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Full text: Guten Tag

Guten
Tag
Ein Blick ins Quartier Richardplatz Süd
Quartiersmanagement im Kiez

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Inhalt
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Einführung

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Bildung als Schlüssel

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Droryplatz – auf dem Weg zum Bildungsstandort

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Was’n das denn? Erfahrungsbericht von den 44 Kingz & Queenz

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Route 44 – auf ungewöhnlichen Pfaden

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Mehr als Sieben auf einen Streich – das Näh- und Werkstudio

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Beteiligung

22

Unterstützung der Gewerbetreibenden

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Mietenentwicklung im Richardkiez

27

Projektplakate

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Impressum

So erreichen Sie uns
Quartiersbüro Richardplatz Süd
Böhmische Str. 9 • 12055 Berlin
Tel: 030 6805 8585 • Fax: 030 6805 9044
Web: www.richard-quartier.de • E-Mail: info-richard@quartiersmanagement.de
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Guten Tag,
viel hat sich im Richardkiez verändert, seit das Quartiersmanagement-Team 2005 die
Arbeit vor Ort aufgenommen hat. Mit dieser Broschüre möchten wir nach nunmehr
sieben­jähriger Tätigkeit einen Überblick des Erreichten vorlegen aber auch aktuelle
Entwicklungen im Kiez aufgreifen.
Quartiersmanagement ist Bestandteil des Bund-Länder –Programms „Soziale Stadt“.
In diesem Rahmen werden in Gebieten „mit besonderem Entwicklungsbedarf“ Vor-OrtBüros eingerichtet und mit Fördermitteln ausgestattet.
Im Quartier werden Projekte entwickelt und umgesetzt, Netzwerke auf- und ausgebaut
und viele Akteure und Bewohner in die Quartiersarbeit einbezogen. So sollen auf lokaler
Ebene an den Bedarfen orientierte Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. Dies
alles hat zum Ziel, die Lebensbedingungen und das Zusammenleben im Stadtteil nachhaltig zu verbessern. Dabei werden die Bewohner über Gremien wie dem Quartiersrat
und der Vergabejury aber auch über partizipative Projekte selbst in den Prozess und
die Projektentwicklung eingebunden. Ziel ist es, einer Abspaltung des Gebiets von den
Entwicklungen der Gesamtstadt entgegen zu wirken.
Oft wird dem Instrument des Quartiersmanagement zu Unrecht vorgeworfen, die sozio­
ökonomische Aufwertung von Stadtteilen voranzutreiben und somit zur Verdrängung
einkommensschwacher Haushalte beizutragen. Wir denken, die Broschüre wird ein
anderes Bild zeichnen: Beim Quartiersmanagement geht es darum, soziale Projekte
zu entwickeln und umzusetzen, die vorrangig mit dem Schwerpunkt Bildung den Bewohnern zu Gute kommen.
So war der Kiez, als das Quartiersmanagement- Team 2005 seine Arbeit am Richardplatz Süd begann, stark unterversorgt mit Sport- und Freizeitangeboten für Kinderund Jugendliche, die Schulen waren schlecht ausgestattet und der öffentliche Raum
war sehr vernachlässigt.
Zunächst wurden daher die drei Stadtplätze mit Mitteln der „Sozialen Stadt“ umgestaltet, um – im Sinne einer Initialzündung – für die Bewohner ein Zeichen zu setzen.
Zudem wurde das Jugend- und Gemeinschaftshaus „Scheune“ errichtet; es hat sich bis
heute als eine feste Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche etabliert. Mit der Errichtung des Kinderpavillons auf dem Droryplatz wurde eine Möglichkeit geschaffen, die
pädagogische Arbeit auf dem offenen Schulhof zu unterstützen. Unterfüttert wurden
diese baulichen Maßnahmen durch soziale Projekte, die den Kiez mit Leben füllen. Von
Beginn an hatte das Handlungsfeld Bildung die höchste Priorität. Die Schulen als starke Partner wurden in ihrer Arbeit unterstützt und die Angebote für Jugendliche und
Kinder stetig ausgebaut.
Lassen Sie sich überraschen von den vielen Beispielen gelungener Projektarbeit im
Rahmen der „Sozialen Stadt“ im Richardkiez, die Sie in dieser Broschüre finden.
Viel Spaß beim Lesen!
Ihr Quartiersmanagement-Team Richardplatz Süd
Anja Bederke, Suzan Mauersberger, Antje Schmücker und Christoph Dreisbach
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Liebe Bürgerinnen und Bürger,
der Berliner Senat unterstützt seit 2005 den Kiez südlich und östlich des Richardplatzes mit dem Berliner Quartiersmanagement. Seitdem haben sich zahlreiche Bürger­
innen und Bürger an bestehenden Initiativen beteiligt oder neue Ideen und Aktivitäten
ins Leben gerufen, die dazu beitragen, die Nachbarschaft zu stabilisieren und ein solidarisches Miteinander im Kiez zu fördern. In Zusammenarbeit mit Ihrem Quartiersrat
und mit Unterstützung durch das Quartiersmanagementteam wurden die vielfältigsten Projekte entwickelt. Deren Zielsetzung und Erfolg haben wir gerne mit Mitteln aus
dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ und aus dem Europäischen Fonds für
Regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt. Das große Engagement der Bürgerschaft,
vor allem auch durch die ansässigen Bildungs- und Sozialeinrichtungen, Vereine, Gewerbebetreibende und andere örtliche Akteure, hat zu deutlich erkennbaren Verbesserungen im Gebiet geführt. Das ist für viele spürbar. Die Atmosphäre im Kiez hat sich
durch gemeinsames Handeln, gegenseitig Hilfestellung geben und miteinander feiern
insgesamt sehr positiv entwickelt. Besonders betonen möchte ich auch die neuen
Kooperationen der drei Schulen im Gebiet und die daraus entstehenden besseren Bildungsbedingungen für das gesamte Quartier.
Vergleichbare Erfolge können wir auch in den übrigen 33 Berliner Quartiersmanagementgebieten feststellen. Gerade deshalb bedaure ich es sehr, dass sich die Bundesregierung in
den letzten Jahren von dem Grundgedanken verabschiedet hat, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und stattdessen Bundeshilfen nur noch für Bauinvestitionen gewährt. Ich
bin deshalb froh, dass wir es geschafft haben, unterstützt von einer breiten Front von Fürsprechern, fehlende Fördergelder aus dem Berliner Haushalt auszugleichen. Das war wegen der angespannten Haushaltslage nicht leicht, zeigt aber, wie wichtig Berlin der soziale
Zusammenhalt und das solidarische Miteinander in den benachteiligten Quartieren ist.
Wir in Berlin brauchen das Programm „Soziale Stadt“. Das Berliner Quartiersmanagement hat sich in den letzten 13 Jahren als erfolgreiche Strategie zur Stabilisierung
sozial benachteiligter Stadtteile bewährt.
Ich danke allen Beteiligten ganz herzlich für Ihr bürgerschaftliches Engagement und
den langen Atem, der oft nötig war und auch in Zukunft nötig sein wird, um die angestrebten Ziele zu erreichen und für die Zukunft zu sichern.

Michael Müller
Senator für Stadtentwicklung und Umwelt
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Liebe Leserinnen und Leser,
Sie halten eine Broschüre in der Hand, durch die Sie die vielfältigen Angebote, die spannenden Projekte und die engagierten Akteure rund um den Richardplatz kennenlernen.
Im Jahr 2005 wurde begonnen, das Gebiet rund um den Richardplatz mit Fördermitteln
aus dem EU-Programm Zukunftsinitiative Stadtteil, Teilprogramm Soziale Stadt zu unterstützen. Vieles konnte seitdem initiiert werden. Ich denke dabei unter anderem an
das Projekt „Näh- und Werkstudio“. Es hat sich nicht nur zum Ziel gemacht, Frauen
das Nähen und Schneidern beizubringen. Parallel werden durch eine Kooperation mit
der Volkshochschule Neukölln Sprachkurse zur Verbesserung der Deutschkenntnisse
angeboten.
Oder auch das Projekt „Freizeitangebote im Stadtteil“ fällt mir dabei ein. Neben Tanzund Breakdanceangeboten können Jugendliche sich auch im Theaterbereich erproben
und ihr erlerntes Können unter Beweis stellen.
Auch im baulichen Bereich lassen sich positive Entwicklungen erkennen. In diesem
Jahr wurden Fördermittel für die Umgestaltung des Schulhofes der Löwenzahn-Grundschule, der gleichzeitig auch als öffentlicher Spielplatz fungiert, bereitgestellt. Bis
Ende 2014 soll die Fläche neuen Schwung erhalten. Die Kinder, Akteure und Anrainer
sollen sich an einem neu aufgewerteten Spielplatz und Schulhof erfreuen. Die bereits
bestehende Kooperation zwischen den anliegenden Akteuren soll weiter intensiviert
werden, mit dem Ziel den Standort als Bildungsstandort zu stärken.
An diesen und vielen weiteren Beispielen lässt sich die gelungene Projektarbeit im
Rahmen der Sozialen Stadt verdeutlichen.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und Entdecken der vielen spannenden Aktivitäten rund um den Richardplatz. Vielleicht haben Sie sich inspirieren lassen, für den
Kiez aktiv zu werden – nach dem Motto „Nur gemeinsam sind wir stark!“

Thomas Blesing								
Bezirksamt Neukölln von Berlin
Bezirksstadtrat für Bauen, Natur und Bürgerdienste

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Bildung als Schlüssel
Bildung ist der Schlüssel für Teilhabe - dieses Bild wird oft herangezogen. Aber was heißt das eigentlich konkret und was bedeutet
Bildung für die Quartiersarbeit?
Als das Quartiersmanagement-Team seine Arbeit 2005 Bildungsbereich. Als Beispiel sei hier die Sprachfördeaufnahm, war die Situation im Bereich Bildung desolat. rung an drei Kitas im Kiez genannt. Mit Hilfe regelmäßiDas schlimme ist: sie ist es noch heute! Bei vielen Kin- ger Sprachtrainings soll erreicht werden, dass sich Bildern sind nach wie vor Entwicklungsrückstände zu ver- dungsunterschiede gar nicht erst manifestieren und sich
zeichnen. Es besteht eine hohe Jugendarbeitslosigkeit die Startbedingungen in der Schule für Kinder aus weniaufgrund fehlender Ausbildungsabschlüsse, unter den ger bildungsorientierten Haushalten verbessern. Untererwachsenen Erwerbspersonen gibt es viele mit nur ge- schiedliche kulturpädagogische Methoden motivieren
ringer oder keiner Qualifikation und daraus resultieren dabei zum Sprechen und sollen zur Verbesserung des
fehlende Berufs- und Erwerbsperspektiven – Armut und Sprachvermögens beitragen. Darüber hinaus arbeiten
fehlende gesellschaftliche Teilhabe sind die Begleiter- die SprachlehrerInnen intensiv mit den ErzieherInnen
scheinungen. Nur wenn Bildung im frühen Alter beginnt, vor Ort zusammen, damit diese Anregungen erhalten
können die Chancen auf Teilhabe erhöht werden. Sie und die Sprachförderung auch nach Projektende weiterkann somit ein Weg aus der Armut und in die Gesell- führen können. Flankiert wird dieses Vorgehen von der
Elterneinbindung. So sollen die Eltern sensibilisiert und
schaft sein.
Seit 2005 sind die Schulen und Kitas im Kiez starke Part- motiviert werden, das Training auch im familiären Umner der Quartiersentwicklung und das Thema Bildung ist feld weiterzuführen
von Beginn an prioritäres Handlungsfeld des Quartiers- Ergänzend zu den vorgestellten Projekten bereichern
managements. Mit großer Kraftanstrengung und der zahlreiche durch das Quartiersmanagement unterstützEinbindung einer Vielzahl von Akteuren im Bildungsbe- te Angebote wie Trommeln, Roboterbau und Musikkurse
reich wurden Strategien erarbeitet und Entwicklungen das Profil der Schulen und Kitas und geben den Kindern
angeschoben, um die Bildungssituation zu verbessern die Möglichkeit, ihre Fähig- und Fertigkeiten auszubauen.
und so Chancengerechtigkeit herzustellen.
Die Richard-Grundschule wird in ihren Bemühungen Neue Herausforderungen
unterstützt, eine Ganztagsschule zu werden. Ein Teil Das Quartiersmanagement reagiert immer wieder auf
der baulichen Voraussetzungen wird aus dem Quar- neue Entwicklungen an den Schulen und Kitas im Getiersfonds 4 des Programms „Soziale Stadt“ umgesetzt. biet und greift diese in seiner Arbeit auf. Seit einigen
Für diese Mittel hat sich das Quartiersmanagement bei Jahren lassen sich z.B. vermehrt Zugänge von Kindern
Bezirk und Senat stark gemacht und schließlich auch ohne deutsche Sprachkenntnisse, teilweise nicht alphadie Unterstützung des Schulamtes gewonnen. An der betisiert, aus armen zugewanderten Haushalten aus
Adolf-Reichwein-Schule wurde über denselben Förder- dem europäischen Ausland an den Schulen im Richardtopf die Außenanlage gestaltet. Die Löwenzahn-Grund- kiez verzeichnen. Diese stellen für den Schulalltag eine
schule wird mit den umliegenden Bildungseinrichtun- nicht unerhebliche Herausforderung dar: Unterrichtsgen in ihren Bemühungen unterstützt, zukünftig eine abläufe werden gestört, Klassengemeinschaften könabgestimmte Zusammenarbeit mit den Akteuren des nen kaum entstehen und das Lehrpersonal ist mit der
Aufgabe überfordert. Nicht zu vernachlässigen sind hier
Droryplatzes zu haben.
Ein gutes auf die positiven Effekte einer Vernetzung aus- natürlich auch die Effekte auf der Individualebene, auf
gerichtetes Projekt ist das „Bildungsdreieck Richard- den einzelnen zugewanderten Schüler und seine Eltern
kiez“. Mit dem Bildungsdreieck werden die drei Schulen und die damit verbundenen Chancen auf Bildung. Das
im Gebiet in ihrer Entwicklung unterstützt. Ziel ist es, Quartiersmanagement begegnet diesen neuen Aufgadass sie von der Bewohnerschaft und den Kindern als benstellungen, in dem es gemeinsam mit den Schulen
attraktive Kiezschulen wahrgenommen werden. Dabei Maßnahmen entwickelt und umsetzt, die die Situation
werden die Schulen im Rahmen von „Runden Tischen“ entspannen. So wurden Sprachförderkurse eingerichtet
dazu angeregt, über die Möglichkeit einer Weiterent- und eine Anlauf- und Beratungsstelle für Eltern aufgewicklung ihrer Einrichtungen zu diskutieren und sich baut. Darüber hinaus ist es unser Anliegen, über die
dabei zu unterstützen. Durch diesen Austausch und die Vernetzung mit bereits bestehenden bezirklichen oder
Vernetzung werden auch Synergieeffekte geschaffen, auf Senatsebene angesiedelten Angeboten, die Bedarfe
die neben den Schulen auch dem gesamten Quartier zu auf diesem Feld im Quartier zu formulieren und an diese
Gute kommen. Auf diesem Weg werden aber auch Be- anzubinden.
darfe und neue Aufgabenstellungen sichtbar, an die das
Quartiersmanagement unterstützend anknüpfen kann.
Die frühkindliche Bildung ist ein weiteres Arbeitsfeld im

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Interview mit der Leiterin der
AWO-Kindertagesstätte „Du und Ich“,
Manuela Saupe und der Leiterin der
Richard-Grundschule, Marita Stolt

Welchen Einfluss hat die Arbeit des Quartiersmanagements auf Ihre Einrichtung?
Stolt: Durch die Arbeit des Quartiersmanagements ist
eine Menge geschehen, gerade in Hinsicht auf die Vernetzung und Öffnung nach außen. Aber auch bei Ausstattungen und Anschaffungen ist das QM eine große Hilfe.
Wenn wir das Umweltbildungsprojekt mit den Gärten
ansehen, die Lernwerkstatt, oder die Schülermediatoren, die Arbeit innerhalb des Bildungsdreiecks, da gibt
es sehr viele Projekte, die kann ich gar nicht alle nennen.
Wenn ich das Bildungsdreieck ansehe, so ermöglicht
uns dieses Projekt wertvollen Austausch mit den anderen Schulen im Kiez.
Saupe: Allein die Tatsache, dass es ein Quartiersmanagement-Gebiet ist, hat Auswirkungen. Für uns bedeutet dies, dass der Personalschlüssel etwas besser ausfällt, als in anderen Gebieten Berlins. Wie schon gesagt,
beim Vernetzen und Austausch hat uns die Arbeit des
QM sehr geholfen.

Welche Veränderungen gab es in ihren jeweiligen Einrichtungen in den letzten sieben Jahren?
Manuela Saupe: Das Thema Kooperation nahm großen
Raum ein. Das Quartiersmanagement unterstützte uns
hier beim Öffnungsprozess, auch im Hinblick auf die Elternarbeit.
Marita Stolt: Bei uns ist es ähnlich, auch wir haben als
Schule einen Öffnungsprozess durchgemacht. Es wurden viele Projekte entwickelt, so dass wir ein großes Angebot an der Schule haben, die Vielfalt hat auf jeden Fall
zugenommen.

Welches sind die drängendsten Probleme?
Marita Stolt: Für uns ist es enorm wichtig, die Nachhaltigkeit der angeschobenen Projekte zu sichern. Wir Was macht Ihre Einrichtung besonders? Welches Promöchten beispielsweise verhindern, dass die Lern- jekt, welcher Ansatz?
werkstatt wegbricht. Die zeitlich begrenzte Förderung Saupe: Wir arbeiten wirklich bedarfsorientiert. Das befür gute Projekte stellt uns vor Probleme. Dieses Jahr deutet die Kita ist von Montag bis Freitag von 6:00 bis
unterstützen wir das Elterncafé, damit es nach der För- 18:00 Uhr das ganze Jahr über geöffnet. Zudem bieten
derung durch das Quartiersmanagement auch von den wir den Eltern und den Kindern, ihr Zeitbudget so zu
nutzen, wie sie es brauchen und nicht wie es für uns anEltern weiter geführt werden kann.
genehm
ist. Konkret bedeutet dies, dass die Kinder bei
Manuela Saupe: Die gemeinsame Nutzung des Droryuns
so
abgegeben
werden können, wie es für den Tagesplatzes ist eine große Aufgabe. Da stehen 250 Kitakinder
ablauf
der
Familie
günstig ist.
und 340 Schulkinder und Spielplatznutzer auf der Matte.
Stolt:
Wir
bieten
Interessierten
die Möglichkeit, an unDiese „Bewegung der Massen“ in eine gute Spur zu brinserer
Schule
mitzuarbeiten.
Mit
dem
Open Space hatten
gen, da arbeiten wir gerade mit.
wir einen großen Auftakt, die Bedürfnisse der Kinder zu
erfassen. Seitdem kooperieren wird mit Bildog, einem
Gibt es neue Herausforderungen?
Träger,
der einfach eine ganze Menge interessanter AnManuela Saupe: Gerade in der öffentlichen Diskussion
gebote
an
der Schule realisiert. Dies gilt natürlich auch
gilt es immer wieder auf die schwierige Lebenssituation
für
die
ehrenamtlichen
Lesepaten und die zahlreichen
der Bewohner hinzuweisen, Empathie für die BenachteiMitarbeiter
der
Projekte.
ligten zu entwickeln und wertschätzend mit ihnen umzugehen.
Marita Stolt: Uns ist wichtig, dass die Übergänge zwischen den einzelnen Bildungseinrichtungen gut gestaltet werden. Wie kann der interkulturelle Reichtum der
durch die Schüler- und Elternschaft vorhanden ist, als
solcher erkannt werden. Aktuell stellen wir uns die Frage, wie wir eine gebundene Ganztagesschule werden.
Hier wollen wir alle Beteiligten mitnehmen, also Kollegen, Kinder, Eltern und den Kiez.

Abschließend möchte ich Sie gerne fragen, was würden
Sie mit einem Koffer voller Geld machen?
Stolt: Ein multifunktionales Gebäude für den Kiez bauen.
In diesem würden Werkstätten, Küchen, ein Café, aber
auch ein Schwimmbad zum miteinander nutzen und sich
begegnen da sein.
Saupe: Mir schwebt im wahrsten Sinne des Wortes schon
lange eine „fliegende Kita“ vor. Zum Beispiel kennen viele unserer Kinder das Meer nicht, da würde ich gerne ab
in das Flugzeug und die Kinder Erfahrungen sammeln
lassen, die weit über den Kiez hinausgehen.

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Droryplatz – auf dem Weg
zum Bildungsstandort

Der Droryplatz ist ein öffentlicher Spielplatz auf dem hend aufrecht zu erhalten.
Schulhof der Löwenzahn-Grundschule. Der campusähn- Jenseits der Konflikte sah das QM aber auch die Potenliche Komplex beherbergt neben der Schule den schul- tiale des Platzes: die campusähnliche Anordnung der
eigenen Hort, die Schulstation und die Kinderfreizeit- Bildungs- und Freizeiteinrichtungen und die vielfältigen
einrichtung „Kinderpavillon“. An den Hof schließen zwei Akteure legten den Gedanken an den Aufbau eines ingroße Kitas an. Der Platz ist gleichzeitig ein öffentlicher tegrierten Bildungsstandortes nahe. In der vom QuarSpielplatz in einem mit Freiflächen stark unterversorg- tiersmanagement unterstützten und nun regelmäßig
stattfindenden vernetzenden „Droryrunde“, in der alle
tem Gebiet.
Die Platznutzung vollzog sich jedoch nicht immer ein- Akteure zusammenkommen, wurden die Grundlagen für
vernehmlich. Bereits seit 2005 zu Beginn der QM-Arbeit die Entwicklung von Projekten zum Aufbau eines umbestanden auf dem Droryplatz vielschichtige Konflikte fassenden Bildungsstandortes geschaffen. Die „Soziale
unterschiedlicher Nutzergruppen. Neben der Vermül- Stadt“-Projekte „Bildungsstandort Droryplatz“ sowie
lung der Fläche und der Zerstörung von Fenstern oder „Gewaltprävention auf dem Droryplatz“ stellen die zentanderen Gegenständen stellte die Gewalt zwischen Ju- ralen Projekte hinsichtlich der Entwicklung dar.
gendlichen bzw. Kindern ein großes Problem dar. Daher
war es eine der ersten Initiativen des Quartiersmanage- Das Projekt „Bildungsstandort Droryplatz“ ist eine bauliments, in Kooperation mit dem Jugendamt eine päda- che Maßnahme auf dem offenen Schulhof, die mit einem
gogische Fachkraft für die Betreuung des Platzes im partizipativen Beteiligungsverfahren vorbereitet wird.
Sinne der Gewaltprävention in den Nachmittagsstunden Hier geht es darum, gemeinsam mit den Akteuren rund
einzusetzen. Um die Arbeit ganzjährig zu gewährleisten, um den Platz (Kita, Kinderpavillon, Hort, Schulstation,
wurde gleichzeitig der Bau eines Pavillons auf dem Dro- Schule, Jugendstadtteilladen) und unter Einbeziehung
ryplatz mit Mitteln aus dem Programm „Soziale Stadt“ der den Platz nutzenden Kinder und Eltern die Außenflägefördert. Seit der Fertigstellung haben die Mitarbei- chen neu zu gestalten. Durch eine intensive Kooperation
ter die Möglichkeit, ihre Arbeit in einem geschlossenen der Akteure soll darüber hinaus der Bildungsstandort
Droryplatz gestärkt werden.
Raum zu koordinieren und sich aufzuwärmen.
Da der Platz in den Abendstunden sowie an den Wo- Mit dem Projekt „Gewaltprävention auf dem Droryplatz“
chenenden ohne pädagogische Betreuung geöffnet war, wird diese Kooperation noch weiter ausgebaut. Die unwaren Vandalismusschäden und Nutzerkonflikte aber terschiedlichen Interessen und Sichtweisen der Akteure führten in der Vergangenheit zu Nutzungskonflikten.
weiterhin ein großes Problem.
Diese sollen in einem moderierten Prozess zugunsten
Mit dem Wechsel der Schulleitung 2010 und den wei- der 600 den Platz nutzenden Kinder aufgearbeitet werterhin stattfindenden Konflikten auf dem Platz wurde den. Dabei soll eine gemeinsame Handlungsweise und
die teilweise Schließung des Schulhofes gefordert. Das eine gemeinsame Vision für den Standort entwickelt
Quartiersmanagement erarbeitete daher in Kooperation werden, um so die gewaltpräventive Arbeit der verschiemit den drei Stadträten für Bildung, Stadtentwicklung denen Einrichtungen zu unterstützten und auszubauen.
und Jugend eine Einigung dahingehend, den Platz zukünftig nur mit pädagogischer Betreuung zu öffnen, um
die Nutzung des öffentlichen Spielplatzes weitestge-

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Interview mit Werner Helmholz und Uwe
Gießler, beide engagieren sich seit Jahren im
Pavillon am Droryplatz
Wie seid ihr denn zum Pavillon gekommen?
Werner Helmholz: Im Prinzip bin ich seit 1999 im weitesten Sinne auf dem Gelände tätig. Zur Zeit bin ich im
Rahmen einer öffentlich geförderten Arbeitsmarktmaßnahme hier.
Uwe Gießler: Ich bin sozusagen mit meiner Tochter zum
Pavillon gekommen. Sie geht seit 2007 in die Löwenzahn-Grundschule. Gemeinsam mit meiner Frau Gretel
bringe ich mich seit fünf Jahren ein.
Für wen seid ihr da?
Werner Helmholz: Wir sind hauptsächlich für die Kinder
da. Ab 13:00 Uhr spielen wir mit ihnen im Pavillon und
auf dem Platz, machen Hausaufgaben und schmieren
auch Stullen. Wir sind Ansprechpartner für die Kinder
und ihre Familien, hauptsächlich aber für die Kinder.
Früher war auch ein Elterncafé Teil des Projekts, leider
ist Carmela, die sich um das Café gekümmert hat, seit
einiger Zeit sehr krank, so dass dieses Elterncafé nicht
mehr stattfindet.

Wie funktioniert das mit dem Angebot?
Werner Helmholz: Mit Sport und anderen Freizeitangeboten, übrigens auch in den Ferien, wollen wir für eine
sinnvolle Freizeitbeschäftigung sorgen. Die Bindung zu
manchen Kindern ist sehr eng, da erfährst Du Dinge, die
nicht nur schön sind. Klar ist, dass die Sachen, die uns
erzählt werden vertraulich behandelt werden.
Was sind denn Probleme und Herausforderungen für
die nächste Zeit?
Werner Helmholz: Wir sind ja eine Einrichtung des Jugendamts. Unsere Leitung ist nun schon eine Weile
krank, so dass wir überwiegend eine Art Notprogramm
fahren. Im Frühjahr 2013 wird es dann wohl wieder eine
dauerhafte Lösung geben. Neben der Personalsituation
ist die finanzielle Situation unbefriedigend. Die Sache
mit den Honorarmitteln ist auch nicht so einfach und natürlich sind die Mittel beschränkt.
Dann passt die Abschlussfrage wahrscheinlich gut, die
lautet: Was würdet ihr mit einem Koffer voller Geld
machen?
Werner Helmholz: Stimmt, dementsprechend würde
ich den Pavillon ausbauen und den Honorarkräften eine
Perspektive bieten, d.h. ich würde längerfristige Verträge abschließen.

Uwe Gießler: Tischtennis ist meine Leidenschaft, so dass
ich mit den Kleinen regelmäßig an die Platte gehe. Nur
zur Zeit geht das aufgrund einer Verletzung nicht so gut.

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Was´n das denn?
Erfahrungsbericht vom
Jugendaktivierungs­
projekt 44 Kingz & Queenz Holz-Workshop:
eine Pfahlhütte entsteht

tensäge Bäume fällt. Noch aufregender für die teilnehmenden Jungmänner war freilich das anschließende
(betreute) Fahren einer kleinen Zugmaschine mit Hänger. Zurück in Berlin ging die Materialbesorgung weiter:
Die Holzbohlen zum Bau der Plattform schenkte uns die
Tiefbaufirma Wiechmann & Wiechmann, die gerade in
der Richardstraße tätig war und deren Chef ein Herz für
handwerklich orientierte Jugendprojekte zeigte.

Am Anfang - viele Fragen, vor allem von denjenigen unter den 14 bis 18-jährigen Jugendlichen, die zum ersten
Mal von dem Vorhaben hörten. Was´n das denn - wie auf
Pfählen? Und wer hat Zutritt zum Haus? - Nur wir, oder?
Und kann man darin auch wohnen, übernachten? Wollen
wir nicht dort oben dann die EM-Fußballweltmeisterschaft gucken?

Das Alter und das Niveau der Teilnehmenden schwankt
zuweilen stark, gelegentlich auch die Fähigkeit, sich zu
konzentrieren, einfache Rechenaufgaben zu lösen oder
sich fiktive Modelle dreidimensional vorzustellen. Zuweilen hapert es bereits am einfachen Umgang mit dem
Metermaß. Oftmals finden sich aber wiederum andere
Teilnehmer, die solche Nüsse mit Rat und Tat zu knacken wissen. Viele der insbesondere jüngeren Teilnehmer arbeiten zum ersten Mal mit Säge und Stichsäge,
Akkubohrer und Spax-Schrauben, ganz zu schweigen
von Exotismen wie dem Ziehmesser zum Entrinden der
Stämme sowie dem Gasbrenner, mit dessen Flamme in
althergebrachter Weise die in die Erde zu versenkenden
Enden der vier Pfähle “angekokelt“ wurden, um den natürlichen Verrottungseffekt des Holzes hinauszuzögern.

Die Antworten und weitere Anregungen schwirrten wild
durcheinander. - Mit richtigen Fenstern und Türen, und
einem Balkon natürlich! Das Dach aus einer Plane, oder
doch richtig aus Holz? Und wie gelangt man hinauf: mit
einer Leiter, einer Strickleiter, über eine Falltüre? Hinunter könnte man auch über eine Rutsche. Wollen wir
nicht Möbel drinnen haben? Und Kletterpflanzen sollen
am Ende um die Pfahlhütte herum wachsen. Die Motiva- Das Arbeiten mit den beiden zuletzt genannten Geräten
tion war da, nicht zuletzt deswegen, weil die Idee von der war auch für den Verfasser dieser Zeilen Neuland, nicht
Holz-Workshopgruppe selbst eingebracht wurde. Nun jedoch für Kollege Jan Koopmann, der als gelernter
galt es, aus den verschiedenen Vorstellungen ein dem Zimmermann für den Workshop den fachlich-handwerkPotential der Gruppe angemessenes Vorgehen zu ent- lichen Input liefert. Und er scheint bereits einen Gefolgswickeln. [Also nicht über-, aber auch nicht unterfordern, mann zu haben: Ein Jugendlicher, der bereits zuvor an
im Zweifelsfall den einfachen Weg wählen, den Teil- der Fertigung von Steckstühlen und Balance-Boards im
nehmern gleichzeitig ausreichend Raum als planende Rahmen des Holz-Workshops beteiligt war, möchte in
„Bauherren“ und ausführende „Handwerker“ zu lassen! Jans Fußstapfen treten und nach absolvierter MSA-PrüUnvermeidbar für die Teilnehmer ist dabei, einen langen fung eine Zimmermannslehre antreten – auch angelockt
Atem zu bewahren und das Ziel im Auge zu behalten]. vom Ruf der Wanderschaft durch die große weite Welt.
Die Arbeitsabschnitte dabei: erst das Frischholz be- Nach einer längeren Sommerpause wird nun weitergesorgen und die Pfähle setzen, dann die Plattform legen, baut. Zum Fußballspiele-Gucken im Juni bzw. Juli hat es
dann die Brüstung schaffen, dann das Dach setzen, und also zeitlich doch nicht ganz gereicht, weil alles etwas
zuletzt muss natürlich zünftig Richtfest gefeiert werden, länger dauerte als geplant. Schon jetzt aber stehen die
mit anschließender Grillparty.
Teilnehmer sichtlich stolz auf dem in 2,5 Meter Höhe
befindlichen Hüttenboden. Und schon kommt ein neuer
Frisch geschlagenes Kiefernholz erhielten wir als Spen- Einwurf eines Hüttenbauers: Lasst uns doch beim Richtde von einem Waldbesitzer in der Nähe von Lychen. Nur fest direkt HIER OBEN grillen!
holen mussten wir es selbst, was für alle Beteiligten einen munteren Ausflugstag ergab. Mit zwei Wagen waren
wir unterwegs. Im Wald selbst erhielt die Gruppe vom [Der Nachbarschaftsgarten befindet sich unweit der
Holzsponsor eine Kurzeinführung in die Forstwirtschaft, U-Karl-Marx-Straße in der Bornsdorfer Str. 9-11].
und Demonstrationen, wie man fachgerecht mit der Ket- 44 Kingz & Queenz, Thomas Herr, toherr@gmx.de

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Route 44
auf ungewöhnlichen Pfaden

Neukölln und seine Bewohner sind vielfältig und einzigartig. Das Einwanderungsgebiet Richardkiez ist Heimat
für unterschiedliche Menschen, die hier eine Nische gefunden haben und dem Quartier besondere Potentiale
zur Verfügung stellen. Dieses große Plus macht sich das
Projekt „Route 44“ zu Eigen, indem es Frauen vor allem
mit Migrationshintergrund aus dem Kiez zu Stadtteilführerinnen ausbildet. Im Rahmen von Stadtteiltouren
stellen sie Interessierten besondere Orte im Quartier
vor. So breit gefächert die Hintergründe der einzelnen
Frauen sind, so vielfältig sind die Erkenntnisse für die
Teilnehmer der Touren. Einige der Stadtteilführerinnen waren zu Projektbeginn noch Schülerinnen und
studieren nun, einige tragen ein Kopftuch andere wiederum nicht, einige sind türkischer andere arabischer
Abstammung, manche sind hier geboren, andere als
Gastarbeiterkinder oder als Kriegsflüchtlinge nach
Deutschland gekommen.
Die „Route 44“ verbinden auf wunderbare Weise zwei
Zielsetzungen. Zum einen werden Frauen aus dem Kiez
gestärkt, in dem sie sich weiterbilden und zu Stadtteilführerinnen ausgebildet werden. Und zum anderen er-

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halten die Teilnehmer der Touren Einblicke in migrantische Lebenswelten. Der Besuch einer Moschee ist
beispielsweise genauso eingeplant wie ein Gang in einen türkischen Supermarkt. Bereichernd ist auch die
Kooperation mit anderen Trägern und Einzelpersonen
aus Neukölln. So entstehen ganz besondere Touren,
wenn z.B. gemeinsam mit den Pfarrern oder einem Forscher eine Route ausgearbeitet wird. Unterschiedliche
Blickwinkel werden so integriert und einem Publikum,
das Neukölln und seine Bewohner vielleicht nur als
Negativbeispiel kennt, nähergebracht. Langfristig sollen die qualifizierten Stadtteilführerinnen nicht nur die
Touren durchführen, sondern die gesamte Organisation
übernehmen. So sind Buchungen, Terminierungen und
Pressegespräche Teil der Weiterbildung und werden
den Frauen über den Projektzeitraum hinweg vermittelt.
Dabei werden regelmäßig neue Frauen einbezogen, die
auch wieder eigene Orte und kleine Attraktionen des
Richardkiezes in das Projekt mitbringen.
Stadtteilführungen der Route 44 - Kulturbewegt e.V.,
Tel: 030 – 70222023, www.kulturbewegt.de

Interview mit der Stadtteilführerin der Route 44,
Gül-Aynur Uzun

Was hat sich durch Ihre Mitarbeit bei Route 44 für Sie
verändert?
Mich hat es sehr verändert. Ich komme nun mit anderen
Menschen zusammen: Anwälte, Politiker, Lehrer, Besucher aus dem In- und Ausland, die ich so in meinem Leben nicht treffen würde. Das Beste daran ist, die hören
zu, die wollen meine und die Geschichte der Migranten
hören. Das fühlt sich gut an.

Seit wann wohnen Sie im Richardkiez?
Dieses Jahr wurden es 40 Jahre.
Woher kommen Sie bzw. woher kommen Ihre Eltern
ursprünglich?
Das ist eine gute Frage, die ist nämlich auch Teil der
Führung. Ich kam zu meiner Mutter aus Istanbul nach
Berlin. Als ich sechs Jahre alt war, das war 1972, bin ich
nach Deutschland gekommen. Meine Mutter war verheiratet und ging zum Arbeiten nach Berlin. Sie hat mich
und meine beiden Geschwister schließlich hierhergebracht. Mein Vater blieb in der Türkei.
Wie sind Sie zur Route 44 gekommen? Warum machen
Sie da mit?
Die Gründerin des Projekts, Gabi Kienzl, hat mich angesprochen. Sie kannte mich als aktive Stadtteilmutter
und wusste, dass ich durchaus etwas zu erzählen habe.
Die Grundidee, durch die Touren Verständnis füreinander zu vermitteln, gefiel mir sehr. Als Teil der Geschichte
dieses Migrantenviertels war für mich ausschlaggebend
aus meiner Perspektive Bewohnern und Besuchern die
Orte und Menschen nahezubringen.

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Was gefällt Ihnen am Kiez?
Die Lebendigkeit, denn hier gibt es so viele Menschen
aus allen Ländern der Welt. In letzter Zeit kommen auch
viele Studenten hierher, was ich grundsätzlich begrüße,
denn die meisten von ihnen sind tolerant und offen gegenüber uns Migranten. Sie ziehen bewusst nach Neukölln, um mit uns zusammenzuleben. Insgesamt wird
Neukölln attraktiver, damit erhöhen sich auch die Mieten.
Haben Sie einen Geheimtipp für uns, was man sich unbedingt im Kiez anschauen sollte?
Ein Geheimtipp ist zu wenig, also drei sollten es schon
sein. Da ist das Böhmische Dorf, der Comenius-Garten
und natürlich eine Hinterhofmoschee im Viertel.
Eine Abschlussfrage habe ich noch: was würden Sie mit
einem Koffer voller Geld machen?
Ich würde eine große Villa mit einem großen Garten bauen. Darin sollte Platz für Tiere, einen Pool und allerlei
Pflanzen sein. Das Wichtigste ist aber, es sollte ein Ort
werden, an dem ältere Menschen gemeinsam mit vernachlässigten Kindern leben könnten. Wir würden gemeinsam Kochen, die Alten würden für die Jüngeren da
sein und umgekehrt. Es würde ein schöner Ort mit viel
Liebe und Respekt werden.

Mehr als Sieben auf
einen Streich:
das Näh- und Werkstudio

Das Näh- und Werkstudio auch bekannt unter dem Namen „Sieben auf einen Streich“ ist eines der Schlüsselprojekte im Richardkiez. Es bietet seit 2008 ein umfangreiches Bildungsangebot aus unterschiedlichen
handwerklichen Bereichen im Kiez an. Gleichzeitig werden verschiedene Dienstleistungen für soziale Akteure,
Projekte, Bildungseinrichtungen und die Bewohner im
Quartier zur Verfügung gestellt.
Das Projekt setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen:
dem Nähstudio und der Kiezwerkstatt. Im Nähstudio bilden sich Frauen fachlich im Bereich Schneiderei weiter
und besuchen gleichzeitig einen in Kooperation mit der
VHS angebotenen Deutsch-Sprachkurs. Unter der Leitung von Esther Ohse haben sich bisher um die 90 Frauen
mit Migrationshintergrund aus dem Kiez im Nähstudio
weitergebildet. Insgesamt wurden 14 Näh- und Schneiderkurse sowie drei Schnittkurse in der Braunschweiger
Str. 8, dem Projektstandort, angeboten. Dabei stehen
nicht nur wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund.
Klar bilden sich die Frauen weiter, um bessere Chancen
auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen, aber es geht hier
auch um soziale Aspekte: Das gemeinsame Nähen und
Lernen mündet nicht selten in Freundschaften und zeigt
Wege aus der Isolation.

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Mittlerweile hat sich eine Zwischenmeisterei „Sieben
auf einen Streich“ gegründet. Das kleine Unternehmen
erhält Nähaufträge vor allem von Neuköllner Designern,
die in kleiner Stückzahl bestellen. Einige im Nähstudio
qualifizierte Teilnehmerinnen arbeiten jetzt an den kleinen Aufträgen mit.
Das Werkstudio ist eine offene Kiezwerkstatt. Alle Quartiersbewohner können hier kleine Reparaturen durchführen oder selbst etwas bauen (lernen). Dafür stehen
Werkzeuge, Maschinen und eine professionelle Betreuung zur Verfügung. Mittlerweile etabliert sich das Werkstudio immer mehr als Knotenpunkt für die Realisierung
weiterer Projekte wie ein Holzworkshop mit Jugendlichen und die Recycling-Werkstatt.
Mit dem Projekt wurde ein Ort für Begegnung, Lernen,
Beschäftigung und Qualifizierung geschaffen, der mit
seiner lebendigen Atmosphäre in den Kiez strahlt.
Näh- und Werkstudio – Sieben auf einen Streich, Braunschweiger Str. 8, 12055 Berlin, Tel: 030 – 387337950,
www.naehstudio-im-stadtteil.de

Interview mit Amne Ali,
Teilnehmerin der Kurse im
Näh- und Werkstudio
Seit wann wohnen Sie im Richardkiez?
Ich wohne mit meiner Familie seit 23 Jahren im Kiez.
Meine fünf Kinder sind hier groß geworden.
Wo kommen Sie ursprünglich her?
Ich komme aus Palästina.
Wann sind Sie zum Nähstudio gekommen und warum machen Sie da mit? Was ist das Besondere?
Vor fast vier Jahren habe ich hier mit einem Nähkurs
begonnen. Mir gefiel vor allem die Freundlichkeit der
Menschen, d.h. der Mitarbeiterinnen, die gefällt mir
auch heute noch gut. Das ist wichtig für die Atmosphäre, so geht es auch vielen anderen Frauen, die
hier mitmachen. Richtig gut war für mich die Kombination aus kostenlosen Deutschkursen und der
handwerklichen Anleitung beim Nähen.
Was hat sich durch die Teilnahme am Nähstudio für
Sie persönlich verändert?
Ich habe neue Freunde, mehr Kommunikation und
mein Deutsch ist auch ein bisschen besser geworden. Wir sind eine große Familie, jetzt kann ich gut
für meine Familie nähen und spare Geld, denn ich
muss jetzt nicht mehr zur Änderungsschneiderei
wenn ich eine Hosen kürzen möchte oder mal ein
Kleid für meine Tochter umnähe.
Was gefällt Ihnen am Kiez?
Mir gefällt ganz allgemein die Nachbarschaft. Besonders gefällt mir, dass ich fast alles was ich zum
Leben brauche in der Nähe einkaufen kann. Die
Schule für die Kinder ist hier. Die S-Bahn ist ebenfalls sehr nah und die meisten Menschen hier sind
nett.
Was würden Sie mit einem Koffer voller Geld machen?
Ich würde das Geld für arme Menschen einsetzen.
Mein Wunsch wäre es, dass alle studieren können
und eine gute Bildung bekommen.

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Beteiligung

Das Quartiersmanagement-Verfahren bietet auch für
Bewohner Möglichkeiten, sich in die Quartiersarbeit
einzubringen. Diesem wichtigen Bestandteil des Programms „Soziale Stadt“ liegt die Einschätzung zugrunde, dass die Bewohner und Akteure eines Gebietes lebensweltliche Experten ihrer Umwelt sind: Diejenigen,
die täglich mit den Gegebenheiten eines Quartiers in
Berührung kommen können gut einschätzen, welche
Schwächen und Stärken es hat und wo Handlungsbedarf
besteht. Außerdem kann dadurch nicht nur der Bewohner selbst gestärkt werden, sondern auch seine Bindung
zum Stadtteil.
Im Richardkiez existieren verschiedene Wege, sich zu
engagieren: Im Quartiersrat, der alle zwei Jahre gewählt
wird und aus 11 Bewohnern und 10 Akteursvertretern
besteht, wird die Förderwürdigkeit von Projektideen ab

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einem Fördervolumen von 1.000,-€ geprüft. Darüber
hinaus werden gemeinsam mit dem Quartiersmanagement die wichtigsten Handlungsfelder im Sinne einer
Gebietsstrategie festgelegt. Die QF1-Vergabejury, die
sich ebenfalls aus Bewohnern und Akteuren zusammensetzt, entscheidet über kleinteiligere Maßnahmen,
die dem Kiez zu Gute kommen sollen. Dabei kann es
um die Begrünung von Baumscheiben genauso gehen
wie um die Herstellung eines Lastenfahrrads, das sich
Bewohner für den Transport leihen können. Neben dem
Engagement in den beiden Gremien gibt es aber auch
die Möglichkeit, sich ehrenamtlich in Projekten zu engagieren. Vom Gärtnern im Schulgarten bis zum Schreiben
in der Kiezzeitung – es bestehen zahlreiche Anknüpfungspunkte, Fähigkeiten und Neigungen in die Quartiersarbeit zu integrieren.

Interview mit Micheal Kummer, Mitglied des Quartiersrates

Interview mit Susanne Gewinner, Mitglied der
QF1-Vergabejury

Herr Kummer, seit wann sind im Quartiersrat Richardplatz Süd?
Ich bin seit Anfang 2013 stellvertretender Quartiersratssprecher. In den Quartiersrat wurde ich als stellvertretendes Mitglied gewählt.

Seit wann sind Sie im Gremium?
Ich bin ja seit Anfang an dabei, also gegen Ende 2005,
als das Quartiermanagement hier seine Arbeit aufnahm.
Die ersten Jahre war ich als Bewohnervertreterin im damals noch Quartiersbeirat aktiv. Seit vier Jahren bin ich
nun in der „kleinen“ Quartiersfondsjury tätig.

Warum engagieren Sie sich im Quartiersrat?
Da gibt es verschiedene Gründe. Mir persönlich ist es Warum engagieren Sie sich? Was ist Ihr Schwerpunkt?
wichtig, etwas mitzugestalten und eben nicht beim Be- Ich finde es grundsätzlich wichtig, sich einzubringen.
schweren hängen zu bleiben. Außerdem gefällt mir im Klar aus meiner beruflichen Perspektive, ich arbeite im
Quartiersrat, dass ich dort immer andere Sichtweisen Jugendamt Neukölln, gibt es eine Tendenz für Projekte,
kennenlerne. Es geht ja auch um Gelder und wie die- die Kindern und Jugendlichen zu Gute kommen. Aber
se verteilt werden, hier gibt es zumindest ein Plenum in ich finde vor allem Projekte, die aus der Nachbarschaft
dem man seine Meinung äußern kann. Das macht mir entstehen und eine Verschönerung bewirken, besonders
Spaß.
gut. Toll ist in der Vergabejury, dass die Menschen dort
ihr Projekt selbst vorstellen und dass man später häufig
Welches Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen?
die Ergebnisse und auch die dazugehörigen Menschen
Ich bin da offen, will das auch bewusst sein, damit ich sieht.
niemanden bevorzuge. Mir ist aufgefallen, dass die Projekte doch sehr Schul-lastig sind. Hier würde ich mir Ergebnisse sind ein gutes Stichwort. Was gefällt Ihnen
noch mehr Projektideen und Anträge aus privater In- im Richardkiez, wie sehen Sie die Entwicklung?
itiative wünschen. Aber möglicherweise liegt das auch Ich lebe seit 28 Jahren im Kiez, in dieser Zeit habe ich
daran, dass wir überwiegend über Projektanträge disku- die Höhen und auch die Tiefen miterlebt. Gerade die Zeit,
tieren, die mindestens 10.000 Euro umfassen.
als der Kiez beinahe gekippt ist, ist mir heute noch gut
in Erinnerung. Im Moment ist die Mietenentwicklung
Was gefällt Ihnen im Richardkiez?
besorgniserregend. Auch hat die Zeit für die ParkplatzWissen Sie, ich bin seit 2005 in Neukölln, da hatte Neu- suche zugenommen, was darauf hindeutet, dass mehr
kölln noch einen richtig schlechten Ruf, aber in den letz- Menschen mit einem Auto hierher gezogen sind. Hier
ten Jahren hat sich viel getan. Ganz besonders gefällt müssen wir aufpassen, dass es sich nicht zu sehr nur
mir unser Böhmisches Dorf mitten in der Millionenstadt. in eine Richtung entwickelt. Klar ist, dass der dörfliche
Für mich ist der dörfliche Charakter sehr charmant, je- Charakter in der Großstadt nicht nur mir zusagt. Hier zu
der kennt jeden und man muss miteinander auskom- leben ist schön.
men. Zudem haben wir auf engstem Raum eine Vielzahl
an Kulturen, das ist einmalig.
Was würden Sie mit einem Koffer voller Geld machen?
Das Geld würde ich so anlegen, dass man dauerhaft ProWas würden Sie mit einem Koffer voller Geld machen?
jekte fördern könnte, die würden wahrscheinlich die Kin„Der Gesellschaft etwas zurückgeben. Eine Art Stiftung der und Jugendlichen im Kiez ansprechen.
schwebt mir da vor, dass das Geld so angelegt wird, dass
aus den Erträgen immer wieder spannende Projektideen gefördert werden könnten.“

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Unterstützung der
Gewerbetreibenden im Kiez

„Warum werden die Gewerbetreibenden eigentlich mit
Fördermitteln unterstützt, die verdienen doch Geld?“
Diese Frage wird oft an uns als Quartiersmanagement
gerichtet. Die Antwort darauf ist relativ einfach: Die
Stärkung der lokalen Ökonomie ist ein Ziel der „Sozialen Stadt“, weil hierdurch Einkommen und Arbeitsplätze
gesichert werden können. Lokale Ökonomie im Rahmen
des Programms „Soziale Stadt“ heißt nicht die Lösung
der großen wirtschaftspolitischen und arbeitsmarktpolitischen Probleme, sondern es gilt, mit vielen kleinen
Schritten den Menschen Perspektiven zu schaffen oder
zu erhalten, sich über Arbeit in den Gesellschaftsprozess
zu integrieren. Dabei geht es nicht darum, große Unternehmen und Ketten zu fördern, sondern vielmehr um die
Unterstützung von kiezbezogenem Kleingewerbe.
Im Richardkiez erfolgt dies auf unterschiedliche Weisen:
In regelmäßigen moderierten Runden tauschen sich
seit 2010 die Gewerbetreibenden aus und entwickeln
gemeinsam Aktionen zu ihrer Stärkung. So wurden z. B.
„Steinles Gewerbetouren“ und eine Rabattaktion umgesetzt, bei der Bewohnern die Möglichkeit gegeben wurde, sich mit dem lokalen Angebot vertraut zu machen
und dies stärker zu nutzen. Auf diesem Wege konnte

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man zu günstigen Konditionen das eine oder andere
Geschäft kennenlernen und sich von der Qualität des
Angebots überzeugen. In eine ähnliche Richtung geht
das Gewerbeheft, in dem 31 lokale Handwerker, Händler und Künstler portraitiert und vorgestellt wurden.
Diese Gewerbevielfalt soll einladen, die Gesichter hinter den Unternehmern kennenzulernen. Schließlich
wurde 2011 das Fotoprojekt „Wir machen Neukölln“
im Richardkiez umgesetzt. Hier ging es darum, Einzelhändler aus dem Kiez, die den besonderen Charme
Neuköllns ausmachen, ins Rampenlicht zu setzen, indem großformatige Portraits dieser von der Fotografin
Christina Stivali aufgenommen und im Kiez ausgestellt
wurden.
Derzeit arbeiten die Gewerbetreibenden wieder an einer
neuen Aktion: Mit dem „Rixdorfer Rätsel Raten“ soll der
Richardkiez bunter werden. Schaufenster sind hier die
Bühne für Buchstaben, die einen zu erratenen Satz bilden.
Die vorgestellten Aktionen haben neben dem praktischen Nutzen auch den Zweck, die Gewerbetreibenden
untereinander zu vernetzen und sie dadurch zu stärken.
Mittelfristig sollen sie die Runden selbständig weiterführen.

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h!lfe

Mietenentwicklung
im Richardkiez
Einer Studie des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Statement von Herrn Gude,
Wohnungsunternehmen zufolge sind die Neuvertrags- TOPOS Stadtplanung
mieten in Berlin in den vergangenen fünf Jahren um fast 1. Die Mieten in ganz Berlin steigen weiterhin rasant an.
ein Fünftel gestiegen und der Leerstand beträgt in Ber- Gibt es bereits Belege dafür, dass ökonomisch schlecht
lin, laut des Instituts Gewos, nur noch 2,21 %. Das sind ausgestattete Haushalte aus den Innenstadtbezirken
Belege dafür, dass der Wohnungsmarkt angespannt ist verdrängt werden?
und man von einer beginnenden Wohnungsnot sprechen In unseren Untersuchungen haben wir immer wieder
kann. Diese Entwicklungen, wie sie auch im Richardkiez festgestellt, dass ärmere Haushalte aus Innenstadtgezu beobachten sind, führen zu steigenden Mieten und ei- bieten mit starker Aufwertung in benachbarte Bezirke
ner Angst vor Verdrängung der Bewohner im Kiez. Das abgedrängt werden, z.B. von den Gebieten im PrenzlauQuartiersmanagement Richardplatz Süd hat sich bereits er Berg in unsanierte Wohnungen in Pankow, oder von
2010 dieses Themas angenommen und eine Haushalts- Friedrichshain nach Lichtenberg. Wir haben zwar keine
befragung in Auftrag gegeben. Diese ergab, dass die direkten Untersuchungen in den am Stadtrand gelegeMieten im Kiez steigen und der Leerstand deutlich zu- nen Gebieten, aber es gibt ausreichend Hinweise, dass
rückgegangen ist. Auf einer Veranstaltung des Quartiers- in den vergangenen Jahren, als der Leerstand in den
rates und des Quartiersmanagements wurden im Herbst Großsiedlungen vorhanden war, Haushalte mit geringen
2010 die Ergebnisse den Bewohnern vorgestellt und Einkommen dorthin abwandern mussten. Augenblickdiskutiert. Da weitreichende Maßnahmen zur Steuerung lich ist aber auch dort nur noch wenig frei, so dass wir
des Wohnungsmarktes nur auf Bundes- und Landesebe- aufgrund unserer Untersuchung der Hartz IV-Haushalte
ne etabliert werden können, wurde hier als Reaktion be- davon ausgehen, dass Haushalte mit geringen Einkomreits 2011 eine kostenlose wöchentliche Mieterberatung men
für Quartiersbewohner in den Räumlichkeiten des Quar- • seltener umziehen – weil die Neuvermietungsmieten meistiersmanagements eingerichtet. Im Herbst 2012 griffen tens höher sind als die Miete in der alten Wohnung – oder
Quartiersrat und Quartiersmanagement das Thema er- • eine schlechtere (kleinere, schlechter ausgestatteneut im Rahmen einer öffentlichen Diskussionsveran- te, laute, dunkle) Wohnung suchen, die es auch noch in
staltung mit Fachleuten auf. An dieser Stelle möchten Nordneukölln oder anderen Innenstadtquartieren gibt,
wir gerne die Statements von Herrn Gude (Topos Stadt- oder
forschung), Herrn Werle (Berliner MieterGemeinschaft) • eine Wohnung nehmen, die eigentlich zu klein ist (der
und Herrn Suermann (Mieterberatung Richardplatz Süd) Anteil der überbelegten Wohnungen bei Hartz IV-Empfängern ist schon besorgniserregend hoch).
im Kontext der Veranstaltung vorstellen.

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2. Was kann die Politik tun, um regulierend einzugreifen und ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu gewährleisten?
Das erste wäre, dass die Politik erkennt, dass ein ganz
oder auch nur überwiegend auf dem Marktmechanismus aufbauender Wohnungsmarkt keine sozial adäquate Wohnungsversorgung für große Teile der Bevölkerung
sichern kann. Das heißt, dass der Umfang der ‚sozialen
Wohnungsversorgung’ (Sozialwohnungen, Wohnungen
der städtischen Gesellschaften und der Genossenschaften, die eine klare soziale Zielsetzung haben) durch
Neubau bzw. Zukauf vergrößert, dass der Anstieg der
Mieten bei Neuvermietung stark eingeschränkt und die
Zweckentfremdung von Wohnraum u. a. zu Ferienwohnungen unterbunden werden muss. Außerdem müsste
die Kosteneffizienz von Modernisierungsmaßnahmen –
aktuell besonders der energetischen Sanierung – nachgewiesen werden, bevor Mieter die Maßnahmen dulden
müssen.
Einiges davon kann bzw. muss auf Landesebene angeschoben werden z. B. Regelungen für einen neuen sozialen Wohnungsbau, das Zweckentfremdungsverbot,
verbesserte Regelungen in Milieuschutzgebieten (Einschränkung der Umwandlung in Wohnungseigentum,
Vorkaufsrecht des Bezirks, wenn der Eigentümer die
Bedingungen der Erhaltungsverordnung nicht akzeptiert). Regelungen zur Modernisierung und zum Mietrecht müssen auf Bundesebene getroffen werden.

2. Was kann die Politik tun, um regulierend einzugreifen und ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu gewährleisten?
Der Wohnungsmangel ist das drängendste Problem des
Berliner Wohnungsmarktes. Da die private Immobilienwirtschaft zu wenig und ausschließlich im hochpreisigen
Segment baut, steht der Berliner Senat in der Verantwortung, einen sozial orientierten kommunalen Wohnungsbau in Angriff zu nehmen.
3. Bestehen Handlungsmöglichkeiten auf lokaler Ebene z.B. für Bewohner, Quartiersmanagement oder andere Akteure?
Es gilt alle mietrechtlichen und politischen Spielräume
zu nutzen, um den Verwertungsinteressen der Eigentümer entgegen zu treten und erzwungene Umzüge zu
verhindern. In den Nachbarschaften müssen solidarische Beziehungen geknüpft, Hausversammlungen und
kollektive Gegenwehr organisiert werden. Die Berliner
MieterGemeinschaft und verschiedene Kiezinitiativen
hier in Neukölln initiieren und unterstützen diese Prozesse.
Weitere Informationen:
Berliner MieterGemeinschaft: www.bmgev.de
Kiezinitiative DonauFulda:
www. donaufulda.wordpress.com

Statement von Maximilian Suermann,
3. Bestehen Handlungsmöglichkeiten auf lokaler Ebe- Mieterberatung Richardplatz Süd
ne z.B. für Bewohner, Quartiersmanagement oder an- 1. Welches sind die häufigsten Anliegen, mit denen die
Bewohner zu Ihnen in die Mieterberatung kommen?
dere Akteure?
Das Wichtigste auf lokaler Ebene ist die Entwicklung und Mieterhöhung (knapp 40% der Anfragen), Mängel der
Unterstützung des politischen Drucks in der Öffentlich- Wohnung, Betriebskosten
keit. Das Zweite ist die Information und Unterstützung
der Betroffenen. Die Mieterberatung ist dabei auf jeden 2. Die Mieten in ganz Berlin steigen weiterhin rasant an.
Fall sehr wichtig.. Es hat sich immer gezeigt, dass die Finden Sie im Rahmen der Mieterberatung bereits BeArt von Eigentümern, die auch vor illegalen Aktionen lege dafür, dass ökonomisch schlecht ausgestatte Hausnicht zurückschrecken, Gebiete meiden, in denen die halte aus den Innenstadtbezirken verdrängt werden?
Ja, eindeutig. Zahlreiche ALG II-Empfänger müssen
Bewohner gut informiert und vernetzt sind.
sich Mieterhöhungen regelrecht „vom Munde absparen“, weil die Mehrkosten oft nicht vom JobcenStatement von Hermann Werle,
ter übernommen werden. Sobald dann noch eine BeBerliner Mieter­Gemeinschaft
1. Die Mieten in ganz Berlin steigen weiterhin rasant an. triebskostennachzahlung kommt laufen Mietschulden
Gibt es bereits Belege dafür, dass ökonomisch schlecht auf; ihnen wird gekündigt und sie verlassen den Kiez.
ausgestattete Haushalte aus den Innenstadtbezirken
3. Was kann man tun, wenn man eine Mieterhöhung von
verdrängt werden?
Für diese Entwicklung gibt es seit längerem Belege wie seinem Vermieter erhält?
die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit vom Frühjahr Zur Mieterberatung gehen. Oft empfiehlt sich eine „Teil2011, die eine Wanderungsbewegung von ALG-II-Haus- zustimmung“ zur vom Vermieter geforderten Mieterhalten u.a. aus Neukölln vor allem in Richtung Spandau höhung bis zum Mietspiegel-Mittelwert. Denn für alles
und Marzahn-Hellersdorf dokumentieren. Aber auch in was darüber hinaus geht ist der Vermieter vor Gericht
diesen Bezirken sind preisgünstige Wohnungen kaum beweispflichtig.
noch zu finden. In der Folge müssen immer mehr Haushalte schon über 40 oder 50 % ihres Einkommens für die
Wohnkosten aufbringen.

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Projektplakate
Auf den nächsten Seiten erfahren Sie mehr über
unsere aktuellen Projekte:

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Projektvorstellung

2012
44 Kingz & Queenz
Aktivierung und Stärkung von Jugendlichen
Was wir wollen: Über Freizeitangebote für Jugendliche zwischen 14 und 18
Jahren ein respektvolleres Miteinander fördern.

Was wir bieten: Workshops im Sport-, Kreativ- und handwerklichen Bereich,
Förderung der aktiven Mitgestaltung der Projekte und öffentlichen Veranstaltungen
sowie ein Bühnenservice sind Teil der Maßnahme.
Das Projekt „44 Kingz & Queenz“ will Jugendliche dazu animieren, ihre Talente und Potentiale zu
entdecken. Durch die Freizeitangebote sollen ihre sozialen Kompetenzen, das Selbstbewusstsein
gestärkt und ein respektvolles Miteinander geübt werden. Die Workshops und Veranstaltungen
des Programms finden an vielen verschiedenen Orten statt.
Holz-Werkstatt
Das Sortiment wächst: Begonnen wurde mit Steckstühlen und Bänken
aus Holz, dann kamen Indoorboards und Carombretter hinzu. Alle
Produkte werden entworfen, um sie dann zurechtzusägen und
schließlich bunt zu lackieren oder zu besprühen. In diesem Jahr wird
der Rohstoff Holz in seiner ursprünglichen Form bearbeitet: Pfahlbau

Streetdance for Queenz

Kiezbühne: Alles rund um den gelungen Auftritt
Bereits vor drei Jahren stellten Jugendliche gemeinsam eine mobile Bühne her. Diese
wird seither von einem fünfköpfigen Jugendteam genutzt und bei Veranstaltungen
in und außerhalb des Richardkiezes aufgebaut. Ob vor Ort beim Strohballenfest
Popráci oder bei diversen Kiezfesten – die Bühne bildet auch im Jahr 2012 vielfach
die Basis für gelungene Auftritte.
Projektträger: Thomas Herr
Projektmittel aus dem Programm „Soziale Stadt“:
Für das Jahr 2012 ingesamt 20.000 Euro

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Kontakt:
Thomas Herr
Tel.: 030 - 43 73 92 24
E-Mail: 44-kq@web.de

Layout: dulceneves@web.de - Fotos: Dulce Neves und Thomas Herr

Streetdance in der Männerdomäne HipHop: für Mädchen gibt es einen regelmäßigen Kurs, dort werden
Tanzschritte geübt und das
Selbstvertrauen der teilnehmen Mädchen
gestärkt. Schrittweise werden eigene Tanzshows ausgedacht, einstudiert und aufgeführt. Die Mädchengruppe „be respected“
macht dabei ihrem Namen alle Ehre.

Projektvorstellung

2012
Bildungsdreieck Richardkiez
Unterstützung der Schulen im Quartier Richardplatz Süd
Was wir wollen: Das Projekt „Bildungsdreieck Richardkiez“ stellt die Stärken und

Qualitäten der Bildungseinrichtungen im Gebiet heraus und unterstützt die Schulen
im Quartier bei der Profilierung.

Was wir bieten: Öffentlichkeitsarbeit für die Bildungseinrichtungen in Form einer

Bildungsbroschüre sowie Veranstaltungen zur Imagestärkung, Sprachförderung für
Schüler aus dem südosteuropäischen Raum sowie Elternaktivierung durch Unterstützung und Aufbau von Elterntreffs an den Schulen und Elterntrainingskursen.

Schulübergreifendes Projekt
Mit der Richard- und der Löwenzahn-Grundschule sowie dem Förderzentrum Adolf-ReichweinSchule werden alle drei Schulen im Quartier mit schulunterstützenden Angeboten angesprochen.
Insbesondere Eltern, Kollegien, Schulleitungen, Schulsozialarbeit und Hort sind die Partner. Durch
gemeinsame Aktivitäten der verschiedenen Bildungseinrichtungen sowie einem verstärkten
Austausch untereinander soll ein quartiersweites Bildungsnetzwerk entstehen. Mit der gemeinsam
gestalteten Öffentlichkeitsarbeit wird dieses Netzwerk sichtbar und die Stärken herausgestellt.

Bereits seit 2005 werden die Schulen hinsichtlich ihrer besonderen Herausforderungen
projektbezogen über das Programm „Soziale
Stadt“ unterstützt. Mit runden Tischen
zur Bildung werden alle Interessierten bei
der Gestaltung der Bildungslandschaft
im Kiez miteinbezogen. Die vielfältigen
Bildungsangebote werden mit der Broschüre
sichtbar. Auch neuen Herausforderungen
wird begegnet, sei es durch spezielle
Sprachförderung der neuen Zuwanderer,
sei es durch Dialog mit der Elternschaft an
den Schulen, oder auch die Konzeption
und Begleitung einer „Traumschule“ für den
Richardkiez.

Projektträger: AspE e.V. -Ambulante sozialpädagogische Erziehungshilfe e.V.
Kooperationspartner: bildog – Bildung ohne Grenzen e.V., Richard-Grundschule,
Löwenzahn-Grundschule und Adolf-Reichwein-Förderzentrum
Projektmittel aus dem Programm „Soziale Stadt“:
Für das Jahr 2012 insgesamt 30.000 Euro
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Kontakt:
Daniel Ibraimovic
AspE e.V.
Brusendorfer Str. 20, 12055 Berlin
Tel.: 624 33 69
E-mail: info@aspe-berlin.de

Layout: dulceneves@web.de - Fotos: Richard Redaktion und AspE e.V.

Schätze bewusst machen und zeigen

Projektvorstellung

2012
„Cool bleiben – Respekt zeigen!“
Gewaltprävention und Soziales Lernen an Schulen im Quartier
Was wir wollen: Kindern und Jugendlichen dabei helfen, sich selbst besser

kennenlernen und realistisch einschätzen zu können, gemeinsam mit ihnen Wege
suchen, um mit mehr Respekt, Toleranz und Einfühlungsvermögen zusammen zu
leben, Erleben und Erweiteren von konstruktiver Kommunikation, Erarbeiten von
Zukunftsperspektiven und alternativen Handlungsmöglichkeiten.

Was wir bieten: Kontinuierliche gewaltpräventive Trainings mit Schülern und

Schülerinnen der Adolf-Reichwein Schule sowie der Richard- und LöwenzahnGrundschulen, die Inhalte der Trainingseinheiten werden altersgerecht aufbereitet,
und mit den Lehrkräften und der Schulleitung abgestimmt, die Trainings finden jede
Woche in den Schulen statt.

Viele Jugendliche erleben sich selbst derzeit als chancen- und perspektivlos. Sie haben kaum
Erfolgsaussichten auf dem herkömmlichen Arbeitsmarkt, entstammen vielleicht schwierigen
sozialen oder familiären Verhältnissen und erleben häufig Gewalt im Alltag. Im Rahmen des
Projektes sollen für diese Problemlagen Lösungsansätze erarbeitet werden.
Möglichkeiten erfahren
Jugendliche sind für ihr eigenes Handeln und ihre Zukunft verantwortlich. Schule bietet
einerseits ein förderndes Umfeld, bereitet andererseits aber auch Schwierigkeiten:
im Unterricht, im Umgang miteinander und in Auseinandersetzungen mit Lehrkräften.
Die innerhalb und außerhalb der Schule erlebten Frustrationen sind oft immens.
Sie können sich in aggressivem Verhalten sowie emotionaler, psychischer und
körperlicher Gewalt ausdrücken. Dabei haben die Jungen und Mädchen kaum
Möglichkeiten, über ihre Belastungen zu sprechen und alternative Umgangsformen
auszuprobieren.

Diese Chance bietet das Trainingsprogramm „Cool bleiben
- Respekt zeigen“. Der Titel ist gleichzeitig Aufforderung
und Herausforderung, da es in Situationen von extremer
Provokation, Stress und Überlastung schwierig ist, ruhig
und besonnen zu handeln. Die Schüler und Schülerinnen
beschreiben im Training, was für sie „Cool bleiben“ heißt und
entwickeln eigene Strategien. Sie überlegen, wie sie „Respekt
zeigen“ können gegenüber allen Menschen, verschiedenen
Alters, unterschiedlicher Herkunft und sexueller Orientierung.
Mit Biografie- und Zukunftsarbeit, Theaterpädagogik
und kooperativer Gruppenarbeit erweitern die Kinder und Jugendlichen ihren
Handlungsspielraum in Konfliktsituationen, lernen neue Blickwinkel kennen und
entwickeln konstruktive Alternativen in der Gestaltung ihres Alltags.
Projektträger: Lebenswelt e.V.
Projektmittel aus dem Programm „Soziale Stadt“:
Für das Jahr 2012 ingesamt 30.000 Euro.

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Kontakt:
LebensWelt gGmbH
Ganghoferstr. 11
12043 Berlin
Tel.: 030 / 61 62 79 21
u.falke@lebenswelt-berlin.de
www.lebenswelt-berlin.de

Layout: dulceneves@web.de Fotos: Lebenswelt e.V.

Respekt (er)leben und ausdrücken

Projektvorstellung

2012
Freizeitangebote im Stadtteil
Das Jugend- und Gemeinschaftshaus „Scheune“ im Richardkiez
Was wir wollen: Kindern und Jugendlichen sinnvolle und kreative
Freizeitbeschäftigungen anbieten, ihren Kontakt zu Gleichaltrigen fördern und bei
Problemen beratend zur Seite stehen.

Was wir bieten: Gemeinschaftsräume, Cafébetrieb, Beratung und Begleitung,
Hausaufgabenhilfe, Tanz- und Theaterprojekte, Sportangebote, Ausflüge
Die „Scheune“ ist eine Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt. Seit dem Jahr 2006 wird dort Jugendlichen
zwischen 10 und 18 Jahren ein breites Spektrum an Freizeitbeschäftigungen sowie Beratung
und Begleitung angeboten. Ein Hauptaugenmerk der Mitarbeiter/innen liegt auf der Förderung
des Austauschs und Miteinanders von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft.

Die Besucher der „Scheune“ haben viele Möglichkeiten, ihre Freizeit interessant
zu gestalten. Bei der Erledigung von Hausaufgaben und beim Lernen helfen
Pädagogen.

Theater, Tanz und Fußball
Unter der Leitung von qualifizierten Trainern findet eine große Zahl von Theater-,
Bewegungs-, Tanz- und Sportkursen statt, die über das Quartiersmanagement
gefördert werden. Für die Teilnehmer sind diese Kurse kostenlos. Regelmäßig
und ehrgeizig trainieren die Kinder und Jugendlichen und konnten schon
zahlreiche Erfolge verzeichnen. Die Tanzgruppe „Break Steady Crew“ hat
mittlerweile Auftritte und Battles in ganz Berlin.

Kontakt:
Jugend- und Gemeinschaftshaus
„Scheune“
Leitung: Frederik Spindler
Böhmische Straße 39
Tel.: 31 98 80 98
E-Mail: jc-scheune@awo-suedost.de

Projektträger: AWO Kreisverband Südost e.V.
Projektmittel aus dem Programm „Soziale Stadt“:
Für das Jahr 2012 ingesamt 10.000 Euro

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Layout: dulceneves@web.de - Fotos: Redaktion Richard

Öffnungszeiten:
Gemeinschaftshaus:
verschiedene Angebote von 9 - 14 Uhr
Jugendclub:
Mo. bis Fr. 14:30 - 19:30 Uhr

Projektvorstellung

2012
Gewaltprävention Droryplatz
„Förderung und Ausbau der gewaltpräventiven Arbeit am Bildungsstandort Droryplatz“
Was wir wollen: Wir wollen einen Bildungsstandort Droryplatz schaffen,

der sich durch ein tolerantes und respektvolles Miteinander auf und am Platz
auszeichnet aber auch auf den Kiez ausstrahlt.

Was wir bieten: In einem moderierten Prozess entwickeln wir zusammen

mit den Einrichtungen am Droryplatz eine Vision für den offenen Schulhof der
Löwenzahn Grundschule. Wie soll das Zusammenleben, Lernen und Arbeiten
auf dem Platz aussehen? Welche Maßnahmen zur Förderung der Kinder sollen
dafür ausgebaut oder neu initiiert werden? Die Schwerpunkte sind dabei die
Einbindung und konstruktive Zusammenarbeit der Akteure sowie die Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen zur gewaltpräventiven Arbeit
mit Kindern bis 12 Jahre.
Das Besondere: Wir arbeiten mit einer bestimmten Methode, die „Kumi“ heißt. Sie
ermöglicht den Beteiligten, die tieferliegenden Ursachen eines Konflikts zu analysieren und kreative Lösungsansätze zu entwickeln und umzusetzen. Der Prozess ist
deutlich handlungsorientiert und wird von den ModeratorInnen engmaschig begleitet.
Darüber hinaus haben wir ein Modul zur Förderung der Arbeit des Kinderpavillons
integriert.

Eine Vision für ein gemeinsames Zusammenleben, welches auf Toleranz und Respekt aufbaut
kann nur erreicht werden, wenn alle Akteure gleichwertig und gleichberechtigt in den Prozess
eingebunden werden. Das Projekt dient dazu, aus den alten Mustern und Maßnahmen auszubrechen
und neue kreative Wege zu finden, wie ein Miteinander auf dem Droryplatz gestaltet werden kann.
Was wir machen

Kennzeichen unserer Arbeit ist, dass es sich um einen offenen Prozess handelt. Die
Inhalte werden von den Beteiligten selbst entwickelt – wir moderieren den Prozess
und unterstützen die Umsetzung der entwickelten Strategien und Maßnahmen.
Zudem möchten wir Interessierte an der Kumi-Methode ausbilden.

Projektträger: Transform e.V.
Kooperationspartner: An dem Prozess sind maßgeblich folgende Einrichtungen
beteiligt: Löwenzahn-Grundschule, Schulstation Pusteblume, Hort LöwenzahnGrundschule, Kinderpavillon, Kita „Du und Ich“, Kita Böhmische Str.1, Jugendamt
Neukölln, Outreach - Mobile Jugendarbeit, QM Richardplatz Süd
Projektmittel aus dem Programm „Soziale Stadt“:
Für die Jahre 2012 insgesamt 35.000 Euro – davon gehen 8.000 Euro an das Modul
„Stärkung des Kinderpavillons“
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Kontakt:
Michaela Birk
Transform e.V.
Tel.: 030 – 417 255 20
Mobil: 0178 – 312 3795
E-Mail: birk@transform-centre.org
www.transform-centre.org

Layout: dulceneves@web.de - Fotos: Redaktion Richard und Transform e.V.

Wir führen mit den Einrichtungen am Droryplatz Workshops und moderierte monatliche Treffen durch. Hier werden Probleme bearbeitet und gemeinsam Maßnahmen
und Aktivitäten geplant sowie deren Umsetzung vereinbart. Wir unterstützen die
Einrichtungen außerdem in der Entwicklung und Umsetzung dieser Maßnahmen
sowie in einer zielgerichteten Öffentlichkeitsarbeit.

Projektvorstellung

2012
Kiezreportage und Öffentlichkeitsarbeit
Kiezzeitung „Richard“, Newsletter und Quartierswebseite
Was wir wollen: Wir wollen eine offene Redaktion sein, in der sich die verschiedenen
Standpunkte im Kiez widerspiegeln. In der Kiezzeitung „Richard“ wird über die
Projekte, Angebote und Entwicklungen im Richardkiez informiert. Die Bewohner und
Akteure werden zum Mitmachen motiviert. Sie können Themen vorschlagen, Texte
schreiben und Initiativen vorstellen.
Was wir bieten: Wir bieten die Möglichkeit zur angeleiteten Mitarbeit in der
ehrenamtlichen Redaktion. Das Ergebnis ist die monatlich erscheinende Kiezzeitung
„Richard“ mit 5.000 Exemplaren. Sie wird an die Haushalte im Quartier verteilt. Als
zusätzliche Information wird für alle aus dem Quartiersfonds 3 geförderten Projekte
mit einer Förderung über 10.000 Euro ein Plakat erstellt und die Quartierswebseite
bestückt. Darüber hinaus erscheint regelmäßig ein elektronischer Newsletter.

„Informationen für den Kiez und aus dem Kiez“: Mit diesem Motto arbeitet die Kiezredaktion an
der positiven Entwicklung des Quartiersgebietes Richardplatz Süd mit.

Informationen auf verschiedenen Kanälen und Formaten

Die Webseite des Quartiersmanagements www.richardquartier.de muss natürlich auch gepflegt werden. Sie bietet
einen Überblick über die Arbeit des Quartiersmanagements
und die geförderten Projekte. Projektplakate unterstützen die
Öffentlichkeitsarbeit der vom Quartiersmanagement geförderten
Projekte, die in enger Absprache mit den Mitarbeitern der Projekte
entstehen. Durch die Teilnahme an den vielen Veranstaltungen
und Festen im Quartier bleibt die Redaktion im Gespräch mit
den Bewohnerinnen und Bewohnern.

Kontakt:
Kiezreporter: Bernhard Stelzl
Tel.: 0152 5356 5236
Grafik: Dulce F. Neves Stelzl
Tel.:0157 7399 9259
E-Mail: redaktionrichard@yahoo.de

Projektträger: Bernhard Stelzl – Medien & Training
Projektmittel aus dem Programm „Soziale Stadt“:
Für das Jahr 2012 ingesamt 40.000 Euro (inkl. Druckkosten und Verteilung des Zeitung)
33

Layout: dulceneves@web.de - Fotos: Redaktion Richard

Die 10 Ausgaben des „Richard“ pro Jahr werden von
einer ehrenamtlichen Kiezredaktion mitgestaltet; so
entstehen Nachrichten, Portraits,
Projektreportagen, Geschichten und
ausgewählte Veranstaltungshinweise.
Thematische Schwerpunkte werden
immer vertieft dargestellt. Damit die
inhaltliche Dichte etwas leichter vermittelt
wird, passten wir das Layout an. Seit
März erscheint der Richard im bunten
Gewand. Der elektronische Newsletter
erscheint alle drei Wochen und informiert
über Termine und Aktivitäten in und
außerhalb des Kiezes.

Projektvorstellung

2012
Kunstfiliale Richardplatz Süd
Bewohnerorientiertes Kunst- und Kulturprojekt
Was wir wollen: Künstler und Bewohner im Richardkiez zusammen zu bringen,
steht im Mittelpunkt des Projekts. Wichtig ist uns, dass Kunst und Kultur nicht
abstrakt bleiben, sondern alltagsnah erlebt werden.

Was wir bieten: Kunst und Kultur erlebbar machen bedeutet, dass Menschen

verschiedener sozialer und kultureller Hintergründe angesprochen werden. Wir
geben Auskunft über kulturelle Veranstaltungen in Neukölln und natürlich vor allem
im Richardkiez. Hierzu gehören zum Beispiel das Kunst- und Kulturfestival 48
Stunden Neukölln, das Rixdorfer Strohballenrollen „Popráci“ und das Kulturevent
NACHTUNDNEBEL.

Vernetzen, informieren, aktivieren: Als wesentlicher Knotenpunkt der Rixdorfer Kunst- und
Kulturschaffenden versorgen wir sowohl Künstler als auch Bewohner mit Informationen.

Gemeinsame Aktionen im Kiez etablieren Brücken
Seit Mitte 2010 gibt es in den Räumen der `Kreativen Gesellschaft
Berlin´ in der Hertzbergstraße 1 direkt am Richardplatz wieder einen
zentralen Anlaufpunkt für Kunst- und Kulturschaffende im Richardkiez. Die
Kunstfiliale Richardplatz Süd knüpft dabei Netze zwischen den Kunst- und
Kulturschaffenden und den Kulturveranstaltungsorten.

Mit den Nachbarn organisieren wir
Mitmachveranstaltungen wie den
„Rixdorfer Murmelball“ auf dem
Freundschaftsplatz in unserem Kiez.
Bei diesen Veranstaltungen werden
Kunst und Kultur als selbstverständliche Aspekte des Lebens wahrgenommen.
Kontakt:
Tanja Dickert, Norbert Kleemann
Hertzbergstraße 1 - 12055 Berlin
Tel.: 81493544
Internet: www.kgb44.de
http://kunstfiliale.blogspot.com

Projektträger: AG Tanja Dickert + Norbert Kleemann
Projektmittel aus dem Programm „Soziale Stadt“:
Für das Jahr 2012 insgesamt 8.000 Euro

34

Layout: dulceneves@web.de - Fotos: Redaktion Richard und Angela Schoubye

Wir bieten Möglichkeiten zum Kennenlernen, Beratungsgespräche und
eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit wie den Veranstaltungsflyer und
den Internet-Blog http://kunstfiliale.blogspot.com. Hier informieren wir
regelmäßig und aktuell über die Kunst- und Kulturveranstaltungen rund um
den Richardplatz. Neben der Information für Kunst- und Kulturinteressierte
schlagen wir eine Brücke zur Einwohnerschaft.

Projektvorstellung

2012
Lernwerkstatt an der Richard-Grundschule
entdecken, erforschen, erfinden
Was wir wollen: Schüler, Lehrer, Künstler und Wissenschaftler zum freien Forschen
und gemeinsamen Austausch „auf Augenhöhe“ anregen. Die Organisation mehrerer
öffentlicher Präsentationen der Forschungsergebnisse. Die Kooperation zwischen
dem Comenius-Garten und der Richard-Grundschule vertiefen.

Was wir bieten: Betrieb einer Lernwerkstatt in der Richard-Grundschule und

im Comenius-Garten: Wissenschaftler, die sich mit Kindern auf die Suche nach den
gemeinsamen Wurzeln ihrer Fragen begeben und zusammen mit Lehrkräften nach
kreativen Antworten suchen. Integrative Formen des Lernens werden gefördert und
die Sprachkompetenz unterstützt.

Die Idee der Lernwerkstatt ist aus Vorläuferprojekten der Richard-Grundschule, des ComeniusGartens und des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte entstanden. In den beiden
Arbeits- und Präsentationsräumen der Werkstatt soll eine Atmosphäre des Fragens und des
Lernens als Ergänzung zum herkömmlichen Schulbetrieb entstehen. Ziel ist es, den Schulkindern
der Richard-Grundschule und deren Lehrkräften ein offenes Angebot zu machen. Das geschieht
im Unterricht aber auch im offenen Ganztagsschulbetrieb.

Die Themen variieren und haben eine hohe Bandbreite. Beispielsweise
wurde der Himmel als Raum und Konzept thematisiert. Daraus entstehen
Diskussionen über Alltagsphänomene wie Schneegestöber und Flugzeuge
ebenso wie die Frage nach der kosmischen Unermesslichkeit. Zur
Erforschung des Himmels werden Luftballons genauso wie selbstgebaute
Raketen eingesetzt. Beim Nachdenken über das Paradies spielt auch der
Comenius-Garten eine große Rolle,
gibt es dort doch religiöse und
alltagsnahe Aspekte zum Thema.
Die Kinder experimentieren und
diskutieren über ihre Annahmen
und wie sie diese beweisen
können. Manchmal gelingt es
ihnen, manchmal auch nicht. Den
angestossenen Denkprozessen
macht das nichts aus, vielmehr
ergeben sich auch daraus wieder
Fragen, die nach Antworten suchen.
Projektträger: Förderkreis Böhmisches Dorf in Neukölln e. V.
Kooperationspartner: Richard-Grundschule, Comenius-Garten,
Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte
Projektmittel aus dem Programm „Soziale Stadt“:
Für das Jahr 2012 insgesamt 9.000 Euro
35

Kontakt: Henning Vierck
Förderkreis Böhmisches Dorf in
Neukölln e. V.
Richardstraße 35- 12055 Berlin
Tel.: 030-6866106

Layout: dulceneves@web.de - Fotos: Redaktion Richard

Erkundungen über den Himmel und das Paradies

Projektvorstellung

2012
Näh & Werk Studio: SIEBEN AUF EINEN STREICH
Qualifizierung und Begegnung im Kiez
Was wir wollen: Menschen mit Migrationshintergrund und arbeitslose Bewohner/

innen qualifizieren, fachliche und soziale Kompetenzen fördern und stärken,
Deutschkenntnisse verbessern, Einrichtungen und Projekte im Kiez unterstützen,
handwerkliche Selbsthilfe aktivieren.

Was wir bieten: Näh- und Schneiderkurse mit begleitendem Deutschunterricht;
eine offene Werkstatt und handwerkliche Anleitung für alle Quartiersbewohner/innen;
Dienstleistungen für soziale Einrichtungen und Kooperationen für die Realisierung
von Projekten; Praktikumsplätze

Das Projekt versteht sich als ein Ort für Begegnung, Lernen, Beschäftigung und Qualifizierung
und arbeitet im Bereich der lokalen Ökonomie. Es hat zwei Schwerpunkte: das Nähstudio
und das Werkstudio.
Das NähStudio
richtet sich seit 2007 in erster Linie an Frauen mit
Migrationshintergrund und arbeitslose Frauen. In
modular aufgebauten Näh- und Schneiderkursen
werden fachliche Kompetenzen des Schneiderhandwerks vermittelt. Ergänzend wird Deutsch als
Fremdsprache in Zusammenarbeit mit der VHS
Neukölln unterrichtet. Die Arbeit im Nähstudio ist
gelebter interkultureller „Dialog“: Sowohl die Teilnehmerinnen als auch die Dozentinnen haben unterschiedliche geografische und kulturelle Bezüge.
Einige Teilnehmerinnen fanden so den Weg in den
1. Arbeitsmarkt.

steht seit 2008 allen Quartiersbewohner/innen offen. In
der Werkstatt können kleine Reparaturen selbst erledigt
werden oder man kann auch selbst etwas bauen (lernen).
Ebenso kann man Maschinen, Geräte und Werkzeuge
ausleihen und Anleitungen z. B. für Fahrradreparaturen
und diverse Holzarbeiten, bekommen. Zudem hat sich das
Werkstudio als Ort für die Realisierung weiterer Projekte
im Kiez etabliert, die Holzwerkstatt des Projekts „44 Kingz
and Queenz“ wie auch die „Recycle Werkstatt“ finden hier
ihren Platz.

Kontakt:
Esther Ohse
Näh & Werk Studio
Sieben auf einen Streich
Braunschweiger Str. 8
Tel.: 030 - 87337950

www.naehstudio-im-stadtteil.de
www.7auf1streich.info

Projektträger: Esther Ohse
Projektmittel aus dem Programm „Soziale Stadt“:
Für das Jahr 2012 ingesamt 57.000 Euro

36

Layout: dulceneves@web.de - Fotos: Näh und Werk Studio

Das WerkStudio

Projektvorstellung

2012
Gesundheitscafe OASE an der Richard-Grundschule
Ein Ort der Entspannung und Vernetzung
Was wir wollen: Einen Ort bieten, an dem sich Menschen in ungezwungener und
entspannender Atmosphäre begegnen, an dem Berührungsängste abgebaut und
die Besucher/innen für das Thema Gesundheit und Erziehung sensibilisiert werden.

Was wir bieten: Gesundes Frühstück, Informationen und Beratung rund um das
Thema Gesundheit und Erziehung; Raum und Ressourcen für Begegnung in der
Richard-Grundschule.

Zwei Frauen sorgten in der OASE (Ort an der Schule für Eltern) seit 2007 für einen erholsamen und
zugleich lehrreichen Aufenthalt für ihre Besucher/innen: die Projektleiterinnen Kevser Elicekli und
Natalia Weimann. Ihnen ging es im Elternberatungscafé darum, Menschen zusammenbringen,
Berührungsängste zwischen Elternhaus und Schule abzubauen und auf das wichtige Thema
Gesundheit einzugehen. Diese Idee wird im Schuljahr 2012/2013 von engagierten Eltern
eigenständig weiter verfolgt, sie organisieren nun selbst das Elterncafé.
Vor allem Mütter sitzen in ungezwungener Atmosphäre an einem Tisch
zusammen. Die Frauen tauschen sich über Gesundheitsförderung,
aber auch den Lebens- und Schulalltag aus. Manche Lehrer und
Erzieher schauen vorbei, interkulturelle Verständigung wird gelebt,
denn es gilt auch, das soziale Klima in der Schule nachhaltig zu
verändern.
Aus der langjährigen Arbeit des Projektträgers ist nun die
niedrigschwellige Fortführung des Angebots hervorgegangen.

Projektträger der OASE: Ambulante sozialpädagogische Erziehungshilfe e.V.
Kooperationspartner: Richard-Grundschule
Projektmittel aus dem Programm „Soziale Stadt“:
Januar-Juli 2012 ingesamt 15.000 Euro

37

Öffnungszeiten:
Müttercafé: Fr. 9-11 Uhr,

Vätercafé: Mi. 17-19:30 Uhr
Richard-Grundschule – Richardplatz 14
Caféteria -Schulgebäude auf dem Schulhof

Kontakt:
Frau Mittig, Lehrerin an der Richardschule
Frau Stolt, Schulleiterin

Layout: dulceneves@web.de - Fotos: Redaktion Richard

Die Eltern werden
in Eigenregie das
Elterncafé fortsetzen, dabei werden sie von der
Schule unterstützt.
Leckere Speisen
und gute Gespräche wird es also
weiterhin geben.

Projektvorstellung

2012
QF4: Beteiligung am Bildungsstandort Droryplatz

Was wir wollen: Wir wollen den Droryplatz nach den Wünschen und Interessen
der Nutzer – Kinder, Eltern, Erzieher, Lehrer und Nachbarn – umgestalten.

Was wir bieten: Mit der Charrette-Methode setzen wir ein bewährtes Instrument

der aktivierenden Beteiligung an Planungsprozessen ein. Spielerisch und in enger
Zusammenarbeit mit den ansässigen Einrichtungen werden Wünsche und Bedürfnisse
erfasst, die dann in die Planung einfließen.

Ausgangslage und Ziel

Projektträger: gruppeF - Landschaftsarchitekten
Kooperationspartner: Löwenzahn-Schule, Hort der Löwenzahn-Schule, Schulstation
“Pusteblume“ (AWO), Kinderpavillon, Outreach, AWO-Kita „Du und Ich“, Kita
Böhmische Str.1, QM Richardplatz Süd
Projektmittel aus dem Programm „Soziale Stadt“:
Für das Jahr 2012 ingesamt 21.000 Euro
38

Kontakt:
ThoMi Bauermeister
gruppe F
Tel.: 030 611 2334
E-Mail:bauermeister@gruppeF.com

Layout: dulceneves@web.de - Fotos: gruppe F

Der Droryplatz ist ein öffentlicher Spielplatz und gleichzeitig Schulhof der
an-grenzenden Löwenzahn-Schule mit ca. 360 Schülern. Durch einen Zaun
abgetrennt befinden sich am Droryplatz außerdem zwei Kindertagesstätten (AWOKita „Du & Ich“ mit 115 Kindern, Träger: AWO, und die „Kita Böhmische Str. 1“
mit ca. 130 Kindern, Träger: Kindertagesstätten SüdOst-Eigenbetrieb) sowie der
Hort der Schule. Insgesamt nutzen 600 Kinder täglich das Gelände, das dringend
einer Neugestaltung bedarf. Aus der öffentlichen Nutzung ergaben sich in der
Vergangenheit verschiedenste Probleme wie Störung des Schulbetriebes durch
Fremde (z.B. Drogendealer und Hundehalter), Vandalismusschäden, eine starke
Vermüllung, etc.. Nun steht die Umgestaltung und Neuorganisation des Freiraums
an. Um Nutzungskonflikte zu minimieren, werden im ersten Schritt des Verfahrens
die Nutzer des Platzes im Dialog für ein gemeinsames Konzept zur Verbesserung
und Umgestaltung der Freiflächen eingebunden. Im Jahr 2013 werden die Ideen
dann baulich umgesetzt.

Projektvorstellung

2012
Naturerlebnis und Umweltbildung
Nachhaltige Naturerfahrung an den Schulen im Kiez
Was wir wollen: Wir wollen das Naturverständnis von Kindern im Kiez durch

Naturerlebnis- und Umweltbildungsangebote fördern. Umweltbildung soll direkt in
den Bildungsalltag integriert werden. So wird sie langfristig Teil der lebensweltlichen
Erfahrung der Kinder im Richardkiez.

Was wir bieten: Wir unterstützen die Schulen im Kiez bei der Schaffung und

Revitalisierung von Grün- und Schulgartenflächen auf ihrem Gelände. Zusätzlich
bringen wir umweltpädagogische Angebote an die Schulen, um Naturerfahrung
Teil des Unterrichts werden zu lassen. Gemeinsam mit PädagogInnen erfahren die
Kinder so Umweltbildung direkt im Schulalltag.
Foto: Ulrike Mackrodt

Umweltbildung bedeutet Unterricht inmitten von Geräuschen, Farben und Düften. Im „Lern- und
Baugarten“ sowie in den Schulgärten erleben die Kinder auch in der Stadt die Natur hautnah.
Grüne Klassenzimmer und lebendige Schulgärten

Über das Projekt werden vor allem die
Fächer Sachkunde und Naturwissenschaften durch Naturerfahrung direkt
vor Ort bereichert. Auf diese Weise
können Umweltthemen aus dem
Unterricht aufgegriffen und mit eigenen Händen und Augen erfahrbar gemacht werden. Dabei kann es um die Funktion
von Pflanzen genauso gehen wie um die Notwendigkeit von Sonnenlicht, Wasser
und Erde für das Gedeihen von Blumen, Sträuchern und Bäumen. So wird eine
praktische Grundlage für ökologisches Handeln gelegt.
Projektträger: Kinderland e.V.
Kooperationspartner: Richard-Grundschule, Löwenzahn-Grundschule und
Adolf-Reichwein-Förderzentrum
Projektmittel aus dem Programm „Soziale Stadt“:
Für das Jahr 2012 ingesamt 15.000 Euro
39

Kontakt: Projektteam Naturerlebnis
und Umweltbildung
Ulrike Mackrodt
Mobil: 0176 / 78 20 5886
Alexander Rückl
Mobil: 0179 / 477 30 23

Layout: dulceneves@web.de - Fotos: Redaktion Richard

Die Angebote innerhalb des Projekts
„Naturerlebnis und Umweltbildung“
variieren von Schule zu Schule. In
der Richard-Grundschule werden
zwei Hinterhöfe zum „Lerngarten“
und zum „Baugarten“ umgestaltet.
An der Löwenzahn-Grundschule liegt
der Schwerpunkt auf pädagogischen
Angeboten wie der Erforschung des
Bodens im Richardkiez. Mit den Schülerlnnnen und LehrerInnen der AdolfReichwein-Schule werden Hochbeete
für den Schulgarten angelegt und
gepflegt.

Projektvorstellung

2012
Handwerk und Industrie
Schüler/innen entdecken traditionelles Handwerk an der Rixdorfer Schmiede
Was wir wollen: Wir erproben Lerninhalte des Arbeitslehreunterrichts praktisch
und machen Produktionsabläufe für Schüler/innen sichtbar. Außerdem wird die lokale
Identität gestärkt.

Was wir bieten: Schmiedekurse in Kooperation mit dem Bereich Arbeitslehre der
Adolf-Reichwein-Schule und Schmiedevorführungen für Grundschüler der Richardund Löwenzahn-Grundschule als Ergänzung des Sachkundeunterrichts.

Mit Schmiedevorführungen für Grundschüler der Richard- und Löwenzahn-Grundschule wird
der schulische Unterricht mit lebensweltlichem Bezug bereichert. Neben der anschaulichen
Verwendung von Feuer, Metall und Schmiedewerkzeug wird an dem geschichtsträchtigen Ort der
Rixdorfer Schmiede praktische Heimatkunde betrieben. Die Kinder erleben einen traditionsreichen
Handwerksberuf in „ihrer“ Schmiede am Richardplatz.
Lebendige Anregungen für den Unterricht
Für Grundschüler aus der
Richard- und LöwenzahnGrundschule sind lebendige
Schmiedevorführungen eine
Anregung für den UnterrichtKlassischerweise für die Naturwissenschaften, aber aufgrund
der historischen Stätte auch
für die Heimatkunde. Selbst
im Deutschunterricht wird mit
den Anregungen gearbeitet, gilt
doch die Redensart: „Man soll
das Eisen schmieden, solange
es noch heiß ist.“

Das Kooperationsprojekt zwischen dem Bereich Arbeitslehre der Adolf-ReichweinSchule und der Rixdorfer Schmiede verfolgt die Idee, Schülern/innen Unterrichtsinhalte
praktisch zu vermitteln. Über mehrere Monate hinweg schmieden, treiben, fräsen,
schleifen und polieren die Schüler/innen ihre Gegenstände nach fachkundiger
Anleitung. Neben handwerklichem Geschick wird vor allem das Gruppengefühl
gefördert.
Projektträger: Förderverein Rixdorfer Schmiede e.V.
Projektmittel aus dem Programm „Soziale Stadt“:
Für das Jahr 2012 ingesamt 14.000 Euro
40

Kontakt: Frau Sawitzki
Förderverein Rixdorfer
Schmiede e.V.
Richardplatz 28
Tel.: 694 22 32
www.rixdorferschmiede.de

Layout: dulceneves@web.de - Fotos: Redaktion Richard

Unterricht praktisch
- Schüler/innen der Adolf-Reichwein-Schule schmieden selber

Projektvorstellung

2012
Route 44
Stadtteilführungen und Identitätsstärkung im Quartier
Was wir wollen: Ziel des Projektes ist, einen „anderen Blick“ auf den Richardkiez
zu vermitteln. Es sollen Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Menschen
im Einwanderungsgebiet entstehen.

Was wir bieten: Quartiersbewohner/innen werden zu Stadtteilführern/innen aus-

gebildet und bieten Stadtteilführungen (auf Wunsch auch auf Türkisch und Arabisch)
zu ausgewählten Plätzen im Richardkiez an.

Die Quartierbewohner/innen sind die Experten ihres Lebensumfeldes. Dieses Potential nutzt
das Projekt und bildete Menschen mit Migrationshintergrund aus dem Kiez zu Stadtteilführerinnen
aus. In speziellen Routen zeigen Sie die Orte „hinter den Kulissen“. Neben den interessanten Ecken
am Richardplatz und im Böhmischen Dorf wird vor allem ein Eindruck von der Lebenswirklichkeit
migrantischer Kiezbewohner/innen vermittelt. Im Jahr 2012 wurden anlässlich des 275. Geburtstags
der Böhmischen Glaubensflüchtlinge nochmals neue Touren konzipiert.
“Alt und neu, laut und leise im internationalen Dorf“

“Qualifizierung auf Augenhöhe“
Die Tourguides: Rascha und Rima, Fatima, und Meryem, Gül-Aynur und Hanadi sind
selbst längst bekannt im Kiez. Seit Beginn ihrer Tätigkeit als Stadtteilführerinnen hat
sich auch privat einiges bei den Frauen getan. Die einen studieren nun, die anderen
sind dabei sich zu professionalisieren. Der Projektträger qualifiziert, indem er den
Frauen vermittelt, wie man Touren plant, bewirbt, realsiert und abrechnet. Dabei
fliessen die Erfahrungen aller Beteiligter ein, so dass Rixdorf weiterhin von starken
Frauen profitiert.
Projektträger: Kulturbewegt e.V.
Projektmittel aus dem Programm „Soziale Stadt“:
Für das Jahr 2012 insgesamt 10.000 Euro
41

Kontakt:
Gabriele Kienzle, Susanne Pozek
Kulturbewegt e.V.
Oranienburger Str. 37 - 10117
Berlin Tel + Fax: 030 - 233 66 760
E-Mail: info@kulturbewegt.de
Internet: www.kulturbewegt.de

Layout: dulceneves@web.de - Fotos: Redaktion Richard und Kulturbewegt e.V.

Die beiden Touren: „Alt und neu, laut und leise“ sowie „Ein
internationales Dorf“ zeigen seit gut drei Jahren die Vielfalt des
Lebens in und um den Richardkiez. Die Stadtteilführerinnen laden
in den türkischen Supermarkt ebenso wie in die Hinterhofmoschee
ein. Gemeinsam mit ihnen tauchen die Besucher in die Geschichte
des Böhmischen Dorfs und seiner Bewohner ein. Durch Fragen und
Antworten entstehen sehr lebendige Eindrücke der Lebenswelten.
Eine Lebendigkeit wie sie noch heute auf der Karl-Marx-Straße
und in diesem Teil Neuköllns zu entdecken ist.

Projektvorstellung

2012
Spielend Sprache Lernen
Sprachförderung an 3 Kindertagesstätten im Quartier Richardplatz Süd
Was wir wollen: Kindern wird dabei geholfen, früh ein gutes Sprachverständnis zu
entwickeln. Bestehende Sprachdefizite sollen behoben und eine gute Grundlage für
konstruktive Kommunikation gelegt werden. Die Kinder werden in ihrer Entwicklung
gestärkt.

Was wir bieten: Wir bieten frühkindliche Sprachförderung an drei Kitas im
Quartier an. Altersgerecht wird hier die Sprache der Kinder gefördert, um ihnen
einen guten Einstieg in die Schule zu ermöglichen. Neben den wöchentlich stattfindenden Sprachförderkursen gibt es Entwicklungsgespräche mit den Eltern und
Fortbildungen für ErzieherInnen der Kitas.

Über das Projekt wird Sprachförderung an drei größeren Kindertagesstätten im Kiez angeboten.
Der Spracherwerb von Kindern zwischen drei und fünf Jahren wird in 45-minütigen Trainings
unterstützt. Bei der Förderung wird auf eine geringe Gruppengröße und eine große Methodenvielfalt
geachtet. Ziel des Projektes ist es, die Sprache der Kinder auf ein gutes Niveau anzuheben. So
soll einer späteren Benachteiligung aufgrund sprachlicher Defizite vorgebeugt werden.
Methodenvielfalt bei der Sprachförderung
Die Fördertermine in den Kindertagesstätten haben nicht viel mit
klassischem Sprachunterricht gemein. Spiele, Bewegung und Musik
sind feste Bestandteile des Programms. Werden alle Sinne der Kinder
angesprochen, prägt sich ihnen das Gelernte besser ein. Das Projekt
setzt außerdem auf die Methode des „corrective feedback“: spricht
ein Kind etwas falsch aus, weisen die Sprachförderer nicht auf den
Fehler hin, sondern wiederholen ganz einfach die Äußerung in korrekter
Form.

Das Projekt setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen und Erziehern
der Einrichtungen sowie den Eltern. Diese haben einen engeren Kontakt zu den
Kindern und können deren sprachliche Entwicklung besser beobachten und steuern.
Bei den Förderterminen ist jeweils ein/e Mitarbeiter/in des Kindergartens anwesend.
Außerdem bietet der Verein Fortbildungen und konkrete Beratungen an.

Projektträger: KREATIVHAUS e.V.
Kooperationspartner: AWO-Kita „Du und Ich“, Kita Magdalenen und
Kita St. Richard
Projektmittel aus dem Programm „Soziale Stadt“:
Für das Jahr 2012 ingesamt 29.000 Euro
42

Kontakt:
Krisztina Csörgei
KREATIVHAUS e.V.
Fischerinsel 3 - 10179 Berlin
Tel.: 23 80 91 49
www.kreativhaus-berlin.de

Layout: dulceneves@web.de - Fotos: Dulce Neves

ErzieherInnen - Coaching / Elterneinbeziehung

Projektvorstellung

2012
Quartiersfonds 2
Durch den Quartiersfonds 2 werden Projekte mit einem Budget zwischen 1.000 und 10.000 Euro unterstützt, die das
Zusammenleben im Kiez wirkungsvoll verbessern sollen. Insgesamt stehen pro Jahr 35.000 € aus diesem Fonds für
Projekte zur Verfügung. Die Steuerungsrunde und der Quartiersrat entscheiden über die Förderung der eingereichten
Projektideen. Dabei wird darauf geachtet, dass die Projekte den Zielsetzungen des Handlungskonzeptes und den
Förderrichtlinien entsprechen.

Informationen für Mieter
Kiezbewohner können sich kostenlos zum Mietrecht beraten lassen.
Diese Erstberatung wird von Rechtsanwälten der Kanzlei Neukölln
im Quartiersbüro Richardplatz Süd, durchgeführt und findet immer
mittwochs von 16 bis 18 Uhr statt.
Träger: Kanzlei Neukölln - Budget: 1.550 Euro

Förderung von Aktionen zur Stärkung des Gewerbes
Die Gewerbetreibenden im Kiez werden unterstützt, um gemeinsam
mehr zu erreichen. Neben der Vernetzung gibt es auch dieses Jahr
konkrete Aktionen wie z.B. die Rabattaktion „Wir im Richardkiez –
Gutes günstig“. Hier geben die teilnehmenden Gewerbetreibenden
beim Kauf von Produkten und Dienstleistungen Rabatte an die
Bewohner im Kiez.
Träger: mpr – Unternehmensberatung - Budget: 3.750 Euro

Popráci – Das 179. Rixdorfer Strohballenrollen
Ein sportlicher Wettkampf mit Strohballen bringt Akteure und
Zuschauer zu einem speziellen Fest zusammen. Das nachbarschaftliche Miteinander wird gefördert und zahlreiche Angebote laden zum
Mitmachen ein.
.
Träger: Traumpfad e.V. - Budget: 5.000 Euro über QF2 sowie
5.000 Euro über QF1 und QF3 und eine Kofinanzierung von 8.000
Euro über den Deutsch-Tschechischen Freundschaftsfonds

43

Projektvorstellung

2012
Quartiersfonds 2 - Bildungsangebote
Durch den Quartiersfonds 2 werden Projekte mit einem Budget zwischen 1.000 und 10.000 Euro unterstützt, die das
Zusammenleben im Kiez wirkungsvoll verbessern sollen. Insgesamt stehen pro Jahr 35.000 € aus diesem Fonds für
Projekte zur Verfügung. Die Steuerungsrunde und der Quartiersrat entscheiden über die Förderung der eingereichten
Projektideen. Dabei wird darauf geachtet, dass die Projekte den Zielsetzungen des Handlungskonzeptes und den
Förderrichtlinien entsprechen. Ein Schwerpunkt ist die Verbesserung der Bildungschancen im Kiez.

Familienbildungsangebote im Kiez
Die elterliche Kompetenz wird für die extrem wichtige Phase der frühkindlichen Bildung erweitert.
Mit Hilfe von speziellen Kurs- und Beratungsangeboten werden Wissen und Handeln im Bereich
Bildung und Gesundheit gefördert.
Träger: AspE e.V. - Budget: 6.000 Euro

Trommeln im Kiez
Das Musikverständnis wird bei Kindern und Jugendlichen durch Kursangebote an den drei Schulen
im Kiez erweitert. Zugleich werden soziale Kompetenzen entwickelt, gilt es doch, gemeinsam
einen Rhythmus zu finden.
Träger: Rocco Rossbach - Budget: 5.000 Euro

Zumba – Tanzangebot an der Löwenzahn-Grundschule
Tanzen macht Spaß und ist gesund. Als bewegte Pause gibt es auf dem Dach der Mehrzweckhalle
der Löwenzahn-Grundschule für Schüler die Möglichkeit, kleinere Choreographien zu erlernen
und gemeinsam zu tanzen. Spannungen werden so abgebaut und die SchülerInnen kommen
erholter in den Unterricht.
Träger: Simone Wranik - Budget: 2.000 Euro

Roboter AG an der Löwenzahn-Grundschule
Mit dem Bau und der Programmierung von Robotern und der Teilnahme an Wettbewerben wird
an der Löwenzahn-Grundschule, spielerisch das Interesse der Kinder für Naturwissenschaften
geweckt.
Träger: Rasim Korkot - Budget: 6.000 Euro

Heimatklänge
Über die Auseinandersetzung mit der Musik aus den Ländern der Herkunftsfamilien der Schüler der
Adolf-Reichwein-Schule wird der kulturelle Reichtum der Schülerschaft betont. Bei gemeinsamen
Auftritten wachsen die soziale Kompetenz und das Selbstbewußtsein.
Träger: Stefan Hackl - Budget: 2.200 Euro

Kochen in allen Lebenslagen
Gesunde Ernährung und Teamarbeit stehen im Mittelpunkt. Die gemeinsame Vorbereitung von
Speisen, das Dekorieren des Tisches und das Essen in Gemeinschaft eröffnet Kindern im Alter
von 7 bis 12 Jahren andere Wege des Miteinanders. Selbstständigkeit und Verantwortung werden
geübt.
Träger: Marion Seifert - Budget: 3.500 Euro
44

Projektvorstellung

2012
Quartiersmanagement Richardplatz Süd
Lösungsorientiert und nachhaltig
Quartiersmanagement seit 2005
Seit 2005 ist der Kiez südlich des Richardplatzes in Berlin-Neukölln ein
Quartiersmanagementgebiet. Quartiersmanagement wird in benachteiligten Stadtteilen
mit dem Ziel eingerichtet, die Lebensbedingungen aller Bevölkerungsgruppen
zu verbessern und eine räumliche Abspaltung benachteiligter Quartiere von der
Gesamtstadt zu verhindern.
Als Team vor Ort entwickeln wir gemeinsam mit den Bewohnern und Akteuren
Strategien und Projekte mit den Schwerpunkten Bildung, Arbeit und Integration.
Dabei vernetzen wir unterschiedliche Interessengruppen und lokale Akteure, stärken
Kooperationen zwischen Initiativen, Institutionen und Akteuren, initiieren und begleiten
Projekte.
Gefördert wird das Quartiersmanagement mit seinen Projekten aus dem Programm
„Soziale Stadt“, welches von der Europäischen Union, der Bundesregierung und
dem Land Berlin finanziert wird.

Als Quartiersmanagement ist unser größtes Anliegen, die Bewohnerinnen und Bewohner des
Quartiers Richardplatz Süd in die Entwicklung des Stadtteils mit einzubeziehen. Wir informieren
Sie gern, wie und wofür die Fördermittel im Gebiet Richardplatz Süd verwendet werden, wie
neue Projekte entstehen und wo Sie aktiv mitmachen können.
Nachhaltig und nachvollziehbar
Ein Schlüsselprojekt im Gebiet ist das im Jahr 2007 entwickelte
Näh- und Werkstudio. Hier stehen, neben der handwerklichen
Qualifizierung von Bewohnern die in Kooperation mit der VHS
angebotenen Deutschkurse im Vordergrund. Aber auch Maßnahmen
wie die Förderung des Jugend- und Gemeinschaftshaus „Scheune“,
des Kinderpavillons auf dem Droryplatz, die frühkindliche
Sprachförderung oder die Umweltbildung wirken sich positiv auf
die Bildungssituation aus und fördern das nachbarschaftliche
Miteinander im Kiez.

Suzan Mauersberger, Anja Bederke, Antje Schmücker und
Christoph Dreisbach

Hier können Sie sich informieren

Die Quartierswebsite (www.richard-quartier.de) und das kostenlose Kiezblatt „Richard“
bieten die Möglichkeit, sich über die Arbeit und die vielen geförderten Projekte zu
informieren. Wer sich auf der Internetseite für den Newsletter anmeldet, erhält die
aktuellsten Informationen und Hinweise per E-Mail.

45

Kontakt:
Quartiersbüro:
Böhmische Straße 9,12055 Berlin
Tel.: 6805-8585
E-Mail: info-richard@
quartiersmanagement.de

Layout: dulceneves@web.de - Fotos: Redaktion Richard

Das Team des Quartiermanagements Richardplatz Süd:

46

Impressum
Herausgeber: Quartiersmanagement Richardplatz Süd
Gestaltung: image-shift.net
Gestaltung Projektplakate: Dulce Neves
Fotos: Julia Peschel, Anja Bederke, Dulce Neves, Bernhard Stelzl, Thomas Herr, image-shift
Druck: Druckerei Conrad
1.Auflage / Stand 1/2013
47

... und bis bald.

QUARTIERSMANAGEMENT

RICHARDPLATZ SÜD
        
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