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Full text: Aus der Hauptstadt / Lindau, Paul

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der dann, nachdem der von ihm angestiftete Raub vollzogen 
war, bei dem Morde, mit dem er selbst nichts zu thun hatte, 
Beihülfe geleistet habe. So erscheint uns das Verbrechen 
Dickhofss nach dem Wahrspruch der Geschworenen, der vor 
der strengen Logik schwerlich Bestand haben kann. Wenn als 
verbrecherischer Thatbestand „schwerer Raub" angenommen 
wnrde, in diesem Falle also der schwerste Fall: daß bei 
dem räuberischen lleberfalle der Tod eines Menschen durch 
gewaltsame Körperverletzung verursacht worden ist, dann 
mußte die Frage wegen Beihülse am Morde verneint iverdcn. 
Denn wenn ein schwerer Raub beabsichtigt war, lag kein 
Mord vor, dann wäre die Tödtnng der Opfer eben nur 
eine Folge des Raubes gewesen und hätte eben dadurch den 
Raub zu einem „schweren Raube" gestempelt, lind ebenso, 
wenn man annahm, daß Dickhoff bei einem Morde Beihülfe 
geleistet, so erschien es nach Lage der Dinge unabweislich, 
daß auch die Frage wegen „Anstiftung zum Morde" hätte 
bejaht werden müssen. Aber es liegt uns um so ferner, 
irgendwelche Kritik an dem Wahrsprnche der Geschworenen 
zu üben, als das schließliche Ergebniß, die Verurtheilung 
Dirkhoffs zu lebenslänglichem Zuchthanse, sich im vollen 
Einklänge mit dem Verlangen der überwiegenden Mehrheit 
befindet.
        
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