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II. Planlose Wanderungen A. Durch die Theater Weniger Gold als Sand. Von Sardou

Full text: Aus der Hauptstadt / Lindau, Paul

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da drüben sind an derbere Kost gewöhnt. Es muß donnern 
und blitzen!" 
„Also ein Gewitter?" sagte Sardou. 
„Ein Gewitter. Aber das reicht noch nicht." 
„Feuersbrunst?" 
„Auch das; aber das reicht auch noch nicht." 
„Wassersnoth?" 
„Auch das; aber das reicht immer noch nicht." 
„Raub? Mord? Raubmord?" 
„Sie verstehen mich." 
„Schön, das sollen Sie haben." 
„Wann?" 
„In drei Monaten." 
„Sehr wohl! Ich komme wieder. Und was verlangen 
Sie dafür?" 
„Hunderttausend Dollars!" 
Ein ivildcr Fluch des Amerikaners; die Hand greift 
nach dem Revolver. „Halten Sie mich für einen europäischen 
Narren? Ich habe mir geschworen, daß ich Ihnen nicht 
hunderttausend Dollars zahlen würde. Ich biete Ihnen 
neunundneunzigtausendneunhundertneunundneunzig Dollars 
fünfzig Cents, nicht einen Pfifferling mehr! Hier sind die 
hunderttausend Dollars, geben Sie mir zwei Franken 
fünfzig Centimes zurück." 
„Auf die Kleinigkeit soll es mir nicht ankommen," er 
widert der Dichter und giebt ihm die zwei Franken fünfzig 
Centimes. Der Amerikaner ist kein Pedant und verlangt 
nichts Geschriebenes. Sie schütteln sich die Hände, der 
Amerikaner steckt den Revolver in die dafür bestimmte Tasche 
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