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II. Planlose Wanderungen B. Durch die Kunstausstellungen Die Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste

Full text: Aus der Hauptstadt / Lindau, Paul

gehalten. Einige Figuren sind wie aus Makart'schen Gemäl 
den herausgelöst. 
Auch Munkacsy hat seine Schüler gebildet; unter diesen 
einen überaus talentvollen, Fritz Uh de in München, der 
ztvei gleichermaßen fesselnde und tüchtige Bilder nach Berlin 
geschickt hat. Die „Holländische Gaststube" ist vorzüglich 
im Ton, im Ausdruck der Gesichter, breit und flott gemalt. 
Dieselben Eigenschaften besitzt auch das andere Bild, „Fa 
milieneonecrt"; aber hier ist der Charakter nicht nur Mnn 
kaesys, sondern eines bestimmten Bildes dieses Meisters, 
nämlich des bekannten „Milton dietirt das verlorene Para 
dies", so getreu wiedergegeben, daß es beinahe wie ein Scherz 
des hochbegabten Künstlers aussieht. Man glaubt nnwill 
kürlich, daß Milton nun genug vom verlorenen Paradiese 
dietirt, sich eine kleine musicalischc Gesellschaft eingeladen und 
hinten aus den Stuhl gesetzt hat, wo er jetzt Clarinette bläst. 
Aber trotz alledem ist in diesem Bilde viel eigenes Können 
und trotz der Anlehnung eine starke Selbständigkeit. Das 
läßt sich von Max Berte in Berlin mit weniger Bestimmt 
heit behaupten. Er hat dem ungarischen Meister eben nur 
den schwarzen Ueberzug über die Bilder abgesehen. Auch 
ein unerbetener Jünger Böcklins tritt uns in der Gestalt 
des Berliner Künstlers Ernst Kiesling entgegen: Orpheus 
geht mit seiner Leyer in starkfarbiger Einsamkeit spazieren, 
während hinten die rasenden Weiber ihm Unannehmlichkeiten 
zu bereiten sich anschicken. 
Wenden wir uns von der Gruppe derjenigen, die einem 
bestimmten Vorbilde nachzustreben suchen, zu einer an 
deren, z» solchen, die ein jedes Vorbild abwehren. Unter 
diesen ist der merkwürdigsten und begabtesten einer ohne
        
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