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II. Planlose Wanderungen A. Durch die Theater Weniger Gold als Sand. Von Sardou

Full text: Aus der Hauptstadt / Lindau, Paul

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wenn sich eilt Anderer beit gewagten Scherz erlauben wollte, 
mit Fug gerichtlich verfolgen würde: er hat seinen Namen 
mißbraucht. Stände nicht dieser Name auf dem Zettel, kein 
Mensch würde ans den Gedanken kommen, daß der Urheber 
dieses Machwerkes derselbe ist, der uns ,,Us8 pattes de 
mouche“, „Die Familie Benoiton", „Die alten Jung 
gesellen", „Fernande", „Andrea", „Dora", „Cyprienne" und 
ich weiß nicht, wie viele andere fesselnde, saubere, ergreifende 
und ergötzliche Dichtungen gegeben hat. Aber gerade, wenn 
man sieh vergegenwärtigt, was Sardon leisten kann, wenn 
er nur redlich will — gerade das erhöht den Umnnth über 
„Goldsand". Rührte es von einem weniger bekannten oder 
unbekannten Dichter her, es würde überhaupt ans keiner 
Bühne der Welt aufgeführt worden sein. Der amerikanische 
Käufer hat geglaubt, daß auch der Dichter seine Unterschrift 
respectirte, ivie der Kaufmann die seinige auf dem Wechsel, 
und lediglich auf den Namen hin hat der unglückliche 
Direetor des Victoria-Theaters, Herr G. Scherenberg, das 
Recht der Aufführung erworben. 
Das Stück spielt in Calisornien zu Anfang der fünf 
ziger Jahre. Wir Alle kennen Laitd und Leute und deren 
bei aller Rohheit reizvolle Eigenthümlichkeiten aus den un 
vergleichlichen Schilderungen von Bret Harte. Bis zu 
diesen Besonderheiten ist Sardon nicht vorgedrungen. Er 
hat sich an das Alleräußerlichste gehalten; und wir brauchen 
uns wirklich nicht bis nach Calisornien zu bemühen, um 
solches Gesindel von Abenteurern und verdächtigen Sub 
jecten, die ihren Beruf verfehlt haben, kennen zu lernen. 
Den Mittelpunkt dieser ehrbaren Sippe bildet ein fran- 
zösischer Hallnnke Namens Pougnasse, für gewöhnlich 
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