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Full text: Aus der Hauptstadt / Lindau, Paul

Mittwoch, 7. März, zu ihm herauf. „Wollten Sie 
Müller ermorden?" „Nein, ich war wieder schwankend ge 
worden." Aber er bietet ihm einen Stuhl an; Müller 
setzt sich indessen auf's Sopha und geht, nachdem der An 
geklagte, der noch in den Unterkleidern war, den Postschein 
unterschrieben hat. An demselben Tage nimmt er den Plan 
wieder auf und wird nun nicht mehr schwankend. Am 
Donnerstag, 8. März, führt er wieder nach Potsdam und 
macht eine Einzahlung von 30 Mark. Diesmal begegnet ihm 
der Briefträger Müller auf der Straße; Sobbe will ihn 
freilich veranlassen, mit ihm in seine Wohnung hinauszugehen 
aber Müller weigert sich, sie gehen in eine nahegelegene 
Restauration und dort unterschreibt Sobbe den Schein. Am 
folgenden Tage verläßt Sobbe die Wohnung in der Tau 
benstraße und nimmt die i» der Adalbertstraße 23, zwei 
Treppen. Wahrscheinlich, um die Wirthsleute in der Tau 
benstraße an sein Wiederkommen glauben zu machen, nimmt 
er die Schlüssel mit. Auch in der Adalbertstraße nennt er 
sich Ernst Sander. Nachdem er nun eine Adresse hat, fährt 
er wiederum nach Potsdam hinüber und macht eine dritte 
Einzahlung aus sich von 20 Mark. Er hat vorher Bier be 
stellt. Der Briefträger Cossäth kommt am Sonnabend Nach 
mittag gegen 4 Uhr, setzt sich und nimmt auch die ihm an 
gebotene Erfrischung an. Sobbe hat den Hammer in der 
rechten Tasche seines lleberziehers verborgen, aber nun ver 
sagt ihm der Muth. „Ich war zu aufgeregt, um zuzuschla 
gen." Er läßt Cossäth das Bier also ruhig austrinken und 
ihn wieder gehen. 
„Als Cossäth nun fort war und ging, was ging da in 
Ihnen vor? blieben Sie bei Ihrem Entschlüsse, daß die
        
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