Gegen 
stände erfolgte in der Hauptsache nach Ma 
terialgruppen, Ausnahmen wurden bei den Er 
zeugnissen der Kleinkunst und des Orients, 
sowie den Erzeugnissen des neuzeitlichen 
Kunstgewerbes gemacht. Für die Entwick 
lung der Mustersammlung war von großer 
Bedeutung die im Jahre 1903 von der Freifrau 
Ottilie von Faber zum Andenken ihres ver 
storbenen Gatten testamentarisch errichtete 
Freiherr-Lothar-von-Faber-Stiftung. wonach 
die Zinsen der Stiftung dazu bestimmt sind, 
hervorragende nach künstlerischen Entwürfen 
hergestellte Arbeiten bayerischer Kunsthand 
werker für die Mustersammlung zu erwerben. 
Bis jetzt entstanden auf diese Weise zahlreiche 
prächtige Erzeugnisse der verschiedensten 
Zweige des Kunsthandwerkes: Arbeiten aus 
Holz, Elfenbein, edle und unedle Metalle, 
Bergkristall, Glasgemälde und Gobelin. Als 
besonders hervorragend sind die Sammlungen 
der alten Gläser. Fayencen und Porzellane zu 
nennen. Die Aufgabe der Mustersammlung 
besteht darin, erzieherisch auf den Geschmack 
der Allgemeinheit einzuwirken. Hierzu dienen 
Führungen, Vorträge, Wanderausstellungen, 
Veröffentlichungen und Ausleihungen zu Lehr 
zwecken. Direktor der Anstalt: Geheimer 
Baurat, ord. Professor Karl Hager, Vorstand 
der Mustersammlung: Architekt Georg Ritter, 
Führer: techn. Obersekretär Andreas Aures. 
Germanisches Nationalmuseum. Das Germa 
nische Nationalmuseum in Nürnberg wurde 
als Stiftung des gesamten deutschen Volkes 
auf Antrag des Freiherrn von und zu Aufseß 
aus Franken, auf der Versammlung deut 
scher Geschichts- und Altertumsforscher, 
welche vom 16. bis 19. August 1852 zu Dresden 
abgehalten wurde, gegründet. S ammei 
gebiet: Deutsche Geschichte, Kunst und 
Kultur. Das Germanische Museum gliedert 
sich in die kunst- und kulturgeschichtlichen 
Sammlungen, eine Bibliothek, ein Kupfer 
stichkabinett und ein Archiv. Mit den Kunst- 
und kulturgeschichtlichen Sammlungen sind 
auch diejenigen der Stadt Nürnberg und mit 
dem Kupferstichkabinett die graphischen 
Sammlung genannter Stadt verbunden. För 
derung der Anstalt: Die Mitglied 
schaft zum Germanischen Museum kann 
durch Zeichnung eines Jahresbeitrages er 
worben werden. Zurzeit ist derselbe für Mit 
glieder in Nürnberg von 5 M. und für aus 
wärtige Mitglieder von 3 M. aufwärts, je 
nach den finanziellen Leistungen des einzel 
nen, ohne einer höheren Selbsteinschätzung 
vorgreifen zu wollen, festgesetzt. In allen 
größeren und kleineren Städten Deutschlands 
sind Pflegschaften für das Germanische Mu 
seum errichtet, an deren Spitze die Pfleger 
stehen, die in selbstloser Weise das Ein 
ziehen der Mitgliedsbeiträge und die Ablie 
ferung derselben an die Nationalanstalt be 
sorgen. Das Germanische Museum verdankt 
einen großen Teil seiner umfangreichen Ent 
wicklung dieser segensreichen Einrichtung. 
Veröffentlichungen: Der Anzeiger 
des Germanischen Nationalmuseums (in 
zwangloser Folge), der nicht nur eine grup 
penweise Aufzählung der wichtigsten Neu 
zugänge in der jeweils zurückliegenden Zeit 
bringt, sondern auch zugleich als wesent 
lichen Bestandteil kurze, fachwissenschaft 
liche, jedoch allgemein verständliche Auf 
sätze und Abhandlungen über besonders wert 
volle Neuerwerbungen enthält. Die Mitglie 
der des Museums erhalten den Anzeiger zu 
einem Vorzugspreis, der für den Doppeljahr 
gang 1922-23 auf 5 M. festgesetzt ist. Be 
suchszeiten; Dienstag mit Freitag von 
10 bis 4 Uhr. Sonnabends von 10 bis 2 Uhr 
und Sonntags von 10 bis 1 Uhr. Montags ge 
schlossen. Außerdem ist das Museum ge 
schlossen an den 1. Feiertagen der hohen 
Feste, sowie Neujahr und Karfreitag. 1. Di 
rektor Dr. E. Heinrich Zimmermann, Vertre 
ter und Leiter der Anstalt. Professor Dr. 
Fritz Traugott Schulz, Hauptkonservator der 
Kunst- und Kulturgeschichtlichen Sammlun 
gen; Konservator Dr. Wilhelm Wenke. Kunst- 
und kulturgeschichtliche Sammlungen; Kon 
servator Dr. Walter Fries, Kunst- und Kul 
turgeschichtliche Sammlungen. 2. Direktor 
Dr. Theodor Hampe, Vorstand der Bibliothek, 
des Archivs u. Kupferstichkabinetts; Haupt 
konservator Dr. Heinrich Heerwagen, Biblio 
thek; Konservator Dr. Ludwig Rothenfelder, 
Bibliothek; Hauptkonservator Dr. August 
Neuhaus, Archiv; Assessor Dr. Heinrich Höhn, 
Kupferstichkabinett. 
Stiftung der Familie Stoer u. Stier. Innere Lauf er- 
gasse 7 III. Die Stiftung besitzt eine Norica- 
Sammlung von rd. 5000 Bänden, 22 000 Blät 
tern. 1300 Karten, 700 Münzen. Verwalter: 
Rechtsrat a. D. Friedrich Stoer. Besuch nach 
Anmeldung. 
ARCHIVE 
Städtisches Archiv. Burgstraße 4, Erdgeschoß. 
Gegr. 1865 aus den Registraturen einer Reihe 
ehemals reichsstädtischer Nürnberger Aemter, 
die einst für sich bestanden hatten (Wohl 
tätigkeitsstiftungen, Bauamt, Stadtgericht 
usw.). Das eigentliche reichsstädtische Archiv 
war, nachdem Nürnberg bayerisch geworden, 
in den Besitz des Staates übergegangen und 
befindet sich jetzt in der Hauptsache im Nürn- 
bergischen Staatsarchiv. Doch sind die das 
speziell Lokale (Kirchen, Klöster usw.) betr. 
Archivalien zu einem großen Teil wieder zu 
rückgegeben. Das Städt. Archiv enthält da 
neben eine reiche Sammlung Nürnbergischer 
genealogischer Papiere und Porträts (Kupfer 
stiche u. Holzschnitte) zur Familiengeschichte. 
An Urkunden besitzt es rd. 8700 Stück. Vor 
stand: Archivdirektor Dr. Emil Reicke. Be 
suchszeiten: Mo. bis Fr. 9-12 u. 8-6, Sbd. 9-1 
Uhr. 
BIBLIOTHEKEN 
Bibliothek mit Lesesaal u. Vorbilder 
sammlung. Die Bibliothek verfügt 
über mehr als 30 000 Werke, Bücher u. Schrif 
ten technologischen, gewerblichen, kunstge 
schichtlichen, naturwissenschaftlichen und 
volkswirtschaftlichen Inhalts. Im Lesesaal 
liegen über 120 technische und kunstgewerb 
liche Fachblätter und amtliche Zeitschriften 
auf. Der Bücherei ist eine nahezu 12 000 Plat 
ten enthaltende Sammlung von Diapositiven 
für kunstgeschichtliche und kunstgewerbliche 
Vorträge angegliedert. In der Vorbildersamm 
lung befinden sich Abbildungen kunstgewerb 
licher Gegenstände und dekorative Arbeiten 
aller Zeiten und Länder. Direktor der An 
stalt: Geheimer Baurat. ord. Professor Karl 
Hager. Bibliothekar: Oberingenieur Wilhelm 
Zacher. 
Bibliothek des Germanischen Museums, siehe 
unter: Germanisches Nationalmuseum. 
Stadfbibliothck. Burgstraße 4. Allg. öffent 
liche Bibliothek. Gegr. 1429. Hauptgebiete: 
Geschichte, Kulturgeschichte, Literatur, No 
rica (darunter viele Graphik). Direktor: Dr. 
Friedrich Bock. Geöffnet: Lesesaal: Mo. bis
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.